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Gegenstrom

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
20.03.2013
17.07.2013
13
10.808
1
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Dieses Kapitel
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20.03.2013 898
 
(die nächsten paar chaps verlaufen unter ein paar wunderschönen Zitaten. Ursprünglich die Gedanken eines zweifelnden Soldaten in einem sinnlosen Krieg, werden sie hier zur Seele von Jules und Sam…


„Liebe!....woher kommt sie? Wer hat diese Flamme in uns entfacht? Kein Krieg kann sie zum Erlöschen bringen....sie besiegen. Ich war ein Gefangener....du hast mich befreit.“ (Thin Red Line)



Ed zielte auf den Mann, der meinen Ray getötet hat und nun Jules bedrohte.
„Kein freies Schussfeld, Boss.“, wiederholte er.

Plötzlich tauchte eine weitere Person bei Charles und Jules auf. Das Schiff war so verzweigt, ich konnte beim Willen nicht sagen, von wo sie herkam. Jedenfalls stand diese Frau wie angewurzelt da. Völlig unschuldig, völlig verwirrt. Und total fehl am Platz.

Das Team von Sam schien wohl auch nicht damit gerechnet zu haben. Greg meinte zu Spike, sie bräuchten endlich einen Lageplan des Schiffes.
Indes deutete Ed zu Wordy mit einer Gestik sich die Stufen hinunterzubegeben. Er tat es ohne zu zögern. Ich bewunderte, wie toll das Team miteinander agierte. Bei Charles Meute war es nur chaotisch und es ging um Hierarchie und Zankereien.

Charles war absolut auf Jules fixiert, redete auf sie ein, wieder und wieder. Er schien für den Moment nicht zu merken, was sich hinter seinem Rücken abspielte. Ich dankte Gott. Wordy schnappte sich die Frau, eilte an uns vorbei und brachte sie in Sicherheit.

Jules starrte mir plötzlich in die Augen.
Nein.

Sie starrte nicht zu mir.

Mein Kopf drehte sich, hinter uns standen Sam und Spike. Der junge Cop entschuldigte sich beim Sarge. „Ich konnte ihn nicht davon abhalten her zu kommen.“
Greg nickte. „Schon gut, Spike. Nur halten sie ihn fest.“ Alle wussten, was ihr Sergeant meinte. Nicht Stützten sie Sam, damit er nicht einknickt vor lauter Blutverlust sondern Halten sie ihn zurück, damit er nicht einfach los stürmt. Parker sah Sam in die Augen. Mein liebster aller Cops war in einem Tunnelblick gefangen. Er hatte nur Augen für seine Liebste.

Greg schaute zu Ed. „Ed, wir rücken vor. Eventuell kann ich von unten besser mit Charles reden.“ Dann sah er zu mir. Ich hatte gesagt, was ich zu sagen hatte. Reden hatte bei C.B. keinen Sinn. Greg schien das zu erkennen. „Sie warten hier.“ Ich nickte. Widerwilligst.

Angespannt wie nie beobachtete ich die beiden Officer, die die Stufen hinabstiegen.
Die nächsten Sekunden waren endlos.
Wie in Zeitlupe, ich hörte verschwommen die Stimme von Spike hinter mir, wie er auf Sam einredete. Der Sergeant, wie er auf Charles einzureden versuchte und sich schützend hinter seinem Kollegen stellte. Der wiederum hatte seine riesige Waffe auf Charles gerichtet.

Und dann ging es los.

In einem Moment auf den anderen fasste Jules endlich wieder etwas Boden unter den Füßen, und beschloss die Chance zu nutzen. Sie packte Charles am Arm und schrie ihn gleichzeitig an. Ed wollte ihr zu Hilfe eilen. Wäre der Boden nicht so rutschig gewesen, hätte er einen vollen Sprint hinlegen können.
Ich weiß nicht einmal mehr, was ich selbst alles von mir gab. Ich weiß nur dass ich etwas geschrien habe. Und Sams Stimme hörte ich auch hinter mir, ich hörte ganz genau heraus, dass er seine Schmerzen in seiner Schulter längst vergessen hatte. Sam hörte längst nicht mehr Spikes Zureden, das ihn zur Vernunft bringen sollte. Alle schienen zu schreien.
Und in diesem Wirr versuchte Jules mit aller Kraft und gelernter Tricks Charles festgekrallte Hand in ihrem Kleid loszubekommen. Charles machte es noch zorniger, und ehe ich mich versah, hatte er ein Messer in seiner anderen Hand.

Verdammt.

Ed erreichte die beiden eine Zehntelsekunde später. Er griff einfach dazwischen, um das Schlimmste zu verhindern. Die Bewegungen von allen waren schnell und ruckartig. Charles Ellbogen traf Eds Schläfe mit voller Wucht, ich denke nicht einmal beabsichtigt. Charles hatte einfach Glück. Ed hatte Pech, verlor den Halt auf dem nassen Untergrund und es warf ihn auf seine Knie. Die Waffe rutschte am Boden entlang. Meine Finger zuckten unmerklich als ich das sah.

Greg weichte einen Schritt zurück als sein Teamleader vor seinen Füßen landete.
Aber was ich dann sah, machte mich vollends… gefühlsleer.


Jules schien erst ihre Stärke wiedergefunden zu haben, ihr Körper war von Kampfhormonen durchflutet, sie schien sich an alle je erlernten Verteidigungstechniken zu erinnern und ihre Augen blickten geschärft auf das Messer zwischen ihrem Körper und Charles. Er bewegte das metallene Ding mit voller Geschwindigkeit, so schnell konnte ich gar nicht schauen. Jules agierte rasch, mit einer Hand hielt sie Charles Handgelenk zurück und verdrehte ihm den Arm, mit welchem er zentimeterweise das Messer in ihren Körper stecken wollte. Dann, blitzgeschwind, ließ Jules andere Hand von der Reling – ein gefährliches Manöver, denn nun war sie völlig ungesichert. Sie griff um Charles Arm herum und nahm das Messer an sich. Ohne weiter zu zögern, stieß sie das blitzende Metall in seine Brust.

Es flashte beinahe, als Sam an mir vorbei die Stufen runterrannte.
Überrascht blickte ich zu Spike nach hinten, er hatte ihn nicht mehr halten können. Ich rannte also voll hinterher.

Als ich bei der Meute ankam, schluckte ich erst mal. Erst jetzt sah ich das Ergebnis des Spektakels ganz genau.

In Jules Bauch musste es sich angefühlt haben, als würde ihr Nachwuchs mit kräftiger Faust und im Rhythmus der Mama mitkämpfen.
Für die Mama musste es ein gewonnener Kampf gewesen sein. Ihr Gegner war zu Boden gegangen.

Für alle anderen sah die Realität blutig aus.
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