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Les Trois Mousquetaires - Französisch für Vollprofis

von Hibiscia
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Aramis Athos D'Artagnan Porthos
06.03.2013
24.04.2013
8
19.747
3
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
06.03.2013 2.061
 
Tut mir Leid, dass das kapitel so kurz ist und auch nicht wirklich viel passiert, aber meine Zeit war leider wieder mal begrenzt.
Vielleicht habe ich am Wochenende Zeit, ein längeres und spannenderes Kapitel zu schreiben, aber momentan ist leider echt nicht mehr drin.
Liebe Grüße,
Hibiscia

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Mitten in der Nacht wache ich auf. Benommen sehe ich mich um. Es ist stockduster und ich kann nicht allzu viel erkennen. Mein Nacken ist steif und schmerzt, und auch mein Rücken beschwert sich über die zusammengerollte Position, in der ich mich befinde.
Mir ist eiskalt, meine Hände und Füße fühlen sich beinahe abgefroren an.  
Die Heizung bollert wie verrückt, doch anscheinend heizt sie trotz allem nicht sehr gut.
Leise verändere ich die Position; ich setze mich in den Sessel, wie man sich normalerweise in einen Sessel setzt und ziehe die Beine eng an den Oberkörper, doch nicht mal der kann meine von Gänsehaut überzogenen Beine wärmen.
Vom Bett her dringt kein Geräusch.
Ich weiß nicht, ob d’Artagnan schläft, oder ob er womöglich Löcher in die Luft starrt und mich gerade ganz genau hört. Einen kurzen Moment denke ich darüber nach, klammheimlich neben ihn ins Bett zu kriechen, um mich unter der Decke aufzuwärmen, doch letztendlich bleibe ich reglos sitzen und starre ins undefinierbare Dunkel, das mich von allen Seiten umgibt.
Die Stille, die nur von den Geräuschen der Heizung unterbrochen wird, ist beinahe bedrückend. Ich wünschte, ich könnte wenigstens d’Artagnan atmen hören, doch er ist ganz leise, als wäre er überhaupt nicht da.
Mein Puls beschleunigt sich radikal, als mir der Gedanke kommt: Was, wenn d’Artagnan weggegangen ist, während ich geschlafen habe? Was, wenn er wirklich gar nicht da ist, und ich jetzt ganz allein bin?
Ich spüre, wie ich erstarre und mir wird noch kälter.
Was, wenn ich jetzt ganz alleine bin? Allein in dieser Pension? Allein in der Stille…
Ich hatte noch nie eine Panikattacke, doch das, was ich eben durchlebe, fühlt sich genauso an, wie ich mir eine Panikattacke immer vorgestellt habe.
Ich höre meinen Puls in den Ohren rasen und glaube, ins Nichts zu fallen, obwohl ich weiß, dass ich hier auf meinem Sessel sitze.
Mein Atem beschleunigt sich und wird lauter, also schlage ich mir die Hand vor Mund und Nase, um keinen Lärm zu machen.
Die Stille kehrt zurück; sie drückt auf mich wie eine schwere Last, presst mir dumpf gegen die Ohren und verschluckt jedes Geräusch, dass es wagen könnte, sie zu durchbrechen.
Die Heizung gibt ein gluckerndes Geräusch von sich und scheint dann den Geist aufzugeben, denn dann gibt auch sie keinen Laut mehr von sich.
Mein Puls ist dabei, abzuheben, und ich presse mir die Hände auf die Ohren, um das flatternde Schlagen meines Herzens nicht mehr hören zu müssen.
Allein, allein, allein! Ich bin ganz allein! Ich habe niemanden mehr! Mama wird mich nicht zurücknehmen, d’Artagnan habe ich vertrieben und Charles ist zuhause in Frankreich. Und Lucy ist auf Kreta.
Ich bin ganz allein.
Allein. Allein. Allein.
