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Gegenstrom

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
20.03.2013
17.07.2013
13
10.808
1
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
20.03.2013 1.230
 
(hej, also möchte mich erst mal für Izzy Evans bedanken für die lieben Reviews =) Zur story: ob bzw. wie die anderen Mitglieder dazu kommen, weiß ich zurzeit noch gar nicht.. Hoffe ihr verzeiht, wenn Jules vorerst mit Tracy auskommen muss - ein geistreiches Duo ;) hf)


„Weißt du mit wem Charles an Bord gegangen ist?“ Jules saß auf meinem Bett und durchstöberte ein paar Unterlagen, die ich ihr gereicht hatte. Eventuell konnten sie helfen bei der Suche, nach Charles und Sam. Uns beiden war klar, dass Charles – sollte er tatsächlich der Verantwortliche an Sams Verschwinden sein – seine Geisel nicht in seiner Kabine festhalten würde. Man müsste meinen, es gäbe nicht unendlich viele Möglichkeiten jemanden auf einem Schiff zu verstecken... Es war nur so: es war ein verdammt riesiges Schiff! Zu zweit eine Suche zu starten war irre. Reine Zeitverschwendung. Und die Polizei zu benachrichtigen sowieso, denn bekäme Charles Wind davon, wäre das gar nicht gut. Jules Kollegen konnten uns also erst mal auch nicht weiterhelfen.
Ich beobachtete die Brünette von dem einzigen Sessel in dieser winzigen Kabine aus. Still saß ich da, überlegte ob die Callaghan Frau noch sauer war auf mich war. Mein Fuß begann unbewusst zu wippen. „Ja, Ray gab ein paar Ahnungen ab. Das wäre dann Charles berüchtigtes Duo – absolut tödlich. Modisch ebenso.“ Ich dachte, an diese merkwürdige Person beim Pool. Langsam dämmerte es mir, warum ich den Typen kannte. „Ich habe leider keine Namen.“
Jules sah kurz auf, zuerst auf meinen wippenden Fuß, dann in mein Gesicht. Kurz fragte ich mich, ob sie ähnliche Gefühle und Bedenken wie ich hatte. Zwei Erzfeindinnen, die gemeinsam arbeiten und sich helfen würden… unglaubwürdig.
„Beschreib die beiden.“ Ihre Stimme riss mich aus den Gedanken. Beschreib die beiden. Jules fragte nicht wie sie aussahen, oder nach Details. Sie delegierte vom Platz weg. Doch wir hatten keine Zeit unser beider Stolz und Scharfsinn in Wettkampf zu stellen.
„Einen nenne ich einfach Freak. Blond, sportlich, der einen mit seinem hervorstechenden Augen in den Wahnsinn treiben kann. Echt beängstigend.“ Ich wartete kurz eine Reaktion von Jules ab, doch es kam nichts. Ihre Körpersprache war bewundernswert. „Der andere ist ein Macho, muskulös, dunkles Haar und trägt eine dünne Silberkette um den Hals.“  Da war sie, die Reaktion. Ihre rechte Augenbraue hob sich ganz kurz und kaum merklich. Vielleicht erinnerte sie sich einen von ihnen schon mal auf einem Foto gesehen zu haben? Oder gar auf dem Kreuzer? Jules sprach es jedenfalls nicht laut aus. Zumindest nicht diesen Gedanken.
„Noch etwas?“
Ich zögerte.
Jules wartete, mit ruhigem Blick.
Ich gab nach. Es half schlussendlich Sam. Und Rays Rache. „Da gibt es so ein Zeichen am Schlüsselbein. Ein Symbol von Charles Meute äh Männern.“ Ein Tattoo, wie es auch Ray unter seiner Haut verewigen ließ. Ich schluckte.
Jules nickte. „Danke, das kann hilfreich werden.“, und reichte mir zeitgleich Stift und Zettel.

