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Savior in Danger

GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Bernie Kuhnt Christian König Conny Niedrig Kathrin Becker Nina Schmeuser Thomas Bossmann
16.03.2013
22.04.2020
17
39.076
3
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Dieses Kapitel
6 Reviews
 
14.03.2015 3.348
 
Sofern ihr noch da seid:

Hallo an alle Leser und Leserinnen,

an alle Reviewer und Reviewerinnen!



Ja, ich lebe noch! Ich hoffe es besteht noch Interesse an der Geschichte, obwohl ich sie Ewigkeiten nicht mehr weitergeschrieben habe, was mir ernsthaft Leid tut.

Inspiration und Motivation fehlten mir eine ganze Weile und nach Umzug und Studienbeginn habe ich kaum noch Zeit mit FF verbracht. Generell sind die letzten anderthalb Jahre bei mir so schnell verstrichen, dass ich kaum glauben kann, dass bereits März 2015 ist.

Vorgestern habe ich diese Geschichte nochmal gelesen und auf einmal wieder Interesse entwickelt und mich deshalb entschlossen, diese Leiche wiederzubeleben.

Hier ist ein neues Kapitel!

Viel Spaß beim Lesen!

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Kapitel 16


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Wenn ein Mensch im Dunkel ganz allein steht,


dann gehe zu ihm hin.


Gemeinsam sind wir stärker und mutiger.


© Dr. Ebo Rau




Tiefe Freundschaft entsteht meist erst mit gemeinsam durchlebten Tiefen.


Unbekannt


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Kathrin, Christian und Thomas sind nicht sonderlich erfreut sich die Nacht von dem Fall fernhalten zu müssen. Trotzdem fügen sie sich ihrem Schicksal, denn die Gründe dafür sind mehr als nachvollziehbar. Die drei Kommissare stimmen zu, dass sie nach Hause gebracht werden, jedoch mit der Bitte, dass vorher ein Zwischenstopp im Krankenhaus eingelegt wird, um auch endlich mit eigenen Augen sehen zu können, dass es Bernie besser geht. Dieser Bitte wird nachgegangen: Der Polizist, der sie nach Hause bringen soll, versteht schließlich die Kommissare und ihre enge Freundschaft. Tatsächlich finden sich die drei Kommissare kurze Zeit später vor dem Eingang des Krankenhauses wieder und treten ein. Es ist zwar schon längst Abend und die Besuchszeiten sind vorbei, aber die drei Kommissare finden schon einen Weg ihren verletzten Kollegen zu sehen. Immerhin konnten Conny und Nina die Besuchszeiten ja auch irgendwie umgehen. Mit dem Wissen, dass es ihrem Kollegen und Freund schon besser geht, fällt es gar nicht mehr so schwer, den Gang zur Intensivstation anzutreten.

