Die zwei Schwestern - Cassandra und Jane

GeschichteRomanze / P12
17.03.2013
21.04.2013
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Meine liebste Cassandra,
ich bin gänzlich in der Hoffnung, dass es dir, Edward, Elizabeth und Eliza gut geht. Wir alle sind wohlauf und Mutter und Vater, sowie George und die sehr geehrte Mrs. Anne Lefroy [Nachbarin und immer noch meine teure Freundin, obgleich sie meine Mutter sein könnt] bitten mich dir und den Anderen ihre Grüße zu senden. Ach geliebte Schwester, wie ich dich doch ungemein beneide. Du bist mit einem durchaus angenehmen Mann verlobt und somit scheint dein Leben vorerst geregelt zu sein. Aber glaube nicht, ich wollte auch heiraten, nein. Es geht mir nur um Mutter, sie möchte um alles in der Welt, dass ich heirate und wenn ich sie machen ließe, wäre ich wahrscheinlich schon morgen verlobt und in zwei Wochen verheiratet, dabei ist es ihr gleich ob ich dem Mann zugeneigt bin oder ihn nicht ausstehen kann. Es scheint, dass Mrs. Austen wirklich und ausschließschlich dafür lebt mich zu verheiraten. Du mit deinem Robert bist der Aufmerksamkeit dieser werten Dame, unserer Mutter entgangen, oh was gäbe ich darum auch nicht mehr unter ihrer Beobachtung zu stehen. Nicht, dass du mich missverstehst: Ich habe wirklich und wahrhaftig noch nicht die geringste Absicht zu heiraten! In ungefähr zwei Tagen wird mich Madame doch mehr oder weniger in Ruhe lassen, da Henry aus Oxford wiederkommt. In seinem letzten Brief an mich, schrieb er, dass er wenn sein Plan aufgehe, ein oder zwei Freunde aus Oxford mitbringen würde. Ich freue mich ungemein ihn wieder zu sehen, es ist nun schon so lange her, da wir uns gesehen haben und ich werde mich dann auch nicht mehr so ganz allein fühlen, wie ich es so oft tue seit dem du nicht mehr bei uns bist. Doch eigentlich darf ich nicht klagen, da ich doch so allein gar nicht bin: George ist mir eine liebe Gesellschaft, auch wenn es mir zu Weilen lästig ist keine Unterhaltung mit Worten sondern nur mit Händen zu führen. Auch Mrs. Anne Lefroy und ihre Tochter Lucy besuchen mich so oft sie können. Und doch, die Gesellschaft einer fünfzehn Jährigen und dessen Mutter, selbst wenn diese meine treueste und älteste Freundin ist, ist mir nur halb so lieb wie die deine.
In ewiger, gleichbleibender Dienerschaft,
Ihre treueste, sie liebende Dienerin, Bewunderin und Schwester,
die Verfasserin.
Jane Austen




Liebste Jane,
Wie immer sind deine Briefe Balsam für mein Herz und ich genieße ihn wie jeden vorherigen.
Mit Freude richte ich eure Grüße aus und erwidere sie im Namen aller.
Auch ich vermisse dich ungemein, meine liebe Schwester.
Oh meine Liebe Schwester, wie du dich selbst in deinem Leben behinderst!
Würdest du unsere liebe Mutter doch nur ihr Werk vollenden lassen, so würdest das auch dich entlasten. Vater sagt, Gefühle brauchen Zeit um zu gedeihen.
Lass dich doch einem Mann vorstellen, es würde doch nicht schaden, oder?
Tu unserer Liebsten Mutter doch diesen Gefallen!
Wie erfreulich, dass Henry ein Freunde aus Oxford mitbringt. Vielleicht gefällt dir ja einer dieser Burschen?
Ich wünschte ich könnte bei dir sein, liebste Schwester, die Trennung schmerzt und es wäre mit das Liebste, dich einmal wieder zu sehen.
In ewiger Liebe, Bewunderung und Verehrung, deine Schwester,
die Verfasserin.
Cassandra Austen
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