Das Wort hallt in meinem Kopf und plötzlich höre ich eine Stimme in meinen Gedanken, die es mir immer wieder hämisch zu haucht.
In der schwärzesten Ecke des Zimmers sehe tauchen plötzlich rote Augen auf.
Werde ich verrückt? Das ist doch bestimmt nur Einbildung! Und wenn nicht…?!
Ich bekomme keine Luft mehr, nehme die Hände von den Ohren und presse sie mir so fest auf die Augen, dass es schmerzt. In meinen Ohren ist ein Rauschen; mir ist schwindelig.
Die Augen…bestimmt werden sie mich angreifen! Und da ist niemand, der mir helfen kann! Ich bin ALLEIN!
„Jule, hör auf zu schreien!“
Plötzlich ist da wieder ein Geräusch. Es ist hoch und schrill und zerschneidet die Stille um mich herum. Aber ich traue mich nicht, die Hände von den Augen zu nehmen.
„Es ist alles gut, ganz ruhig…hör auf zu schreien, du weckst ja noch das ganze Haus…schhht!“
Wer schreit?
Moment mal.
Wer hat das gesagt…?
Das schrille Geräusch verschwindet schlagartig. Ich realisiere: ICH habe das Geräusch verursacht. Ich muss geschrien haben.
Ich spüre, dass meine Hände zittern wie Espenlaub. Langsam, ganz langsam nehme ich sie von den Augen – und schreie wieder:
„Oh mein Gott, d’Artagnan, du bist noch da!“
Das Ende des Satzes geht in einem undeutlichen Geschluchtze unter, als ich erkenne, dass d’Artagnan neben meinem Sessel in die Hocke gegangen ist und mich besorgt ansieht. Ich bin so erleichtert, dass ich mich ruckartig strecke und mich ihm in die Arme werfe.
Überrumpelt fängt er mich auf und legt schließlich die Arme um mich.
Ich kann derweil nichts anderes, als hemmungslos zu weinen und drücke mein Gesicht an seinen Hals.
„Ist ja gut, ganz ruhig…“, murmelt d’Artagnan immer wieder und streicht mir sachte über den Rücken.
So bleiben wir eine ganze Weile: Ich, halb im Sessel, halb in d’Artagnans Armen hängend und d’Artagnan, der vor besagtem Sessel in der Hocke sitzt und versucht mich zu beruhigen.
Irgendwann höre ich auf zu weinen und bleibe einfach reglos in der Position, in der ich bin. Ich habe keine Kraft mehr, d’Artagnan zu umklammern, weswegen meine Arme ihn mittlerweile losgelassen haben und leblos herumbaumeln.
Meine Nase ist vom vielen Heulen ganz verstopft, meine Augen brennen und mir ist schlecht.
„Bist du in Ordnung?“, fragt d’Artagnan ganz dicht an meinem Ohr.
Ich kann nicht antworten, ich bin immer noch viel zu erleichtert, dass er da ist.  
„Julia?“ Er klingt ein bisschen besorgt. Ich drücke mein Gesicht an seine Halsbeuge.
„Ich hatte Angst, dass du weg bist“, hauche ich ganz leise.
„Weg? Aber wieso denn?“
„Ich will nicht allein sein“, sage ich nur und denke gar nicht daran, von ihm wegzurücken.
„Du bist nicht allein. Ich bin doch hier.“
„Du bist hier, ja.“
Ein kurzes Schweigen tritt ein.
„Ich möchte nicht meckern, aber es ist ein bisschen unbequem so“, sagt d’Artagnan dann.
Sofort rücke ich von ihm ab und setze mich normal in meinen Sessel.
Er hat das Licht angemacht, die Stehlampe neben meinem Sessel wirft einen schwachen Lichtstrahl auf uns und taucht das Zimmer in ein mildes Licht. Vorsichtig sehe ich mich um.