Conny und Nina, die beide vor Bernies Zimmer auf einer Stuhlreihe sitzen und einen Kaffee trinken, sehen die drei Kommissare den Flur auf der Intensivstation entlanglaufen. „Hey ihr drei“, begrüßt Nina ihre Kollegen als sie sie auf sie zukommen sieht und Conny fügt mit einem Lächeln hinzu: „Mit euch haben wir ja heute gar nicht mehr gerechnet.“ Thomas antwortet zurück: „Es ist ja mal an der Zeit nachzusehen, wie es euch geht!“ Zur Begrüßung stehen beide Frauen auf und er umarmt sie und mustert die Frauen ein wenig. Conny sieht schon viel besser und entspannter aus als das letzte Mal, als er sie gesehen hat. Die Anspannung, die Sorge, das Drama und die Angst, die sie in den letzten Tagen durchlebt hat, sieht man ihr an, aber diese vollkommene Verzweiflung ist gewichen, jetzt, wo Bernies Gesundheitszustand sich gebessert hat. Auch Nina sieht fertig aus und erschöpft, aber auch ihr sieht man Erleichterung an, weil Bernie die letzten Tage überlebt hat. Wenn Thomas so nachdenkt sind sie alle Kommissare fertig mit den Nerven, aber sie befinden sich auch in einem Ausnahmezustand, der es unmöglich macht vollkommen zur Ruhe zu finden. Die Ermittlungen. Ein Serienkiller, der frei rumläuft. Zwei Kommissare, die fast gestorben wären.  Das ist nicht ohne. Aber es ist auch erfrischend zu sehen, was für ein starkes Team sie sind und wie sie sich gegenseitig stützen und stärken und miteinander diese schwere Zeit durchleben. Auch Kathrin und Christian begrüßen Conny und Nina mit einer Umarmung. Kathrin fragt fürsorglich: „Wie geht’s dir, Conny?“ Zwar kam Conny im Gegensatz zu Bernie noch ziemlich glimpflich davon, aber auch sie wurde verletzt und sie hatte Bernies schlimmer Zustand am härtesten getroffen. Zudem entkam sie nur knapp einer Vergewaltigung, auch wenn sich Conny das selbst noch nicht bewusst ist. Conny lächelt sie an und meint: „Viel besser. Der Arzt will mich morgen früh wieder entlassen und Bernie geht’s auch glücklicherweise besser, wie ihr ja schon wisst.“ Nun fragt Christian: „Apropos Bernie, können wir zu ihm rein gehen?“ Langsam ist es wirklich an der Zeit den verletzten Kommissar wieder mit eigenen Augen zu sehen. Nina schüttelt den Kopf: „Grade nicht.“ Und Conny fügt hinzu: „Die Krankenschwester ist grad drin. Verbandswechsel. Wir warten hier bis wir wieder rein dürfen.“ Christian, Thomas und Kathrin nicken zustimmend und gesellen sich zu den wartenden Frauen dazu.  Wenn Conny gerade bei Bernie drin sein dürfte, dann wäre sie es auch. „Ihr drei könntet mir natürlich die Wartezeit versüßen, indem ihr mir erzählt, was ihr so herausgefunden habt! Ich will echt wissen, wer mir und Bernie das angetan hat!“, erklärt Conny. In den letzten Tagen interessierten sie nur zwei Sachen: Bernie und der Fall. Warum ist das passiert? Wer ist der Täter? Warum hat der Täter das gemacht? Und warum war er augenscheinlich so grausam? Sie will Gewissheit haben. Kathrin, Thomas und Christian gucken sich unsicher und fragend an. Sollen sie es wirklich erzählen? Wäre diese Information nicht zu viel für Conny? Hat sie nicht gerade genug Last auf ihren Schultern? Sollte sie sich da wirklich noch Gedanken dazu machen, dass sie an einen psychopathischen Serienmörder geraten ist, der sie vergewaltigt hätte, wäre nicht Bernie dazu gekommen? Conny scheint zu erkennen, was in den Köpfen ihrer Kollegen hervorgeht. „Herrgott, spuckt es endlich aus. Ich bin ja nicht labil. Diese Ungewissheit macht mich wahnsinnig!“, entfährt es ihr und anschließend fangen die anderen endlich an zu erzählen, was sie wissen.  Conny sackt mit dem neuen Wissen erschrocken auf dem Stuhl zusammen. Wenn Bernie nicht gewesen wäre, dann wäre sie vergewaltigt und ermordet worden. Sie ist Zielobjekt eines wirklich kranken Mannes geworden, der sie Wochen vorher schon getalkt hat und sich darauf aufgeilt blonde Frauen kreativ zu ermorden. Ihr läuft es kalt den Rücken runter. Er hatte sie fast überall hin verfolgt und sie hatte es nicht gemerkt?  „Oh Gott.“, denkt sie sich und fährt sich mit der Hand über das Gesicht. Der Schreck liegt ihr in den Knochen. Die anderen vier Kommissare gucken sie besorgt an. Nina legt eine Hand um Connys Schulter und reißt sie aus ihren Gedanken. „Alles in Ordnung?“, fragt Nina.  Conny nickt und wirkt dabei nicht sehr überzeugend. Sie war sich von Anfang an sicher, dass sie es mit einem schwer gestörten Täter zu tun haben, aber der Ausmaß der Sache schockt sie doch bis ins Mark. Sie will sich davon aber jetzt nicht unterkriegen lassen. Dank des Eingreifens von Bernie ist sie von einem grausamen Verbrechen verschont worden. Bernie geht es besser und, wenn alles nach Plan läuft, sitzt der Psychopath bald hinter Gittern oder viel wahrscheinlicher in der geschlossenen Psychiatrie. Immerhin schwebt sie zumindest nicht mehr in Ungewissheit, auch wenn die Informationen schwer zu verdauen sind. Sie wird sich mit diesen Geschehnissen auseinandersetzen müssen. Sie ist ja nicht blöd und Erfahrung mit Gewalt und Verbrechen hat sie auch. Sie weiß, dass sowas ein Trauma hinterlässt. Und wenn sie und ihre Kollegen dieses Trauma trifft, dann werden sie schon ihren Weg finden, damit umzugehen. Aber vorerst vertreibt sie diese Gedanken und beschließt einen Schritt nach den anderen zu gehen. Sie konzentriert sich auf den Gedanken, dass Bernie und sie überlebt haben und richtet ihren Fokus vorerst darauf, sich um ihren schwerverletzten Freund, dem sie ihre Rettung verdankt und den sie wirklich liebt, zu kümmern.

