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Bravo Balthier, gaaanz toll gemacht!

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Balthier Fran Larsa Vayne
14.03.2013
19.03.2013
9
15.976
 
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6 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
14.03.2013 2.017
 
Danke an meine Beta Leserin mintas, die diese Geschichte schon von Anfang an verfolgt hat und mich mit ihrem postiven Feedback dazu ermuntert hat, immer weiter zu schreiben :)

Kapitel 1

Eine sanfte Brise wehte über den großen Brunnenplatz zu Larsa hinüber, der auf einer Mauer nahe des Westtores saß.
So gerne wäre er jetzt ein wenig durch die Gassen Rabanastres geschlendert. Hie und da könnte er einen Laden besuchen, an den Blumen schnuppern oder mit ein paar Bürgern reden. Doch diese hielten alle Abstand von ihm. Auch wenn sie nicht unbedingt wussten, dass er Larsa Solidor war, so konnten sie doch die Soldaten, die hinter ihm hergingen, nicht übersehn.
Larsa schloss kurz die Augen. Er musste sich etwas überlegen, um diese Nervensägen los zu werden.
Er richtete seine Aufmerksamkeit auf seine Leibwächter, die auf den Stufen direkt unterhalb der Mauer saßen. Wäre er jetzt einfach hinuntergesprungen, wäre er direkt auf dem Kopf einer der Soldaten gelandet.
Also keine Option. Er sah sich um. Es wäre für ihn sicher möglich, sich einen Vorsprung einzuräumen, wenn er über die Mauer lief. Aber dann? Wohin? In die Westwüste? Schon lange wollte er die Wüste erkunden, aber sein Bruder wäre sicher nicht glücklich, wenn er davon erführe. Besonders verirrte sich der 13jährige des Öfteren, abgelenkt von seiner Neugier. Seit dem letzten Mal als dieses passiert war, schleppte er jene Soldaten mit sich herum und hatte die strenge Anweisung, die Stadt nicht zu verlassen.
Er seufzte, strich sein Pony zurück und setzte sich leise auf. Dann rannte er unmittelbar los. Seine Wächter brauchten länger als er gedacht hatte, um zu bemerken, was gerade geschah.

Sofort spürte er eine unbändige Freude, als er den Wind im Gesicht spürte und die schweren Schritte hinter sich immer leiser werden hörte. „Lord Larsa!“, riefen sie erschrocken und bemühten sich, ihm schnell zu folgen, doch zu spät. Siegesgewiss schlüpfte er durch das Tor und lief tief hinein in die Wüste.

Da stand er nun. Alleine. Trug lediglich ein nahezu stumpfes Schwert bei sich und einen kleinen giftgetränkten Dolch.
Aber er hatte ohnehin nicht vor zu kämpfen. Er schützte sich auf seine Weise vor Monstern.

Larsa spazierte gemütlich durch die Westwüste und blieb dann stehen um ein Sklavenil zu beobachten, das in seiner Nähe nach Nahrung suchte.
Er setzte sich in den weichen Sand unter einem dürren Baum, der ein klein wenig Schatten spendete. Das Sklavenil störte sich nicht an ihm. Es schien eher neugierig.
Viele Monster zeigten diese Reaktion auf Larsa. Er schien ihnen keine rechte Bedrohung. Vielleicht spürten sie auch sein Harmoniebedürfnis, wussten, dass er ihnen nichts tun würde und hatten deshalb keine Angst.
Vorsichtig kam das Tier näher. Larsa lächelte. Er fand schon immer Gefallen an diesen ehemaligen Kriegsrossen.
„Es wäre sicher spaßig, zur Abwechslung mal keinen Chocobo zu reiten…“, überlegte er.
Plötzlich riss das Sklavenil erschrocken den Kopf hoch.
„Was ist los?“, fragte Larsa verwirrt. Das Tier konnte ihm natürlich nicht antworten, also richtete er sich auf und sah in dieselbe Richtung wie das Pferdewesen. Die Umrisse menschlicher Gestalten waren zu sehen. Sechs an der Zahl. Einer der Schatten erinnerte ihn an eine Viera. Lange Hasenohren mit weichem Fell bedeckt. Vermutlich lag er also richtig. Dann eben nur fünf Menschen, und eine Viera. Seltsam, dass sie ihren Wald verlassen hatte. Er kannte doch bisher nur eine einzige, die das gewagt hatte…
Das Sklavenil zuckte zusammen und rannte in die entgegengesetzte Richtung davon.

