Die Schlacht in Hohenzell

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
OC (Own Character)
20.03.2013
20.03.2013
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Jakob stand zitternd auf der Wiese in Hohenzell. Durch den großen Teleporter waren sie gekommen, rund 30 Soldaten des Schwarzen Rings. Er und seine Freunde Michael und Talana hatten den Schwarzen Ring bekämpft, wo sie nur konnten. Und der Schwarze Ring hatte sie dafür gejagt und bekämpft. Sie konnten ihre Angriffe immer abwehren, oder ihnen entkommen. Bis jetzt.
Gemeinsam hatten sie den Plan Damians vereitelt, das Trümmertal anzugreifen. Er hatte ein riesiges Portal erschaffen, welches das Trümmertal mit einer seiner Fliegenden Festungen verband. Durch das Portal wollte der Verdammte mehr als fünf Dutzend Lebende Rüstungen und Drachenelfen ins Trümmertal einschleusen, welche von zwei Dienerinnen des Nekromanten Laiken, Adah und Mahalath, auf der Wächterinsel erschaffen wurden.
Es gelang ihnen, das Portal zu zerstören, doch dann waren Damians Dämonenschergen aufgetaucht, angeführt von seinem mächtigsten Diener, Ba´al. Michael rief Jakob und Talana zu, dass sie fliehen sollten, dass er die Dämonen aufhalten würde. Und tatsächlich war er ein mächtiger Magier. Doch als die beiden Drachen flohen, war ihnen klar, dass er nicht würde gewinnen können. Fortan konnten sie nur noch zu zweit Damian bekämpfen. Eines Tages würden sie das Portal sicher wieder freigelegt haben, dennoch hatte sich Damians Invasion auf das Trümmertal verzögert.
Talana und Jakob waren entkommen. Doch als Jakob durch den Teleporter floh, merkte er, dass er nicht mehr fliehen konnte. Jeder der beiden Freunde hatte einen anderen Weg genommen. Es war klar, dass sie sich nicht mehr sehen durften, bis der Schwarze Ring und der Orden der Drachentöter zerschlagen war. Jakob hatte den Weg nach Hohenzell genommen, doch dummerweise konnte er sich nicht zur Flucht in seine Drachengestalt verwandeln, denn hier hatten die Drachentöter bereits einen Schutzschild gebaut, welcher Drachen abhalten sollte.
Die Soldaten wussten, dass Jakob nicht fliehen konnte. Sie trugen zwar Masken, dennoch war sich der Drachenritter sicher, dass sie grinsten. Diese Leute sahen so aus, als seien sie gestorben und als Untote zurückgekehrt. Wer weiß, vielleicht war das ja auch der Fall. Und jeder von ihnen hatte ein „D“ auf der Stirn. Das Zeichen dafür, dass sie Damian dienten. Jakob sah aber noch etwas. Unter ihnen befanden sich Krieger und Waldläufer so wie er, aber keine Magier oder Heiler. Er hatte also noch eine Chance.
„Ich werde nicht davonlaufen!“ rief er ihnen zu, „Und ich werde auch nicht um mein Leben betteln! Bringen wir es endlich hinter uns!“
Der Drachenritter fuhr sich mit den Fingern über die drei Narben, die sein Gesicht zierten. Im Gegensatz zu seinen kurzen, braunen Haaren, wurden diese nicht von seinem Helm verdeckt. Der Drache sah, dass sich die 30 Soldaten zum Kampf bereitmachten. Er hatte allerdings noch einen weiteren Trumpf im Ärmel. Aus seinem Gewand holte er eine Trollrune hervor. Er legte sie an eine Felswand, wo sie ohne Hilfsmittel hängenblieb. Das hatten magische Runen eben so an sich.
