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Gegenstrom

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
20.03.2013
17.07.2013
13
10.808
1
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
20.03.2013 677
 
(so, das ist auch schon das letzte chap, in der noch halbwegs heile Welt ist..)

(Rays Erzählungen)

Ich saß mit Antonia in unserer Kabine, am Bett. Sie erzählte mir, dass sie Sam beim Pool begegnet war. „Er starrte mich an als wäre ich E.T.“ Sie verzog ihr hübsches Gesicht. Zugleich schluckte ich. Ich wollte nach wie vor nicht erwähnen, dass ihr Charles möglicherweise an Bord war. Erst wollte ich sicher gehen.
„Und dann war da noch dieser komische Typ.“ Antonias Augen blickten mich irritiert an.
„Was für ein Typ?“  Ich rückte näher zu ihr, strich eine Haarsträhne hinter ihr Ohr.
Sie zuckte mit den Schultern. Wahrscheinlich litten wir beide schon unter Paranoia. Nebeneffekte, die auftauchen, wenn man sich zu lange auf der Flucht befand.


(Tracys Erzählungen)

Ich bemerkte, dass Ray beunruhigt war. Er ging und kam, und sagte mir nie wohin. Zwei Tage später, es war abends, ich hatte das Deck erreicht und genoss die Ruhe und das Rauschen der Welle, die gegen das Schiff schlugen. Plötzlich hörte ich hinter mir einen Krach, ruckartig drehte ich mich um, machte instinktiv ein paar Schritte zurück, bereit zu laufen. Ich traute meinen Augen nicht. Ray und ein mir unbekannter Mann lagen am Boden, Ray versucht auf den Fremden einzuhauen, der wiederum meinen Liebsten loszuwerden versuchte. Ich war sprachlos, nicht fähig mich zu rühren. Es war ein richtiges Menschenknäuel.
Dann kam eine weitere Person, mit umklammernden Händen zog er Ray von dem Unbekannten weg. „Ray. Hören sie auf.“, mit lauter Stimme versucht mein liebster aller Cops meinen Ray zu beruhigen. Tatsächlich, keine Sekunden später starrte Ray auf sein Gegenüber, der Fremde der sich wieder aufgerichtet hatte, und stammelte Wörter vor sich hin. „Tut... tut mir leid, ich habe sie verwechselt.“
„Na sie haben vielleicht Nerven! Meine Frau nervt, meine pubertierende Tochter nervt, und jetzt versucht mich ein Irrer von Bord zu werden. Was für ein Urlaub!“ Der Fremde schüttelte den Kopf, warf Ray einen strafenden Blick zu, sah dann zu Sam, nickte ihm zu und ging murmelnd, schimpfend weg.

Sam wartete noch kurz und lockerte dann seinen Griff, Ray schüttelte sich los, machte ein paar Schritte auf mich zu, mit offenen entschuldigenden Armen. Ich ging erneut einen Schritt nach hinten, blickte abwechselnd von Sam zu Ray.
„Antonia, Liebste. Tut mir leid, ich dachte er sei… jemand anders.“ Er lächelte. Kein aufrichtiges Lächeln.
„Danke, Sam.“ Ich ignorierte Ray, was ihn hart treffen musste, und schenkte Sam meine dankende Aufmerksamkeit. „Bist du alleine hier?“
„Ja, Jules ist schon im Bett.“ Seine Stimme klang weniger erheitert als ich es erwartet hatte. „Ich wollte nur einen Spaziergang machen, kam gerade hier vorbei… Ich erkannte euch erst als ich Ray bereits in der Zange ha-“
„Ja, ja. Schon gut.“ Ray unterbrach den Blondschopf. Sein Stolz war angegriffen und das alles wollte er schleunigst verdrängen.
Sam sah nun mich an, etwas wütend wie mir schien. „Was ist eigentlich mit euch los? Ich solltet euch ruhig verhalten, ihr seid auf der Flucht. Wie habt ihr es überhaupt bis hierher geschafft mit so einem Verhal-“, meinte Sam und ich konnte vor Überraschung nichts sagen. Doch Ray unterbrach ihn. Erneut. Ich seufzte.
„Hej, Bulle. Ich werde dir nie vergessen dass du Antonia das Leben gerettet hast, damals in dieser Nacht. Aber jetzt“, er ging einen Schritt von mir weg und näher zu Sam, „ist das unsere Sache.“ Seine Worte klangen drohend.
Sam hob gekonnt abwehrend die Hände, zuckte mit den Schultern und zeigte wie egal es ihm geworden war. In seinem Gesicht verzog sich kein Muskel. Sam wollte gehen, drehte aber nochmals um, und starrte mir in die Augen. „Seht nur zu, dass ihr Jules und mich diesmal raushaltet.“, und setzte beinah schnaubend ein „ Abigail.“ nach, bevor er verschwand. Ich konnte es meinem Lebensretter nicht übel nehmen.

Ray erzählte mir später, dass er Charles an Bord gesehen und diesen unschuldigen fremden Mann für ihn gehalten hatte. Ich war sauer auf ihn, wegen seiner Leichtsinnigkeit, dem geringen Vertrauen in mich und seinem Stillschweigen. Letzteres bekam er nun von mir zu spüren.

Das sollte ich zutiefst bedauern.
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