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Battle off Bel'Shir

Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Sci-Fi / P12 / Gen
10.03.2013
10.03.2013
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9.555
 
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10.03.2013 9.555
 
Es ist der erste Tag in meinem neuen Einsatz. Ich wurde, auch wenn ich es nicht wollte, verpflichtet gegen die Protoss auf dem Planeten Bel'shir zu kämpfen. Dort wurden schon seit Jahren Gefechte geführt, die wir aber jedes mal verloren haben. Schuld daran war ein inkompetenter oder ein zu besoffener Kommandeur, der im falschen Moment die falsche Entscheidung getroffen hat.
Als Beispiel wäre zu nennen, dass man die Eliteeinheit der Protoss die Hohen Templer nicht beachten braucht, da sie zu langsam sind um uns gefährlich zu werden, aber sie holten auf, da wir nicht schnell genug fliehen konnten, weil wir uns auf schlammigen Grund bewegten.
Die Hohen Templer sind Wesen die so groß wie Menschen sind, aber keine normale Haut haben, sondern eine bläuliche. Sie haben eine Mischung aus einer Rüstung und einer Robe an. Ihre Rüstung beschränkt sich auf einen Brust-Harnisch. Darunter haben sie ihre blaue Robe an, die vorne aus zwei schmalen Streifen besteht, während auf dem Rücken die Robe den vollen Umfang eines Capes hat.
Sie setzten ihr mächtiges Wissen ein und beschworen Psi-Stürme, elektrische Blitze die in einem gewissen Umkreis alles durchdringen, selbst den härtesten Stahl, herauf, die die meisten von uns verwundeten.
Der Rest der noch von uns übrig blieb, wurde von der restlichen protossischen Armee besiegt. Durch diese verheerende Niederlage,  in der knapp die Hälfte der gesamten Besatzung starben, konnten wir die anrückende Armee nicht aufhalten und mussten uns von diesem Planeten zurückziehen.
Nun versuchen wir noch einen Angriff, da dieser blau-grünliche Planet einen wichtigen Tempel besitzt und wir uns erhoffen, dass in diesem wichtige Informationen sind, die uns auf unserem Feldzug gegen die Protoss helfen.
Wir sind nun auf dem Weg nach Bel'shir.
Ich kann nicht glauben wie langsam unser Schwerer Kreuzer ist, es fühlt sich an, als würde ich anstatt zu rennen, auf dem Boden kriechen. Ich bin jetzt seit geschlagenen 4 Wochen auf der Reise. Ein Aufklärer bräuchte nicht einmal 2 Stunden.
Mittlerweile kenne ich jeden auf dem Schiff. Der Barkeeper Jones, die Verwalterin Lisa und der Hund des Kapitäns sind dabei die Wichtigsten. Jones versorgt mich immer mit einer guten Anzahl an kaltgestellte Getränke, Lisa lässt das bis zu einer gewissen Grenze durch und der Hund leistet mir gute Gesellschaft, auch wenn er nicht reden kann.
Ich bin kein sehr geselliger Mensch, ich versuche mich mit den anderen zu verstehen, aber ich habe nicht das Bedürfnis sie näher kennenzulernen. Auf einen meiner üblichen Touren in die Bar, die im Heck des Kreuzers ist treffe ich auf andere Soldaten und Handwerker, sie unterhalten sich miteinander, spielen Poker oder Blackjack, aber ich setzte mich, natürlich, nicht dazu. Ich grüße ein paar von ihnen, aber ich meine es nicht wirklich ernst wenn ich frage: „Na wie geht’s euch?“
Eigentlich bin ich nur hier, weil das Los auf mich gefallen ist, demnach habe ich keine Lust mich mit anderen, die mein Schicksal teilen, zu unterhalten. Unser Kreuzer ist nicht ordentlich, aber was erwartet man von einem Schlachtschiff - Dass es so schön ist wie auf einem Luxuskreuzer? - Bestimmt nicht, aber ein gewisses Maß an Hygiene ist wohl doch angebracht. Spinnennetze, überall in den Ecken, Staub der in Flusen von einem Gang in den anderen weht.
Aber, da ich ja ein Soldat bin, darf ich mich nicht über so etwas beklagen. Ich habe den Rang eines Unteroffiziers inne. Ich bin zwar kein großes Licht im Militär, aber ich kann auch ein paar einfache Soldaten herum kommandieren, was meine Laune, um Einiges, hebt. Ich frage mich, wann, um Gottes Willen, wir endlich auf Bel'shir ankommen, aber meine Frage bleibt unbeantwortet, stattdessen fragt eine Frauenstimme:
„Na, wo wollen Sie denn hin?“ Eigentlich brauche ich gar nicht zu antworten, da Lisa eh weiß, wohin ich um diese Zeit gehe, aber ich antworte ihr trotzdem „Ich gehe in die Bar.“ „Dieses Mal lasse ich aber nicht alle Flaschen durchgehen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Sie weiß was uns erwarten wird und möchte, dass wir die restliche Zeit, die uns bleibt, genießen.
Lisa ist eine recht rundliche Frau in den mittleren 50ern, aber trotzdem nicht mürrisch. Leicht angegraute Haar, wobei das Blonde aber noch überwiegt, sind recht kurz geschnitten, sodass sie bis zum Kinn reichen.Wenn sie ein bisschen jünger wäre, würde ich vielleicht Gefallen an ihr finden.
„Wir kommen in 2 Tagen an“, sagt sie. „Toll, dann darf ich mich endlich abschlachten lassen und das nur weil der olle Mengsk es für nötig hält diesen unbedeutenden  Planeten unter seine Kontrolle zu bringen“, sage ich missmutig.
Das mache ich gerne, gegen die Regierung wettern, die sowieso korrupt bis zum gehtnichtmehr ist. Es befreit mich einfach, meinen Unmut gegen sie auszulassen.
Ich höre ein Bellen aus dem Ende des Flures, das ist Riddick, ein großes,  braunes, sabberndes Fellknäuel. Er läuft den Gang entlang, auf mich zu. Lisa ist wenig begeistert, sie hat eine Abneigung gegen Alles was nicht menschlich ist, deshalb weicht sie an die Wand aus, was ein gewaltiger Fehler war, da sie genau in ein Spinnennetz mit einer riesigen – na ja, für Frauen vielleicht riesigen - Spinne geht. Kreischend läuft sie davon. In ihr Kreischen mischen sich mein Lachen und Riddicks freudiges Bellen, bzw. Quieken ein.
„Na ja, jedenfalls weiß ich nun, wann ich ankomme“, sage ich eigentlich zu Riddick, aber das ist wohl eher ein Selbstgespräch. „Wir müssen uns langsam voneinander verabschieden.“ Als Antwort kommt ein Quieken, in dieser Situation ein absolut falsches Geräusch, aber das bestätigt nur, dass ich wohl eher mit mir selbst geredet habe.
Riddick möchte einfach nur hinter den Ohren gekrault werden. Er hat unglaublich sanftes Fell, es ist eine Wohltat ihn zu streicheln beziehungsweise zu kraulen. „Ich muss dann weiter Riddick, willst du mitkommen?“ frage ich ihn. Er sitzt nur da und guckt mich mit seinen großen Augen an.
Ich setzte mich in Bewegung und sehe im nächsten, ebenfalls schmutzigen Gang einen Ghost, zumindest nehme ich an es ist ein Ghost, die Art wie er sich bewegt, geräuschlos und dazu noch sein gewaltiges K-10-Kanistergewehr. Daneben sieht mein Gaußgewehr wie ein Spielzeug aus.
Ein Ghost zu sehen ist nicht gerade alltäglich, sie sind die Spezialeinheit von uns. Von allen, die die Ausbildung zum Ghost durchlaufen haben, heben es nur 15% geschafft. Sie sind schnelle, furchtlose Tötungsmaschinen, die mit nahezu jedem Gegner fertig werden. Für jeden Kommandeur ist es eine Freude auch nur einen in seinem Trupp zu haben. Er geht weiter, aber er muss irgendwie gemerkt haben, dass ich ihn angucke, denn plötzlich dreht er den Kopf herum und fragt mich schorf : „Was gibt’s da zu glotzen? Hast du noch nie einen Ghost gesehen, oder was?“ Die Stimme ist verzehrt und man kann unmöglich sagen, ob der Ghost ein Mann oder eine Frau ist, ich denke, anhand der Wortwahl, dass es ein Mann ist.
Ich schüttle wahrheitsgemäß den Kopf, denn ich habe die Befürchtung, dass, wenn ich versuchen würde zu lügen, er das sicherlich durchschauen würde.