Vor der Rune erschien gelber Nebel, und ein Troll tauchte auf. Er stampfte sogleich auf die Soldaten zu. Dann kam ein weiterer Troll aus einer weiteren, gelben Nebelwolke. Jakob beschwor nun auch seinen Untoten. Vor seinen Füßen quoll aus einer magischen Runde die kurz auf dem Boden entstand, grüner Nebel, gefolgt von einem Untoten, der sogleich heraussprang. Inzwischen waren auch schon vier Trolle erschienen, und in kurzen Abständen folgten weitere.
Die Soldaten des Schwarzen Rings stürmten auf die Trolle zu und nahmen den Kampf auf. Doch zwei von ihnen zeigen auch an Jakob Interesse.
Der Drachenritter wurde davongeschleudert, als ihn gleich zwei Gegner mit dem Sturmangriff attackierten. Doch er handelte schnell. Jakob war ein Waldläufer. Er zückte seinen Bogen und schoss auf einen seiner Angreifer einen Betäubungspfeil ab. Dem anderen schickte er einen Giftpfeil hinterher. Dann sprang er vor und wechselte noch im Sprung die Waffe. Viele Waldläufer hatten auch Nahkampfwaffen, da manche Gegner zu stark waren, um einfach aus der Ferne erledigt werden zu können. Jakob zog seinen Schild und sein Kurzschwert. Mit zwei schnellen Schlägen erledigte er den Gegner, der schon durch den Giftpfeil geschwächt war. Dann wandte sich der Drache dem anderen zu. Die Betäubung ließ gerade nach, und der Soldat stürmte auf Jakob zu. Doch Jakob war stärker. Er wich dem Schwertstreich seines Gegners aus, hieb selbst dreimal nach ihn, und traf ihn jedesmal. Schließlich sank der Krieger tot zu Boden.
Jakob wandte sich dem Kampf zu, der ein Stück von ihm entfernt tobte. Sein Mana war erschöpft. Die Trollrune hatte ein halbes Dutzend Trolle beschworen. Außerdem hatte er bereits magische Angriffe eingesetzt und auch seinen Untoten beschworen. Wenn Jakob kämpfen wollte, konnte er die Rune nicht mehr einsetzen. Er nahm sie von der Wand, und legte sie vorsichtig auf den Boden. Dann trank er einen Belebungstrank. Der Drachenritter spürte, wie neues Mana ihn durchströmte.
Die Trolle lieferten sich einen heftigen Kampf mit den Kriegern und Waldläufern des Schwarzen Rings. Inzwischen lagen schon zehn von ihnen tot am Boden, allerdings hatte es auch zwei der Trolle erwischt. Sie holten mit ihren großen Keulen aus und schlugen die kleinen Menschen nieder, doch diese standen einfach wieder auf und griffen erneut an. Jakob erkannte, dass die meisten Toten Krieger waren. Sie kämpften direkt mit den Trollen, und setzten meist den Wirbelwind oder den Sturmangriff ein. Jedoch hatte noch keiner von ihnen die Waldläufer angegriffen, die Pfeil um Pfeil auf die Trolle abschossen.
Ein Betäubungspfeil traf einen Troll. Dieser blieb ruhig stehen. Drei Krieger die sich im Kampf um ihn versammelt hatten, benutzten den Wirbelwind, um ihm den Garaus zu machen. Ein weiterer Troll wurde gleich von vier Giftpfeilen getroffen. Nun reichte der Sturmangriff eines weiteren Kriegers, um ihn zu besiegen. Jakobs Untoter schoss mehrere Feuerbälle auf seine Gegner ab, und Jakob sah, wie einer der Waldläufer nach dem dritten Treffer starb. Das brachte ihn auf eine Idee.
