Zwischen zwei Welten

von Kyuna
GeschichteAbenteuer / P12
03.03.2013
10.10.2014
5
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Prolog The Story of a little Girl

Vor vielen Jahrhunderten wurde ein Mädchen gebor'n.
Sie war auserkor'n.
Auserwählt ein Monster zu sein.
Doch trotz ihres Schicksals ein Monster zu sein, war ihr Herz weiß und rein.

Nie hatte sie etwas Böses im Sinn,
nie wollte sie Leid und Verzweiflung bringen,
doch wurde sie verachtet von Dorf und Familie
weil sie anders war als die ihre.

So rannte sie davon,
Der Schrecken des Dorfes war weg,
Schnell hatte sie einen Berg erklommen,
Dort hatte sie einen Platz eingenommen

Einsam und allein lebte sie dort in einem Turm,
Wo die Skelette vieler Menschen ruh'n.
Ihre Magie wurd sehr mächtig,
Ihr Reichtum war nun wirklich prächtig

Das Mädchen sah zum Fenster hinaus gespannt,
Man hatte sie in ihrem Turme verbannt,
Doch war sie bekannt als die Ruhe vor den Sturm,
Das Mädchen allein, auf dem Berge in dem Turm


Kapitel 1 Die Begegnung

Es war ein stürmischer und zugleich regnerischer Tag, an welchem sie auf dem Balkon stand. Die Trofpen benetzten ihre blasse Haut und ihre gelben Augen starrten gen Horizont. Ihre langen silbernen Haare wurden vom Wind in alle Richtungen geweht. Doch sie stand einfach nur stumm da, wie ein Fels in der Brandung. Wie lange sie da stand wusste sie nicht, sie wusste auch nicht wie lange sie schon in diesem Turm war. Die Silberhaarige wollte auch nicht mehr zurück, denn sie war das Monster, welches alle verachteten, das angeblich Zerstörung bringen würde. Ihre länglichen Ohren zuckten kurz als das erste Gebrüll des Donners ertönte.

Langsam ging sie rein, denn sie war total durchnässt und sie wollte definitiv nicht krank werden.
Als sie an einem mit Edelsteinen verzierten Spiegel ankam und sich betrachtete, galt ihr Blick immer ihren Hörnern, welche seitlich aus ihrem Kopf hervorkamen. Die anderen hatten recht, sie war ein Monster. Sie war eine Mischung aus Mazoku und Drache, was eigentlich unmöglich sein sollte. Ein Seufzen entwich ihrer Kehle während sie sich ihren Kamm nahm um sich ihre Haare zu kämmen.
„Wann ich wohl wieder raus kann...“, fragte sie sich selbst und starrte sich im Spiegel an.

Nach nicht allzu langer Zeit kam sie auch dazu sich umzuziehen.
Sie trug ein grünes Oberteil, welches keine Träger hatte und bis unter die Brust ging, dazu einen grünen, gerafften Rock, welche durch zwei Lederbänder um die Taille gehalten wurde und braune Sandalen, die bis zu den Knien geschnürt waren.
Es war eines ihrer Lieblingsoutfits.
Die Silberhaarige ließ ihren Blick zum Fenster hinaus schweifen, sah zu wie der Regen gegen die Fensterscheibe prasselte.
Schnell entfachte sie mithilfe eines Zaubers den Kamin in ihrem Zimmer und setzte sich dann auf de Fensterbank um weiter dem Regen zuzusehen.

„Mensch, Lina! Mussten wir unbedingt in einem Unwetter losziehen?!“, rief Amelia und hielt sich ihre Hand vor Augen.
„Ja, mussten wir! Wir werden schon irgendeinen Unterschlupf finden. Immerhin ist Xellos einen suchen gegangen!“, rief Lina zu Amelia zurück und ging weiter vorwärts.
„Wir können ihm nicht vertrauen!“, brüllte Zelgadis.
„Ach, könnt ihr nicht? Nun ja, dann sag ich euch wohl nicht was ich gefunden habe.“, meinte plötzlich ein Jemand und alle wussten wer es war.
„Xellos!“
„Ihr könnt mir ja nicht vertrauen also...“, fing er an, wurde allerdings von Lina unterbrochen: „Nein, nein! Wir vertrauen dir! Ehrlich!“
„Wenn das so ist, da hinten gibt es einen Turm wo wir uns vor dem Regen schützen können.“, sagte er grinsend und sah zu wie die anderen bereits am rennen waren.

