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Savior in Danger

GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Bernie Kuhnt Christian König Conny Niedrig Kathrin Becker Nina Schmeuser Thomas Bossmann
16.03.2013
22.04.2020
17
39.076
3
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Dieses Kapitel
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16.03.2013 2.306
 
Hallo liebe Leser und Reviewer,

erst Mal vielen Dank: Eure Reviews waren wie immer großartig. Ich freue mich immer riesig über eure Worte, Gedankenanstöße, Spekulationen und eure Lob. Ich weiß, dass ich mich am Anfang jedes Kapitels mit Worten dieser Art wiederhole, aber ich kann es nicht oft genug sagen. Ihr seid spitze.

Dass ich tatsächlich ein Zitat von Johann Gottfried Herder verwende, gefällt mir. Seitdem wir in der Schule seine Theorie zum Sprachursprung bis ins Unendliche durchgekaut haben, blieb er mir eher negativ in Erinnerung (obwohl ich seine Theorie an sich interessant fand). Aber das Zitat finde ich so schön.


Eine kurze Mitteilung in eigener Sache: Ich habe eine neue NuK-Geschichte namens „Tausend Mal berührt..“, an der ich auch derzeitig arbeite. Sie spielt in der gleichnamigen Folge und verläuft etwas anders. Falls ihr Interesse habt und es noch nicht gelesen habt, könnt ihr es gerne tun. Das erste Kapitel ist bereits online. Natürlich nur, wenn ihr wollt.


Ich rede schon wieder zu viel. Hier ist das Kapitel.

Viel Spaß beim Lesen!



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Kapitel 14

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Die schwierigste Zeit in unserem Leben ist die beste Gelegenheit,

innere Stärke zu entwickeln.

© Dalai Lama (*1935)



Einzeln ist der Mensch ein schwaches Wesen,

aber stark in Verbindung mit anderen.

Einsam müht er sich oft umsonst.

Ein Blick des Freundes in sein Herz,

ein Wort seines Rates,

seines Trostes weitet und hebt ihm den niedrigen Himmel,

rückt ihm die Decke des Trauerns hinweg.

Johann Gottfried von Herder (1744 - 1803)


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Die drei Kommissare sitzen immer noch bei Birgit Sebert und unterhalten sich über das Vorgehen bei dem Personenschutz. Da klingelt Christians Mobiltelefon. „Entschuldigung.“, meint er höflich, bevor er sich aus dem Gespräch verzieht und an sein Mobiltelefon geht. Auf dem Display sieht er schon, wer der Anrufer ist. „Hallo, Amir. Was gibt es?“, fragt er diesen. Aus dem Telefonhörer klingt es: „Wir haben ein Buch des Täters gefunden, wo er die Morde geplant hat.“ Seine Stimme klingt aufgeregt und ein wenig verstört. Es setzt ihm immer noch zu, wie krank dieser Täter ist. „Ja, und?“, fragt Christian gespannt nach. Was will Amir ihm damit sagen? Gibt es etwa Neuigkeiten, die helfen würden Mirko Weil zu finden in diesem Buch? Das wäre ein guter Schritt. Amir atmet tief durch: „Der Täter hat die Tatplanung vor dem Mord niedergeschrieben und nach der Tat sein tatsächliches Vorgehen dokumentiert. Die Tatplanung beinhaltet auch Zeit und Ort der Entführung und Planung des Mordvorgangs und wurde auch schon für euer viertes Opfer festgelegt.“ In Christians Gehirn rattern die metaphorischen Zahnräder. „Ach du scheiße.“, meint Christian, da ihn die Erkenntnis übermannt. „Dann wissen wir ja, wo wir ihnen fassen können.“ Jetzt, da sie wissen wo und wann der Täter Birgit Sebert aufgreifen wollte, haben sie eine Chance ihn zu fassen, insofern der Täter nicht ahnt, dass die Polizei hinter ihm her ist und deshalb seinen Plan ablässt. Der Täter könnte ihnen praktisch in die Arme laufen. „Genau.“, stimmt Amir zu. „Mirko Weil will sie morgen bei ihrem morgendlichen Joggen im Wald aufgreifen.“ Christian muss kurz auflachen. Das ist mehr als ein guter Hinweis. Er sagt immer noch nicht sicher aus, ob sie Mirko Weil finden werden, aber er ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Und Christian muss diesen Kerl schnappen, nach all dem, was er seinen Kollegen angetan hat. Er ist Polizist und hat es sich zur Aufgabe gemacht andere Menschen zu schützen und zu helfen. Bei jedem seiner Fälle denkt er an diesen Auftrag, aber bei diesem hier ganz besonders. Immerhin sind seine eigenen Kollegen involviert, die ihm sehr wichtig sind. „Danke, Amir. Das hilft uns sehr weiter. Gute Arbeit.“, lobt er seinen Kollegen.

