~Carry Me~

von SchlecK
GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Bartimäus Dschinn Kobolde
01.03.2013
16.03.2013
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Part I.

Bartimäus PoV:

Der Tod von Natty war nun fünf Jahre her und ich entspannte mich langsam.
Ich konnte mich so richtig regenerieren, doch war das erst der Anfang.
Jetzt wollte ich erst einmal mindestens zehn Jahrtausende meine Ruhe.

Aber, wie es nun mal war, war das nicht der Fall.
Wozu auch? Ist ja nur der großartige Bartimäus, Sakhr al-Dschinni, N’gorso der Mächtige und die Silbergefiederte Schlange. Also wirklich.
Doch wie das Schicksal es wollte, konnte man mir nichts gönnen.
Ich wurde, nach nur fünf Jahren, eintausendachthundertfünfundzwanzig Tagen, wieder
gerufen. Doch es sollte anders werden, als zuvor.

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Lennys PoV:

Ich war unglaublich gelassen.
Obwohl ich noch nie so etwas Großes, wie einen Dschinn beschworen hatte, konnte mich
im Moment nichts aus der Fassung bringen. Zwar konnte ich mir das selbst nicht erklären, doch ich würde es einfach zu meinem Vorteil nutzen.

Nach langen Vorbereitungen war ich voll ausgerüstet, keinerlei Fehler waren mir mit
der Kreide passiert und auch alle Zeichen stimmten.

Ich hatte lange überlegt, wen ich überhaupt beschwören wollte.
Es war interessant, über die verschiedensten Dschinns zu lesen, doch nur einer hatte mich
wirklich fasziniert.

Obwohl ich keinen Wunsch oder Auftrag hatte, wollte ich nicht einfach nur mal meine
Kräfte ‚ausprobieren’. Von nun an lebte ich allein, da mein Mentor keine
weitere Familie hatte. Und zur Schule ging ich auch nicht.

Im Prinzip sehnte ich mich einfach nur nach Gesellschaft, doch die reale Welt, die der
normalen Menschen war mir zu gefährlich. Nicht dass ich ängstlich war, aber ich
war lieber in anderer Umgebung, als in der, der Unwissenden. Das ließ mich unbehaglich
fühlen und ich wollte auch kein schlechtes Gewissen.

Mit geschickten Handgriffen nahm ich meine blonde Haarmähne zusammen und band sie im
Nacken zu einem unordentlichen Knoten , da ich ein Zopfgummi immer um das Handgelenk trug.

Langsam wurde ich doch ein wenig unruhig, es hielt sich aber noch in Grenzen.
Ich stellte mich vor meinen Spiegel, der im Flur vor dem Zimmer hing, wo ich den Zauber
ausüben wollte.

Grün-braune Augen sahen mir erwartungsvoll entgegen und wurden immer wieder von dichten schwarzen Wimpern verdeckt, die sie schön umrahmten.

Mit einem kleinen Seufzer wandte ich mich von  meinem Spiegelbild ab und straffte die Schultern. Gleich würde es losgehen.

Bartimäus PoV:

Da schwappte ich gerade so durch den anderen Ort, als ich dieses unangenehme Ziehen verspürte. Hätte ich jetzt irgendeine Form mit Augen angenommen, würde ich die zu 100% verdrehen. Aber das ging gerade nicht.

Ich sträubte mich heftig, wollte ich doch nicht schon wieder zu irgend so einem Typen, der
Langeweile schob.

Nach einem zweiten, und wesentlich heftigerem Ziehen, gab ich ein resigniertes Schnauben von mir, was ohne jegliche Form bestimmt interessant aussah.

Kaum war mein Widerstand gebrochen, flitzte ich auch schon los, dorthin, wo man den
fantastischsten aller Dschinn gerufen hatte.
Das würde lustig werden…

Ich tauchte auf und dachte noch über eine Gestalt nach.
Als erstes wollte ich entweder einen total furcht einflößenden Eindruck machen, oder eben
vollkommen harmlos wirken.

Da die Zeit immer kürzer wurde, entschied ich mich für die zweite Variante und erschien in
einem dramatischen, weißen Nebel.

Nachdem dieser verflogen war, stand in dem Kreis auf dem Boden ein Junge. Genauer gesagt,
ein Abbild Ptolemäus’, in wenig Kleidung, mit den großen braunen Augen, und gütigem
Ausdruck, wie eh und je. Also wenn der nicht gut ankam, wusste selbst ich nicht mehr weiter.

Dann sah ich mich erst einmal um.
Ich war in einem relativ kleinen Raum und die Zirkel auf dem dunklen Parkett- es sah wie Nussbaum aus, aber ich konnte mich auch täuschen-, waren korrekt ausgeführt und leider entdeckte ich nicht einen Fehler.

Während der Suche nach einem Ausweg, erblickten meine Augen ein paar Schuhe.
Es waren kleine Schuhe, Ballerinas, wie ich wusste und an ihnen hinauf führten lange schlanke Beine in einer schwarzen Hose.