Er sah dem Tier nach, als es mit kräftigen Sprüngen hinter den nächsten Dünen verschwand. Dann richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf die anderen Gestalten. Ihn überkam da so eine Ahnung, um wen es sich handelte.
Im Gegensatz zu ihm schienen die Gefährten ihn jedoch noch nicht bemerkt zu haben, also stellte er sich auf eine kleine Anhöhe und begann zu winken.
Vaan sah ihn als erstes. „Guckt mal, das ist doch Larsa!“
Penelo brach in Jubeln aus, als auch sie den Jungen erkannte. Prinzessin Ashe schien etwas irritiert darüber, dass der Bruder von Lord Vayne so alleine in der Wüste umherstreifte. Basch wiederum freute sich sehr und auch Balthier und Fran tauschten einen langen Blick aus.
Larsa kam zu ihnen, ein freundliches Lächeln auf dem Gesicht.
„Ich hatte nicht vermutet, euch hier anzutreffen. Welch freudige Überraschung!“, sagte er, ließ den Blick durch die Runde gleiten und blieb schließlich an der Prinzessin hängen. „Lady Ashe.“ Er verbeugte sich kurz vor ihr. Balthier musste grinsen. Dieses formale Getue und die Art wie dieser kleine Junge redete kamen ihm albern vor. Auch Penelo kicherte. Larsas Auftreten erinnerte sie an Basch, den edelmütigen Hauptmann.
„Was führt euch überhaupt hierher?“, fragte Larsa interessiert.
„Der Erddrache“, antwortete Vaan ganz cool. „Wir hatten mit dem noch ne Rechung offen.“
Balthier hüstelte. „Darf ich dich daran erinnern, dass du fast unseren ganzen Vorrat an Hi Potion gekostet hast?“
Fran nickte zustimmend.
Vaans Gesicht nahm einen seltsamen Ausdruck an, der alle zum Lachen brachte.
Es war schon lange her, dass Larsa so ehrlich gelacht hatte. Genau genommen, als er das letzte Mal mit den Gefährten unterwegs gewesen war.
Als sie sich beruhigt hatten fing Penelo an rumzuhampeln. Sie deutete zum Himmel, der sich schon rosarot färbte. „Wir sollten schnell zurück nach Rabanastre zur Strahl. Es wird schon dunkel und wir haben so gut wie keine Potions mehr. Und wenn es dunkel wird…“
Basch warf einen besorgten Blick auf Larsa, der den Kopf gesenkt hatte, sobald es um die Rückkehr nach Rabanastre gegangen war.
Auch Balthier hatte es gemerkt. Er sagte jedoch nichts sondern übernahm einfach kommentarlos die Führung. Zügig schritt er voran. Tatsächlich folgte Larsa der Gruppe. Er lief zwischen Vaan und Penelo, doch er achtete kaum auf deren Gespräch, sondern starrte auf den Boden. Er dachte nach.
Allmählich legte sich das samtene Tuch der Nacht über sie und die Silhouette Rabanastres ragte in der Ferne empor. Larsa seufzte hörbar und stoppte dann abrupt.  
„Wartet bitte einen Moment.“
Die anderen drehten sich zu ihm um und Basch hatte wieder einen besorgten Gesichtsausdruck aufgesetzt. Zwar beschützte er bevorzugt Lady Ashe, aber der 13jährige weckte den Beschützerinstinkt in ihm. Balthier fühlte ähnlich und das verwirrte ihn zutiefst, was er sich aber keineswegs anmerken ließ. Nur Fran ahnte wohl etwas, wie immer, wenn Balthier etwas beschäftigte. Das Gespür der Viera war wirklich erstaunlich sensibel.

