Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

[Oneshot] Betrayal

von Serana
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
10.03.2013
10.03.2013
1
849
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
10.03.2013 849
 
Ein kleines Vorwort:
Es ist eine sehr kurze Geschichte, aus der vielleicht irgendwann noch ein größeres Projekt entstehen wird. Doch vorerst ist und bleibt dies mein Ergebnis von einem kleinen Wettbewerb. Das erklärt auch die Kürze, es waren maximal 5500 Zeichen erlaubt.

-Betrayal-

Harte Schläge hieben an die Tür eines Hauses in einem Außenbezirk von New York, begleitet von einer harschen Stimme. "Öffnen, sofort!"
Es war früh am Morgen und die ersten Strahlen der Sonne fielen dem Mann, der dem Befehl widerwillig folge leistete in die Augen, sodass er blinzelte. Er erkannte die unverkennbaren Umrisse von mehreren Wachen. Rotröcke.
"Dieses Haus ist beschlagnahmt. Pack deine Sachen und verschwinde hier mit deinem Weib."
Hinter dem Mann tauchte eine junge Frau aus, mit wildem roten Haar, die Lippen zu einem schmalen Strich zusammengepresst. Jeder wusste, dass es sinnlos war sich zu wehren. "Nein, Liebes...", setzte der Ehemann der Rothaarigen an, doch schon drängelte sie sich an ihm vorbei. "Lass mich das nur machen.", zischte sie dem Dunkelhaarigen zu und baute sich  vor den Rotröcken auf. Sie war nicht besonders groß oder muskulös, doch sie besaß die Sturheit eines Stieres. Ein halbes Dutzend Gewehre richteten sich sofort auf sie, als sie unter ihrem Rock ein großes Küchenmesser hervor zog. Doch im gleichen Moment erschien über der Personengruppe ein Schatten, eine Sekunde später lagen zwei Schützen tot am Boden und ein Mann in weißer Gewandung und tief ins Gesicht gezogener Kapuze nahm deren Stelle ein. Die verbliebenen erstarrten kurz. Diese Moment nutzte die Rothaarige und brachte ihr Messer zum Einsatz, womit sie geschickt einem weiteren den Garaus machte. Die Männer schossen in ihrer nun aufkommenden Panik. Zwar verfehlten sie die Frau, dafür war der plötzlich ertönende Schrei ihres Ehemannes der Beweis für einen Treffer. Der Unbekannte wütete nun unter den Verbleibenden, die Frau half so gut es ging.
Ein paar Sekunden später war alles vorbei. "Danke.", wand sich die Rothaarige an ihren Retter, "Vielen Dank. Wenn ich mich irgendwie dafür erkenntlich zeigen kann..."
"Schließe dich uns an. Wir kämpfen die Freiheit Amerikas und heißen jede helfende Hand willkommen. Mein Name ist Connor."
"Diana", stellte sie sich ebenfalls vor, "Es wäre mit eine Ehre."

- Lange Zeit später -
Diana erhielt eine Ausbildung und focht unter der Leitung von George Washington zahlreiche Schlachten aus. Sie schloss sich der wiederauflebenden Bruderschaft der Assassinen an und lernte viel über deren Geschichte und Wertvorstellungen. Doch kurz nach ihrer ersten Begegnung mit Connor, hatte ihr Mann, Christoph, sie ohne ein Wort verlassen. Sie kam sich verraten vor, benutzt und tiefe Enttäuschung und Wut machte sich in ihr breit.
Nun kam es, dass sie einen für den Krieg strategisch wichtigen Mord ausführen sollte. Einen General der Briten. Sein Anwesen befand sich mitten in Boston, natürlich hochbewacht. Durch den normalen Eingang hatte man also keine Chance. Doch wozu gab es dieses überaus praktische Tunnelsystem? Zwei Fässer Schwarzpulver an der richtigen Stelle, ein wohlgezielter Schuss aus sicherer Entfernung und schon stand die rothaarige Assassine im Keller des Gebäudes. Die Explosion konnte durchaus bemerkt worden sein, also musste sie sich beeilen.
Lautlos schlich sie durch die Gänge, bis die das Büro erreichte und eintrat. Ein dunkelhaariger Mann stand mit dem Rücken zu ihr. Diana schloss die Tür hinter sich. Sie wollte ihr Ziel nun schnell und sauber ins Jenseits befördern. Doch kurz bevor sie ihn erreichte, drehte er sich um und hielt ihr die Spitze eines Schwertes an die Kehle. Erstarrt blieb sie einen Moment stehen, als sie das Gesicht ihres Gegenübers erblickte. Dann gewann sie einige Schritte abstand.
"Hallo Diana", sagte er mit einem kalten Lächeln.
"Du!", zischte sie. Christoph behielt sein mildes Lächeln bei angesichts der Überraschung und der Wut in den Augen seiner Ex-Gemahlin. Sie rang um Luft, als ihr so einiges klar wurde.
"Wieso?", fragte sie mit erstickter Stimme.
"Wieso?", wiederholte er lachend und breitete die Arme aus, "Sieh dich doch um. Glaubst du wirklich ich würde dieses mickrige Haus von damals dem hier vorziehen? Und mit jeden Tag werde ich mächtiger und reicher. So viele Jahre habe ich darauf hingearbeitet... Dass du dich Washington angeschlossen hast, hat es nur beschleunigt. Dafür muss ich dir wirklich danken."
"Ich habe dich geliebt!", zeterte Diana. Sie stürzte sich mit gezücktem Schwert auf ihn, doch ihre Hiebe wurden lässig pariert. Mit einem kurzen, kraftvollen Stoß beförderte der Dunkelhaarige sie auf den Boden und trat ihr dann das Schwert aus der Hand. 
"Hier ist leider Schluss für dich, Liebes."
Sein Schwert über Diana erhoben, holte er zum Todesstreich aus. Ein Knall ertönte. "Nein, für dich ist Schluss, Christoph." 
Sein lebloser Körper begrab sie unter sich und sie schob ihn von sich runter. Der letzte dünner Rauchfaden erhob sich aus ihrer Pistole und wurde unsichtbar in der Luft. Eine einzelne Träne fand ihren Weg zum Boden. Keine zwei Minuten später war die Assassine aus dem Fenster geklettert und über die Mauer geflüchtet, ohne einen letzten Blick zurück zu werfen.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast