Geschichte: Fanfiction / TV-Serien / Sherlock BBC / Ems

Ems

GeschichteAllgemein / P12 Slash
21.03.2013
21.04.2013
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
mit einiger Verzögerung - ostern hat mich aufgehalten - kommt nun hier Kapitel 3
es ist wohl etwas zu traurig geworden ... sollte es eigentlich nicht
nun wünsche ich viel Freude daran *kekse hinstell* und vielleicht bekomme ich noch ein review es würde mich freuen
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Johns POV:
Als ich meine Augen wieder öffnete, stellte ich als erstes fest, dass ich alleine war. Naja nicht ganz alleine, da waren Krankenschwestern, Sanitäter und Ärzte – ein Krankenhaus also. Aber Sherlock war nicht bei mir und das nachdem ER mich geküsst hatte, kurz bevor ich das Bewusstsein verloren haben musste.
„Ah Dr. Watson, Sie sind wieder bei Bewusstsein. Wie fühlen Sie sich?“ Ein junger Arzt war an mein Bett getreten. „Die Schmerzen sind auszuhalten ... Was ist passiert?“ Ich wollte wissen wie wo die anderen waren, denn alleine wäre mein Mitbewohner niemals in dieses Gebäude gegangen, nur um mich da raus zu holen.
„Wenn Sie sich noch etwas benebelt fühlen sollten, dass sind die Nachwirkungen des Betäubungsmittels, das man Ihnen verabreicht hatte. Die Schnittwunden sind nur oberflächlich, aber sie haben einige -“
„Wo ist er?“ Lautes Geschrei unterbrach den Mediziner in seiner Ausführung. SHERLOCK! Innerlich atmete ich erleichtert aus, er war doch noch gekommen. Im nächsten Moment stürmte mein Mitbewohner das Zimmer, in dem ich lag.
Er war verdreckt, seine Haare waren noch verwuschelter als sonst und in seinem Gesicht spiegelte sich Besorgnis wieder. „JOHN! Gott sei dank! Du bist wieder wach!“ Mit zwei großen Schritten stand er neben dem Bett, zog sich einen Stuhl heran und nahm, während er sich setzte, meine Hand vorsichtig in seine.
Kopfschüttelnd verzog sich der Arzt und schloss leise hinter sich die Tür. „Ich habe mir Sorgen gemacht …“ Sanft drückte Sherlock meine Hand und die Gefühle in mir fuhren Achterbahn. Genauso sanft erwiderte ich den Druck noch , hatte ich nicht die Kraft dazu, mehr als das zu tun.
„Weißt du ich …“ Sherlock brach ab. In seinem Gesicht spiegelten sich die verschiedensten Emotionen und fast zum ersten Mal konnte ich aus ihm lesen, wie aus einem Buch. So wie er es sonst immer tat.
Ein Lächeln schlich sich in mein Gesicht. Der liebevoll verzweifelte Blick aus seinen hellen Augen ließ mich Erbarmen mit ihm haben, wusste ich doch, was er mir sagen wollte, obwohl ich es vor nicht mal 12 Stunden wahrscheinlich niemals geglaubt hätte.
„Ich dich auch Sherlock, ich dich auch.“ Mit mein indirekten Liebesgeständnis begann etwas, was uns bis zum Tode eng aneinander binden würde – noch enger als unsere Bindung es jetzt schon war.

Ems hatte es fast noch schlimmer erwischt als mich. Ihre Wunde war wieder aufgegangen und hatte sich entzündet, ihre linke Schulter war fast komplett von einem herabfallenden Stützbalken zerschmettert worden, Kratzer hatte sie - laut der Aussage der Ärztin - am ganzen Körper und ihre Hände waren wohl auch ziemlich arg mitgenommen.
Nun lag sie aber im Bett neben mir – sie war wieder so gut es ging zusammengeflickt worden, um sich anschließend das Zimmer mit mir zu teilen.