Ich denke er grinst dabei, was aber unmöglich zu sagen ist, da eine Maske, welche typisch für einen Ghost ist, das gesamte Gesicht verdeckt, als er sagt „Dein erster Einsatz, wie? Dann hör jetzt mal zu Jungchen. Bei jedem Einsatz ist mindestens einer von uns dabei, damit nicht so viele von euch dabei draufgehen. Ich würde an deiner Stelle nicht unbedingt hier herumstehen, sondern mich auf den Einsatz vorbereiten, aber was kann man von einem einfachen Marine schon erwarten?“, sagt sie mit herablassender Stimme. Ich werde wütend, ich bin kein einfacher Marine!
„Niemand hat dich nach deiner Meinung gefragt! Du bist auch nicht besser als jeder andere hier auf dem Schiff. Du hast zwar eine bessere Waffe als ich, aber Mut kann man sich  nicht kaufen!“, rufe ich. „Sieh an, ein Marine der genug Mumm hat, seine eigene Meinung zu sagen und nicht einfach eingeschüchtert nickt. Das gefällt mir. Wir sehen uns auf dem Schlachtfeld. Mal sehen, wie oft ich dir das Leben rette“, entgegnet er gelassen und geht ohne ein Wort zu sagen weiter.
Immer noch zornig marschiere ich Richtung Bar. Meine Laune war zwar nie wirklich fröhlich, aber dieses Treffen mit diesem eingebildeten Ghost hat es nur noch schlimmer gemacht.
Ich öffne die Tür zur Bar nicht, ich schlage sie beinahe ein. Jones wirft mir einen Blick zu, der mich wieder zu Vernunft bringt. Ich kann meinen Zorn nicht an anderen auslassen, zumindest nicht an meinen Kollegen. Ich hebe mir meinen Zorn für die gegnerischen Berserker auf, ja das ist eine gute Idee. Ich gehe an den Tresen und bestelle mir einen Cognac. Jones guckt mich kurz an, schüttelt den Kopf und schenkt mir einen ein.
Das ist einer der Gründe warum ich Jones mag, er ist nicht sehr gesprächig. Dazu gibt er mir ohne Kommentar, was ich möchte, auch wenn er immer mal wieder mit seinem Körper seine Meinung ausdrückt.
Ich versuche mit dem Cognac, meine Wut mit runter zu spülen. Es gelingt mir gut, bis ich neben mir jemanden reden höre:
„Hast du diesen eingebildeten Ghost auch schon gesehen? Er denkt er wäre der König und wir seine Untertanen. Niemand darf uns so behandeln! Gehen wir zu ihm und zeigen ihm mal was wir von ihm halten! Wer ist dabei?“ 10 Hände gehen hoch, meine ist auch dabei. Ich glaube das war die Mischung Cognac und Wut, die mich so leichtsinnig werden ließ, rückblickend war es keine gute Entscheidung, denn als wir bei seiner Unterkunft, die mehr als doppelt so groß ist wie die unsere, ankommen, hatten wir nichts mehr zu lachen.
Der Ghost wusste wohl schon das wir kommen, was wohl durch das Gegröle, mit dem wir durch den Gang gerannt sind, geschuldet ist. Jedenfalls hatten wir gerade die Tür aufgemacht, da lagen schon zwei von uns am Boden, Der dritte fiel kurz danach durch einen Tritt gegen den Brustkorb, bei dem es verdächtig geknackt hat. Alle, bis auf mich, da ich es schon als chancenlos eingestuft habe, stürzten sich auf den Ghost. Er duckt sich kurz weg, gibt einen der Angreifer einen rechten Haken, einem anderen, gleichzeitig, einen Fußtritt in die Weichteile und duckt sich unter dem Schlag eines anderen weg. Gebannt sehe ich zu wie einer nach dem Anderen zu Boden geht.
Nur noch zwei stehen. Ich und der, der die Truppe zusammengetrommelt hat. Er kämpft weiter, landet aber nicht einen Treffer, der Ghost spielt mit ihm, da er immer wenn er treffen würde, kurz vorher aufhört, um ihm eine Lektion zu erteilen. Ich zähle mit. 13 Schläge... jetzt 14. Beim 18. Schlag, hat der Ghost wohl keine Lust mehr und schlägt zu, mitten in die Magengrube. Man hört wie die Luft aus ihrem Gegner weicht und er fällt nach vorne um.
Der Ghost dreht sich langsam mir zu und betrachtet mich, dann ganz plötzlich setzt er zum Schlag an. Ich hatte es schon befürchtet und hatte mich gewappnet. Den ersten Schlag konnte ich abwehren, bemerkenswerterweise auch den Zweiten, aber der dritte Schlag traf mich dann doch. Er war aber nicht sehr stark, denn ich falle nicht um.
„Interessant, du scheinst wohl der Klügste und der Beste zu sein, eine Kombination, die eher selten auftritt. Vielleicht wird aus dir ja mal was. Hilf mir mal diese Schwachköpfe hier loszuwerden. Ein Aufenthalt auf der Krankenstation für 2 Tage sollte genügen, damit sie wieder fit werden“,sagt der Ghost.
Nach und nach schleifen wir die Bewusstlosen zur Krankenstation, wir sprechen kein Wort miteinander. Als wir den Letzten abgesetzt haben, will ich in meine Kabine gehen, aber der Ghost stellt sich vor mich.
„Wo willst du denn hin? Ich habe noch was mit dir vor, du kommst schön mit. Wegrennen bringt nichts, ich würde dich ja doch einholen“, sagt er, als  hätte er meine Gedanken gelesen. So trabe ich hinter ihm her, bis wir vor dem Trainingscenter stehen.
„Warte hier!“, sagt er. Er geht hinein, nach 2 Minuten kommen Soldaten aus dem Trainingsraum heraus, die sich darüber beschweren, dass sie raus müssen, da der ach so feine Ghost trainieren möchte. Kurz darauf kommt er raus und winkt mich hinein.  

Ein paar Mal bin ich bereits im Trainingscenter gewesen, doch es war dort niemals leer. Immer waren mindestens ein paar Soldaten da, die bis zum Umfallen trainiert haben, weil sie sich eine Chance zu überleben ausrechnen. Zugegebenermaßen ich habe diese Hoffnung auch, zumindest ein kleines Fünkchen.
„Mach dich bereit!“, sagt der Ghost. Ich gehorche und wechsle meine normale Kleidung gegen einen weißen Trainingsanzug. Der Ghost nimmt seine Maske ab und zu meinem Erstaunen ist er gar kein Mann, sondern eine Frau, die da vor mir steht. Eine Frau hat alle diese erfahrenen Männer geschlagen, ohne auch nur einen Kratzer verpasst zu bekommen? Das erstaunt mich. Normalerweise ist ein Ghost ein Mann und keine Frau. Ich muss wohl sehr verdutzt ausgesehen haben, denn sie lächelt triumphierend.
„Bin ich nicht der starke Mann, den du dir vorgestellt hast? Und trotzdem habe ich alle besiegt. Wie kann denn das sein?“, sagt sie mit gespielt erschrockener Stimme. Dann lächelt sie wieder. „Na denn, mal sehen ob du wirklich so gut bist oder ob es einfach Glück war.“
Sie wirft mir die Ghost-Rüstung zu, ich fange ihn und muss mich sehr anstrengen nicht hinzufallen. Die Rüstung sieht zwar leicht aus, ist aber tatsächlich sehr schwer.
Wie kann man sich in dieser schweren Rüstung bloß so schnell bewegen, wie sie das bei dem, ich nenne es mal Kampf, gemacht hat? Ich schaue wieder hoch und sie steht keine 50 Zentimeter vor mir. Sie hat nicht das leiseste Geräusch gemacht! Ich habe nichts gehört und dass obwohl es totenstill war. Sie hat ebenfalls einen weißen Trainingsanzug an. Hatte sie den schon unter der Rüstung an oder hat sie sich den eben ebenfalls geräuschlos angezogen? Sie ist ein bisschen kleiner als ich, ich denke mal so um die 1,80m. Ihre grünen Augen blicken mich neugierig an.
Der erste Schlag habe ich nicht einmal gesehen. Ich spüre nur den Schmerz in meiner Magengrube. Ich beuge mich vor und da kommt der zweite Schlag gegen mein Kinn. Ich kann dagegen nichts machen, sie ist einfach weitaus stärker. So hilflos habe ich mich noch nie gefühlt. Mein Kopf schnellt nach oben und mit dem dritten Schlag gegen das Brustbein bin ich auf dem Boden.
