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Savior in Danger

GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Bernie Kuhnt Christian König Conny Niedrig Kathrin Becker Nina Schmeuser Thomas Bossmann
16.03.2013
22.04.2020
17
39.076
3
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1 Review
 
 
22.04.2020 1.998
 
Liebes Hallo an Alle, die dieses neue Kapitel noch lesen, obwohl die Geschichte lange verwaist ist! Vielen Dank!
Ja wie durch ein Wunder setze ich nach 5 Jahren (wie wahnsinnig schnell ist denn bitte die Zeit vergangen....fühlt sich wie gestern an, als ich noch dauernd Fanfiction geschrieben habe, obwohl ich mittlerweile ein ganz anderes Leben lebe) fort und ich hoffe ich beende sie noch, weil ich keine offenen Enden hinterlassen möchte. Der eine Vorteil der Corona hat ist, dass ich plötzlich in meinem sonst sehr geschäftigen Leben, ein bisschen Zeit habt. Bitte entschuldigt alle Fehler, ich habe nicht wirklich Korrektur gelesen und ich hoffe es ist was halbwegs sinnvolles bei meinem Geschreibsel rausgekommen.
Liebe Grüße und bleibt gesund!
Wir sehen uns dann in 5 Jahren mit Kapitel 18 ;).. Spaß beiseite, hoffentlich nicht!  



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Viele Kriminelle wirken bei ihrer Festnahme doch ziemlich gefaßt.

© Siegfried Wache (*1951)

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"Liebe?", staunt Nina. "Jetzt echt?" Sie hatte es zwar längst vermutet und die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Thema bei Conny wahrscheinlich erst angeregt, aber es von Conny zu hören überrascht sie dann doch. "Ja.", meint Conny mit einem unsicheren Lächeln und zuckt mit den Schultern.  "Ist halt irgendwie einfach passiert. Ich glaub es ist schon länger da, aber ich habe es nie realisiert..." Sie blickt Nina erwartungsvoll auf eine Antwort an. Diese wiederum braucht noch einen kurzen Augenblick, um ihre Sprachlosigkeit zu überwinden. "Ist doch....prima!" Conny schaut sie nachdenklich an. "Prima? Auf der einen Seite ist es ein schönes Gefühl", meinte sie und denkt darüber nach, dass sie trotz der schrecklichen Gesamtsituation zum ersten Mal seit langer Zeit Schmetterlinge im Bauch hat und das wirklich schön ist. "Aber auf der anderen Seite...Wie soll denn das alles weitergehen...mit uns, der Arbeit...ich meine, das kann doch auch alles gehörig in die Hose gehen?" Nina lächelt sie zuversichtlich an. "Ach Conny, bei dem, was ihr schon alles durchlebt habt - kürzlich erst einen Mordversuch - da sind aufkeimende Gefühle doch ein Klacks!", lacht sie und trinkt einen Schluck O-Saft. "Nein im Ernst, egal was kommt, ihr kommt klar, da bin ich mir sicher! Aber ich glaube, dass du dir gar keine Sorgen machen. Ich habe das Gefühl Bernie erwidert deine Gefühle wirklich und ein gutes Team seid ihr sowieso!" Das meint Nina wirklich ernst. Nach all dem was bisher passiert war, konnte die beiden Kommissars so schnell nichts von Hocker hauen und im Kopf schwebt ihr schon der Gedanke vor, dass ihn ein paar Monaten, wenn der ganze Wahnsinn von jetzt vorbei war, die beiden einfach nur ein glückliches Paar sein würden. Sie würde ihr Geld drauf verwetten, dass es so ausgesehen würde und selbst, wenn es nicht so wäre, die beiden würden schon ihren Weg gehen.  Conny auf der anderen Seite spielt gedankenverloren mit einem Brotkrümel auf ihrem Teller und denkt wahrscheinlich gerade über das nach, was Nina gesagt hatte.
Nina riss sie aus den Gedanken. "Wie soll es denn weitergehen... Wirst du es ihm sagen?" Conny zuckt mit den Schultern. Ganz genau wusste sie noch nicht, was sie mit ihren Gefühlen anfangen sollte. Sie muss sich erst noch selbst daran gewöhnen, dass sie die in ihre verborgene Zuneigung zu Bernie überhaupt freigelassen hatte. Auf der einen Seite würde sie es sich am liebsten von der Seele in die Welt rauschreien. Es wäre so befreiend gewesen wie ein Sprung vom 5-Meter-Turm ins kalte Wasser. Und sie erhofft sich so viel Glück zu davon ihre Gefühle wirklich ausleben zu können. Auf der anderen Seite ist da aber Angst und Unsicherheit, die sie daran hindert, etwas zu überstürzen. Und warum sollte sie auch? Sie hat doch Zeit und es ist sicherlich auch der falsche Zeitpunkt ihre Gefühle zum Thema zu machen, solange Bernie verwundet im Krankenhaus liegt und damit beschäftigt ist gesund zu werden. Er hat jetzt sicherlich anderes zu tun, als sich mit einem Gefühlschaos auseinanderzusetzen. "Keine Ahnung", erklärt Conny Nina ehrlich. "Sicherlich irgendwann, aber ich will nichts überstürzen und derzeitig ist das wichtigste, dass er wieder auf die Beine kommt!"  Das wichtigste für Conny ist es, dass er wieder ganz gesund werden würde und der erste Schritt war, dass die heutige OP gut läuft. Alles andere könnte man später klären. Conny blickt auf ihre Uhr.  Wenn alles nach Plan läuft, müsste Bernie bald den Eingriff überstanden sein. "Du wir müssen uns ein wenig beeilen. ich will unbedingt wieder da sein, wenn Bernie aufwacht!", erklärt sie. Nina nickte verständnisvoll. Die beiden beendeten zügig ihr Brunch, Nina zahlte und  beide Freundinnen machen sich auf zurück ins Krankenhaus. "Danke Nina für das Essen und dein offenes Ohr. du bist einfach zauberhaft!", meinte Conny auf dem Weg. Sie war einfach froh, dass es Nina gab, der sie sich anvertrauen könnte und ihr Geheimnis nun kannte. Und wenn Bernies Eingriff gut verlaufen und die Kollegen Erfolg haben würden, dann könnte man den Tag als wahrlich positiv verbuchen und die Sonne die leuchtend am Himmel stand scheint dann zurecht.