Gerade als Conny das denkt, kommt die Krankenschwester aus Bernies Zimmer und erlaubt den fünf Kommissaren Bernie zu besuchen mit der Bitte, dass sie sich leise verhalten, da der Patient eingeschlafen ist und seine Ruhe benötigt. Leise und vorsichtig treten die fünf in das Zimmer ein. Conny geht ganz selbstverständlich auf ihrem Sessel neben Bernies Bett und auch Nina setzt sich auf ihren üblichen Besucherstuhl. Thomas tritt in den Raum ein und geht auf das Fußende des Bettes zu. Er denkt sich, dass Bernie schon wirklich besser aussieht als vor wenigen Tagen. Kathrin und Christian bleiben unsicher im Türrahmen stehen und betrachten Bernie gebannt. Es ist das erste Mal, dass sie Bernie sehen, seitdem er im Krankenhaus ist,  und sein Anblick schockiert sie ehrlich gesagt. Kabel, Geräte, Infusionen, Verbände, Sauerstoffmaske. Wenn das hier besser ist, möchten die beiden nicht wissen, wie schlechter ausgesehen hat. Nach einem kurzen Moment, haben die beiden den Mut gefasst auch in das Zimmer einzutreten und stellen sich neben Thomas. Bernie scheint den ganzen Besuch in seinem Zimmer wahrgenommen zu haben und öffnet die Augen. „Entschuldigung Bernie. Haben wir dich geweckt?“, fragt Conny fürsorglich und streicht ihn über seinen Arm. Bernie geht gar nicht auf die Frage ein, er schaut sich verschlafen im Zimmer um und entdeckt alle bekannten Gesichter. „Die ganze Truppe ist ja hier!“, verkündet er erfreut und betrachtet seine Kollegen und Freunde. „Ihr seht aber echt ein wenig k.o. aus!“, fügt er hinzu. Bernie kann allen ansehen, dass sie die Ereignisse richtig mitgenommen haben und dass sie fieberhaft an der Aufklärung des Falles zu arbeiten scheinen. Conny sieht auch ein wenig schockiert aus. Bevor Bernie nach den Fall fragen kann und Conny fragen kann, was los ist, antwortet Kathrin: „Bernie, du solltest dich mal im Spiegel sehen!“ Sie lacht auf und wischt sich eine Träne aus dem Augenwinkel. Als sie Bernies Stimme gehört hat, löste sich eine große Anspannung von ihr – Bernie geht es ja wirklich besser! „Wie fühlst du dich?“, fragt Thomas, der ebenfalls ein fröhliches Lächeln zur Schau stellt, seinen Freund. „Ging mir schon mal besser.“, meint Bernie. „Und ich werde morgen früh an meinen Beinen operiert. Aber ich bin gut umsorgt.“ Alle fünf tauschen ein paar frohe Blicke aus. Sie sind komplett. Bernie will die drei jetzt endlich über den Fall ausfragen. Wer hatte Conny angegriffen und warum? Aber, als er gerade den Mund öffnen will um zu fragen, überfällt ihn seine Müdigkeit und er muss gähnen, was sich in seinem Zustand ziemlich schmerzhaft anfühlt. Warum kann sein Körper nicht einfach so machen wie er es möchte? Behutsam packt Conny seinen Arm an und sagt ihm zu: „Komm Bernie, gönn deinem Körper, die Ruhe, die er braucht.“  Die anderen stimmen Conny zu und Bernie kann nicht anders als auf seinen Körper zu hören und einzuschlafen.