„Für den Anfang gar nicht mal ganz schlecht, ist aber noch stark verbesserungswürdig. Jedenfalls hat bisher keiner mehr als drei Schläge von mir überstanden, ohne sein Hinterteil auf dem Boden vorzufinden.“
Ich weiß zwar, dass das ein Kompliment war, aber freuen kann ich mich darüber nicht. Ich bin es nicht gewohnt chancenlos zu sein.
„Na komm, ein zweites Mal geht noch oder bist du schon zu erschöpft“, sagt die Ghost spöttisch. Ich stehe auf, mein Brustkorb tut zwar noch weh, aber ich möchte ihr nicht den Gefallen tun, jetzt schon aufzugeben. Ein paar Sekunden später bin ich mich wieder auf dem Boden. Es kam die gleiche Taktik wie eben, Schlag gegen den Magen, wieder keine Abwehrchance, Schlag  gegen das Kinn, auch das konnte ich nicht verhindern, aber ich wich dem letzten Schlag gegen das Brustbein aus, leider schlug sie gar nicht dort hin, sondern - ich denke sie wusste ich weiche aus mit dem Oberkörper aus - zog sie mir mit einem ihrer Beine meine weg.
„Zu berechenbar“, kommentiert sie. „Wenn du gut werden möchtest, musst du schneller und flexibler werden, und damit meine ich nicht nur körperlich, sondern auch geistlich. Die beiden nächsten Tage, werden die härtesten die du je hattest. Aber danach wirst du einer der besten Marines sein, die es auf dieser Mission gibt.“
Und so trainiere ich, naja eher wird mir eine Lektion nach der anderen erteilt. An diesem Tag lande ich noch weitere 52-mal auf dem, was mir nach dem zwanzigstem Mal Aufenthalt auf dem Boden auffällt, sehr sauberen Boden. Nach dieser, sie nennt das Aufwärmeinheit gehen wir ins Fitnessstudio. Gewichte heben ist angesagt. Aber nicht mit den Armen, nein, das wäre laut ihr zu einfach, sondern die Stange auf den Nacken balancieren und dabei Liegestütze machen. Sie macht es vor, zehnmal und dann soll ich es auch zehnmal  machen. Zweimal bekomme ich es ja wenigstens noch hin, dann rutscht mir die Langhantel vom Nacken und fällt auf meine Hand. Der Schmerz ist unbeschreiblich, wenn dir 100 Kilogramm auf die Hand fällt. Der Ghost schüttelt nur den Kopf und meint:
„Das sind Schmerzen, die wirst du bestimmt nicht wieder bekommen, denn ab sofort passt du besser auf, ob die Hantel in Balance ist oder ob sie es nicht ist, das schwöre ich dir.“
Und sie hat recht, wie fast immer, wie ich später feststellen sollte. Mir fällt die Hantel zwar noch zweimal runter, aber ich habe es früh bemerkt und konnte meine Hand wegziehen. Diese Trainingseinheit dauerte gefühlte zwei Stunden. Sie war zwar wesentlich kürzer, ich glaube nicht einmal 40 Minuten, aber es kam mir so vor.
Danach hatte ich 20 Minuten Pause, die ich sofort damit nutzte an die Bar zu meinem Freund Jones zurückzukehren und mir diesmal kein Cognac, noch nicht einmal ein alkoholisches Getränk zu bestellen, sondern eine Zwei-Liter Flasche Wasser. Jones dachte wohl ich scherze und gab mit meinen üblichen Cognac, den ich aber beiseite schob und nach der Wasserflasche griff. Jones zog eine Augenbraue hoch und betrachtete mich neugierig. Ich kann es ihm nicht verdenken, wer hätte gedacht, dass ich jemals etwas anders trinken würde als Alkohol. Aber ich brauchte das Wasser, was ich beim Training verschwitzt habe.
Die Zwei-Liter Flasche leerte sich sehr schnell. Ich hatte unheimlichen Durst. Ich bestellte mir noch eine und noch eine. Sechs Liter in 20 Minuten, keine schlechte Statistik, bis ich merkte, dass schon 40 Minuten vergangen waren. Das versaut nicht nur die Statistik, sondern ich wurde auch panisch, da mir die Ghost eingebläut hatte, das ich pünktlich zurückkommen sollte.
Ich wollte mich gerade umdrehen, da höre ich die verzehrte Stimme von ihr.
„Habe ich dich gefunden! Den Angriff von dir und deinen Kameraden hat mir nicht gefallen! Wollen wir das hier klären oder ist es dir zu peinlich hier vor den anderen gegen mich zu verlieren?“
„Warum soll ich denn verlieren, wenn hier einer verliert, dass bist du das, du bist keine ach so große Nummer, wie du denkst!“, kontere ich, auch wenn ich weiß, dass dies nur heiße Luft ist.
„Und jetzt auch noch die Klappe aufreißen wie? Na komm, dann regeln wir das hier!“
Sie stürmt auf mich zu, aber nicht mit der Grazie, die sie sonst hatte, auch die Geschwindigkeit lässt zu wünschen übrig und schließlich begreife ich, nachdem ich die ersten beiden Schläge abgewehrt habe und selbst einen Treffer gelandet habe, dass sie mich besser aussehen lassen möchte. Die Frage ist nur warum? Als ich mich dann aber umsehe, bemerke ich, dass mir alles langsamer erscheint als sonst. Ich glaube sie hat bemerkt, dass ich bemerkt habe, dass etwas anders ist und erhöht ihre Kampfgeschwindigkeit ein bisschen. Ich kann immer noch mithalten, aber muss ein paar Schläge einstecken. Als sie wie sonst  auch kämpft muss ich mich allerdings geschlagen geben. So schnell bin ich nun auch nicht und als ich mich wegdrehe und vor der Tür der Bar stehe, tritt sie mich mit einem Arschtritt aus der Bar auf den Gang. Sie kommt raus, fasst mich an der Schulter an und ich höre ein leises Klicken und dann ein Summen. Kurz danach kommen die Besucher der Bar heraus, die unseren Kampf beobachtet haben. Sie gucken sich um. Einer fragt dann:
„Hat jemand gesehen wo sie hin sind? Die können doch nicht so schnell verschwinden! Teilen wir uns auf und suchen sie, ich möchte noch so einen Arschtritt sehen“ Bei der letzten Passage lacht er. Als er los rennen möchte fliegt er selbst durch die Luft. Ein anderer hat ihm einen Arschtritt gegeben und alle lachen.
„Hier hast du deinen Arschtritt! Aber er hat Recht, wir sollten sie suchen, dass war ein guter Kampf, wenn ich daran denke, dass alle andere die sich mit dem Ghost angelegt nun auf der Krankenstation liegen, ist er ein wirklich starker Kämpfer. Aber der Andere, dieser Tyler, hat auch gut dagegen gehalten.“ Ich begreife nicht, warum sie uns nicht sehen, wir sitzen nicht einmal einen halben Meter vor ihnen. So blind kann selbst ein Maulwurf nicht sein! Ich will gerade etwas sagen, da kommt ein schneller Handkantenschlag gegen meinen Hinterkopf. Dann hält mir eine Hand den Mund zu, damit ich keine Geräusche mache. Erst dann kapiere ich, dass die Ghost daran schuld ist, dass sie uns nicht sehen können. Doch das Geräusch des Schlages war wohl nicht zu überhören.
