Abendglanz

von LadyA
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Grimalkin Leanansidhe Robin "Puck" Goodfellow
19.03.2013
18.07.2013
27
49557
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Hallöchen!
Soo, das hier ist das erste Kapitel meiner ersten FanFiction - ich hoffe, es gefällt euch :-)

LG,
Anna


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„Isabelle! Komm endlich runter!“, brüllte meine Mutter wütend die Treppe hinauf. „ISABELLE!“
Ich knurrte etwas Unverständliches, fuhr mir noch einmal schnell mit der Bürste durch meine langen, dunkelbraunen Locken und polterte dann die Treppe hinunter.
„Ist ja gut, was ist denn mit dir los?!“, fauchte ich und schüttelte verständnislos den Kopf. Meine Mutter pfefferte mir einen Pancake hin und warf mir lediglich einen finsteren Blick zu. Entschuldigend hob ich die Hände und schlang beleidigt mein Frühstück hinunter.
„FINLAY! ICH RUFE NICHT NOCH MAL!“, brüllte meine Mutter erneut die Treppe hoch. Ich verdrehte die Augen und trank einen Schluck heißen Kakao. Natürlich verbrannte ich mir dabei prompt die Zunge und seufzte.
Ich war einfach zu tolpatschig. Manchmal wünschte ich mir, ich hätte die Grazie und Eleganz meiner Mutter geerbt – sie war nicht nur wunderschön, mit ihren beinahe goldenen Locken, sondern bewegte sich auch wie eine Elfe. Ich hingegen stolperte oftmals über meine eigenen Füße.
Mein großer Bruder rannte die Treppe hinunter und setzte sich schwungvoll neben mich. Selbst er, der muskulöse Riese der Familie hatte die Grazie meiner Mutter geerbt! Wirklich ungerecht.
Finlay zwinkerte mir zu und schlang seinen Pancake herunter. „Mum, bekomme ich später das Auto?“, fragte er mit vollem Mund und sah unsere Mutter erwartungsvoll an. Ich schüttelte den Kopf. „Hey, Moment! Mum, du hast mir versprochen, dass ich es heute Abend haben darf! Ich will mit Hollie und Aaron ins Kino fahren!“, widersprach ich und sah meinen Bruder wütend an. Der funkelte genauso böse zurück.
Eigentlich verstanden wir uns immer ziemlich gut, aber seit ich 18 geworden war, stritten wir uns ständig um das Auto.
Was ich als ungerecht erachtete, schließlich hatte er es die letzten beiden Jahre immer für sich alleine! Mum seufzte nur und rollte genervt mit ihren wunderschönen, azurblaue Augen. Ich bin stolz, dass ich ihre Augen geerbt habe.
Mein Bruder nannte mich darum immer auch Schneewittchen – das dunkle Haar, die blasse Haut und die funkelnden, durchdringenden Augen hatten ihn seit frühester Kindheit dazu veranlasst und noch immer kann er es nicht lassen.
„Euer Vater ist heute ebenfalls zu Hause, wir haben also zwei Autos. Es wird kein Problem werden, dass ihr heute Abend beide fahren könnt.“ Finlay und ich grinsten uns an und gaben uns ein High Five.
Dann mussten wir auch schon los, denn mein Schulbus kam gleich und auch Finlay musste ins College. Ich schnappte mir schnell meine Umhängetasche, sprang in meine ausgelatschten Chucks und rannte hinter Finlay her, der schon fast die Straße erreicht hatte.