Als sie das erste mal nach ihrer Bewusstlosigkeit im Krankenwagen wieder erwachte und mich sah, war das erste was sie sagte „Na endlich, das hat ja lange genug gedauert mit euch beiden.“ Dann war sie mit einem unsichtbaren Lächeln im Gesicht wieder eingeschlafen.
Mir ging es wieder ganz gut, als meine Freundin das nächste Mal erwachte.
„Wie geht es dir?“
Wie aus einem Munde redeten wir los, sahen uns kurz verwirrt an, um dann laut los zu lachen. Unser Gelächter drang wohl bis auf den Flur hinaus, sodass eine Schwester herein schaute, wieder verschwand, um dann mit einem Arzt wieder zu kommen. Dieser untersuchte Ems, überreichte ihr dann einen Umschlag und verschwand wieder.
Ich konnte genau sehen, wie ihre Augen vor lauter Neugierde ganz groß wurden, ehe sie den Brief öffnete.
Lange Zeit geschah gar nichts. Emma las das offizielle Schreiben der Armee, sagte aber gar nichts. Alleine ihre Augen sagten mir, das es nichts Gutes war. Ich wollte warten bis sie fertig war mit lesen, doch bevor ich etwas sagen konnte stürmte ihre Schwester herein, gefolgt von Sherlock und seinem Bruder.
Verwirrt zog ich dir Augenbrauen zusammen. Was bitte schön wollte Mycroft hier? Mich hatte er noch kein einziges Mal besucht, aber sobald Emma wach war kam er an.
„Ems! Du bist wieder wach! Ich hatte mir solche Sorgen gemacht!“ Molly schloss Emma in die Arme und drückte sie fest. Die Umarmte lächelte die Pathologin an, doch ich kannte sie gut genug, um zu wissen, das dieses Lächeln mehr als unecht war. Das war eine Maske um Schmerz und Trauer zu verbergen.
Eine Hand die sich um meine schloss, lenkte mich schließlich vom Bett neben mir ab. Sherlock hatte sich auf einen Stuhl dicht neben mein Bett gesetzt und forderte nun meine Aufmerksamkeit.
„Weißt du was dein Bruder hier will?“, fragte ich meinen Freund mit leiser Stimme, nachdem ich ihn mit einer Umarmung begrüßt hatte. Vor all diesen Leuten traute ich mich einfach noch nicht, ihn zu küssen, das wusste und respektierte Sherlock. Sobald ich entlassen worden war, wollten wir darüber reden.
„Nein leider nicht. Er hat mich vorhin wortlos abgeholt und wohl einige Termine verschoben, um herkommen zu können. Mehr weiß ich auch nicht.“ Während er redete, hatte sich Molly bedauernd von Emma verabschiedet, da sie noch arbeiten musste.
Sobald die Frau das Zimmer verlassen hatte, trat eine Krankenschwester mit einem Rollstuhl ein. „Ich habe mit Ihrem Arzt gesprochen, John. Mit Begleitung dürfen Sie das Zimmer im Rollstuhl verlassen, denn noch wollen die Ärzte kein Risiko eingehen, dass Nachwirkungen des Betäubungsmittel auftreten könnten. Also dachte ich könnten Sie gleich mal mit meinem Bruder ein wenig hier raus kommen.“
An sich war dies eine sehr nette Geste, doch wenn man den Unterton in Mycrofts Stimme dazu nahm, dann war das mehr eine Anweisung, ein Befehl. Ich wusste, dass mein nun fester Freund das nicht mochte, es gar verabscheute, also kam ich ihm zuvor.
„Vielen Dank Mycroft! Es wird mir gut tun hier mal raus zukommen.“ Vorsichtig richtete ich mich auf und hielt mich an Sherlock fest, sodass ich zum einen nicht um kippte und zum anderen der jüngere Holmes seine Einwände fallen lassen musste, damit er mir helfen konnte.
Leicht schwankend stand ich also auf und ging die paar Schritte zum Rollstuhl mit Sherlocks Hilfe. Mein Körper war immer noch geschwächt von der Entführung.
Schmollend schob Sherlock mich hinaus auf den Gang, bevor Mycroft die Tür hinter uns schloss.
Eine ganze Weile sagte mein Consulting Detective nichts, bis er dann doch die Stille durchbrach. „Wann kommst du nach Hause? Es ist langweilig ohne dich!“ Ein Grinsen schlich sich auf mein Gesicht. Ich legte meinen Kopf in den Nacken und sah zu dem Dunkelhaarigen auf. „Bald Sherlock, bald. Erstmal muss ich sicher gehen, dass Ems wirklich in Ordnung ist. Nach dem Brief den sie vorhin bekommen hat, sah sie nicht so gut aus.“ Sherlock runzelte die Stirn. „Du hast es nicht bemerkt? Du siehst doch sonst immer alles!“ Ich konnte nichts dagegen machen, denn obwohl es ein ernstes Thema war – mehr oder weniger, denn Genaueres wusste ich ja noch nicht – schlich sich ein wenig Belustigung in meine Stimme.
„Ich war … abgelenkt.“ Fragend sah ich ihn an. „... Du hast mich abgelenkt.“ Ein ganz leichter Rotschimmer legte sich auf seine Wangen.
Wärme breitete sich in mir aus, ich lächelte ihn an und griff nach seiner Hand. Langsam schob Sherlock mich bis zum Ende des Ganges zu einem großen Fenster, von dem man hinunter auf den grünen Innenhof des Krankenhauses gucken konnte. Ehe ich mich versah, hockte der CD neben mir und küsste mich sanft.

Eine ganze Weile waren wir noch an dem Fenster geblieben und hatten Zärtlichkeiten ausgetauscht, bis wir wieder zurück gegangen waren.
Mycroft war verschwunden und Ems saß mit Kopfhörern auf ihrem Bett, die Augen geschlossen und den Brief der Armee in Schoß liegend.
Ihre Musik war erschreckend laut, schon von der Tür aus konnte ich die Bässe vernehmen und keine zwei Schritte weiter konnte ich auch den Rest der Musik verstehen. Da sie uns noch nicht bemerkt hatte, verabschiedete ich meinen Freund mit einem Kuss und schickte ihn dann nach Hause. Denn so schwer es mir fiel ihn weg zu schicken, meine beste Freundin brauchte meine Hilfe und Sherlocks Anwesenheit war da leider nur hinderlich.