„Ich glaube ich habe von dort einen Schlag gehört“, sagt einer der Herumstehenden. Er weist, zum Glück, in eine absolut falsche Richtung. Die Ghost, deren Name ich, wie ich gerade bemerke, immer noch nicht weiß gibt mir ein Zeichen eng bei ihr zu bleiben und still zu sein. Leichter gesagt als getan, denn ich habe nicht den lautlosen Gang einen Ghosts. Immer wenn beim Laufen ein Geräusch erklingt, zuckt die Ghost zusammen. Als wir nach sehr, sehr vielen Zuckungen wieder beim Trainingsraum ankommen werde ich noch einmal verprügelt. Diesmal, wie sonst auch, ohne einen Hauch der Chance mich zu verteidigen. Hat sich also doch nicht sehr viel an meiner Situation geändert. Damit ich sie vielleicht ablenken kann, frage ich: „Wie hast du uns unsichtbar machen können?“ Bevor ihre Antwort kommt, gibt es zweit weitere Schläge zu ertragen. „Der Ghost kann sich, wenn die Batterien in ihrem Anzug geladen sind, unsichtbar machen. Ich habe an meinem ein bisschen rumgewerkelt und habe das Tarnfeld erweitert, sodass ich bis zu fünf Personen hineinzwängen könnte.“ Danach wieder ein paar Schläge. Ich weiß gar nicht wie spät es mittlerweile ist. Ungefähr um 18 Uhr hat die  “Schlägerei“ angefangen. Nehmen wir mal an, dass wir eine halbe Stunde für den Weg zum Trainingscenter gebraucht haben und dass ich hier seit eineinhalb Stunden verkloppt werde. Demnach wäre es jetzt 20 Uhr, eigentlich Zeit fürs Essen, aber wenn ich fragen würde, würde ich mir wieder eine halbe Stunde “Training“ einhandeln. Wenn ich es so abwäge, dann faste ich lieber. Das bekommt mir besser. Aber einen Gedanken werde ich nicht los. „Warum hast du in der Bar so getan, als ob ich dir das Wasser reichen könnte. Dazu hattest du keinen Grund. Warum wolltest du mich nicht vor den Anderen blamieren?“
„Es ging gar nicht um dich! Ich möchte nur nicht, dass sie meine Kampfkraft kennen und in der Schlacht denken, dass sie sich nicht anstrengen brauchen, da ich ja da sei. Das habt ihr mir schon bei eurer, ihr nanntet es Attacke, zerstört. Ich hatte gehofft, dass du später kommen würdest und ich somit einen Grund habe, auch für dich, eine Prügelei anzuzetteln. Aber ich denke du hast bemerkt, dass sich das Training bezahlt macht oder?“
„Ja“, muss ich gestehen „ Ich habe gemerkt, dass alles um mich herum langsamer wurde und ich besser reagieren konnte.“ „Nichts wird langsamer, du schärfst nur deine Sinne und nimmt somit alles schneller war, das geht aber nicht immer, sondern meistens nur im Kampf, weil da das Adrenalin durch deine Adern jagt und dich antreibt. Ich sehe an deinem wehleidigen Blick, dass du gerne etwas essen möchtest.“ Ich wollte es verbergen und habe es meiner Meinung nach auch gut hinbekommen, aber gut ist zu schlecht um einen Ghost zu täuschen, nehme ich an. „Geh und iss was, ich erwarte dich aber sofort danach wieder hier! Gib mir dieses Mal keinen Grund dich wieder suchen und verprügeln zu müssen!“
Also machte ich mich schleunigst auf den Weg in die Cafeteria. Auf dem Weg zur Cafeteria klopfen mir unbekannte Leute auf die Schulter und sagen zu mir, ich wäre ihr Idol und solche Sachen, die mich nicht interessieren. Vor allem dieser ganze Trubel um mich stört mehr als er auch nur helfen könnte. Nur ein Gesicht interessiert mich doch ein wenig, Lisas. Sie kommt mir bei einem Eingang der entgegen.
„Erwische ich dich doch noch Tyler!“, sagt sie vorwurfsvoll. „Eine Prügelei vor allen Augen mit einem Vorgesetzten und dann sogar noch mit einer Eliteeinheit. Die gesamte Besatzung auf dem Schiff spricht davon und plant es dir nachzumachen. So etwas können wir nicht dulden und das alles ausgerechnet wegen dir! Ich werde von nun an jeden Fusel den ich bei dir sehe beschlagnahmen, damit du verstehst was du getan hast.“ Mich trifft fast der Schock, mit so einer harten Strafe hätte ich nicht gerechnet. Aber Lisa meint es wohl ernst. Zwei Tage unter diesen Idioten und das ohne Alkohol, das überlebe ich nicht. Obwohl doch, meine “Trainerin“ wird mich bis zur Ankunft auf Trab halten. Gegen Lisa könnte ich mich ja noch stellen, aber gegen sie habe ich keine Chance. Lisa geht ohne ein weiteres Wort zu sagen weg und ich betrete seufzend und den Kopf hängend die Cafeteria.
Kaum bin ich über die Schwelle getreten, brandet der Jubel schon auf mich zu. Wie in den Fluren klopfen mir alle auf die Schultern, dabei will ich nur essen. Als mich dann endlich mit meinem Essen an den Tisch setzen möchte und in Ruhe essen möchte stehen alle um mich herum. Ich kann es kaum glauben, wenn das so weitergeht habe ich nicht mal mehr auf dem Klo meine Ruhe.
Irgendwann reicht es mir dann, das halb gegessene Essen bleibt stehen und ich verschwinde grollend. Auf dem Rückweg ereilt mich das Gleiche. Ich hab es einfach satt und renne die Flure entlang zum Trainingscenter.
Als ich eintrete erwartet mich bereits die Ghost. Belustigt fragt sie: „Gut gegessen?“ „Warum habe ich das Gefühl, das war von dir von Anfang an geplant gewesen?“, entgegne ich missmutig. „Das ist nur ein Test, um deine Nervenstärke zu testen.“, antwortet sie prompt, aber nicht ganz ernst. Auf meinen ungläubigen Blick hin, sagt sie : „Na schön, ich wollte dich nur ein bisschen quälen, als Vergeltung für die Aufmerksamkeit, die du mir zuteil werden ließest.“ Bevor ich Weiteres entgegnen konnte, sagt sie: „Jetzt weiter mit dem Training, wir haben nur noch gut einen Tag Zeit, dich in einen halbwegs anständigen Soldaten zu verwandeln.“
Die restliche Zeit bis zu unsere Ankunft verging ohne besondere Ereignisse. Ich wurde weiter trainiert, heißt verprügelt, gedemütigt und beschimpft, aber dennoch konnte ich nicht bestreiten, dass das ganze Training etwas brachte. Kurz vor der Ankunft auf Bel'shir konnte ich sie sogar einmal treffen und das in einem normalen Kampf.
„Endlich sind wir da“, das war mein erster Gedanke als wir aufsetzten. Unser Kommandeur rief uns zu, wir sollen uns mit dem Aussteigen beeilen, er habe keine Lust weiter auf uns aufpassen zu müssen. Ab hier hätten wir nur noch uns selbst und unseren Trupp, den ich überhaupt nicht mochte. Also marschierten wir zügig, aber trotzdem in Formation aus dem Schweren Kreuzer. Niemand sagte etwas, nicht einmal als wir den Planeten zum ersten Mal mit unseren eigenen Augen sahen. Selbst ich muss es gestehen, es sieht einfach umwerfend aus.
Im Norden am Horizont gibt es eine gigantische Bergkette, im Westen ist entweder ein gigantisch großer See oder ein Ozean und von Süden bis Osten sind wir durch einen Wald geschützt. Der Wald und das Gras sind grün und damit ist nicht das grün gemeint wie wir den Wald auf den unseren Planeten beschreiben würden, sondern wirklich grün.
Der Landeplatz liegt etwas weiter vom Wald entfernt im Süd-Westen, während das Basislager zentral bis in die Nähe des Waldes aufgebaut ist. Aus dem Boden steigt an recht vielen Stellen das Vespingas auf.
Wir bewegen uns auf das Basislager zu. Es ist kaum gesichert, da keiner von einem Angriff hier ausgeht, Natürlich sind an jedem Eingang ein paar Bunker und zwei Raketentürme aufgestellt wurde, das sind aber die Basis-Verteidigungen.
Nachdem wir das Lager betreten haben, stellten wir uns vor der Kommandozentrale auf und wurden in 4 Gruppen eingeteilt.
Ich landete in Gruppe 3. Danach wurde ausgerufen, wohin sich die Gruppen zu begeben haben. Gruppe 1 sollte sich bewaffnen, Gruppe 2 sollte in die Kommandozentrale gehen und sich die üblichen Sicherheitsanweisungen anhören, Gruppe 3 sollte sich ins Trainingscenter begeben und dort trainieren und Gruppe 4 durfte sich ausruhen.
Ich war bedient, als ich gesehen habe, wer den Kurs leitet. Meine Freundin die Ghost. Komisch, ich weiß immer noch nicht wie sie heißt, aber das ist wohl auch nebensächlich, wenn man bedenkt in welcher Situation ich mich befinde.Gezwungenermaßen trotte ich dem Trupp hinterher und wollte mich gerade in das Gebäude begeben, als mich etwas am Arm packte und mich vom Eingang wegzerrte. Niemand bemerkte es, denn ich war der Letzte gewesen, der in das Trainingscenter wollte. „Was soll der Scheiß?“, fragte ich empört. „Sei still!“, herrschte mich eine mir sehr vertraute Stimme an. Meine Freundin  der Ghost verschleppt mich.
