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Les Trois Mousquetaires - Französisch für Vollprofis

von Hibiscia
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Aramis Athos D'Artagnan Porthos
06.03.2013
24.04.2013
8
19.747
3
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
06.03.2013 2.393
 
Sorry, das Kapitel ist nicht lang, aber für mehr hatte ich leider keine Zeit. :(
Ich hoffe, ihr erfreut euch trotzdem ein bisschen daran und am Wochenende gehts dann auch wieder länger weiter.
Viele Grüße,
Hibiscia
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D’Artagnans Gesichtsausdruck lässt sich nicht mit Worten beschreiben.
Er sieht sich lange in meinem Zimmer auf und nimmt jedes kleinste Detail in sich auf, um es auszuwerten. Ich streife die Flip-Flops ab, kicke sie in die hinterste Zimmerecke und lasse mich müde auf mein Bett fallen.
Die Sonne scheint noch immer darauf und ich liege in einem herrlich warmen Fleck. Erschöpft strubble ich mir durch die Haare. Ich sollte dringend duschen gehen.
„Du lebst ganz schön anders als ich“, stellt d’Artagnan fest, „du hast mehr Möbel in einem Zimmer, als ich in der ganzen Wohnung!“
„Siehst du!“, lache ich und strecke mich gemütlich in meinem Sonnenfleck aus, „Gefällt’s dir halbwegs?“
„Es ist sehr anders. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll.“
„Damit wirst du jetzt leben müssen. Für wie lang auch immer.“
D’Artagnan sieht mich schockiert an.
„Glaubst du, es wird wieder so enden wie damals?“
„Nein“, sage ich entschieden.
„Wie kannst du dir da so sicher sein?“
„Weil du keine Ahnung hast, welchen Fortschritt die Medizin gemacht hat. Und mit ein bisschen Fieber beißt man unter diesen Umständen sicherlich nicht so einfach ins Gras.“
„Ich hoffe es.“
Langsam setzt sich der Franzose neben mich aufs Bett, obwohl ich ihm unfreundlicher Weise gar nicht viel Platz gelassen habe.
„Wo hast du deinen Hut gelassen?“, frage ich, richte mich auf und zupfe an einer seiner Haarsträhnen.
„Ist mir runtergefallen, als ich vom Pferd stürzte.“
Ich kneife die Augen zusammen und lache.
„Du bist schon so ein komischer Vogel. Da kommst du die ganze Zeit damit, wie sehr du mich liebst und dann erzählst du solchen Blödsinn.“
„Das ist kein…Blödsinn.“
„Du willst damit also sagen, dass es die Wahrheit ist?“
„Ja“, kommt es zögernd.
„Ich hasse Lügen“, sage ich trotzig und entscheide, ein kleines Drama aufzuführen, um ihm die Wahrheit zu entlocken, „wenn du mich anlügst, will ich nichts mehr mit dir zu tun haben.“
Ich freue mich diebisch darüber, dass meine Stimme so ernst klingt. Warum bin ich nie in die Theater-AG gegangen…?
„Sei nicht albern“, antwortet d’Artagnan.
„Ich meine es ernst. Du fällst mir vor die Füße, spielst Seifenoper und willst unsere Beziehung mit Lügen neu aufbauen?“
Irgendwie klinge ich, als ob ich Schluss machen wollte. So überzeugend sollte es dann doch nicht sein.
D’Artagnan sieht mich abschätzend an. Mit tut mein Theater leid und ich lasse mich zurück auf meine Decke fallen.
„Gut, ich hab nur so getan“, nuschle ich und grinse ihn unschuldig an.
„Mach das nicht“, kommt es ernst zurück.
„Schon gut, ganz ruhig!“ Abwehrend hebe ich die Hände und schiele dann wieder zu ihm.
„Du brauchst einen Stilwechsel. Und zu musst zum Friseur. Dringend!“, erkläre ich.
„Wieso?“, fragt er wieder.
„Hab ich dir doch schon erklärt. Zwischen unseren Zeiten liegen hunderte von Jahren. Du musst dich wirklich ein bisschen anpassen. Und Mama wird sonst auch stutzig.“
D’Artagnan sagt nichts, sondern betrachtet meine Duftkerze. Ich erinnere mich, dass ich ihm oft davon erzählt habe, aber ich weiß nicht, ob er sie als solche identifiziert.
„Ich kann dir ein Hemd und eine Hose von meinem Vater leihen“, schlage ich vor, als er gar nicht reagiert, „und zum Friseur könnten wir auch gleich. Ist ja erst kurz nach eins.“
Wieder reagiert d’Artagnan nicht und ich weiß nicht mal, ob er mir zugehört hat. Kurzerhand stehe ich auf und dringe in die Privatsphäre von Papas Kleiderschrank ein.