Mein Blick wanderte höher und ich setzte schnell ein liebes Lächeln auf.
Vor mir stand ein wirklich hübsches Mädchen, mit blonden Haaren und grauen Augen.
Nein, nach näherem Betrachten erkannte ich, dass sie eher grünlich waren.
Sehr verschwommen, aber schön.

Sie schien um die siebzehn Jahre alt zu sein und ich ließ meinen Ptolemäus unauffällig ein
wenig größer und etwas muskulöser werden.
Vielleicht hatte ich ja so eine schnellere Chance, hier wieder zu verschwinden.

Mit einem selbstbewussten Lächeln sah ich sie an.
„Na, wo ist denn dein Mentor? Du tust doch bestimmt nichts Verbotenes, oder?“, versuchte ich, sie nervös zu machen und Fehler zu begehen.

Doch sie schüttelte nur mit dem Kopf.
„Ich habe keinen Mentor und du kannst mich nicht verarschen.“
Ich hob eine Augenbraue. Nette Ausdrücke hier, aber ich wollte nicht kleinlich sein.

Schmeichelnd testete ich nun weiter:
„Dann bin ich aber froh. Du bist auch viel zu schön, um Ärger zu bekommen, und schlau genug, ohne einen Mentor? Wow, ich habe glaube ich noch nie eine so bewundernswerte Hexe getroffen.“, sagte ich ihr und legte den Kopf schief.

Ein paar schwarze Haarsträhnen vielen mir ins Gesicht, doch ich wischte sie, immer noch lächelnd beiseite. Dennoch war dieses Mädchen unglaublich gelassen, das störte mich nun aber doch ein wenig.

„Ich bin Bartimäus, richtete die Mauern von Uruk, Karnak und Prag wieder auf, ich sprach mit König Salomo, galoppierte mit den Büffelvätern über die Prärie. Ich wachte auch über das alte Simbabwe, bis seine Wälle zerfielen und die Schakale seine Bewohner fraßen.
Ich kenne weder Herren, noch Meister!
Deshalb frage ich nun dich: Wer bist du, dass du es wagst, mich, Sakhr al-Dschinni, N’Gorso den Mächtigen und die Silbergefiederte Schlange zu rufen?!“

Während meiner Ansprache war ich immer großer geworden, hatte mir einen rötlichen Pelz
wachsen lassen und aus dem seidigen schwarzen Haar ragten zwei scharfe, goldene Hörner.
Aus großen Augen starrte ich sie abwartend an und verschränkte die Arme, an deren Händen
schwere, goldene Krallen blitzten.

Zwar hatte sich die kleine Magierin etwas zurückgelehnt, doch sie stand noch in ihrem sicheren Kreis. Und gab keinen Mucks von sich, bis sie zu lächeln begann.

Ungläubig hob ich eine buschige Augenbraue und schnaubte entrüstet.
Konnte sie nicht gefälligst Angst haben? Und Respekt?

Kopfschüttelnd ließ ich mich wieder etwas schrumpfen und sah sie dann verärgert an.
„Nenn mich Lenny. Und ich rufe dich, weil mir danach war. Ehrlich gesagt, ist mir einfach furchtbar langweilig und außerdem hatte ich ja keine Ahnung, dass ich, wenn ich den ‚mächtigen’ Bartimäus rufe, so einen Miesepeter bekomme.“

Sie lächelte mich süffisant an und setzte das Wort ‚mächtig’ noch, um ihre Ironie zu unterstreichen, in Anführungszeichen in der Luft.
Ich musste zugeben, mit so einer hinterlistigen Art hatte ich nicht gerechnet.

Vom Äußeren her vermittelte sie einen unschuldigen, braven und freundlichen Eindruck, doch
offensichtlich konnte sie auch anders.

Ich verdrehte die Augen und ließ nun auch den Pelz weniger werden.
Die Hörner und Krallen behielt ich allerdings, da ich dem Mädel gegenüber noch ziemlich
misstrauisch war. Generell durfte man der ganzen Bagage nicht über den Weg trauen.

„Langeweile? Warum dann keinen lästigen Kobold, oder so was? Ich bin schließlich nicht dazu geneigt, für dich Scherze zu machen.“, antwortete ich ihr dann trocken und
sah beleidigt weg.

Das könnte noch interessant werden, obwohl ich einfach nur wieder zurück an den anderen Ort wollte. Ich spürte, dass ich mich von den ganzen idiotischen Abenteuern mit Natty-Boy noch nicht erholt hatte. Zumindest nicht vollständig.


Heeey, so mal was anderes von mir ;)
Ich hoffe, das erste Kapitel kommt gut an und ihr hinterlasst mir ein paar kleine Reviews?
Wenn das überhaupt jemand liest, aber Leute (!), ich seh das xD
Naja, würde mich freuen, dann folgt vielleicht noch ein weiteres Kap, und ein weiteres und…
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