„Wie kannst du hier sein, du warst doch da vorne bei den Anderen“, fragte ich sie. Sie schaut mich verwundert an und sagt: „Ich war das nicht, ich habe nicht den Auftrag die normalen Soldaten zu trainieren. Ich kann mich bis zum richtigen Einsatz entspannen.“
„Ihr seht aber auch gleich aus, da kann man ja gar keinen von einander unterscheiden“, versuche ich mich raus zureden. „Es stimmt zwar, das wir exakt den selben Anzug haben“, gab sie zu. „Aber man kann erkennen, wer in welchen Anzug steckt.“
Sie zeigt auf ihre  linke Schulter. Dort ist ein kleines Emblem aufgeklebt, welches drei senkrechte Linien ziert. „Ich habe drei senkrechte Linien, der Ausbilder hat drei waagerechte und unser Anführer hat einen Stern.“
„Und was willst du nun von mir?“, fragte ich sie. „Du kannst bei den anderen nichts mehr lernen, sie fangen da an, wo wir schon längst waren. Demnach wäre dies für dich Zeitverschwendung“, erklärte sie mir. Daraufhin erwiderte ich: „Was hast du dann mit mir vor, und vor allem warum machst du es heimlich und ziehst mich nicht einfach davon ab?“
„Ich möchte dich auf den Kampf vorbereiten, der vermutlich bald beginnen wird. Ich denke du hast im Außendienst noch nicht viel Erfahrung, deshalb nehme ich dich heute auf eine Expedition mit und da dies ein unautorisiertes Unterfangen ist, muss es natürlich geheim bleiben.“ Danach wirft sie mir eine Tasche zu, die hinter ihrem Rücken ruhte. „Anziehen, Waffe laden und dann geht’s auch schon los! Beeil dich gefälligst!“
Kurz danach machten wir uns im Schutze ihres Tarnfeldes auf den Weg ins Abenteuer. Unbemerkt gingen wir aus dem Hauptlager in den Wald. Das erstaunliche in dem Wald ist, dass die Bäume wirklich nahezu in Linien wachsen.
Knapp anderthalb Stunden gingen wir an Baumlinien vorbei, in denen sich - zumindest kam mir das nach einer Stunde so vor – die Bäume in einer bestimmten Folge änderten. Erst zehn dunklere Bäume, dann fünf helle Bäume, dann wieder zehn dunkle. Eine Reihe weiter ist es aber anders: dunkel dann viermal hell, dann ein dunkler und dann neun helle, wobei die letzten fünf genau wie in der ersten Spalte helle sind. Diese fünf sind übrigens überall hell, wie mir später auffällt, als ich den 15-Baum-Zyklus, so nenne ich ihn einfach mal, weiter erforsche. Nach einer schier endlosen Plackerei durch den Wald näherten wir uns einer Lichtung. Wir hörten Geräusche. Gespannt schlichen wir uns nach vorne, die Ghost hatte, sobald wir nicht mehr vom Lager aus gesehen werden konnten, das Tarnfeld deaktiviert um die Batterien für den Notfall nicht zu verbrauchen.
Kurz vor der Lichtung hören wir, wie sich die Geräusche nähern. Schnell klettern wir, ohne Geräusche zu machen, danke dafür dem Training, auf einen nahestehenden Baum. Von oben sehen wir auf die Lichtung hinab und sehen zwei menschlich große Wesen. Sie haben über den Händen irgendwelche Leuchtklingen, die verdammt spitz und wahrscheinlich auch verdammt tödlich sind. Sie haben eine leicht bläuliche Hautfarbe, wobei ich glaube kaum, dass es wirklich Haut ist, wie wir sie verstehen. Sie haben eine doch sehr schwer wirkende Rüstung an, trotzdem bewegen sie sich elegant und nicht so wie unsere Marodeure.
„Das sind Berserker“, erklärt mir die Ghost. „Sie sind ziemlich gefährlich im Nahkampf, komme ihnen also nicht zu nahe, nimm dein Pack und renne. Dreh dich ab und zu um und schieße, du musst aber gut zielen, denn die Rüstung kannst du mit deinen Geschossen höchstens verbeulen.“
„Warum sagst du mir das?“, frage ich sie und schaue mich nach hinten um. Was ich sehe, will mir gar nicht schmecken. Sie steht auf dem Baum hinter mir und holt gerade zum Tritt aus. Ich merke wie mich der Fuß am Allerwertesten trifft und wie ich nach vorne katapultiert werde.
Ich lande zwar weich auf dem schönen nassen Gras. „Hat es zuletzt geregnet?“, frage ich mich. Danach fällt mir wieder ein, dass ich ja jetzt wohl auf der Lichtung liege und rapple mich ruckartig auf. Die Berserker sehen mich noch an, dann sagt der eine etwas in einer Sprache, die ich noch nie gehört habe und sie stürmen auf mich los.
„Verfluchte Ghost!“, ist das einzige was mir noch durch den Kopf geht, bevor ich anfange zu rennen. Ich schaue mich immer mal kurz um, um zu sehen ob ich schneller bin als sie. Dem ist nicht so, wir sind alle gleich schnell. Dann setze ich mein erstes Stimpack ein. Das Stimpack ist eine kleine Spritze, in der eine grüne Flüssigkeit enthalten ist. Wenn ein Mensch sie sich spritzt, dann bekommt er für eine kurze Zeit, einen Kraftschub, der dazu führt, dass man schneller rennt, zielgenauer schießt und schneller schießt.
Ich spüre wie ich stärker werde , schmeiße die leere Spritze weg und drehe mich kurz nach hinten, um zu sehen, ob ich schneller laufe. In der Tat wird der Abstand größer und ich drehe mich kurz um und ziele mit meinem Gewehr den Ersten an. Mein erster Schuss auf ein Protoss und es ist kein Volltreffer. Der Schuss geht gegen seine Rüstung und hinterlässt dort kaum einen Kratzer. Ich sehe wie die Beiden aufholen. Schnell drehe ich mich um und laufe weiter. Nachdem ich wieder einen gesunden Abstand hergestellt habe, drehe ich mich wieder um und treffe ihn diesmal in der Schulter, dort ist die Rüstung wohl ein wenig leichter. Knurrend setzt er seine Jagd auf mich fort.
Ich sehe langsam den anderen Rand der Richtung näherkommen. In den Wald möchte ich nicht hinein, denn erstens weiß ich nicht, ob ich dann nicht direkt in die Arme der Protoss laufe, denn meine Schüsse werden wohl nicht unbemerkt geblieben sein. Also laufe ich langsam nach rechts und versuche zu wenden. Den Protoss scheint das nicht entgangen zu sein, denn den den ich verletzt habe brüllt etwas zu dem Anderen. Der Angesprochene schwenkt nach rechts ab, um mir den Weg abzuschneiden, während der andere mir den Fluchtweg in die andere Richtung blockiert. Ich habe also nur zwei Möglichkeiten. Entweder ich setze meinen Plan fort und werde vielleicht verletzt oder ich renne in den Wald. Nach kurzen Überlegen, was im Laufen gar nicht so einfach ist, nehme ich mir vor meinem Plan zu folgen und zu wenden.