Ich finde ein weißes Hemd, dass er nie trägt und eine dunkelgraue Jeans, die er noch nie im Leben anhatte, damals aber unbedingt kaufen musste, weil sie ihm so gut gefallen hat.
Das hätten wir.
Und sonst noch?
Es widerstrebt mir, aber ich muss wohl oder übel auch an seine Unterwäschekommode. So schnell ich kann angle ich nach einem paar schwarzer Sneakersocken und einer Unterhose.
Oh Mann, was zum Teufel tue ich?
Ich hoffe inständig, dass ich alles habe und flitze auf leisen Sohlen zurück in mein Zimmer.
„Hier!“ Triumphierend schmeiße ich die Klamotten auf mein Bett. D’Artagnan hat sich keinen Zentimeter bewegt, aber als ich wiederkomme, sieht er doch kurz auf.
„Was ist das?“, fragt er und starrt die Kleider an, als wüsste er nicht, was man damit macht.
„Was zum Anziehen.“
„Und weiter?“
„Du wirst duschen gehen, das anziehen und dann gehen wir zum Friseur.“
„Sagt wer?“
„Ich!“
„Aber du bist nur ein Mädchen!“
Ich starre ihn an, als wäre er grün, gelb oder lila gepunktet.
„Und du nur ein Macker, oder was? Wenn du so drauf bist, kannst du gehen.“
Ich zeige auf die Tür und dieses Mal meine ich es ernst. Ich hasse dieses Macho-Getue. Mädchen und Frauen sind längst gleichberechtigt. Und ich will ihm ja nur helfen. Wenn er das nicht will, soll er sehen, wo er bleibt, mit seinen langen Haaren, den Stiefeln mit dem breiten Schaft und der ganzen anderen Ausführung. Nicht, dass es mir nicht gefällt. Aber dem Rest der Welt stößt dieses Outfit wohl eher übel auf.
„Ich weiß nicht, was du machst, also ich dusche jetzt auf alle Fälle“, stelle ich klar und wühle in meinem Kleiderschrank nach neuen Sachen.
Ich entscheide mich wieder für Shorts – schwarze Jeansshorts dieses Mal – und eine kurzärmlige, hellblaue Bluse.
„Ich bin im Bad“, sage ich knapp und gehe aus dem Zimmer.
Ich nehme mir vor, nicht allzu lange zu duschen, aber den salzigen Schweiß muss ich unbedingt abwaschen. Langsam ziehe ich mich aus, stelle mich unter die Dusche und drehe das Wasser lauwarm auf.
Es tut einfach nur gut. Um mich zu erfrischen, stelle ich das Wasser noch kälter, dann wasche ich mir kurz die Haare, entferne die lästigen Haare und den Armen und an den Beinen und genieße den Kokosduft meines Duschgels.
Ich könnte ewig lange unter dem kühlen Wasser stehen bleiben, aber ich habe ja noch d’Artagnan bei mir im Zimmer sitzen, deshalb beende ich die Dusche, trockne mich ab und rubble mir über die Haare, bis sie nur noch leicht feucht sind.
Deo; etwas Parfüm, perfekt.
Erfrischt ziehe ich mir das saubere Zeug an. Auf das Föhnen verzichte ich bei der Hitze.
Barfuß gehe ich zurück in mein Zimmer. D’Artagnan steht mitten im Raum und sieht aus, als hätte er auf mich gewartet. Papas Klamotten liegen unberührt auf dem Bett.
„Du scheißt also drauf?“, frage ich leicht bissig und kämme mir die feuchten Haare vor meinem Spiegel.
Als d’Artagnan nichts sagt, zucke ich die Achseln.
„Wie überaus freundlich von dir.“
D’Artagnan seufzt abgrundtief.
„Schon gut, ich ziehe es ja an, und ich gehe auch….duschen.“
„Dann komm mit.“ Sofort bin ich wieder gut gelaunt. Ich schnappe mir d’Artagnans zukünftige Klamotten und trage sie ins Bad. Der Franzose folgt mir widerstrebend.
„Gut“, sage ich, als wir im Bad angekommen sind, „das ist die Dusche. Das Ding, das mir so gefehlt hat.“
„Ah“, macht d’Artagnan, wenig begeistert.
Ich beschließe, ihm die Einführung für Dummies zu geben.
