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«Warum Sesshoumaru-sama?»

von AyumiChan
KurzgeschichteAngst, Freundschaft / P12 / Gen
Jaken Rin Sesshoumaru
03.03.2013
03.03.2013
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«Warum Sesshoumaru-sama?»


Viel Spass beim Lesen (:

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Die letzten Sonnenstrahlen beleuchteten den Horizont, während es im Osten bereits dunkel ist. Sanft wogen sich die Grashalme im warmen Herbstwind und die Vögel suchten sich einen sicheren Platz für die Nacht. Ein lautes Seufzen durchbrach die angenehme Atmosphäre. Der kleine, grüne Kappa namens Jaken fragte sich jeden Abend immer dasselbe; wie konnte man so etwas nur schön finden? Sonnenuntergänge gab es doch ständig, warum Rin diese allerdings immer schauen wollte, war ihm ein Rätsel. Er würde viel lieber einer sinnvollen Beschäftigung, wie dem Essen, nachgehen, anstatt sich immer wieder erneut dasselbe Bild anschauen zu müssen. Aber das Wort seines Herren war ihm heilig, so schaute er sich gezwungenermassen an, wie die Sonne unterging, um dem Mond Platz zu schaffen.
«Jaken-sama, was ist mit dir?», fragte das kleine braunhaarige Mädchen neben ihm.
Tief atmete der Kappa ein, ehe er mit Sprechen begann, den Blick auf den Horizont gerichtet.
«Rin, du musst lernen endlich auf deinen eigenen Beinen zu stehen, du wirst nicht für immer bei Sesshoumaru-sama bleiben können. Sobald du alle wichtigen Lebensgrundlagen erlernt hast, werden wir dich in ein Dorf bringen.»
Betrübt blickte Rin auf den Boden, während sich in ihren Augen langsam Tränen sammelten.
«Aber ich habe doch niemanden, ausser dich und Sesshoumaru-sama.» Flüsterte Rin traurig.
Genervt liess Jaken die Luft aus deinen Lungen entweichen und den Kopf hängen.
«Genau aus diesem Grund musst du lernen, auf deinen eigenen Beinen stehen zu können.» Er war noch nie sehr geduldig gewesen, aber warum Rin so etwas Simples nicht begriff, wollte ihm nicht in den Kopf gehen.
«Jaken», durchschnitt eine Stimme mit eisiger Kälte die Stille.
Voller Ehrfurcht drehte sich der Kappa zu seinem Meister um und verneigte sich tief, während Rin sich eine Träne von der Wange wischte.
«Wie kann ich Ihnen dienen, Meister?», fragte der Kappa, obwohl er genau wusste, weshalb er von Sesshoumaru angesprochen wurde. Hätte er doch bloss seine Klappe nicht so weit aufgerissen. Er musste unbedingt an sich arbeiten, ansonsten würde er richtige Probleme bekommen, wenn er weiterhin so mit Rin umging. Eigentlich mochte er das Menschenmädchen ja gerne, aber sie brachte ihn manchmal einfach zu Weissglut.
«Geh und sammle Feuerholz», lautete die Anweisung von Sesshoumaru.
Noch einmal verbeugte sich der Kappa tief, ehe er so schnell wie möglich das Weite suchte.
Wie es sich für einen anständigen Youkai gehörte, hatte der Herrscher der westlichen Ländereien schon lange bemerkt, dass Rin geweint hatte.
Von grossem Gefühlsdrama war er noch nie wirklich begeistert gewesen, aus diesem Grund ignorierte er es, auch wenn es – er gab es nur ungern zu – ihn schmerzte.
«Rin», sprach der zu dem Menschenmädchen, welches sich mit einem Lächeln im Gesicht zu ihm drehte, nur um zu zeigen, dass es ihr gut ging.
Er hielt ihr einen kleinen Beutel hin und beobachtete, wie Rin ihn erstaunt entgegen nahm und einen Blick hinein warf.
«Vielen Dank Sesshoumaru-sama!», bedankte sich Rin freudig, nahm ein Stück Brot aus dem Beutel und steckte es sich in den Mund.
Der Daiyoukai nickte knapp, drehte sich um und liess sich an einem Baum in einiger Entfernung nieder.
Es dauerte auch gar nicht lange bis Jaken mit Feuerholz zurückgekommen war und ein kleines Lagerfeuer mithilfe seines Kopfstabes entfachte.
Und obwohl Jaken vor einiger Zeit alles andere als nett zu Rin gewesen ist, teilte die Kleine ihr Essen mit dem grünen Kappa und trat selbst ein wenig an Ah-Uhn ab, bevor sie sich schlafen legte.