Die roten Augen aus der Ecke sind weg. Ich erkenne, was die Wahnvorstellung ausgelöst hat: Es ist ein altes Telefon, an dem ein kleines rotes Lämpchen blinkt.
Die Heizung rauscht wieder. Habe ich mir etwa nur eingebildet, dass sie jemals damit aufgehört hat?
Ich sehe neben mich.
D’Artagnan.
Er betrachtet mich mit einer seltsamen Mischung von Gefühlen. Ich erkenne, dass er sich Sorgen macht, aber auch Misstrauen liegt in seinem Blick.
Jetzt nimmt er meine Hand.
„Du bist eiskalt.“
„Mir ist auch kalt“, sage ich und betrachte meine kurzen Shorts, „ich bin sogar davon aufgewacht.“
„Und was ist dann passiert?“
„Es war so still. Und so dunkel.“
„Hast du Angst im Dunkeln?“
„Nein. Aber ich hatte plötzlich das Gefühl, ganz allein zu sein. Ich hatte Angst, du könntest weg sein.“
„Das ich weg bin? Wieso sollte ich weg sein?“
Ich schweige, weil ich weiß, dass er die Antwort, die mir auf der Zunge liegt, bereits selbst kennt.
„Du hattest also Angst davor, ganz allein zu sein?“, macht d’Artagnan weiter.
„Ganz allein“, wiederhole ich und schaudere, „und dann hab ich die Panik bekommen. Die Stille hat mich fertiggemacht und dann hab ich mich total reingesteigert.“
„Menschen tun verrückte Dinge, wenn sie Angst haben“, meint d’Artagnan beschwichtigend.
„Ich glaube, ich bin verrückt geworden“, schnaube ich humorlos.
„Das bist du nicht“, antwortet d’Artagnan und reibt meine linke Hand, um sie ein bisschen aufzuwärmen, „jeder fürchtet sich davor, ganz allein zu sein. Deine Reaktion war gerechtfertigt, ich meine, du hast dein Zuhause verlassen! Das ist ein großer Schritt. Und wenn man sich vor etwas fürchtet ist es auch nicht absonderlich, wenn man sich plötzlich auch vor harmlosen Dingen, wie zum Beispiel den Schatten fürchtet.“
„Ich weiß.“
„Geht’s dir wieder besser?“
„Ich denke schon. Ich weiß ja, dass du da bist.“
Ich probiere ein Lächeln, aber mein Mund ist so verkrampft, dass es aussehen muss, als hätte ich eine Gesichtslähmung.
„Es tut mir leid“, sage ich.
„Was?“, fragt d’Artagnan ehrlich erstaunt.
„Es tut mir leid, dass ich mich so beschissen benommen habe. Ich hab so jemanden wie dich gar nicht verdient.“
Ich fühle mich so schuldig, dass ich schon wieder weinen könnte, aber ich lasse es lieber und drücke stattdessen lieber meine Zunge gegen den Gaumen.
„Hör auf so etwas zu reden!“, ruft d’Artagnan sofort.
„Nein!“, entgegne ich, „du kümmerst dich um mich, und ich behandle dich wie ein Stück Dreck!“
„Das tust du doch gar nicht.“
„Doch.“
„Es tut mir Leid“, sagt d’Artagnan plötzlich, „ich weiß, dass es nicht einfach für dich ist. Und ich ignoriere es trotzdem und verlange zu viel von dir.“
„Das ist doch auch Blödsinn!“
„Du hast es mir vorhin noch vorgeworfen!“
„Am besten du vergisst, was ich vorhin alles gesagt habe. Wahrscheinlich war ich da schon am austicken.“
Dann schweigen wir beide und ich gebe mir Mühe, vor Kälte nicht zu zittern.
„Wie spät ist es?“, frage ich nach einer Weile.