Larsa scharrte nervös mit dem Fuß.
„Ähm, ich…“ Er richtete den Blick auf Balthier, woraufhin dieser fragend eine Augenbraue hochzog. „Ich bitte um Erlaubnis euch begleiten zu dürfen. Ich möchte so frei sein wie ihr. Bitte.“
Balthier lächelte sein typisches Lächeln und antwortete ohne zu zögern. „Welch wohlüberlegte Worte der Lord da von sich gibt. Aber klar, willkommen an Bord.“
Perplex starrte Larsa den Luftpiraten an. Er war es nicht gewohnt, dass sich jemand über seine Art zu Reden beschwerte. Ganz im Gegenteil – es wurde so verlangt!
Aber er freute sich enorm, dass er so schnell wieder in die Gemeinschaft aufgenommen wurde.
Das beschwingte Gefühl hielt an, bis sie in Sichtweite der Stadttore kamen. Von da ab hielt er ständig Ausschau nach imperialistischen Soldaten. Bestimmt war schon eine Suchmeldung nach ihm herausgegeben worden. Vaan und Penelo gaben sich alle Mühe, ihren Freund gegen alle noch auf den Straßen und im Luftschiffhangar Wandernde abzuschirmen.
Aber Fran zog ohnehin mehr Aufmerksamkeit auf sich. Zielstrebig steuerte Balthier zur Strahl und sie alle gingen eilends hinein. Larsa atmete erleichtert auf, als der Besitzer des Luftschiffs die Luke schloss, traf dabei dessen Blick und lächelte Dankbar.
Irgendetwas hatte der Junge an sich, dessen war Balthier sich sicher. Wie sonst hätte er den halben Tag in der Wüste verbringen können, ohne auch nur von einem einzigen Monster angegriffen worden zu sein?
Und er verhielt sich absolut nicht wie ein 13jähriger…
Vaan zog einen Stapel Karten aus einer Schublade und warf sie auf den Couchtisch, um den herum Penelo, Basch und Ashe schon auf gemütlichen Sofas Platz genommen hatten und setze sich ebenfalls. „Spielst du mit?“, fragte er an Larsa gewandt, doch der Junge mit den schwarzen Haaren schüttelte den Kopf. „Ich kenne kein einziges Kartenspiel, aber gerne würde ich euch zusehen.“
Wieder ein komischer Blick seitens Vaan und auch die anderen starrten ihn ungläubig an. Lediglich Prinzessin Ashe nickte wissend. Er war sicher noch strenger aufgewachsen als sie, wenn er in diesem Alter schon alles über Geschichte und Politik wusste. Er kannte sich perfekt aus, was Theorie anging, und das in beinahe jeder Disziplin. Es war ihr aufgefallen, als sie das letzte Mal ein Gespräch unter vier Augen mit ihm geführt hatte.
Es wunderte sie kein bisschen, dass primitive Spiele wie dieses ihm nie untergekommen waren. Sie empfand Mitleid für den Jungen.
Für den Jungen der noch immer vor der Eingangsluke stand und sanft lächelte. Keine Spur von Verlegenheit, keine Spur von Trauer. Die reine, aufrichtige Neugierde spiegelte sich in seinem Lächeln.
„Du spielst einfach mit mir mit, und wir erklären dir dann zusammen das Wichtigste!“, meinte Penelo und rief ihn mit einer Handbewegung zu sich.