„Also zuerst legst du deine Kleider ab“, sage ich und lege Wert auf eine gehobene Sprache, „und dann stellst du dich hier hin.“
Er nickt lahm, als ich ihm die richtige Stelle zeige.
„Dann drehst du hier das Wasser an.“
Nicken.
„Da kommt dann Wasser raus. Viel. Wasser. Sauberes, kaltes, Wasser!“, schwärme ich.
Ich sehe, dass er leicht erschaudert.
„Du wartest, bis du komplett nass bist, ja?“, erkläre ich, „Und mit den Händen kannst du schon mal das gröbste vom Schmutz wegmachen.“
„Ja…“
„Und dann stellst du das Wasser ab und nimmst das hier.“
Ich halte ihm Papas Shampoo hin.
„Du machst die Flasche auf, gibst was davon auf deine Hand und massierst es in deine Haare, bis es schaumt. Und danach stellst du das Wasser wieder an. Das nennt man >sich die Haare waschen<, okay?“
„Hm, ja.“
„Und dann nimmst du noch das. Das ist für deinen Körper. Man nennt es Duschgel.“
Ich erkläre ihm den kompletten Ablauf ein zweites und ein drittes Mal, dann gebe ich ihm noch ein Handtuch und lasse ihn in Ruhe der Körperpflege nachgehen.
Wollen wir hoffen, dass es gut geht!
Nachdem ich mir halbwegs sicher bin, dass d’Artagnan klarkommt, lasse ich ihn ihm Bad alleine und verziehe mich in mein Zimmer. Kurz darauf höre ich die Dusche laufen und ich bin zufrieden. Offenbar lernt er schnell. Ich lasse mich auf mein Bett fallen und starre an die Decke.
Mein Leben scheint immer irrer zu werden.
Ich mache eine Zeitreise. Sterbe. Erstehe auf. Lebe weiter.
Ein d’Artagnan Double taucht auf. Verliebtheit. Beziehung. Stress. Trennung.
Und jetzt? Jetzt fällt plötzlich der echte d’Artagnan vom Himmel.
Die Rollen sind vertauscht. Dieses Mal ist er in meiner Welt. Ich versuche mir vorzustellen, was leichter ist – in der Zeit zurückreisen, oder einen riesen Sprung nach vorne zu machen.
Hier gibt es mehr zu entdecken; neue Erkenntnisse.
Ich seufze und richte mich wieder auf. Meine Haare sind schon fast getrocknet und sehen ein bisschen aus wie ein Heuhaufen. Weich sind sie trotzdem. Ich gehe zum Fenster und mache es auf. Heiße, trockene Luft schlägt mir entgegen, aber die Sonne ist plötzlich weg. Stattdessen  hängen blöde Wolken am Himmel, die nachher bestimmt ein dickes Gewitter produzieren werden.
Ich höre die Dusche nicht mehr und einige Augenblicke später steht d’Artagnan im Zimmer.
Unwillkürlich muss ich lächeln. Das Hemd ist völlig falsch geknöpft und der Hosenstall steht offen. Abgesehen davon habe ich ihn noch nie mit nassen Haaren gesehen. Sie hängen ihm wirr ins Gesicht und lassen es noch ein wenig markanter Wirken. Er sieht unglaublich gut aus und ich spüre meinen Puls vibrieren.
„Hast du’s überlebt?“, frage ich und gehe zu ihm.
„Ja“, murmelt er knapp und mustert sich misstrauisch in meinem Spiegel.
„Du riechst gut. Ich wette, du warst noch nie so sauber wie jetzt.“
„Meinst du?“
„Ich schwöre es. Aber dein Hemd…ist noch ein bisschen schief.“
„Ich kenne mich nicht so gut aus damit.“
„Macht nichts.“
Irgendwie passiert es automatisch, ich gehe einen Schritt näher auf ihn zu und finde mich plötzlich dabei wieder, wie ich das Hemd aufknöpfe. Komplett. Von oben bis unten. Meine Hände zittern ein bisschen und bei einem Knopf bleibe ich hängen und kriege ihn nicht auf. Da nimmt er plötzlich meine Hände und wir nesteln mit vier Händen an dem Knopf herum.
Und dann ist er plötzlich auf.
Ich merke, dass das ganze Hemd jetzt auf ist und ich freie Sicht auf d’Artagnans Bauch habe. Keine Ahnung, was ich erwartet habe, aber es haut mich trotzdem fast um. Ich hatte nie erwartet, dass der Franzose so durchtrainiert sein könnte. Ich weiß nicht mal, ob man TRAINIERT sagen kann, denn in seiner Zeit gibt es bestimmt keine Fitnessstudios.