Sie blickte wieder zu den Papieren, inzwischen überlegte ich mir woher diese kleine Frau, die Sam so abgöttisch liebte, eigentlich ihre unglaubliche Kraft nahm. Die Angst und Ungewissheit um den Blondschopf musste sie in den Wahnsinn treiben.
Ich beobachtete Jules haselnussbraunen Augen. Sie fegten über die Papiere hinweg und dann standen sie still. Ich wechselte mein rechtes übereinandergeschlagenes Bein zum linken. Was war jetzt?
„Jules?“, fragte ich vorsichtig an.
Sie fing sich wieder und richtete ihren Blick auf mich. „Mh?“
„Ray hielt in der letzten Zeit einiges vor mir zurück. Dinge, die ich nicht wissen sollte.“ Ich hatte Charles Tagebucheinträge gelesen. Ich wusste, dass Jules ein ungewolltes Treffen mit Charles hatte. Sie wusste, dass er an Bord war. Würde sie mir erzählen, was Charles gesagt hatte?
„Er wollte dich wohl beschützen.“, murmelte sie halblaut, halbmitfühlend. Kein Ansatz von Tracy, ich sollte dir was sagen.
„Früher oder später werden wir uns Charles von Angesicht zu Angesicht stellen. Lange her bei mir.“
„Bei mir nicht.“ Jules sah nicht einmal von den Papieren auf.
„Bei dir was nicht?“, hakte ich -vielleicht etwas zu auffällig- nach.
„Von Angesicht zu Angesicht ist bei mir nicht so lange her. Mit ihm.“ Ihre Stimme war bitter. Das ihm noch mehr. „Es ist schon seltsam jemanden, den man nur von Fahndungsfotos kennt, so nahe vor sich zu haben.“
Meine Neugierde war enorm. „Was hat er gesagt?“
Jules sah mich nun direkt an. „Belangloses. Ich weiß nicht, was er wollte. Sam haben wir nicht mal ansatzweise erwähnt…“ Ich kann mich irren, aber Callaghans Augen wurden feucht. Ihre Stimme blieb standhaft. „Charles ist schwer einzuschätzen.“
„Ja, so kenn‘ ich ihn“, nickte ich zustimmend und warf verärgert ein „Mistkerl“ hinterher.
Jules Augen leuchteten für einen kurzen Moment amüsiert auf. Als ob sie solch eine Reaktion von mir so gar nicht erwartet hätte. Tja, meinen Lebensretter verschwinden lassen, und seine Süße mithineinziehen, ist zu viel. Charles Ende steht bald in den Seiten meines Tagebuches. Schwarz auf weiß.

Ich beobachtete still Jules Gesicht, es versteifte sich erst und wurde dann entspannter. „Komm mal.“ Mit einer leichten Handgeste und gleichzeitigem Kopfnicken wollte sie mich zu sich ans Bett deuten. Ich zögerte, stand dann doch auf und setzte mich neben die Frau, die eigentlich ein Cop war. Wie konnte es nur so weit kommen…
Zwischen uns lag ein Chaos von Papieren, Fotos, Pässen und einigen anderen Dingen.
„Sollten wir nicht die Küstenwache benachrichtigen?“ Meine Frage traf Jules unerwartet. Ihre Augen starrten mich beinahe entsetzt an! Sams Süße hatte nicht damit gerechnet, dass ich auch anderes kann als bloß Flucht und Chaos anzurichten. Viel Chaos...
„Das würde zu lange dauern. Wir sind auf einem Schiff. Kein geeigneter Ort, um sich überlegen zu müssen, wem man trauen kann oder nicht.“
Ich grinste leicht vor mich her, als ich dieser standhaften Frau zuhörte. Jules stoppe abrupt und ihre Augen schrieben Worte. „Schon klar. Aber bei dir weiß ich wenigstens woran ich bin.“
Ich nickte als Bestätigung. Ich würde doch nicht sagen, dass ich ihr mein Vertrauen längst gab – geben musste. Julianna Callaghan ist und bleibt eine Skeptikerin, mir ebenbürtig. Doch sie war die Süße meines liebsten Cops und Lebensretters. Und Sam vertraute ihr, also tat ich es auch, richtig?


Wir brauchten nicht lange, um einen Plan zu schmieden. Konnten wir nicht den Weg zu Charles finden, so musste er eben uns aufsuchen! Ich sträubte mich anfangs, doch Jules hervorragenden Überredungskünsten konnte ich nicht ausweichen. Zähneknirschend gab ich nach.
Als die Callaghan Frau einmal mittendrin ihren Kopf wegdrehte, leises Schlucken und unterdrücktes, schweres Atmen an meine Ohren drang, konnte ich nicht mehr an mich. Ich fuhr erst hilflos durch meine Haare, und gab ein fürsorgliches „Jules?“ von mir.
Ihr Gesicht war noch immer abgewandt. „Geht gleich wieder.“
„Glas Wein?“
Sie nickte leicht. Ich verstand es. Mir ging es ebenfalls an die Nieren. Dieser Kreuzer darf nicht unser aller Grab werden…
Ich schenkte ein und reichte ihr das Glas. Sie nahm es, führte es zu ihrem Mund und hielt dann erschrocken inne. Ihre Augen starrten die rötliche Flüssigkeit erschrocken an.
Was war jetzt wieder?
„Tut mir leid. Ich will meine Konzentration lieber nicht beeinträchtigen.“, murmelte Jules und stellte das Glas am Nachttisch ab.
Es war eine Ausrede. Nur, zu diesem Zeitpunkt war ich zu blind, um die Wahrheit zu sehen.
Dafür lächelte Jules wieder amüsiert. „Mir kam da noch die letzte Idee, um endlich unseren Plan-“
„-notdürftige Schnapsidee“, unterbrach ich sie grinsend.
Jules nickte, lächelnd. Sam würde sich freuen, sie so zu sehen. „Also die Idee zu vollenden.... Hast du Nadel und Faden da?“
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