Er wechselte wieder zu seinem Bogen, und schoss mehrere Pfeile auf die Waldläufer ab, die sich am Rand der Soldaten aufhielten. Er benutzte normale Pfeile, aber auch Giftpfeile. Dann setzte Jakob eine Magietechnik ein: Aufspaltende Pfeile. Gleich mehrere der Waldläufer wurden getroffen, sodass sie näher zusammenrückten. Darauf hatte Jakob nur gewartet. Er schoss einen Explosivpfeil ab, welcher den Waldläufer in der Mitte traf. Bei der Explosion wurden fünf der Soldaten getötet, und die anderen mehr oder weniger schwerverletzt.
Jakobs Untoter schoss einen weiteren Feuerball auf einen der Waldläufer ab, die schon durch Jakobs Explosivpfeil geschwächt waren, und tötete ihn. Als Antwort kamen sofort ein halbes Dutzend Pfeile, die den Untoten schließlich vernichteten. Gleichzeitig starb der vorletzte Troll, der von mehreren Schwertern und Äxten getroffen wurde. Jakob schoss noch einen Explosivpfeil ab, diesmal jedoch auf die Krieger, welche soeben auch den letzten Troll töteten. Die Explosion vernichtete zwei von ihnen und verletzte die anderen.
Jakob hatte es nun mit neun Gegnern zu tun. Das waren zuviele Gegner  für ihn. Doch es gab noch einen seltenen Zauber, der ihm vielleicht noch helfen konnte. Er holte ein blaues Amulett aus seiner Tasche, sprach einige Worte in einer alten, längst vergessenen Sprache, und warf das Amulett dann auf den Boden. Das Amulett leuchtete nun in einem schwachen Blau, welches jedoch stetig stärker wurde.
Dann zielte Jakob mit seinem Bogen auf einen der Krieger und schoss einen Giftpfeil auf ihn ab. Als Antwort wurde er von einem Betäubungspfeil und gleich zwei Giftpfeilen getroffen. Jakob konnte sich nicht bewegen, und er spürte das Gift in sich. Kaum ließ die Betäubung nach, stürmten gleich drei der Krieger vor und sprangen auf ihn zu. Zeitgleich setzte jeder von ihnen die Attacke Wirbelwind ein, und tötete so den Drachenritter.
Jakobs Leiche verwandelte sich sogleich in den Körper eines Drachen. Auch wenn hier ein Schutzschild der Drachentöter war, so war die Magie der Drachen doch uralt und mächtig, vor allem in ihren Gesetzen.
„Den haben wir erledigt“ freute sich einer der Soldaten, „Damian wird sehr erfreut sein.“
„Wir haben aber auch mehr als zwei Drittel unserer Leute verloren.“ wandte ein anderer Soldat ein.
„Dafür werden die Hauptmänner büßen müssen. Wir haben unseren Auftrag gut erledigt.“ redete wieder der erste Soldat.
„Was ist das eigentlich für ein komisches, blaues Glühen?“ wollte einer der Waldläufer wissen, und deutete auf eine Stelle im Gras.
Plötzlich geriet die Erde in Bewegung. Der feste Erdboden gab nach, als bestünde er nur aus Treibsand. Die fünf Krieger und drei Waldläufer schrien und versuchten zu fliehen, doch es hatte keinen Zweck. Gnadenlos wurden sie in die Erde gezogen und von den Erdmassen zerquetscht. Ebenso geschah es mit den toten Soldaten, Trollen und dem Drachenritter. Wenige Minuten später sah der Boden so aus, als sei dort nie etwas passiert. Mit der Zeit würden hier sogar wieder Pflanzen wachsen.

Einige Tage später war ein älterer Zauberer in Hohenzell angekommen. Er hatte die Erdmagie aus großer Entfernung gespürt, und wollte den Ursprung sehen. Als er jedoch drei Stimmen hörte, versteckte er sich hinter einem Haus, und beobachtete drei Gestalten. Eine hübsch aussehende, rothaarige, junge Frau, die von zwei grimmigen Soldaten begleitet wurde.