Jedenfalls lässt sich sein Körper durchaus sehen.
Ich merke, wie ich auf die Ansätze des Sixpacks starre und plötzlich wird mir auch klar, dass ich knallrot geworden bin.
Nervös streiche ich mir meine Haare nach hinten und beginne dann, d’Artagnans Hemd mit fahrigen Fingern richtig zuzuknöpfen. Es ist ihm ein bisschen zu weit, aber das ist gut, denn so sieht es halbwegs lässig aus.
„Mach die obersten zwei Knöpfe wieder auf bei der Hitze“, sage ich, aber meine Stimme klingt irgendwie ein bisschen rau.
„Du hast deine doch auch zu“, antwortet d’Artagnan und streckt die Hände schon aus, als es an der Tür klopft.
Nein! Warum IMMER in den unpassendsten Momenten?!
Erschrocken starre ich auf d’Artagnans offenen Hosenstall und auf seine Hände, die gerade den obersten Knopf meiner Bluse lösen.
Etwas unsanft entferne ich seine Hände.
„Hör auf damit“, zische ich, „und dreh dich BLOß nicht um jetzt.“
Dann gehe ich zur Tür, öffne und strecke den Kopf in den Flur.
„Ich hab Essen gemacht“, sagt Mama und versucht, einen Blick ins Innere des Zimmers zu erhaschen.
„Oh. Danke“, sage ich lahm und versuche, den Türspalt möglichste klein zu halten.
„Kommt ihr dann…?“
„Sind gleich da. Was gibt’s denn?“
„Pasta.“
Ich sterbe innerlich. Wenn ich etwas hasse, dann sind es warme Gerichte im Hochsommer. Wenn es richtig heiß ist, will ich leichte Kost. Oder etwas Gegrilltes.
„Danke, Mam“, sage ich trotzdem und lächle sie zuckersüß an, „wir sind sofort zur Stelle.“
„Was macht ihr denn da?“ Mama versucht verzweifelt, ins Zimmer zu gucken.
„Nichts. Chillen.“
Mama sieht mich forschend an. Ich werde ein bisschen ungeduldig.
„Soll das jetzt die ganze Zeit so weiter gehen?“, frage ich, „Du siehst ja echt Gespenster. Ich hab die Schnauze voll von Jungs.“
„Julia, ich krieg diese komische Hose nicht zu!“, tönt es jetzt von d’Artagnan aus meinem Zimmer. Am liebsten würde ich meinen Kopf gegen die Wand schlagen.
„Was hat er gesagt?“, will Mama wissen.
„Er fragt, was es zum Essen gibt.“
„Pasta“, sagt Mama wieder.
„Jaa, ich weiß, aber es heißt anders auf Französisch.“
„Wie denn?“ Mama kann so schrecklich nerven.
„Weiß grad nicht. Wir kommen gleich, okay?“ Ich klinge genervt und kann es leider nicht mehr länger verbergen. Etwas unwirsch mache ich die Tür wieder zu und kehre zu d’Artagnan zurück.
„Junge, muss ich dir jetzt wirklich die Hosen zu machen?“, frage ich kläglich und sehe ihn an. Auf meinen Wangen brennt noch immer die Röte von vorhin, und es kommt prompt schon wieder neue.
„Nein, sag mir, was ich machen muss.“
Ich seufze. Bis ich das erklärt hab, kann ich die Hose zehnmal zumachen. Ich starre auf den Boden und erledige die Arbeit für ihn.
„Danke“, sagt er leise und zieht mich in eine Umarmung. Er kam meinem Rat nach und hat tatsächlich die obersten zwei Knöpfe seines Hemdes geöffnet. Es steht ihm unglaublich gut und ich spiele an seinem Kragen herum.
„Was ist denn nun mit deinen Knöpfen?“, fragt d’Artagnan und macht sich in der Umarmung erneut an meiner Bluse zu schaffen.
„He, Finger weg!“, rufe ich protestierend, „Mädchen machen das nicht.“
„Wie, Mädchen machen das nichts?“
„Na, die Bluse zu weit aufknöpfen.
„Aber von deinen Beinen sehe ich doch auch fast alles!“
„Ja, schon, aber…Beine und Ausschnitt…oh Mann, weißt du, da ist einfach ein kleiner Unterschied, okay?“
„Meinst du, ich werde das irgendwann verstehen?“
„Hoffen wirs.“
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Bekomm ich vielleicht ein kleines Review?
Und soll es zwischen d'Artagnan und Julia noch mehr knistern...? ;)
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