Vorsichtig ging ich auf sie zu und setzte mich kurzerhand mit auf ihr Bett. Vor Schreck zuckte Emma zusammen, als sie mich bemerkte. Setzte dann aber leise seufzend die Kopfhörer ab und lehnte sich an mich.
„Was ist los Große?“ Ausdruckslos schaute sie zu mir hoch, während ich meinen Arm vorsichtig um ihre Schulter legte, immer darauf bedacht, ihre Verletzungen nicht zu belasten. Eine Weile sah sie mich nur an, um mir dann immer noch wortlos den Brief zu überreichen.
Kurz überflog ich den Inhalt und was ich dort las schockte mich.
Es waren zwei Nachrichten an Ems.
Die erste benachrichtige sie darüber, dass einer ihrer Leute umgekommen war. Es war zwar seltsam, dass sie dafür eine extra Nachricht bekommen hatte, dann viel mein Blick auf ihre Erkennungsmarke an ihrer Kette. Neben dieser baumelte noch ein einfacher silberner Ring und schlagartig wurde mir klar, dass das der Bescheid zum Tod ihres Verlobten war.
Nachricht 2 teilte ihr mit, dass sie abgezogen wurde und nun jemand anderem unterstellt war. Mehr oder weniger wurde sie zum Kriegsveteranen gemacht, so wie ich. Nur würde sie noch weiter arbeiten können, Taktiken konnte man überall entwickeln, solange der Kopf frei war. Nun ja … sie war ein Computerfreak, wenn man das so sagen konnte. Sie würde immer und überall Arbeit kriegen.
Langsam sah ich von den Papieren hoch. Eine Träne lief ihr die Wange herunter. Worte würden hier nichts bringen, das wusste ich nur zu gut. Also nahm ich ihren MP3-Player tauschte ihre großen Kopfhörer gegen meine Stöpsel aus, gab ihr einen davon, schob sie ein kleines Stückchen vor, um mich - trotz meiner leichten Schmerzen - hinter sie setzten zu können und ihr den Halt zu geben, den sie brauchte.

Wir verbrachten den restlichen Tag damit Musik zu hören, bis uns die Schwester beim Abendbrotbringen fand und mir befahl in mein Bett zu gehen.
Sofort protestierte Ems, denn wenn einer von uns mal eine Schulter zum Anlehnen brauchte, haben wir – so blöd es klingen mochte – die Nacht in den Armen des anderen verbracht. Zu wissen, dass dort jemand ist, der dich beschützt egal was kommt, brachte einen ruhig durch die Nacht und dann sah schon alles wieder anders aus. Meistens besser.
Erst als die Schwester uns erlaubte, unsere Betten direkt aneinander zu stellen gab sie Ruhe.
Noch immer hatte sie kein Wort mit mir gewechselt, doch das machte nichts. Sobald es Nachtruhe hieß und der Krankenpfleger das Zimmer verlassen hatte, war sie auch schon zu mir herüber gekrabbelt und hatte sich, trotz ihrer Verletzungen, wie eine Katze an mich gekuschelt.
Schon immer war sie wie eine kleine Schwester für mich gewesen. Früher hatte Harry auf mich aufgepasst und ich konnte es ihr nicht wiedergeben, aber als ich Emma kennen lernte, war mir sofort klar, dass ich auf sie Acht geben musste. Auch wenn sie nie so wirkte.
Mit einem Arm um sie gelegt, schlief auch ich ein, nur um mitten in der Nacht von ihr geweckt zu werden. So war es schon immer gewesen. Verschlafen rieb ich mir über die Augen und hörte ihr zu.
„Ich werde nach London ziehen, John. In der 221c ist doch bei euch noch frei, da werde ich hin ziehen. Guck nicht so! Ich habe eine Jobangebot von Mycroft bekommen und ich denke ich werde es annehmen. Von dem Gehalt kann ich mir die Wohnung locker leisten. Ich werde ja nicht ewig trauern können. Was bringt es denn schon? Mein Leben geht weiter und mit trauern kann ich nichts an seinem Zustand ändern.“  Sie hatte leise gesprochen und mich dabei angesehen.
Was sollte ich darauf bloß erwidern? Sie hatte wirklich alles gesagt, was es zu sagen gab. Bevor ich jedoch wusste, was ich nun von mir geben könnte, seufzte sie und sprach leise weiter. „Auch wenn ich schon gerne irgendwann eine kleine Familie gründen wollte. Doch als alleinerziehende Frau würde ich niemals ein Kind adoptieren können. Von wegen Zeit und Geld haben …“ Wieder seufzte sie leise. „Danke für dein offenes Ohr, John.“ Vorsichtig umarmte sie mich noch einmal und legte sich dann zurück in ihr eigenes Bett.
„Ich bin für dich da Ems, immer! Das weißt du, schlaf jetzt ein wenig, du musst dich erholen, wenn du bald umziehen willst.“ Ich nahm ihre Hand in meine und rutschte in eine bequeme Schlafposition.
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