„Ich weiß nicht, vielleicht halb drei.“
„Wir sollten wieder schlafen.“
„Ja, sollten wir. Lässt du mich zu dir? Mir ist so kalt. Und…ich will nicht allein sein.“
Ich bekomme gar keine richtige Antwort, stattdessen steht d’Artagnan plötzlich auf, hebt mich so schnell auf seine Arme, dass ich gar nicht protestieren kann, und trägt mich zum Bett.
„Kann ich das als JA deuten?“, frage ich verlegen und rutsche, damit er selbst auch noch Platz hat.
„Wenn du möchtest, bekommst du 100 Ja’s“, sagt d’Artagnan schlicht und steht nochmal auf, um die Stehlampe auszumachen. Das Zimmer liegt wieder im Dunkeln, doch jetzt habe ich keine Angst mehr.
Ich höre die Bettdecke neben mir rauschen, als d’Artagnan sich hinlegt.
Zwischen uns lässt er einen Spalt. Ich drehe mich auf die Seite, mit dem Gesicht in seine Richtung und versuche, ihn zu erkennen.
„Ich hab dich vermisst.“
Die Worte sind ganz leise über meine Lippen gekommen, so als ob es etwas streng Geheimes wäre.
„Ich vermisse dich noch immer.“
Darauf kann ich nichts antworten.
Das Bett ist bequem, es ist schön weich und die Decke fühlt sich unglaublich gut an, doch sehr viel wärmer ist mir leider trotzdem noch nicht.
„Mir ist kalt“, sage ich leise.
Keine Antwort.
„Ist neben dir noch ein bisschen Platz für mich?“
„Komm her.“
D’Artagnans Stimme klingt seltsam. Ich glaube, eine tiefe Sehnsucht darin zu hören.
Ich robbe näher zu ihm heran, bis sich unsere Körper beinahe berühren, doch er macht keine Anstalten, den Arm um mich zu legen, oder mich an sich zu ziehen.
Er ist ganz anders als noch gerade eben und es versetzt mir einen tiefen Stich.
„Es tut mir so leid“, flüstere ich.
„Es ist in Ordnung.“
„Nein, ist es nicht. Ich will nicht der Grund sein, warum Andere unglücklich sind.“
„Ich bin doch gar nicht unglücklich.“
„Dir hat nie jemand das Lügen beigebracht“, sage ich leise und strecke eine Hand aus. Schon nach wenigen Zentimetern stößt sie auf weichen Widerstand. Es ist sein Bauch.
Zuerst zögere ich, doch dann strecke ich den ganzen Arm aus und lege ihn quer über d’Artagnan. Daraus folgt, dass ich noch ein wenig näher rutschen muss, um mich nicht vollständig zu verrenken.
Jetzt liege ich direkt an ihm.
Sein Körper ist herrlich warm und die Wärme tut so gut, dass ich kurz die Augen schließe.
„Was tust du da?“
D’Artagnans Stimme lässt mich beinahe aufschrecken.
„Ich suche nach Wärme…und Nähe.“
„Du musst das nicht tun. Ich meine, nur, um mich…“
„Denkst du wirklich, dass ich gar keine Gefühle mehr für dich habe?“
Keine Antwort.
„Ich liebe dich“, sage ich, „nicht so wie damals, das kann ich noch nicht…aber ich liebe dich. Und ich hab nie ganz damit aufgehört.“
Ich erhalte wieder keine Antwort, doch ich denke, dass ich alles notwendige gesagt habe, also überbrücke ich die letzten Millimeter Abstand zwischen uns, rücke näher an ihn und lege den Kopf auf seine Brust.
Seine Nähe bringt mir auch endlich wieder die Wärme zurück. Ich kuschle mich zufrieden an ihn und in die Decke und schließe die Augen.
Mit der Wärme kommt die bleierne Müdigkeit.
Ich bin schon am wegdämmern, als d’Artagnan endlich den Arm um mich legt.

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Über Rückmeldungen jeglicher Art würde ich mich sehr freuen!
Hibis ^.^
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