„Findet ihr es nicht auch komisch das hier mitten im Nichts ein Turm rumsteht? Und dann noch mit Büchern vollgestopft....“, murmelte Gourry.
„Wow, ich wusste nicht das du auch was kluges von dir geben kannst.“, war Linas Kommentar dazu.
Auf einmal entflammte in der Mitte des Raumes, in dem sie sich grade befanden, ein Kreis aus grünen Flammen, eiskalten Flammen und in diesem Kreis erschien die Silberhaarige.
„Wer seid ihr?“, fragte sie ruhig.
Alle sagten ihre Namen.
„Die berühmte Lina Inverse und Xellos der Priester. Ich habe von euch gehört.“, mit einer Geste ihrerseits verschwanden die Flammen. „Lina Inverse, der Banditenschreck, diejenige die Städte zerstört hat und Xellos hat im Wiederauferstehungskrieg für den Herren der Finsternis tausende von  Drachen allein getötet. Interessant...“
„Und wir sind unwichtig?“, meldete sich Amelia zu Wort.
„Natürlich nicht. Die Prinzessin Seyruuns und ihr Gefolge sollen sich in meinen Gefilden wie zuhause fühlen. Folgt mir.“, meinte sie ruhig und ging die steinernen Treppen hinauf während die anderen ihr folgten.

„Wie lange lebst du schon hier wenn ich fragen darf?“, wollte Gourry wissen.
„Ich habe in diesem Turm jegliches Zeitgefühl verloren... Ich weiß nicht wie lange ich hier lebe oder wie lange ich überhaupt lebe...“, murmelte die Silberhaarige und sah zu Boden. „Man nennt mich übrigens Aria.“
„Aria, darf ich dir eine Frage stellen?“, kam es von Zelgadis.
„Das war bereits eine.“, lächelnd sah Aria ihn an.
„Nun denn, was hat es mit den Hörnern und den langen Ohren auf sich?“ - „Wieso fragst du? Sehe ich aus wie ein Monster für dich?“
„Das war so nicht gemeint. Immerhin-“, fing Zelgadis an bis ihm von Xellos die Kapuze runtergerissen wurde. „Was zum- Xellos, was soll das?“
„Nun, sie hat Hörner auf dem Kopf und lange Ohren. Das heißt du brauchst dich nicht zu verstecken wenn es um dein Aussehen geht.“, erklärte Xellos grinsend.
erAria lächelte leicht.
„Die Hörner und die Ohren sind ein Zeichen für etwas, was nicht existieren sollte. Ich bin halb Drache, halb Mazoku, ein Wesen, welches es nicht geben sollte...“
Aria ging weiter die steinernen Treppen rauf.
„Jetzt kommt schon. Dort oben ist meine... nennen wir es Bibliothek.“, sagte die silberhaarige Halbdämonin. „Ich habe dort nachgeforscht ob es ein Wesen, welches halb Drache und halb Mazoku gibt. In jedem Buch stand kein Wort drüber.“
„Woher kennst du uns eigentlich?“
„Nun Xellos, das ist eine gute Frage. Der ein oder andere Mazoku der sich hierher verirrt hatte, hat mal was an Informationen ausgespuckt.“ - „Verstehe.“
Schon längst waren sie in der Bibliothek angekommen und saßen nun alle gemeinsam an einem großen Tisch aus Stein. Um sie herum standen Bücherregale randvoll mit Büchern.
Sie schwiegen sich an, da keiner genau wusste über was sie reden sollten, bis Gourry plötzlich ein großer Schrank ins Auge viel auf welchen er auch sogleich zeigte.
„Was ist da drin?“
„Etwas sehr wichtiges. Eine Kopie der Claire Bibel.“
Aria wurde angestarrt als würde ihr im Moment ein drittes Horn wachsen.
„Wieso sagst du uns das nicht!“, brüllten Lina und Zelgadis im Chor.
„Ihr habt nicht gefragt!“, verteidigte Aria sich und sah die beiden empört an.
Mit einer Geste öffnete sich der Schrank und die Blätter flogen direkt in Arias Hand, welche sie dann in die Luft hielt.
Zelgadis ergriff die Blätter als erstes, in der Hoffnung etwas zu finden, was ihm half sein altes Aussehen wiederzubekommen. Auch Lina las und hoffte einen Zauber gegen Mazoku zu bekommen der nicht solch zerstörerischen Auswirkungen hat wie der Giga Slave.
Dennoch zerplatzten beide Träume, da nichts des weiteren vorhanden war. Nachdem sie die Blätter auf den Tisch gelegt hatten, krallte Xellos sich die Blätter und las.
„Und was hast du jetzt damit vor?“, fragte Lina neugierig.
„Sie verbrennen.“
Alle starrten abwechselnd Xellos und die Blätter an, denn nichts passierte. Nur Aria grinste.
„Sorry Xellos, aber ich habe diese Kopie mit einem sehr starken Schutzzauber belegt, da ich wusste jemand würde sie zerstören wollen.“
Xellos' Augen verengten sich zu Schlitzen und starrten die Silberhaarige an, welche ihm die Zunge rausstreckte.