Wir wohnen in einem kleinen Ort, in dem jeder jeden kennt. Die meisten wissen, sehr zu meinem Bedauern, wie ich früher nackt durch die Straßen gerannt und ständig auf Bäumen herumgeklettert bin, bis ich meine Eltern in den Wahnsinn getrieben habe.
Tja, was man als Kind nicht so alles anstellt.
Japsend kam ich bei der Bushaltestelle an, gerade noch rechtzeitig, weil der verrostete Schulbus just in diesem Moment um die Ecke bog und quietschend vor mir und Finlay stehen blieb. Ich sprang in den Bus, winkte meinem großen Bruder zum Abschied fröhlich zu und ließ mich schnaufend neben Hollie fallen.
Sie und Aaron sind meine besten Freunde, letzterer gab mir eine Kopfnuss und grinste. „Steht heute Abend Kino noch?“, fragte er neugierig und ich nickte. „Ja, ich bekomme ein Auto!“, sagte ich und grinste selbstzufrieden.
Ich bin mit den beiden schon befreundet, seit ich denken kann. Ich kann mir ein Leben ohne die beiden Chaoten gar nicht vorstellen, ständig machen wir was zusammen und irgendwie sind sie... Na ja, irgendwie sind sie eigentlich meine einzigen Freunde.
Irgendwie bedauernswert, oder?
Aber bin ich darüber nicht traurig, eher im Gegenteil!
Auf die beiden kann ich mich immer vollkommen verlassen und ich vertraue niemandem so sehr, wie ihnen.
Trotzdem verstand ich nicht, wieso weder mein Bruder, der große Athlet, noch ich nicht beliebter waren. Manchmal hatte ich beinahe das Gefühl, die meisten vergaßen, dass es uns überhaupt gab und waren überrascht, wenn wir sie ansprachen. Ich gähnte und hielt mir die Hand vor den Mund, schließlich hat mir meine Mutter Manieren beigebracht.
„Ist da etwa jemand müde?“, zog mich Hollie auf und ich verdrehte die Augen. „Ja, ich war gestern irgendwie zu lange im Internet. Mal wieder.“, antwortete ich und grinste. Aaron gab mir erneut eine Kopfnuss. „Aber es war doch sicherlich toll, so lange mit mir zu skypen, oder?“
Er zog seine Augenbrauen hoch und grinste. Seine hellbraunen Haare hingen ihm wirr ins Gesicht und ich unterdrückte den Reflex, sie ihm aus dem Gesicht zu streichen. Ich tat so, als würde ich abwägen und fing mir dafür erneut eine Kopfnuss ein. Empört pustete ich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Hör auf damit, du tötest noch meine wertvollen Gehirnzellen!“, beschwerte ich mich und er verdrehte seine grünen Augen. „Das wäre aber dramatisch.“
Hollie kicherte nur, enthielt sich aber glücklicherweise eines Kommentars. Den Rest der Busfahrt diskutieren wir darüber, was für einen Film wir heute Abend schauen wollten, konnten uns aber leider nicht einigen.
Es waren nur noch 2 Wochen bis zu den ersehnten Sommerferien, das merkte man jedem von uns an. Keiner hatte mehr Lust auf Schule, selbst die Lehrer waren  unmotiviert und gaben uns kaum Hausaufgaben auf. Nicht, dass mich das stören würde!
Als ich aus dem Bus stieg, blinzelte ich gegen den hellen Sonnenschein. Hollie hakte sich bei mir ein und zog mich Richtung Schulgebäude. Vor diesem stand ein mir vollkommen unbekannter junger Mann.
Er musste ungefähr im Alter meines Bruders sein, eventuell auch etwas älter, hatte rötliche Haare und smaragdgrüne Augen, die zu mir herüber blitzten. Sein Gesicht war seltsam spitz und erinnerte mich irgendwie kurz an einen Fuchs, doch im nächsten Moment wirkte es wieder vollkommen normal. Er war gertenschlank, aber trotzdem muskulös – irgendwie wirkte er unglaublich cool und anziehend. Ich stupste Hollie an.
„Kennst du den?“, fragte ich leise. Sie warf dem Unbekannten einen langen Blick zu und schüttelte den Kopf. „Nein, aber der sieht guuut aus.“ Sie kicherte mädchenhaft und warf ihre blonden Haare in den Nacken. Ich verdrehte die Augen.
Hollie und ihre Männergeschichten sind eine Sache für sich.
Als ich im Schulgebäude ankam, hatte ich den hübschen Unbekannten schon wieder vergessen.
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