Kathrin, Christian und Thomas verlassen daraufhin das Krankenhaus und Conny bittet die drei morgen direkt Bescheid zu geben, wie es ausgegangen ist. Auch Nina verlässt das Krankenhaus für die Nacht und verspricht Conny am nächsten Morgen wieder da zu sein. Die Kommissare empfinden es als sehr schön, dass sie ihren Freund und Kollegen mal wieder wach erlebt haben. Sie lassen sich nach Hause fahren, denn morgen steht hoffentlich ein großer Tag bevor. Jeder ist in Gedanken beim morgigen Tag, denn es wird, wenn alles nach Plan läuft, ein bedeutsamer Tag werden. Hoffentlich wird alles gut gehen, so dass man sich freuen kann einen gefährlichen Psychopathen, der zwei ihrer Freunde beinahe das Leben genommen hätte, aus dem Verkehr gezogen zu haben. Die Gedanken an den morgigen Tag beschäftigt die Kommissare so sehr, dass sie glauben es nicht schaffen zu können die Nacht ruhig und erholsam durchzuschlafen. Doch kaum ist jeder in seiner eigenen Wohnung in seinem  Bett, holt sie die Anstrengung und Schlaflosigkeit der letzten Tage ein und die Erschöpfung gewinnt und alle fallen in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

Conny jedoch kann die Nacht nicht ruhig verbringen. Ihr Schlafrhythmus ist ganz schön durcheinander gekommen und  die Gedanken an die Tat, an Mirko Weil und an Morgen verfolgen sie. Weil sie Bernie, der jede Sekunde Ruhe dringend benötigt, nicht wecken will, schleicht sie aus dem Zimmer und wandert ein wenig durch die Krankenhausflure, um ihren Kopf frei zu bekommen. An der Schwesternstation trifft sie auf eine  Nachtschwester, die gerade die Tageszeitung liest. Auf dem Titelbild erkennt sie ein Fahndungsfoto und ihr Atem stockt an. Das ist er – Mirko Weil! Der Kerl, der für Bernies und ihr Leid verantwortlich ist. So sieht er also aus. Sie verliert sich in den Gedanken an das, was ihr passiert ist, und bemerkt anfangs gar nicht, wie die Nachtschwester sie anspricht. „Entschuldigung. Ist bei ihnen alles in Ordnung? Sollten sie nicht schlafen um diese Zeit?“, fragt die Nachtschwester nach und fordert Conny indirekt auf sich zur Ruhe zu legen. Conny schreckt aus ihren Gedanken hoch: „Es ist alles in Ordnung. Ich kann nur nicht schlafen.“, erklärt sie. Bevor die Krankenschwester sie ausfragen kann, weicht Conny aus: „Kann man hier vielleicht irgendwo ein Buch ausleihen? Lesen hilft mir immer dabei zur Ruhe zu kommen!“ Und sie hofft wirklich, dass ein wenig Literatur sie ablenken kann. Die Nachtschwester geht auf die Frage ein und erklärt ihr, dass eine Patientenbibliothek existiert,  weist ihr den Weg dorthin und wünscht ihr, dass das Lesen wirklich hilft.