„Du wirst diese Kopie also niemals zer-“, fing sie an, hörte dann aber abrupt auf zu reden „Verdammt! Wir müssen hier raus!“
Aria sprang auf, rannte in ihr Zimmer und holte sich ihren Bogen ehe sie wieder zu den anderen rannte.
„Sofort hier raus!“, rief sie aufgebracht. Danach rannte sie runter und die anderen ihr hinterher. Kurz nachdem sie raus waren ging der Turm in die Luft.
„Was zum...“, flüsterte Amelia und betrachtete den in Flammen stehenden Turm. „Derjenige, der das getan hat, wird den Hammer der Gerechtigkeit zu spüren bekommen! Er wird seine gerechte Strafe erhalten!“
„Seht mal da!“, rief Lina und zeigte auf eine Gestalt welche in einen weißen Mantel gehüllt war.
„Aria...“, seine tiefe Stimme durchschnitt das Geräusch der knisternden Flammen. „Schließ dich uns an. Du bist das Mittel die Welt zu zerstören, du bist auserwählt.“
„Verschwinde!“, brüllte Zelgadis.
„Du wirst schon noch zu uns kommen... Dafür sorge ich.“, flüsterte die Gestalt und verschwand.
„Wohl oder übel wirst du mit uns kommen müssen Aria.“, sagte Lina und sah die Silberhaarige an.
Diese nickte bloß und lächelte leicht.
„Ich wollte schon immer sowas wie Freunde haben.“, meinte sie.
„Was heißt hier 'sowas wie'? Natürlich sind wir Freunde und solange die Gerechtigkeit auf diesem Planeten regiert wird das auch so bleiben!“, sagte Amelia und lachte.
„Also dann, auf und davon!“, rief Lina. „Sag mal Aria, bist du nicht traurig über deinen Turm und woher wusstest du das der Luft bald in die Luft gehen würde?“
„Nein, ich bin nicht traurig darüber das mein Turm nur noch Schutt und Asche ist und zu deiner zweiten Frage... ich habe einfach seine Anwesenheit gespürt. Zudem habe ich gehört wie dieser Kerl den Zauberspruch ausgesprochen hatte. Meine Ohren sind wohl doch nicht so schlecht.“, erklärte die Mazoku.
„Lina, ich habe da mal eine Frage.“, mischte Gourry sich ein und bekam ein 'Schieß los' zu hören. „Wo wollen wir überhaupt hin?“
„Nun... ich denke erst einmal ins nächst gelegene Dorf. Alles mir nach!“, lachend ging Lina voran während ihr die anderen brav ins Nichts folgten.