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Im Verborgenen

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Bonnie McCollough Damon Salvatore Elena Gilbert Nicolaus Stafano Salvatore
07.03.2013
11.06.2013
11
8.007
 
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07.03.2013 962
 
„Nein, auf gar keinen Fall!“ Bonnie schüttelte vehement den Kopf.
„Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass er meine Gefühle erwidert.“
Elena legte den Kopf schief. Sie sah etwas genervt aus. Stefano jedoch nachdenklich.
„Jetzt seh´ doch nicht immer alles so schwarz. Sei doch mal ehrlich. Du sagst mir doch, dass er dich geküsst hat.“, versuchte sie ihre Freundin aufzuheitern.
„Aber, da wollte doch nur mein Blut trinken.“, sagte sie enttäuscht und zeichnete mit ihrem Finger ein Muster auf die Bettdecke.
„Vielleicht… Vielleicht sollte ich mich einfach damit abfinden, dass er mich nicht liebt und mein Leben einfach so weiterleben, wie es vorher war.“, sagte Bonnie, während dicke, runde Tränen ihre Wangen runter rollten.

Damon spürte einen Stich in seinem Herzen. Als hätte man ihm einen spitzen Dolch hinein gerammt. So würde er sich vermutlich fühlen, wenn Bonnie ihm sagen würde, dass sie ihn nicht liebte…
Jetzt war er genau über Fell´s Church. Er musste Bonnie finden, sich vergewissern, ob es ihr gut ging. Vielleicht würde er ihr es einfach sagen. Alle Karten auf den Tischen legen.
Nein, er musste es sich selbst eingestehen. Damon Salvatore, der große Frauenheld war zu feige um einem Mädchen zu gestehen, dass er in sie verliebt war. Vielleicht war das auch nur so, weil es mehr war als Verliebtheit. Liebe, wahre Liebe. Glühend, fast schmerzlich süß.
Hier kannte er sich wieder richtig aus. Dort war Bonnies Haus. Da war er schon mal, also konnte er wieder rein. Das Fenster an ihrem Zimmer war offen… Sollte er wirklich? Er könnte ja einen Blick riskieren…

Ohne Vorwarnung ohrfeigte Elena ihre Freundin. Sie rieb sich ihre linke Wange und starrte Elena fassungslos an.
„Warum hast du das gemacht?“, fragte sie sie.
„Damit du endlich aufhörst, dich selbst zu bemitleiden. Das ist ja kaum auszuhalten!“, antwortete Elena.
Entschlossen reckte Bonnie ihr Kinn vor und sagte dann: „Du hast recht, ich muss das selbst in die Hand nehmen. Aber…“
„Was aber?“, drängte Elena sie. Sie war jetzt voll in ihrem Element. Sie hatte schon einen Plan parat.
„Aber ich werde ihm nicht die Wahrheit sagen.“, beharrte sie.

Damon schaute sich um. Auf den ersten Blick wirkte es wie ein ganz normales Zimmer eines Mädchens, das bald aufs College ging. Aber dann sah er die Details, die verrieten, dass das hier ein sehr trauriger Ort war. Auf dem kleinen Schreibtisch lagen benutzte Taschentücher, auf dem Kopfkissen waren kleine Flecken, vermutlich hatte sie geweint. Oh, nein, Bonnie! Was ist passiert?, fragte er sich. Vielleicht könnte er Antworten finden… In ihrem Tagebuch. Es lag schlampig versteckt unter ihrem Bett. Er blätterte auf den letzten Eintrag zurück.

Liebes Tagebuch, im Bett, 28. August, 23.00 Uhr,
eigentlich sollte ich schon längst schlafen, aber ich kann es einfach nicht. Damon ist jetzt fast einem Monat weg und ich hab immer noch das Gefühl, dass irgendwas mit mir nicht stimmt. Überall wo ich hingehe, habe ich das Gefühl, dass er gleich hinter mir auftaucht, aber er kommt nie. Ich vermisse ihn und es fühlt sich an, als fehle ein Stück von mir, meinem Herzen. Ja, ich weiß, dass sich das total naiv anhört. Manchmal würde ich ihn gerne rufen, aber dann wüsste ich nicht, wie ich ihm das erklären sollte. Immerhin ist er ein Vampir. Ein Einzelgänger. Er braucht mich nicht. Er braucht niemanden, weder jetzt noch in Zukunft. Dieser Gedanke macht mich sehr traurig. In letzter Zeit war es sogar so schlimm, dass ich einmal geheult habe. Kannst du dir das vorstellen, liebes Tagebuch? Nein, ich auch nicht. Ich weiß noch, dass Meredith so gewirkt hat, als wüsste sie ganz genau, was los ist. Aber ich habe Angst, ihr das zu sagen. Und nicht nur ihr. Ich habe absolut keine Ahnung, wie ich das Elena oder Stefano erklären sollte. Denen geht es wie immer. Sehr gut. Nachdem Elena wieder bei ihrer Tante eingezogen war, hatte sie auch nichts mehr dagegen, dass sie Stefano heiraten will. Meredith hat immer noch nichts von Alaric gehört. Er hat sich nicht einmal gemeldet. Meine Mutter kommt die Treppe hoch. Ich schreib morgen weiter.



Liebes Tagebuch, 28. August, 23.12 Uhr, immer noch in meinem Bett,
Mum hat mir tatsächlich abgekauft, dass ich schlafe! Aber das kann mich auch nicht ablenken. Je länger ich ihm Bett liege und darüber nachdenke, desto mehr vermisse ich ihn. Ich hab wieder versucht mir einen Grund zu überlegen, weshalb ich ihn rufen könnte. Vergeblich. Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als hier in meinem Bett zu liegen und Trübsal zu blasen. Ich muss jetzt wirklich schlafen.
Bis dann, liebes Tagebuch, gute Nacht!

Damon musste lächeln. Sie mochte ihn also auch. Aber er durfte sie trotzdem nicht dieser Gefahr aussetzen. Mit schwerem Herzen blätterte er weiter zurück.

Liebes Tagebuch, 10. August, 19:35Uhr, vor meinem Fenster,
Es ist immer noch hell. Das gefällt mir nicht. Wenn es dunkel ist, kann ich mich viel besser an Damon erinnern. An seine dunklen Augen, die aussahen wie der Nachthimmel ohne Sterne oder Mond, an seine schwarzen Haare, die ich weiß Gott warum zu gerne mal angefasst hätte und an unseren Kuss. Auch, wenn er nur mein Blut trinken wollte, hab ich irgendwie das Gefühl, dass es mehr zu bedeuten hat. Ich weiß, dass ich dumm bin so was zu denken, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Liebes Tagebuch, 10. August, 22 Uhr, immer noch vor meinem Fenster,
Es ist endlich dunkel, aber ich will meine Zeit nicht mit schreiben verplempern. Ich starre lieber in den Nachthimmel und denke an Damon…

Damons Herz machte einen Freudensprung. Sie liebte ihn auch! Er war sich ganz sicher. Niemals würde er zulassen, dass ihr irgendwas passieren würde. Er würde auf sie aufpassen, sie beschützen. Bei dem Gedanken musste er lächeln. Von einem Vampir beschützt zu werden war natürlich total ungefährlich.
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