Am nächsten Morgen wacht Bernie auf und sieht Conny in Gedanken vertieft in einem Buch von Cecilia Ahern mit dem Titel „Für immer vielleicht“ lesen. Er betrachtet seine beste Freundin und muss erfreut darüber schmunzeln, dass er diese wundervolle Frau an seiner Seite hat. Sie ist immer für ihn da. Conny ist total vertieft in ihr Buch. Liebesromane entsprechen normalerweise nicht so ihrem Literaturgeschmack, aber heute Nacht hatte sie Lust auf etwas unbeschwertes und hat angefangen das Buch über zwei von Kindheit an  beste Freunde zu lesen, die insgeheim in einander verliebt sind, aber bisher nie den Mut und das Timing hatten, um eine Beziehung anzufangen. Das Buch hat sie gestern Nacht abgelenkt. Als Conny gerade die Seite umblättern will, bemerkt sie, dass ein Blick auf sie gerichtet ist. „Guten Morgen, Bernie.“, begrüßt sie ihn, legt das Buch zur Seite und setzt sich zu ihm auf die Bettkante. „Alles gut?“ Bernie nickt und fragt bei Conny nach: „Hast du die ganze Nacht hier gesessen und gelesen?“ Immerhin war sie mit dem Buch schon fast durch. Auf diese Frage muss Conny wiederum nicken. „Ja, das hat mich abgelenkt.“, erklärt sie ehrlich. Er zieht die Augenbrauen zusammen. Abgelenkt? Stimmt was nicht bei ihr? „Ist alles in Ordnung?“, fragt er sie besorgt. Sie hat schon gestern ein wenig komisch gewirkt, als die anderen Kommissare ihn besucht haben. Haben die drei vielleicht etwas zum Fall gesagt, was sie verstört hat? „Haben Christian, Thomas und Kathrin gestern was gesagt?“, fügt er zu seiner Frage hinzu. Conny schüttelt den Kopf. „Es ist nichts. Ich konnte heute Nacht nur nicht schlafen. Mach dir keine Gedanken.“, meint sie ausweichend und ignoriert den zweiten Teil der Frage. Ihr Gefühlswirrwarr kann sie mit ihm nicht besprechen, weil er den Mittelpunkt dessen darstellt und sie weiß nicht, ob es so gut ist, ihm in seinem Zustand alles über den Fall zu erzählen. Bernie guckt sie fordernd an. Er kennt diese Frau gut genug um zu wissen, dass sie hier gerade etwas nicht sagt und Conny versteht das. „Okay, Bernielein. Die drei haben mir gestern was über den Fall erzählt!“, gesteht sie ihm. Seine Augen fordern sie auf ihm alles zu erzählen, aber Conny blockt ab: „Hör zu, Bernie. Wir besprechen das alles nachher in Ruhe nach deiner OP heute, okay?“ Widerwillig stimmt Bernie zu. Er ist so gespannt auf diese Information, aber er muss sich wohl noch ein paar Stunden gedulden. Kurz nachdem die beiden das geklärt haben, kommen zwei Krankenschwester in das Zimmer, um Bernie für seine OP abzuholen. Conny streicht Bernie mit der Hand über die Stirn steht dann von der Bettkannte auf und setzt sich auf ihren Sessel, während sie die Schwestern beobachtet, wie sie Bernie für den Transport in den OP fertig machen. Als die Schwestern fertig sind, verabschiedet sie sich von Bernie: „Wir sehen uns dann später!“

Kurz nachdem Bernie abtransportiert wurde, will sich Conny wieder ihrem Buch widmen und so die Zeit totschlagen, bis Bernie wieder da ist. Doch dann kommt ihr Arzt in das Zimmer. „Guten Morgen, Frau Niedrig.“, begrüßt er sie mit einem vergnügten Lächeln. „War ja klar, dass ich sie hier und nicht in ihrem eigenen Zimmer vorfinde. Ich nehme an Herr Kuhnt wurde bereits in den OP gebracht?“, erkundigt er sich. Conny richtet ihren Blick nach oben und nickt. „Guten Morgen Dr. Degen. Womit habe ich denn die Ehre, dass sie bei mir vorbei schauen?“, fragt sie und freut sich ihn zu sehen. Der Arzt ist ihr wirklich sympathisch. Er wedelt mit ein paar Papieren in der Hand. „Sie erinnern sich daran, was wir gestern besprochen haben?“, fragt er nach und sie nickt. Ach ja! Sie wird ja heute entlassen. „So wie ich Sie kennengelernt habe, werden sie wahrscheinlich weiterhin immer hier anzutreffen sein, aber wir hätten mit der Entlassung ein offiziell freies Krankenbett – wurde von ihnen ja sowieso nicht benutzt“, scherzt der Arzt. Connys Augen glitzern zustimmend und beide regeln ihre Entlassung.

