Das Leben der Mrs Lovett

GeschichteAllgemein / P12
02.03.2013
05.04.2013
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Doreen bog in die letzte Gasse der Hauptsstraße ein, bevor diese in die Fleetstreet mündete.
Eine Reihe dunkler, heruntergekommener Häuser machte sich vor ihr breit. Sie lief gleich auf das erste zu, schob die altersschwache Tür nach innen und betrat den dunklen Eingangsbereich.

Drinnen war es kalt. Keine spur von der Abendsonne am Hafen.
Doreen lies ihren Blick über das düstere Treppenhaus wandern."Mutter, bist du da?"

Alles blieb dunkel, atemlos still, bis sie ein gequältes Keuchen vom Fußende der Treppe hörte. Dort hockte eine Gestalt, weißhaarig, zitternd in Decken gehüllt und in den Schatten gekauert.

Doreen stürzte zu ihr.
"Mutter, was ist los? Was machst du denn? Du solltest doch liegenbleiben!"
Sie legte einen Arm um die erbärmliche Gestalt und versuchte sie hochzuziehen. Doch ihre Mutter schloss ihre eiskalten Finger um ihr Handgelenk und zog sie zu sich hinab.

"Hast du.." flüsterte sie. Ihre rauen Lippen an Doreens Ohr gepresst," Hast du den Alkohol, den Schnaps mitgebracht?"

"Ja", Doreen schluckte und zog die Flasche aus ihrer Rocktasche."Hier Mutter"
Sie riss es ihr aus den Händen wie eine Verdurstende und versuchte mit vor Gier zitternden Händen die Flasche zu entkorken. Vergeblich.
Sie war zu schwach.
"Hier Mutter, ich mach das schon." Doreen nahm ihr die Flasche wieder aus der Hand, zog den Korken heraus und setzte sie direkt an ihre Lippen.
Ihr Mutter trank, erst hastig dann ruhig und genussvoll. Schließlich setzte Doreen die leere Flasche neben sich auf die Treppe ab.
Ihre Mutter seufzte und zog ihre Decken enger um sich. "So ist es gut mein Kind.", sagte sie und lehnte sich nach hinten gegen die Holzstufen. "So ist der Schmerz beinahe erträglich."

Doreen lächelte, legte ihren Arm um sie und verbarg ihr trauriges Gesicht an ihrer Schulter.

Schweigend saßen sie da, bis ein erneuter grässlicher Hustenaschauer ihre Mutter schüttelte.

"Mein Kind." flüsterte sie, als es vorbei war. "Meine armes Kind, Doreen. Wir dachten mit deinem Vater würde  der Alkohol aus diesem Haus verschwinden. Und nun bin ich es, der ihn zurückholt.
Die Probleme, die Sorgen, alles haben wir ihm zugeschoben. Dabei kleben sie an uns selbst, wie kalter, schwarzer Pech.
Sein Tod war sinnlos. Einfach nur sinnlos. Und während ich meine Schuld mit ins Grab nehme, trägst du sie durch das ganze Leben, das dir noch bevorsteht.
Gott, was habe ich getan!"


"Schhhht ", beruhigte sie Doreen,"Sei still Mutter" Sie schmiegte sich an sie, während ihr die Tränen über die Wangen liefen.
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