Die Krankenschwester macht schnell ihren Job bei Bernie fertig und dies so leise es geht, um die zwei Damen an seiner Seite nicht aufzuwecken. Normalerweise dürften die Damen aufgrund der Regeln der Intensivstation gar nicht hier sein, aber Bernies Arzt hat es ihnen erlaubt. Sie geht an ihre Aufgaben mit etwas Eile heran, aber sie kann nicht anders. Sie hat viele Patienten und viel zu tun und muss sich um viel kümmern. Ihr Job ist man manchmal ein wenig ungnädig und würdigt ihr Tun nicht so richtig. Gerne wäre sie persönlicher und hätte Zeit auf ihre Patienten mehr einzugehen, aber der Zeitdruck lässt mehr als kurzen Smalltalk nicht zu. Als sie weg ist, ist Bernie für sich alleine, denn seine Kolleginnen schlafen immer noch. Sie scheinen es nötig zu haben.

Er ist körperlich mächtig eingeschränkt und kann sich kaum bewegen. Seine eine Hand, seine Beine, sein Oberkörper. Eine Meer aus gebrochenen Knochen und Verletzungen. Er selbst weiß zwar nicht genau, was mit ihm los ist – er war bisher noch nicht lange genug wach und interessiert genug, um nach seinem Körperzustand zu fragen - , aber er kann es sich ja selbst ausmalen Es muss ernst gewesen sein, denkt er sich. Immerhin wurde er beatmet und auf die Intensivstation kommt man nicht einfach so.

Es ist das erste Mal seitdem Bernie hier ist, dass er sich nach dem Aufwachen nicht direkt wieder so schlapp fühlt, dass er eigentlich sofort weiter schlafen könnte. Was er eigentlich begrüßt, denn den ganzen Tag zu verschlafen ist nicht sein Ding. Auf der anderen Seite ist es auch nicht unbedingt seine Vorstellung von einem guten Tag hier zu liegen, verletzt und krank, und sich kaum bewegen zu können. Er wünschte sich, dass wenigstens Conny oder Nina wach wären und er jemanden zum reden hätte, aber die zwei schlafen und sie haben es sich verdient. Immer waren sie hier und für ihn da.

Bernie mustert seine zwei Kolleginnen und gute Freunde. Über die zwei kann er sich nicht beklagen. Er hat mit ihnen wirklich ein großes Los gezogen, vor allem mit Conny. Sie sind zwei charakterlich tolle Frauen, stark, intelligent, zuverlässig, nett und hilfsbereit. Und optisch ansprechend sind beide auch sehr.

Er betrachtet Conny. Sie gehört zu den wichtigsten Menschen in seinen Leben. Er ist Single und kinderlos und manchmal beschäftigt ihn der Gedanke des Alleinseins ohne Ehefrau und Kinder. Was ist, wenn er alt wird und immer noch alleine ist? Der Gedanke ist schon sehr beängstigend. Aber dann fällt im wieder ein, dass er nie allein sein wird. Vielleicht hat er keine Frau und auch keine Kinder, aber er hat eine beste Freundin, die ihm immer zur Seite steht, auf die er sich in jeder Lebenslage verlassen kann – generell hat er es mit all seinen Kollegen sehr gut getroffen, auf die er sich alle immer verlassen kann. Aber die wichtigste Person ist und bleibt Conny. Er mag Conny wirklich unheimlich gerne. Wenn er so darüber nachdenkt, mag er selbst die Dinge an ihr, die ihn in den Wahnsinn treiben. Er und sie sind ein harmonierendes und gutes Team und wer auch immer für ihre Zusammenführung bei der Arbeit die Verantwortung trägt, darf sich für sein Tat auf die Schulter klopfen. Außerdem ist sie eine bildhübsche Frau in seinen Augen, die mit beiden Beinen im Leben steht. Selbst jetzt findet er sie immer noch wunderschön – schlafend neben seinem Bett nach Tagen der Sorge und Angst und trotz ihrer eigenen gesundheitlichen Angeschlagenheit.