Nina kommt  zurück ins Krankenhaus, als der Arzt gerade das Zimmer verlässt. „Guten Morgen, Conny.“, grüßt sie und schaut sich das leere Zimmer an. „Ist Bernie schon im OP?“ Conny nickt. „Ja. Und ich bin offiziell entlassen.“ Nina wirkt ein wenig nachdenklich. Diese Informationen scheinen sie auf eine Idee zu bringen. „So eine OP dauert doch ein paar Stunden?“, fragt sie. Conny nickt und guckt Nina fragend an. Worauf will die Blonde hinaus? „Was hältst du davon, wenn wir erstmal deine Sache aus deinem ehemaligen Zimmer holen, du dich anziehst und wir beide Mal für eine Stunde das Krankenhaus verlassen. Hier in der Nähe gibt es ein schönes Café mit tollen Frühstücksbuffet. Ich glaub es wär wieder an der Zeit für ein anständiges, ausgedehntes Frühstück!“, schlägt Nina vor. Conny denkt über den Vorschlag nach. Eine Stunde raus in ein hübsches Café um anständig zu frühstücken – Ja, das klingt verlockend. Bernie wird gerade sowieso operiert und sie kann dabei nichts für ihn tun und eine Stunde raus aus dem Krankenhaus tut ihr sicherlich gut. „Gute Idee“, erklärt sie. „Aber wir müssen echt zurück sein, wenn Bernie aus dem OP raus ist.“

Das Café ist sehr liebevoll eingerichtet und das Frühstücksbuffet bietet eine große Auswahl an Brot, Käse, Wurst, Eiern, Gemüse, Obst, Pfannkuchen, Müsli, Säften, Kaffee und vielen mehr. Nina und Conny  bedienen sich am Buffet und lassen sich dann mit ihrem köstlichen Frühstück an einem Tisch nieder. „Nina, das war eine echt gute Idee!“, erklärt Conny und trinkt einen Schluck Orangensaft. So ein gutes Frühstück hatte sie schon ewig nicht mehr. „Ja, so bin ich halt“, erklärt Nina lächeln und genießt auch ihrerseits das Frühstück. Bei all dem Drama der letzten Tage sollte man nicht vergessen sich auch mal etwas Gutes zu tun. Außerdem hofft Nina in der Atmosphäre des Cafés ein wenig entspannt mit Conny reden zu können. Gestern im Krankenhaus schien sie – verständlicherweise - verstört, als sie das mit dem Serienmörder erfahren hat und Nina will sich versichern, dass alles in Ordnung ist und sie will Conny zeigen, dass sie ein offenes Ohr für sie hat.  „Du, Conny?“, hakt Nina nach. „Wegen gestern. Ist wirklich alles in Ordnung? Du schienst ziemlich fertig als die anderen dir alles erzählt haben.“ Conny lächelt Nina an und sie bewundert diese Frau und ihr Einfühlvermögen. „Nina, du bist echt süß. Klar, hat mich das mitgenommen und ich werde auch eine Weile brauchen, um das zu verdauen. Geht dir doch auch so, oder nicht? Aber du brauchst dir echt keine Gedanken darum machen“, meint Conny. Das ist ein Thema über das sie vorerst nicht sprechen will. Nina nickt: „Okay.“ Zeitgleich hadert Conny mit dem Gedanken sich Nina nicht mit was anderem anvertrauen sollte. Immerhin ist Nina eine echte Freundin und prinzipiell haben sie das Thema ja auch bereits angeschnitten. Conny entscheidet sich dafür. Darüber muss sie einfach mit jemandem reden. „Themenwechsel, Nina.“, erklärt sie. „Du hattest Recht!“ Nina richtet ihren fragenden Blick an Conny. Womit genau hatte sie Recht? Conny  erklärt mit einem unbeholfenen Lächeln: „Ich….Ich… liebe Bernie“


Christian, Kathrin und Thomas sind  in aller Früh voller Aufregung und Anspannung aufgestanden und zu einer  Einsatzbesprechung gerufen worden. Dort haben sie erfahren, dass Birgit Sebert der Lockvogelaktion zugestimmt hat. In diesem Moment stehen alle drei Kommissare in den Startlöchern, um diesen Einsatz zu einem Erfolg zu machen. Schon heute könnte die Fahndung nach Mirko Weil ein Ende nehmen… wenn nur alles nach Plan laufen würde …


Ich hoffe es hat euch gefallen!

Wenn ihr noch dabei seid und Interesse an dieser Geschichte habt, dann lasst es mich wissen (:

Unter diesen Umständen würde ich nämlich versuchen diese Geschichte ohne jahrelange Abwesenheit fertig zu machen, damit ich euch nicht so lange warten lasse.

Liebe Grüße,

Hochachtungsvoll,

die Autorin
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