Leise knisterte die Glut des Lagerfeuers, während sich alle Anwesenden darum versammelt hatten, einzig und alleine der Herrscher der westlichen Ländereien sass abseits auf einem Hügel, den Blick auf den Vollmond gerichtet.
Seine Sinne dagegen nahmen jedes noch so kleine Detail in der Umgebung wahr.
In einiger Entfernung tummelten sich einige Youkai, diese allerdings hatten ihn schon lange wahrgenommen und würden ihm keine Probleme bereiten und ansonsten war es eine der ruhigeren Nächte.
Nach einiger Zeit erregte jedoch etwas die Aufmerksamkeit des Daiyoukais.
«Rin, warum schläfst du nicht?», sprach er ruhig und blickte weiterhin zum Mond hoch.
Mit kleinen Schritten tapste das braunhaarige Menschenmädchen neben ihren Meister und blieb unsicher stehen.
«Ich kann nicht schlafen, Sesshoumaru-sama», gestand Rin kleinlaut und blickte zu ihren Füssen. Wortlos richtete der Inuyoukai seinen Blick auf das seine jüngste Begleiterin und musterte sie stumm.
Nach schier einer Ewigkeit, wie es der Kleinen vorkam, richtete sie ihren Blick und guckte direkt in die Augen von Sesshoumaru.
«Leg dich hin und versuch zu schlafen» lautete der Befehl von Sesshoumaru.
Er sah Rin doch an, dass sie müde war und dass sie etwas belastete. Das hatte nichts damit zu tun, das sie nicht schlafen konnte.
Knapp nickte das Menschenmädchen, drehte sich um und flüsterte noch ein «Gute Nacht, Sesshoumaru-sama», ehe sie sich wieder an Ah-Uhn kuschelte.
Einige Zeit dass der Youkai da und betrachtete weiterhin den Mond, bis er sich schliesslich erhob und geräuschlos zu Rin schritt.
Vorsichtig strich er ihr über die Wange, woraufhin das Menschenmädchen die Augen öffnete.
Er wusste von Anfang an, dass die Kleine nicht schlief, auch wenn sie sich die grösste Mühe gab und so tat, nur damit er nicht dachte, sie würde seinen Befehl missachten.
Sanft legte er ihr einen Finger auf die Lippen, um ihr zu verstehen zu geben, dass sie still sein sollte. Anschliessend reichte er ihr die Hand und lief mit ihr in den Wald hinein.
Nach einigen Metern hob er sie auf seine Arme, stiess sich elegant vom Boden ab und landete auf einem Hügel.
Er blickte nach nten, wo die Landschaft vom Mond in ein silbernes Licht getaucht wurde.
Sesshoumaru setzte Rin wieder auf ihre eigenen Beine und liess sich anschliessend neben Rin ins Gras sinken.
«Dich bedrückt etwas», stellte der Youkai sachlich fest und wartete die Reaktion von Rin ab, welche auch so gleich folgte.
«Es ist nichts wichtiges, Sesshoumaru-sama.», erwiderte die Braunhaarige leise.
Mit einer Handbewegung wies der Daiyoukai Rin an, sich neben ihn zu setzen.
«Für mich vielleicht nicht, aber dich scheint etwas zu bedrücken.», wieder eine rein sachliche Aussage.
Unsicher blickte Rin ihren Meister an. Sie wollte ihn doch nicht mit ihren Sorgen nerven, sie war ihm doch schon unendlich dankbar, dass sie mit ihm, Jaken und Ah-Uhn reisen durfte.
Abgesehen davon, dass sie ihm ihr Leben verdankte.
Sesshoumaru fing ihren Blick ein und wartete geduldig auf eine Antwort.
Rin ringte innerlich mit sich, ob sie Sesshoumaru von ihren Ängsten erzählen oder es doch lieber für dich behalten sollte. Was wäre, wenn er wütend auf sie wäre oder sie gar zurücklassen würde?
«Ich..ich möchte nicht in einem Menschendorf leben», gestand sie schliesslich.
Diese Worte brachten den Youkai zum Nachdenken. So etwas Nichtiges bereitete Rin Sorgen?
Wer ihr das erzählt hatte, wusste er ja. Für den Kappa würde dies noch Konsequenzen haben.
«Rin, komm», sprach der Youkai und schloss das Menschenmädchen – welches mittlerweile angefangen hatte zu weinen – in seine Arme.
Beinahe schon hilflos klammerte sie sich an ihm fest und begann hemmungslos zu weinen. Erst in diesem Moment wurde ihm wirklich bewusst, dass Rin immer alleine war und nie jemanden gehabt hatte. Sie lebte alleine, seit ihre Familie von Dieben umgebracht wurde, und wurde von allem und jedem ausgeschlossen.
Menschen. Sie waren eine schwache Rasse und trotzdem halfen sie sich gegenseitig kein Stück, wenn jemand anders war. Wie konnte man nur so egoistisch sein? Man sollte alle hinrichten, die so waren, wie die Menschen, die Rin all die blauen Flecken verpasst hatten. Ja, er erinnerte sich nur zu gut an die erste Begegnung mit dem Menschenmädchen.
«Du wirst in kein Menschendorf müssen, wenn du dies nicht möchtest.», beruhigend fuhr der Inuyoukai mit seinen Klauen über Rins Rücken.
Langsam aber sicher wurde das Schluchzen weniger und schlussendlich stoppte es ganz. Aus tränenverschleierten Augen blickte Rin zu Sesshoumaru hoch.
«Wirklich?», fragte sie schüchtern.
«Wirklich», bestätigte Sesshoumaru.
«Aber Jaken hat ges-», begann Rin erneut, wurde allerdings unterbrochen.
«Nichts zu melden.», beendete der Daiyoukai den Satz.
Er wusste den Grund dafür nicht, aber er wusste, dass Rin zu einem festen Bestandteil geworden war und sie so lange bei ihm bleiben durfte, wie sie wollte.
«Warum darf ich mit dir reisen, Sesshoumaru-sama? Ich bin doch nur ein Klotz am Bein», murmelte Rin und senkte ihren Blick erneut.
Sanft zwang Sesshoumaru Rin dazu, ihn anzusehen, ehe er sprach.
«Weil ich dich mag..», mit diesen Worten drückte er ihr einen Kuss auf die Stirn.
«..und jetzt schlaf.»
Fest hielt er Rin in den Armen, bis sie an seiner Brust eingeschlafen war.
«Sehr sogar», führte er seinen Satz im Stillen fort und blickte erneut auf die vom Vollmond beschienene Landschaft.


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Ich hoffe mein kleiner OS hat euch gefallen. (:
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