Diese Nacht war für den jungen Lord so schön, dass er hoffte, sie würde niemals enden. Denn die Gefährten lachten und scherzten, redeten über ihre Espern und brachten Larsa bei, Chocoboritt zu spielen. Doch nach einiger Zeit wurden sie alle sehr müde. Penelo nickte beinahe während dem Spielen ein, sodass Balthier, der die letzten Spiele haushoch gewonnen hatte (was nebenbei bemerkt nicht mit rechten Dingen zugegangen sein konnte), schließlich aufstand und  laut überlegte, wo er Larsa unterbringen sollte. Nach einigem hin und her beschlossen sie, dass Penelo aus Vaans Kajüte mit in Frans und Ashes ziehen sollte, damit Larsa mit ihm in eine konnte. Basch und Balthier schliefen weiterhin in ihrer.
Todmüde fiel Larsa ins Bett und fiel in einen albtraumgeplagten Schlaf. Vayne, der Truppen zur Suche nach seinem kleinen Bruder aussandte, die die Strahl umstellten und seine Freunde töteten, als diese versuchten ihn zu beschützen. Er sah sich selbst in Mitten der Leichen stehen, bis die Soldaten ihn brutal mit sich zerrten.
Mit vor Schreck weit aufgerissenen Augen saß er im Unteren Teil des Hochbetts. Sein Herz hämmerte Laut gegen seine Brust und er zitterte.
Seine Gedanken kreisten um den Traum wie ein Karussell. Der Traum war derart Real gewesen. Er gab einen erstickten Laut von sich, der klang wie ein Schluchzen.
Vaan im Bett über ihn drehte sich und schnarchte dann leise vor sich hin.
Larsa stand auf und lief barfuß über den kalten Boden. Leise öffnete er die Tür und schlüpfte hindurch. Er wusste nicht wieso, aber er hatte den unbändigen Drang, Balthier seinen Traum zu erzählen. Vielleicht konnte er ihn bitten, den Luftschiffhangar so schnell wie möglich zu verlassen. Einfach nur weg. In Sicherheit.
Zaghaft klopfte er an die Tür, so leise, dass es fast nicht vernehmbar war. Doch einen Moment später wurde die Tür geöffnet, woraufhin Larsa sehr erschrak, da er nicht damit gerechnet hatte. Der 1,83m große Luftpirat mit den hellbraunen Haaren sah überrascht auf ihn hinab.
„Meine Güte, Larsa, was machst du denn hier?“
Larsa senkte betreten den Blick.
„Tut mir Leid, euch stören zu müssen, aber ich…“ Plötzlich wusste er nicht mehr, wie er es sagen sollte. Es kam ihm albern vor, wie er reagierte. Er selbst kam sich albern vor, wie er hier stand wie ein begossener Mogry und vor sich hin stammelte.
Basch erschien im Hintergrund und starrte auf den schwarzhaarigen Jungen, als wäre dieser ein Gespenst.
„Lord Larsa…“
Super, wie sollte er aus dieser Situation wieder rauskommen?
„Ähm“, setzte er erneut an. „Ich hätte eine Bitte. Können wir morgen nach Bhujerba fliegen? So früh wie möglich?“
Balthier schien einen Moment zu überlegen, während Basch einen verwirrten Gesichtsausdruck aufsetzte und fragte: „Warum Bhujerba?“
„Warum nicht?“, sagte Balthier wobei er Larsas Frage beantwortete, und nicht die Baschs.
„Es war zwar eigentlich nicht als unser nächstes Ziel eingeplant, aber ich denke, es wäre gar keine so schlechte Idee…“
Larsa nickte dankbar und machte dann schnell auf dem Absatz kehrt und ging zurück in sein Zimmer, ohne sich noch einmal umzublicken. Vermutlich war er gerade ziemlich unhöflich gewesen, aber die Situation hatte ihm nicht behagt.



Dieses ist das erste Kapitel der Fanfiction, an der ich mit Abstand schon am längsten schreibe. Ich hoffe, sie gefällt euch. Feedback erwünscht :)
Liebe Grüße, Couragalice
 
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