Er weiß nicht, wie viel Zeit vergeht, aber etwas später kommt sein behandelnder Arzt in sein Zimmer und öffnet die Tür mit lauter Bestimmtheit. „Shh“,ermahnt ihn Bernie zur Ruhe und deutet mit seiner gesunden Hand auf seine schlafenden Kollegen. Seine Kollegen brauchen auch mal einen anständigen Schlaf. Er hofft auch, dass die anderen Kommissare, die den Fall bearbeiten, sich zwischendurch Ruhe gegönnt haben. Aber er kennt sie zu gut und weiß, dass sie wahrscheinlich gar nicht Ruhen können, bevor der Fall als gelöst zu den Akten gelegt wird. Ihm erginge es in einer solchen Situation nicht viel anders. Seine Kollegen, die hier schlafen. will er jedenfalls nicht wecken. Irgendwie fühlt er sich erinnert, wie er manchmal im Büro eingeschlafen ist, nachdem er nachts arbeiten musste. Manchmal hatte Conny ihn einfach so mit einem Spruch auf dem Lippen aus dem Schlaf gerissen, was aber auch meist berechtigt war. Denn sie sind Partner und er kann nicht einfach schlafen, während sie arbeitet. Oft hat Conny ihn aber auch versucht so sanft wie möglich aus dem Schlaf zu holen mit einer Tasse Kaffee und wenn jemand ihn dann doch unsanft vor ihr aufgeweckt hatte, hatte sie gerne kommentiert: „Mann, jetzt ist der ganze Tag versaut.“ Bernie braucht nun mal nach dem Aufstehen ein wenig Ruhe und Zeit für sich selbst. Und genauso rücksichtsvoll und umsichtig will er jetzt auch ihr und Nina gegenüber sein, die immerhin schon die ganze Zeit für ihn da sind. Und Conny wirkt zwar ziemlich gesund, aber auch sie wurde vor kurzem beinahe ermordet und mit einem Elektroschocker nieder gestreckt und sollte auch mal ein wenig echte Ruhe finden.

Der Arzt geht jedenfalls auf Bernies Ermahnung an und redet im Flüsterton. Er versteht ja, dass der Herr die zwei Schönheiten nicht wecken will „Hallo Herr Kuhnt. Ich bin Dr. Degen.“, stellt der Arzt sich vor und lächelt sehr freundlich und versichernd. In der nächsten Zeit führen der Arzt und Bernie ein Gespräch über seine gesundheitlichen Probleme und Verletzungen und das alles im Flüsterton, um die zwei Damen nicht zu wecken. Dass sein Körper einige schwere Schäden davongetragen hatte, ist Bernie bewusst, aber den Ausmaß der Verletzungen zu hören, trifft ihn trotzdem, obwohl der Arzt sehr umsichtig ist. Anschließend studiert der Arzt Bernies aktuellen Werte – stabiler Kreislauf, Infektion klingt ab – und stellt fest, dass es Bernie gut genug geht, um einen OP-Termin für die Operation der Beinbrüche festzulegen. Den Arzt findet Bernie durch und durch sympathisch. Er schient seinen doch sehr harten Job wirklich zu lieben und nimmt sich die Zeit Bernie alles so zu erklären, dass er es versteht und dass er so beruhigt wie möglich aus dem Gespräch hinausgeht. Dann verabschiedet er sich, aber nicht, ohne einen Blick auf die zwei Frau an Bernies Bett zu richten, die tatsächlich das ganze Gespräch durchgeschlafen haben – das nennt man Erschöpfung. „Mit den zwei haben sie wirklich das große Los gezogen.“, erklärt er Bernie. Wie diese Personen an seiner Seite stehen und ihn beistehen, ist wirklich lobenswert. Vor allem Conny hat der Arzt ein wenig kennen gelernt und war von ihrer Fürsorge und Sorge um Bernie sehr berührt. „So eine Frau wie Conny an meiner Seite, würde ich mir halten.“, meint er bevor er den Raum verlässt. So eine Freundin zu haben, ist wirklich großes Glück.