Während die Ermittlerinnen mit ihrem Gespräch beschäftigt waren, hatte der Rest der Ermittlertruppe wahrlich anderes im Kopf. Würden sie es schaffen Mirko Weil heute niet- und nagelfest zu machen? Das Aufgebot an Polizei um die Joggingstrecke von Birgit Siebert ist riesengroß und die Stimmung durchgehend angespannt. Nicht nur, dass man heute wohlmöglich einen riesigen Fisch ans Land und einen schweren Serienverbrechen aus dem Verkehr ziehen würde, wenn alles nach Plan laufen würde, auch ging es darum, einen Mann, der den eigenen Kollegen geschadet hatte, endlich zur Rechenschaft ziehen zu können. Natürlich waren nicht alle der anwesenden Polizisten so  eng mit Conny und Bernie wie ihre eingeschweißte Ermittlertruppe, aber viele kannten die beiden trotzdem persönlich und selbst für die Polizisten, die die Opfer kaum kannte, war es ein persönliches Anliegen diesen Einsatz mit Erfolg zu beenden , immerhin hat ein Verbrechen ihren eigenen Berufsstand getroffen. Noch am frühen Morgen hatten Kathrin und Christan Birgit über das Vorgehen gebrieft. Sie würde ganz normal ihre übliche Stecke laufen, überall würde versteckt Polizei positioniert sein und sobald sich der Täter blicken lassen würde, würden sie zugreifen. Am Morgen hatte sie versucht sich nicht anmerken zu lassen, wie aufgeregt und mitgenommen sie war und sich tapfer geschlagen, doch trotzdem war es ersichtlich. Für welchen Menschen wäre das eine einfache Situation? Und jetzt steht sie in den Startlöchern, verkabelt, vernetzt und bereit durch den Wald zu joggen, um den Lockvogel bei einer Polizeiermittlung zu spielen. Einige Polizisten sind  als Zivilisten, als ganz normale Waldspaziergänger, verkleidet und halten sich an verschiedenen Positionen auf der Strecke auf. An mehreren Stellen hat das SEK sich positioniert, um eingreifen zu können. Ein Polizeihubschrauber beobachtet die Lage aus der Luft. Und die Ermittler Thomas, Christian und Kathrin beobachten das Geschehen aus dem Überwachungswagen der Polizei und sind auch beide bereit jeder Zeit einzugreifen. Dafür, dass dieser Einsatz in einer Nacht- und Nebelaktion geplant wurde, war er präzise durchgeplant. „Meinst du wir fassen das Schwein?“, fragt Thomas seine Kollegen. Er hofft es enorm. Es wäre einen guten Schritt diesen Alptraum zu beenden. Komplett vorbei wäre er auch nach der Festnahme des Täters nicht, zu viele körperliche und seelische Wunden müssen noch heilen, aber es wäre ein verdammt guter Schritt. „Mit Sicherheit! Ich glaub‘ dran, dass einfach alles gut läuft!“, meint Kathrin optimistisch. Etwas Glück haben sie sich mehr als verdient. Doch bevor Birgit überhaupt loslaufen kann und während die Kommissare noch überlegen, ob der heutige Tag gut ausgehen würde, gibt ein Polizist eine Durchsage. „Wir haben ihn! Ich wiederhole wir haben ihn!“ Die Festnahme hatte die Erwartung eines epischen Showdowns, den sich alle vorgestellt hatten, nicht erfüllt. Ein ziviler Polizist entdeckte Mirko Weil, wo dieser sich positioniert hatte und konnte ihn relativ einfach überwältigen.