Ich sehe den zweiten Berserker näherkommen und versuche unter seinen rechten Arm wegzutauchen, sodass ich beide wieder hinter mir gelassen habe. Doch seine Klinge trifft mich an der linken Schulter und fügt mir eine klaffende Wunde zu. Aufschreiend jage ich weiter und merke, dass das Stimpack seine Wirkung verliert. Um zu Überleben habe ich jetzt nur noch die Möglichkeit mein Notfall-Stimpack zu benutzen. Das ist aber sehr riskant, denn man sollte nie ein Stimpack verwenden, wenn man schon angeschlagen ist, denn es fügt dem Körper dann noch mehr Schaden zu. Also nehme ich auch die Spritze zu mir und mich beflügelt wieder das berauschende Gefühl. Ich werde wieder schneller und drehe mich um. Diesmal ist es ein Volltreffer und ich treffe genau zwischen die Augen. Es kommt noch ein Stöhnen von ihm und dann berstet er  in blaue Wolke. Die Silhouette seinen Körpers schwebt als weißer Rauch über der Wolke. Kurz danach ist alles auf einmal von ihm verschwunden. Es gibt keinen Körper mehr und die Wolke ist auch verschwunden. Nur der Rauch steigt langsam in den Himmel auf. Hatte ich also doch recht und die Protoss haben keine Haut, aber aus was bestehen sie denn dann? Ich muss mich aber schnell von dem Anblick erholen, denn der andere Berserker hat mich beinahe eingeholt. Ich drehe mich um, höre wie der Berserker ausholt und spüre den Luftzug an meinem Rücken. Ich renne weiter bis ich wieder Abstand auf uns beide gebracht habe und drehe mich um. Keine Spur mehr von ihm zu sehen. Ich bin fast wieder bei dem Baum angekommen, auf der die Ghost noch sitzt. Als ich mich ihm nähere, springt der Ghost von dem Baum runter und landet direkt vor mir. Sie grinst. Ich blicke nur hasserfüllt, wobei mir das nicht gelingt, denn der Blick wird durch den Schmerz verzerrt, den ich nun wieder fühle, nachdem die Wirkung des Stimpack wieder abgeklungen ist. Sie überprüft die Wunde, schätzt sie wohl als nicht lebensbedrohlich ein, denn sie kümmert sich nicht weiter darum, sondern inspiziert meinen Rücken. Als sie damit fertig ist, meint sie nur, da hast du aber Glück gehabt und geht wieder in Richtung Lager. Als ich nachfrage warum sie mich vom Baum getreten hat, meint sie, es wäre eine Trainingseinheit unter erschwerten Bedingungen gewesen und ich müsste noch üben.
„Wenn das so weiter geht, dann werde ich bei deinen Trainingseinheiten noch sterben.“, sage ich verzweifelt. Sie sagt, dass würde schon nicht passieren, aber wir sollten uns beeilen, damit ich nicht anfange wegen den Schmerzen  zu heulen, dass würde sie nicht aushalten, so nervig wäre das für sie. Wir gehen durch den Wald zurück und betreten eine Weile später wieder das Lager. Dort werde ich von ihr sofort zu einem Medic gebracht, der sich um meine Wunden kümmert. Laut der Ghost bin ich ein naiver, übermütiger Frischling, der es nicht erwarten konnte in den Außeneinsatz zu kommen und der ohne ihre Hilfe nicht überlebt hätte.
Als die Medic sich um meinen Arm gekümmert hat und der jetzt juckt wie Hölle, untersucht sie auch meinen Rücken.
Als ich die Rüstung  und das Shirt ausziehe, bemerke ich, dass die Rüstung durchtrennt ist und mein Shirt angekratzt ist. Soweit ist also die Klinge durchgedrungen, und nur so wenig hat mich die Klinge verfehlt.
Die Medic sagt dazu, dass wenn ich nur einen Bruchteil einer Sekunde stehen geblieben wäre, ich jetzt nicht mehr unter den Lebenden weilen würde. Danach gibt sie mir irgendein Medikament. Kurze Zeit später finde ich heraus, dass es ein Schlafmittel war, denn ich werde sehr schnell, sehr müde, bis ich dann schließlich einschlafe.
Nachdem ich wie ich später erfuhr, nach 2 Tagen aus meinem Schlaf bzw. niemand schläft zwei Tage lang, also war es doch eher eine Ohnmacht erwache, habe ich einen Druck auf dem Bauch und dem Brustkorb.
Als ich die Augen aufschlage, trifft mich glatt der Schlag. Etwas ist nicht weiter als 5cm von meinem Gesicht entfernt und kommt sogar noch näher an mich heran. Ich schrecke hoch und dieses Etwas springt ruckartig, ohner vorher die Krallen einzuziehen, von mir ab.
Die Krallen verletzen mich zwar nur leicht am Bauch. Toll, da war ich nun zwei Tage zur Heilung hier und dann verletze ich mich natürlich wieder.
Es war zwar nicht meine Schuld, aber trotzdem ist das nicht unbedingt eindrucksvoll, dass ich mich andauernd verletze.
Schimpfend richte ich mich auf, wobei das Schimpfen in der Aufwärtsbewegung eher dem Jammern weicht. Bin ich also doch noch nicht ganz geheilt, schießt es mir durch den Kopf. Meine Schulter brennt und sticht, und das schön im Takt. Die Kratzer am Bauch tun weh, hach ist das herrlich, so wünscht man sich doch am Morgen aufzustehen. Da ist ja selbst ein schlimmer Kater besser zu ertragen.
Nachdem ich wieder klar denken und sehen kann und endlich meine Schmerzen nachlassen, sehe ich was dieses Etwas eigentlich war. Riddick, das braune Pelzknäuel sitzt jetzt brav rechts neben dem Bett und blickt mich erwartungsvoll an.
Als ich meinen Kopf drehe, bemerke ich zwei weitere Gestalten. Die eine stellt sich als Lisa heraus und die Andere als Jones.
„Geht es dir wieder besser?“, fragt mich Lisa. „Tut mir Leid, wir konnten Riddick nicht mehr halten, er hat dich anscheinend sehr vermisst.“ Als wenn Riddick weiß worüber wir sprechen, bellt er einmal kurz.
„Du sieht aber noch ein bisschen blass aus“, sagt Lisa. „Leg dich lieber noch ein Weilchen hin und ruh' dich aus.“ „Du wirst schon wieder zusammen geflickt, mien Jung'“, so lautet die knappe Aussage von Jones. Ich hatte auch nicht mehr erwartet, noch gewünscht. Lisa ist ja auch noch ganz gelassen, ist zwar besorgt um mich, aber drückt es nicht dermaßen stark aus, als dass es mich nerven würde.
Schlimm, wenn nicht sogar unerträglich wurde es erst, als eine andere Medic, als die, die mich untersucht hatte, zu meinem Bett kam. In meinen Gedanken beantwortete ich ihre Bemerkungen mit.
„Ach sie armer, armer Mann. Warum waren sie nur so leichtsinnig. 'Die Ghost schleppte mich mit.' Sie hätten jetzt schon tot sein können! ' Bin ich aber nicht' Jagen sie ihren Kameraden nie wieder so einen Schrecken ein. 'Die wissen ja nicht mal, dass es mich gibt.' Nächstes Mal müssen sie aber sehr auf sich achtgeben, 'mache ich schon, solange ein gewisser Jemand mich nicht vom Baum tritt', und dann auch noch alleine unterwegs zu sein, 'ich war ja gar nicht allein', wie kamen sie nur auf so eine Idee. 'ich kam auch nicht auf diese Idee!' Ich könnte fast heulen.“ 'Warum zum Teufel?'
Aber es war noch nicht vorbei: „Bis sie die Station wieder verlassen können, werde ich nicht mehr von ihrer Seite weichen.“
Womit hatte ich das bloß verdient? Muss ich mir ihr Gejammer wirklich die ganze Zeit anhören? Alles bloß das nicht! Warum muss man mich bloß so quälen? Doch dann begann sie zu erzählen, wo sie geboren wurde, wie sie aufgewachsen ist, wie ihre Eltern waren, ihre Schulzeit, der Unfall der ihre Mutter getötet hat. Das sind eigentlich höchstens eine Stunde Gesprächsstoff, doch sie schaffte es irgendwie daraus fünf Stunden zu machen.
Danach hatte ich fünf Minuten meine Ruhe, da sie sich was zu trinken holen musst, denn sie hatte ihrem Mund mehr als fusselig geredet. Diese fünf Minuten waren das Schönste, was ich mir vorstellen konnte.
Das Problem ist nur, bisher habe ich von ihrem Leben nur knapp ein Drittel erfahren, der Rest würde noch kommen und ich glaube kaum, dass es weniger werden würde. Ich habe also noch 10 Stunden Zuhören vor mir.
Und ich muss zuhören, denn wenn sie merkt, dass ich es nicht tue, fängt sich wieder an zu erzählen und dass so nahe an meinem Ohr und so laut, dass ich auch wenn ich schalldichte Kopfhörer hätte, es trotzdem hören würde. Nachdem ich diese 10 Stunden hinter mich gebracht habe, lege ich mich wieder schlafen. Nicht einmal das Training mit der Ghost war anstrengender als der heutige Tag. Also schlief ich rasch ein.
Am nächsten Morgen merkte ich nichts mehr von den Schmerzen, die mich am vorigen Morgen noch geplagt hatten. Kurz darauf bekam ich Besuch. Keine geringere als die Ghost kam mich persönlich besuchen. Sie hatte aber ausnahmsweise nicht ihren Helm auf. So konnte ich ihren Kopf sehen, das braune Haar war zu einem Zopf gebunden. Ihre grünen Augen gucken mich erwartungsvoll an.
