Panzerhexe

KurzgeschichteMystery / P12
20.03.2013
21.03.2013
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Ich glaube es war im Winter 44 oder war es schon 43? Ich weiß es nicht mehr. Es kam mir vor wie ein Traum, aber andere hatten sie auch gesehen. Aber lasst mich von anfang an erzählen. Wir lagen also in unseren Stellungen und hielten im Nebelverhangenen Mondlicht Wache. Zusammen spielten wir Skat und spähten immer wieder in die Richtung der Russischen Stellungen. Wie alle anderen wollten wir eigentlich nichts mehr als nach Hause, mittlerweile Hassten wir diesen Krieg und schimpften untereinander auf die Oberste Heeresleitung die in ihren warmen Bunkern in Berlin residierte. Aber nur hinter vorgehaltener Hand, niemand wollte sich wegen soetwas, oder generell eine Kugel einfangen. So saßen wir hinter unserem Wall und spielten Karten. In den letzten Häusern hatte Franz einige Flaschen Vodka gefunden und konnte einige für uns aufbewahren, diese tranken wir dabei, dennnoch würden wir alle einen Eid beschwören, das das was nun kam, kein Traum war.

Vielleicht hatten die Russen unsere Zigaretten glühen sehn, oder unsere Siluetten, aber in einiger Entfernung gingen 2 Handgranaten hoch, bestimmt geworfen von jungen und unerfahrenen Soldaten. Sofort danach gingen wir hinter unserem Panzer in Deckung, während Josef und seine Leute einstiegen und den Lauf ungefähr ausrichteten. Wir anderen luden unsere Waffen und Spähten angestrengt in die Dunkelheit. Wir hörten es auf dem Panzer klimpern und sprangen sofort in alle Richtungen davon. Kurz nachdem diese Granaten explodierten, sahen wir etwas in der Luft glühen und den Panzer in Flammen stehen. Wir gingen alle in Stellung um den Werfer auszumachen, als kurz darauf unser Tiger mit Josef und seinen Leuten getroffen wurde. Rechts von mir machte ich Schatten aus und schoss sofort darauf. Nach den ersten 2 Schüssen hörte ich einen Schrei. Ich habe es schon immer gehasst, die anderen nur zu verwunden, jedoch kam es uns diesmal zu gute. Wir schossen uns auf diese Position ein, und hörten wie die Russen getroffen Keuchten und röchelten. Bei diesem Geräusch hätte ich fast gekotzt. Franz kam von der anderen Seite des Panzers mit seiner Panzerfaust herüber. Er war wohl der einzige dort drüben gewesen. Er Machte sich auf den Weg den Russischen Panzer zu suchen. Wir folgten ihm und hatten unsere STGs im Anschlag während er alles absuchte und die Panzerfaust schussbereit auf der Schulter trug. Nach etwa einer halben Stunde hörten wir einen schweren Motor laufen und Ketten quietschen. Geduckt und alles an Deckung nutzend gingen wir auf das Geräusch zu. Irgendjemand von uns musste ein Geräusch gemacht haben, denn als wir den Panzer der Russen im Nebligen Mondlicht erahnen konnten, fingen die Schüsse an und die Kugeln pfiffen um unsere Ohren.  
Franz brachte seinen Schuss mit der Panzerfaust an, und kurz darauf ging das Ziel auch mit einer lauten Explosion in die Luft. Aber sofort darauf kamen die Russen im Laufschritt auf uns zu. Zwar zählt man jeden feind doppelt und es war neblig in dieser Nacht, aber sie waren uns etwa 10 zu eins überlegen. Wir machten sofort kehrt und flohen, zu den Ruinen eines Bauernhauses das wir passiert hatten. Als wir dort ankamen und uns hinter die Mauern kauerten hörten wir das Geräusch eines Panzers und ein das irre Lachen einer Frau. Wir spähten hervor und sahen einen Tigerpanzer der neben unserer Deckung stand. Er war etwa doppelt so groß wie er hätte sein sollen und auf dem Geschütz saß eine Gestalt. Beide waren Deutlich sichtbar, es war als würden sie von innen heraus leuchten. Sie war nackt, wenn man von den Patronenketten um ihren Hals absah. In jeder Hand hielt sie ein MG42 und feuerte damit, wie verrückt lachend auf die heran stürmenden Russen. Der Panzer unter ihr verteilte auch Großzügig seine Geschosse. Nach nicht einmal 5 Minuten hörten der Panzer und das Wesen auf ihm auf zu schießen. Der Geschützturm wurde zu uns herüber geschwenkt. Nun Konnten wir erkennen was auf diesem Panzer saß. Es war ein altes Weib, kaum Haare auf dem Kopf und ausgemergelt, fast wie ein mit Haut bespanntes Skelett. Johannes gab vor Schreck, wer könnte es ihm verdenken eine Salve auf sie ab. Kaum war der erste Schuss gefallen, als sie und der Panzer auch schon wieder verschwunden waren. Wir hörten hinter uns wieder ihr lachen und drehten uns um, die Waffen alle im Anschlag. Sie Gackerte noch lauter und rief: „Wollt ihr wirklich auf eure Rettung schießen, ohne die Panzerhexe wärt ihr jetzt Wurmfutter!“
Mit diesen Worten verblasste sie. Einzig zurück blieben 5 Pistolen des Typs P38. Wir sammelten sie auf und bemerkten, das es unsere waren. Jede hatte nun jedoch eine neue Gravur in der Griffschale. Es war das Gesicht des Weibes und darunter das Wort „Panzerhexe“.
Wir schworen uns sofort, das wenn die Gravuren am Morgen noch da sein sollten, wir sie behalten und auch nach dem Krieg aufbewahren würden. Am Nächsten Morgen waren die Gravuren noch vorhanden und schon halb hatte jeder die Waffe der Panzerhexe versteckt in seinem Gepäck und sich eine andere besorgt. Ich bin nun der Letzte dieser 5. Jeder wurde mit seiner Pistole bestattet und ich habe es mir zur Aufgabe gemacht diese Geschichte weiter zu geben. Ich habe Jahrelang geforscht und noch andere Soldaten gefunden, die von ihr gerettet wurden, doch deren Geschichten,  sollen ein anderes mal erzählt werden.