„Ihr habt es also für eine gute Idee gehalten, 30 Soldaten hinterherzuschicken, als Ihr gesehen habt, dass der Drache nach Hohenzell flüchtet, von wo aus er nicht entkommen kann, zumindest nicht schnell, und nicht in seiner Drachengestalt? Habe ich das so richtig verstanden, Hauptmann Robin?“
„In der Tat, Generalin Kali“ antwortete dieser, „Und ich kann mit Gewissheit sagen, dass der Drache diesen Ort nicht mehr verlassen hat. Unsere Sklaven haben nicht weit von hier entfernt, einen großen Teleporter aufgestellt, der zur Festung von General Stone führt. Und sie haben keinen Drachen beobachtet, der davongeflogen wäre. Wie ihr seht, war es ein großer Erfolg.“
„Zugleich starben aber auch 30 von unseren Soldaten“ wandte die Generalin ein, „Seht Ihr das auch als Erfolg?“
„Nein, das tue ich nicht.“ beteuerte der Hauptmann.
Doch es war schon zu spät. Kali hatte ihr Schwert gezogen und streckte ihren Untergebenen mit einem Schlag nieder.
„Nun zu Euch, Hauptmann Friedrich“ sagte sie mit gefährlich leiser Stimme, „Wieso habt Ihr diesem Einsatz zugestimmt?“
„Die Drachen haben eine unserer Fliegenden Festungen zerstört“ erwiderte der Hauptmann mit zittriger Stimme, „Damian hat war gesagt, dass wir die Drachen nicht jagen sollen, zu diesem Zweck habe er ja die Leute so manipuliert, dass diese den Orden der Drachentöter gegründet haben, und die Drachen selbst jagen. Aber wir dürfen sie schon jagen, wenn sie uns direkt schaden. Außerdem ist dieser Ort ein perfekter Vorposten, falls Damian die Orobas-Fjorde erobern möchte. Und die Drachen können sich hier nicht mehr verstecken. Der Schwarze Ring hat Hunderte und Aberhunderte von Soldaten, vielleicht sogar schon Tausende. Und stetig werden neue angeworben. 30 von ihnen zu verlieren, um einen der Drachen zu töten, ist doch wirklich kein großes Opfer. Die Drachen können keine weiteren Kämpfer mehr in ihren Reihen aufnehmen.“
Seine Stimme wurde immer flehentlicher, und Kali sah für einen Moment tatsächlich nachdenklich aus.
„Ihr habt Recht“ sagte sie schließlich, „Ihr habt einen von ihnen erwischt, und zwei Drachenritter sind eine viel kleinere Gefahr, als drei von ihnen. Und ja, auch dieser Ort ist ein guter Vorposten. Ich werde einen von Damians Dienern, den Dämon Zagan, hierherschicken. Doch eines habt ihr nicht bedacht. Die Eroberung von Flussheim dauert viel länger als gedacht. Damian will Ergebnisse sehen, und ich bekomme meine eigene, Fliegende Festung erst dann, wenn Flussheim Geschichte ist. Und mich von der Front wegzuholen, um mir diese Lappalie zu erklären, war ein großer Fehler von Euch.“
Kali benutzte die Technik Wirbelwind, welche den Hauptmann auf der Stelle tötete.
Naserümpfend stieg die rothaarige Frau über die beiden Leichen und ging auf den Teleporter zu. Kali schaute sich noch einmal um, dann durchschritt sie ihn.
Der Zauberer Mundus trat aus seinem Versteck heraus. Ihn schauderte es bei der Vorstellung, dass bald Truppen des Schwarzen Rings hier sein könnten. Doch dann erblickte er etwas im Gras. Mundus ging hin und bückte sich danach. Es war eine Trollrune.
„Die wird mir eines Tages nützlich sein“ dachte der Zauberer laut, „Aber zuerst sollte ich hier in der Nähe eine Höhle finden, in der ich wohnen kann.“
Mundus drehte sich um und machte sich auf den Weg.

ENDE
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