„Bereit für noch einen Außeneinsatz?“, fragt sie mich fröhlich. „Nein, danke. Ich habe keine Lust hier wieder zu landen“, kontere ich.
„Ach was, dieses Mal werde ich schon auf dich aufpassen, denn diesmal schleichen wir uns nicht heimlich weg, sondern sind mit einem Trupp unterwegs, der an der Front kämpfen soll. Ich soll aufpassen, dass dieser Trupp auch heile an der Front ankommt und da dachte ich ich könnte deine Hilfe brauchen.“
„Und warum brauchst du meine Hilfe?“, frage ich sie.
„Ich habe auch nicht 4 Augen, sodass ich sowohl nach vorne, als auch nach hinten gucken kann“, gibt sie genervt zurück.
„Kannst du nicht einen deiner Ghost-Freunde fragen?“
„Nein, denn die werden woanders gebraucht und von denen die noch übrig sind, bist du der Beste, ich habe also nicht viel Auswahl. Mach dich bereit, wir brechen gleich auf!“, sagt sie.
„Gleich? Ich bin gerade erst wach geworden, hättest du mir das nicht gestern sagen können? Wann brechen wir denn auf?“; frage ich überrascht.
„In 20 Minuten soll es losgehen!, antwortet sie prompt.
„20 Minuten? Bist du des Wahnsinns? Ich schaffe es doch nicht mich in 20 Minuten all mein Zeug zusammenzupacken und marschbereit beim Treffpunkt zu erscheinen!“, erkläre ich.
„Keine Sorge, um dein Zeug habe ich mich gekümmert, wir müssen nur noch los.“
Ich sah ein, dass es für mich keinen Ausweg gab und zog mich an und marschierte hinter ihr her.
Sie setzte am Eingang des Lazarettes ihren Helm auf, sodass keiner mehr erkennen konnte, ob sie eine Frau oder ein Mann ist.
Wir durchquerten die Basis, kamen an der Kommandozentrale vorbei, wo Weltraumbaufahrzeuge, kurz WBFs, ein und auß' fuhren. Die WBFs bestehen aus einem aus einem menschlichen Fahrer, der in einem etwas größeren Roboter sitzt, der anstatt von Händen am rechten Arm einen Bohrer besitzt und an seinem linken Arm eine Greifzange.
Mit dem Bohrer baut ein WBF die Mineralien ab, das sind kristallförmige blaue oder goldene Kristalle. Die goldenen sind angereicherte Minerale und somit mehr wert als blaue.
Sie werden ähnliche wie Diamanten in der Erde erzeugt, indem sie unter hohem Druck eingeschlossen sind, dann aber anders als bei Diamanten noch mit Vespingas  und Wasser in Kontakt kommen müssen, um sich selbst in einer chemischen Reaktion anzureichern, denn das Vespingas reagiert mit dem Wasser zu einem Mineral, der, wenn er zusammen mit den Mineralien des blauen Kristalls kommt zu einem neuen Mineral wird, welches aufgrund der Umstände entsprechend teurer ist.
Manche hatten blau leuchtende Kristalle geladen, manche ein paar Kartuschen Vespingas und manche fuhren einfach mit mit einem Schraubenschlüssel aus der Kommandozentrale um entweder etwas zu reparieren oder ein neues Gebäude zu bauen.
Sie bilden das Rückgrat unserer Armee, ohne sie wären wir hoffnungslos verloren, deshalb setzen wir alles daran sie zu schützen. Alle wissen, was von ihnen abhängt und trotzdem behandeln wir die WBFs als wären sie Dreck.
Wir wollen bloß verhindern, dass sie sich zu wichtig fühlen und sich dementsprechend verhalten.
Der klassische WBF-Fahrer ist ein schlecht gelaunter Mann mittleren Alters, der eine Zigarette raucht. Manche wenige sind aber auch Frauen oder nette Männer.
Einer fährt uns gerade vor die Füße und spricht uns an. Das Fahrzeug entspricht dem Standard, blaue Farbe und nur an den Seiten darf jeder Fahrer ein eigenes Logo anbringen um sich von den anderen Fahrern abzugrenzen.
Auf diesem hier ist ein Adler abgebildet, der seine mächtigen Schwingen ausbreitet und den Mund zum Kampfschrei offen hat.
„Na Jungs, latscht ihr hier dumm in der Gegend rum, oder was?“, dröhnt seine dunkle Stimme aus dem Fahrzeug.
Erst wollen wir hinten um ihn herumgehen, aber er fährt zurück und blockiert uns wieder den Weg.
Er lacht und sagt: „ Seid ihr zu langsam, um an mir vorbeizukommen?“ Wieder lacht er.
Die Ghost hat anscheinend genug davon, denn sie geht auf das Fahrzeug zu. Sie guckt den Fahrer durch das Fenster und holt aus. Man hört nur das Glas splittern und den Fahrer jammern.
Kurz danach, liegt der Fahrer neben dem Fahrzeug auf dem Boden und krümmt sich vor Schmerzen.
Ich gucke nur in die Luft und atme hörbar aus. Manchmal frage ich mich, warum man sich mit einem Ghost anlegt, man kann eigentlich nur den Kürzeren ziehen.
Na ja, ich habe es im Kreuzer ja auch drauf angelegt, aber wenigstens habe ich nicht so kläglich verloren, wie die meisten Anderen.
Hierbei muss man aber auch berücksichtigen, dass dieser hier, keine große militärische Ausbildung hatte, sondern nur trainiert wurde, die Ressourcen in möglichst kurzer Zeit abzubauen.
„Na, mein Kleiner, hast du es schon gemütlich da unten auf den Boden oder soll ich noch ein bisschen nachhelfen?“, sagt die Ghost gereizt.
„Ist schon in Ordnung“, kommt es kleinlaut vom Boden. „Ich entschuldige mich für mein Verhalten.“
„Wenigstens das“, lautet der knappe Kommentar von ihr und setzt sie sich dann wieder in Bewegung.
„Wie stark hast du ihn eigentlich verletzt?“, frage ich sie.
„Nicht sehr stark, er wird weiterarbeiten können, aber es schmerzt wahrscheinlich stark“, lautet die Antwort.
„Darfst du die WBFs eigentlich so angehen?“, frage ich ein bisschen verwundert.
„Hast du Mitleid mit dem Kerl da gehabt?“ , kommt es eiskalt zurück. „So jemand wie der muss Respekt lernen und ab jetzt wird er es wahrscheinlich haben. Wenn nicht, dann ist er entweder zu dumm oder zu eitel, um es zu verstehen. Beide Eigenschaften brauchen wir hier nicht.“
Nach diesem Gespräch sind wir schon an dem Treffpunkt angekommen. Der Ghost zeigt mir durch eine Bewegung ihres Armes, dass ich hier inmitten der anderen vierzehn Marines stehen bleiben soll, während sie weiter nach vorne zu einem breitschultrigen Mann geht, der anscheinend ein paar Klassen über uns steht normalen Soldaten steht.
Normale Marines, wie ich, haben blaue Rüstungen an, während er eine Weiße anhat.
Er dreht sich, nachdem er einige Minuten mit der Ghost gesprochen hat, zu uns um. Sein Gesicht können wir nicht sehen, da er sein Visier heruntergeklappt hat.
Aber wir können uns vorstellen wie er aussieht.
Scharfsinnige Augen, die auf dem Schlachtfeld alles im Blick haben, ein paar Narben im Gesicht, die von früheren Schlachten kommen.
Als er anfängt zu sprechen, zucken wir alle zusammen. Die Stimme ist selbst für diesen Körper sehr tief. Das sind locker zwei Oktaven unter meiner Stimme. Man nimmt das Meiste fast als Knurren auf.
„Ihr seid für diese Mission ausgewählt worden, weil ihr die Besten seid. Zeigt uns, das ihr diesen Ruf nicht umsonst habt. Wir müssen die Verstärkung sicher an die Front bringen und unsere Aufgabe ist weniger das Beschützen per se, sondern wir müssen schon im Ansatz verhindern, dass es zu einem Angriff kommt!“
Es folgt eine große Pause in der ich mich umschaue und sehe, dass die Gesichter der Anderen anders als meines sehr zuversichtlich aussehen und sie siegessicher lächeln.
„Wir teilen uns in Zweier-Gruppen auf, um jede Himmelsrichtung abzudecken. Wir gehen in 1km Abstand zu der Truppe und alle fünf Minuten meldet ihr euch bei mir. Sobald sechs Minuten lang keine Nachricht kommt, gehen wir von einem Angriff aus der Richtung aus. Sollte das ein Fehler von dem Team gewesen sein, werden sie nach dieser Mission sofort zurück geschickt und unehrenhaft entlassen. Haben mich alle verstanden?“
„Ja, Sir!“, rufen wir.