Bernie findet es gut über seinen körperlichen Zustand endlich informiert zu sein, auch wenn nichts davon wirklich gut klingt, aber der Arzt hat ihm ja erklärt, dass alles danach aussieht, dass er wieder ganz gesund werden kann, auch wenn es Zeit und Kraft und Stärke kostet. Er hat aber auch genug Unterstützung – von Kollegen und von Conny.

Was ihn vor allem beschäftigt ist, dass auch der Arzt – genauso wie die Krankenschwester – eine Anspielung auf Conny an seiner Seite gemacht hat. Sie muss wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Er kann es aber auch verstehen, denn Conny ist stark und sie ist toll. Sie ist eine große Stütze für ihn und ihm wirklich wichtig. Er würde nicht jeden auf diese Art und Weise das Leben retten. Natürlich ist er schon mal bereit ein Risiko einzugehen und Zivilcourage zu zeigen, aber in diesem Ausmaß würde er sich nur für geliebte Menschen einsetzen, bei Fremden würde irgendwann der Selbsterhaltungstrieb siegen. Conny ist hübsch, intelligent und nimmt ihn an - mit all seinen Macke. Sie ist immer da. Sie ist ein Teil seines Lebens. Aber jetzt, wo er Zeit zum Nachdenken hat, sinniert er darüber wie tiefgängig seine Beziehung zu Conny ist. Er hat ihr das Leben gerettet und liegt hier im Krankenhaus, schwer verletzt und wer er darüber nachdenkt, würde er es trotz der Konsequenzen für ihn es ohne einen Gedanken zu verschwenden direkt wieder so machen. Sie spielt einfach eine riesige Rolle in seinem Leben, die man nicht daraus streichen kann.


Ein Mann kauft eine Flasche Brennspiritus, eine Axt und ein Feuerzeug in einem Geschäft. Die Kassiererin lächelt ihn freundlich an, aber er ignoriert sie und geht Blickkontakt aus dem Weg. Er scheint sehr in sich gekehrt zu sein. Er bezahlt bar und verlässt den Laden und wird der Verkäuferin als merkwürdig in Erinnerung bleiben. Auf seinem weiteren Weg aus dem Geschäft zu seinem Zielort liegt ein Kiosk. Die aktuelle Duisburger Zeitung hat auf ihrer Titelseite ein Bild von einem gesuchten Mann, der circa 40 Jahre alt ist und dunkles Haar hat und eine erkennbare längere Narbe auf der Wange trägt. Das Bild zeigt ihn selbst.

So. Das war das Kapitel 14. Ich hoffe, dass es euch gefallen hat.

Eigentlich wollte ich das Kapitel schon vorgestern fertig haben, aber irgendwie viel es mir schwer meine Ideen für das Kapitel in Worte umzusetzen, aber heute hatte ich dann doch meinen Durchbruch.


So. Also ich hab mal wieder mich von Episoden inspirieren lassen. Nämlich alles was ich zu Bernie beim Schlafen geschrieben habe, kommt aus Episoden, die ich auch auf der Festplatte gespeichert habe. Ich weiß aber gerade nicht, wie sie heißen.

Und habt ihr die erste Folge am Montag (10.06. „Flaschenkind“) gesehen? Ich fand es so toll, wie Bernie sich um Conny sorgte, als sie undercover in der Entzugsklinik kann, Und Conny, reale Person, hat ihre Rolle als Conny in dieser Folge sehr gut gespielt. Und auch in der ersten Folge von heute (Mieten, Kaufen, Klauen) fand ich schön, wie Christian sich gesorgt hat und benommen hat, nachdem die eine neue Kommissarin, dessen Namen ich nicht kenne und mit der ich irgendwie noch nicht so richtig warm geworden bin, einen Streifschuss abbekommen hat. Aber von mir aus, hätte das lieber Conny oder Bernie oder so passieren können...

Reviews freuen mich wie immer sehr. Hat euch etwas besonders gut gefallen? Hat euch etwas nicht so sehr gefallen? Ich lese es mir gerne durch. Wir sehen uns in Kapitel 15.
Liebste Grüße
Hochachtungsvoll,

die Autorin
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