Wäre diese Geschichte ein Film, dann hätte man das gefährliche Potential diese sicherlich bis zum bitteren Ende ausgenutzt. Der Täter hätte den Lockvogel ergriffen und ihr mit dem Tod gedroht und wäre in einem epischen Showdown erst gefasst worden. Oder der Täter hätte die Lunte gerochen und wäre geflohen und untergetaucht und hätte das Katz und Maus Spiel in eine weitere Rune geschickt. Oder. Oder. Oder.  Zum Glück war es kein Film oder ein Einsatz, der eine tragische Wendung nimmt. Es war einfach ein Einsatz der überraschend gut und ereignislos und mit großem Erfolg verlaufen ist. Auch wenn der Ausgang dieses Falles vielleicht unverhältnismäßig im Vergleich zu dem Knall, mit dem die Tat die Kommissare ereilt hat, und im Vergleich mit dem immensen Aufgebot, welches zum Zweck dieser Festnahme aufgestellt worden ist, ist, so war es einfach zufriedenstellend, dass Mirko Weil jetzt in Gewahrsam ist und keiner Menschenseele mehr Schaden zufügen konnte. Er hatte schon genug eingerichtet. Zwei tote Frauen und zwei fast ermordete Kommissare.  So viel Leid hatte er über eine handvoll Menschen und all ihre Lieben und Angehörigen gebracht und nun hat dies endlich ein Ende gefunden.

„Die Kollegen bringen Mirko Weil aufs Präsidium. Wollt ihr ihn verhören?“, fragt ein Kollege Christian, Kathrin und Thomas. Sie gucken sich gegenseitig an, als könnten sie dadurch gegenseitig ihre Gedanken lesen. Auf der einen Seite kitzelt es ihnen in den Finger, diesen Mann gegenüberzustehen und ihnen all die Verachtung, die sie für ihn empfinden, entgegenschlagen zu können. Auf der anderen Seite sind sie sich nicht sicher, ob es eine gute Idee ist! Wollten sie wirklich in die Abgründe dieses menschliche Wesen schauen? Sich erklären lassen, warum er diese schrecklichen Schandtaten begangen hat. Seine Ausführungen zu seinen Taten lauschen, die sowieso nur ein Psychopath wie er es ist nachempfinden kann? Was hätten sie von dem Gespräch? Sie würden sich dadurch nicht besser fühlen und sie würden ihren Hass regieren lassen. Es gibt genug Beweise, sodass es ohne ein Geständnis zur Verurteilung kommen würde und er ist ein Psychopath. „Ne macht ihr das. Wir sind emotional zu befangen!“, ergreift Kathrin das Wort, die sich anscheinend tatsächlich nur über Blicke mit den beiden Männer verständigt hat. „Wir einfach froh, dass es vorbei ist!“ Die drei sind wahrlich froh, dass dieser Mann nie wieder auf freien Fuß kommen wir und jetzt gibt es einfach wichtiger Sache, als Hass regieren zu lassen. Bei den Kollegen ist er in professionellen Händen und die drei Kommissare können sich auf wichtigeres konzentrieren, wie auf Conny und Bernie. „Ok. Alles klar!“, stimmt der Kollege zu. „Aber nehmt in ruhig sehr hart dran!“, erwidert Thomas lässig.
Im Krankenhaus warten Nina und Conny, dass die Operation vorbei ist. Nachdem sie fast eine halbe Stunde gemeinsam gewartet haben, kommt endlich der Chirurg aus dem OP. „Wie ist es gelaufen?“, fragt Conny aufgeregt, hoffnungsvoll und besorgt zu gleich. „Keine Sorge, es ist wirklich alles perfekt nach Plan gelaufen. Wie im Bilderbuch. Herr Kuhnt befindet sich jetzt auf der Aufwachstation und wenn er zurück auf sein Zimmer verlegt wird, können sie zu ihm!“, erläutert der Chirurg. Conny atmet erleichtert aus und lächelt und bedankt sich bei dem Chirurg für die guten Neuigkeiten. Gott sei Dank!  Und als dann auch noch Ninas Telefon klingelt und am anderen Ende Thomas erklärt, dass ein gewisser Mirko Weil mittlerweile hinter schwedischen Gardinen sitzt, kann der Tag eindeutig zu den guten Tagen gezählt werden.  Der steinige Weg, auf denen sie sich alle befinden seitdem ein Mann versucht hat sie zu vergewaltigen und zu ermorden und Bernie unter Einsatz seines Lebens eingegriffen hat, ist vielleicht noch nicht komplett beschritten, zu viel ist noch zu klären und zu verarbeiten. Körperliche Wunden müssen heilen, genauso wie die seelischen. Und dann ist da diese Sache mit der Liebe und mit Bernie… Aber seitdem sie sich in diesem Alptraum wiedergefunden hat, kann Conny  zum ersten Mal seit Beginn dieses Horrors glauben, dass er in der Zukunft, irgendwann, wenn alles verarbeitet ist, nur noch eine dunkle Erinnerung an eine Zeit ist, die schwer war, aber die sie doch alle stärker gemacht hat und die sie alle überstanden haben.
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