„Gibt es noch Fragen?“
Es folgt eine Stille, die durch die verzerrte Stimme der Ghost durchbrochen wird.
„Da ihr fünfzehn seid, wird einer mit mir gehen, wer möchte?“, fragt sie.
Alle außer mir rufen , sie melden sich freiwillig dafür.
„Sehr schön, dann nehme ich dich“ , sagt sie und zeigt mit den Zeigefinger auf mich.
Ich wundere mich gar nicht, denn schon als ich die Frage vernommen habe, wusste ich, dass ihre Wahl auf mich fallen würde.
Ich bin ganz begeistert wieder Kampferfahrung mit ihr sammeln zu können, vor allem da diese das letzte Mal ja gar nicht gefährlich war, als sie mich vom Baum getreten hat.
„Wir überwachen die linke Seite“, sagt die Ghost. Danach teilt sie die weiteren Gruppen ein und sagt wo sie hin müssen.
Nachdem das Organisatorische erledigt ist, gehen wir auch schon los. Im schnellen Trab gelangen wir schnell an unsere Plätze. Jetzt heißt es warten.
Wir gehen ein weites Feld entlang, was zum Einen gut ist, da keiner sich an schleichen kann, leider aber auch suboptimal, da wir uns nicht verstecken können
„Wir werden den schwersten Job haben“, kommt es plötzlich von ihr. „An unsere Seite erwarten wir einen Angriff, also halte dich bereit.“
'Na toll', denke ich. Warum muss ich immer die schweren Aufgaben bekommen, kann ich nicht auch einmal entspannen oder wenigstens nicht mitten im Gefecht stehen.
In der ersten halben Stunde geschieht nichts außer, dass hin und wieder ein paar Bäume auftauchen. Langsam gehen wir vom Feld runter und in einen Wald hinein.
Als wir nach ein paar Minuten vollständig im Wald sind, hören wir über das Funkgerät, dass der Weg vor uns von umgefallenen Bäumen versperrt wird.
Sofort spannen die Ghost und ich uns an, denn der Weg war, wie mir erzählt wurde vor zwei Stunden noch nicht versperrt gewesen.
Das kann nur bedeuten, dass wir in eine Falle gelaufen sind.
Plötzlich sagt eine Stimme durch das Funkgerät: „Wir können nicht mehr zurück, da ist ein Kraftfeld, welches uns den Weg versperrt.“
Als das letzte Wort aus dem Funkgerät kommt, hören wir es im Unterholz knacken. Sofort gehen wir ins Gefechtsposition und warten. Lange müssen wir nicht warten, schon kommen auf unserer Sichtlinie 4 Berserker und 2 ich kann sie kaum anders beschreiben, Leuchtkugeln aus dem Wald.
Der Großteil ihres Körpers ist eine blau leuchtende Kugel, in der man einige Energieströme sehen kann. Diese Kugel ist riesig, sie hat einen Durchmesser von knapp 1,50 m.
Vor dieser Kugel, ist ein 70 cm hoher Schutz angebracht, der sich 90° nach rechts wie links um die Kugel zieht und in so etwas wie spitzen Flügeln endet.
Dieser Schutz teilt sich bei 45° in zwei kleinere auf, die dann jeweils einen Flügel haben.
Hinten an der Kugel sieht man noch so etwas wie eine Halterung der Kugel. Sie schwebt knapp über den Boden. Vorne ist im Schutz noch ein Loch, das durch das blaue Leuchten aussieht wie ein Auge, vielleicht ist es das auch.
Während wir anfangen zu schießen, schreit mir die Ghost zu, dass ich aufpassen soll, dass diese Protektoren, so heißen diese Leuchtkugeln anscheinend, nicht zu nahe kommen, denn ihre Energie reicht noch nicht.
Was sie damit genau meint weiß ich nicht, aber ich glaube etwas Abstand zu halten kann nicht schaden. Ich nehme mir wieder ein Stim-Pack und renne vor wieder den Berserkern weg und schieße auf sie, wenn ich kurz stoppe.
Mit vereinten Kräften sind nach kurzer Zeit 2 Berserker schon Geschichte, ihre Seele steigt wieder mit einem blauen Leuchten auf. Als ich wieder rennen möchte, stolpere ich über einen Ast, der auf dem Boden liegt. Ich kann mich zwar schnell aufstehen, aber die Protektoren sind schon zu nahe dran.Ich spüre hinter mir einen Luftzug und höre ein zischendes Geräusch.
Darunter mischt sich auf ein Fluch der Ghost. Als ich weiter rennen möchte, stoße ich gegen irgendein Hindernis.
Aber da ist doch nix, wundere ich mich, bis ich dann die Luft flimmern sehe.
Scheiße, das muss das Kraftfeld gewesen sein, von dem die andern Soldaten sprachen. Diese Leuchtkugeln können also diese erzeugen.
Nachdem ich diese Erkenntnis gewonnen habe, muss ich leider feststellen, dass es nicht nur ein Kraftfeld gibt, sondern gleich drei, die auch noch den Weg rechts und links von mir sperren. Als ich nach vorne gucke, sehe ich die Berserker auf mich zu rennen, sie sind nicht mehr weit.
Panisch gucke ich mich um, ob es nicht doch irgendwo ein Ausweg gibt, aber anscheinend gibt es keinen.
Die Stimme der Ghost reißt mich aus meiner Trance.
„Was machst du da verdammt nochmal, schieß gefälligst!“
Ich hebe mein Gewehr an und ziele auf den ersten Berserker, der auf mich zukommt. Ich drücke ab und der Berserker zerplatzt in diese blaue Wolke.
Der zweite Berserker war direkt hinter dem Ersten und jagt auf mich zu, ich sehe seine, wie er seine Klingen hebt. Verzweifelt schieße ich auf ihn, doch mein Schuss prallt kurz vor ihm ab.
Um eine der Leuchtkugeln hat sich eine leicht bläuliche Sphäre gebildet. Ich schieße noch zwei mal und einer der Kugeln prallt wieder ab. In meinem Rücken höre ich das Zischen nicht mehr, und spüre keinen Widerstand mehr. Ich versuche nach hinten zu laufen, doch plötzlich höre ich das Zischen wieder und werde in die Luft gehoben. Ich bleibe mitten in der Luft liegen. Ich liege mitten auf dem Kraftfeld. Auf der einen Seite steht die Ghost, auf der anderen der Berserker, der schon seine Klingen erhebt.
Als ich anfange in Richtung des Berserkers zu rutschen, werde ich wieder panisch und versuche mich am Kraftfeld irgendwie festzuklammern, aber ich finde keinen Halt.
Kurz bevor ich ganz runtergerutscht bin, stoße ich mich mit aller Kraft vom Kraftfeld ab und den Klingen des Berserkers, erst einmal, zu umgehen, und lande in mitten der Leuchtkugeln.
Sie drehen sich zu mir um und aus ihrem Auge schießt ein weißer Strahl, der ein paar dunkle Flecken in sich hat, raus. Sobald diese Strahlen mich treffen, stöhne ich vor Schmerzen auf. Meine Rüstung hat sich so stark an dieser Stelle aufgeheizt. Sofort schieße ich auf die Kugeln dieser Dinger, denn ich sehe, dass der Strahl seine Energie aus der Kugel sehe, denn die Energieströme richten sich alle auf das Auge oder zumindest in die Richtung.
Die Kugel bekommt mit jeder Kugel einen größeren Riss, bis sie schließlich aufplatzt. Die Energie, die darin war, strömt gen Himmel und der Schutz fällt leblos zu Boden. Trotz diesem Erfolg, habe ich trotzdem noch immer ein Problem am Hals, denn aus dem Augenwinkel sehe ich den Berserker wieder auf mich zu stürmen. Ich kann nicht mehr ausweichen, das weiß ich und höre die Klinge zischen, als ich auf einmal ein anderes Geräusch höre und in blauen Nebel gehüllt bin.
Auf einmal spüre ich nicht mehr den Strahl der zweiten Leuchtkugel auf mir. Ich entspanne mich ein wenig, während die blaue Wolke sich verzeiht. Danach spanne ich mich wieder an und will auf die zweite Kugel schießen, aber da ist keine mehr. Nur noch die Rüstung liegt am Boden. Dafür leuchtet das Gewehr der Ghost.
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