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Gold and Dust

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Freundschaft / P12 / Gen
28.02.2013
01.02.2015
7
18.084
 
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28.02.2013 4.727
 
Hallo erstmal
und ein herzliches Wilkommen!
Mein Name ist Jule und ich schreibe über Jule... jaja ich weiß!
Die nächsten beiden Kapitel werden aus der Sicht von Anni und Nika sein (ein Anni, eins Nika) und danach gehts mit Jule weiter. Ich (wir) hoffe(n) es gefällt euch!
so stelle ich mir Jule vor: http://nick.mtvnimages.com/teennick-assets/shows/images/dance-academy/characters/character_thumb_310x175_grace.jpg
so sieht ihr Tattoo aus: http://oi47.tinypic.com/347v6eb.jpg
das wird aller dings im nächsten Kapitel auch noch näher beschrieben.
Viel Spaß beim Lesen!
LG Jule

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„Dad bitte!“ flehe ich. Das kann doch nicht sein! Die anderen beiden sind auf jeden Fall schon da und es wäre einfach nur total peinlich wenn ich da jetzt mit meinem Vater antanze.
„Tut mir leid Jule-Mule aber du weißt ich hab selber lange in L.A. gewohnt und…“
„Daaaaaad!“ maule ich „Nenn mich bloß vor den anderen nicht Jule-Mule!
Und mir ist sehr wohl bewusste, dass du L.A. kennst, aber ich will hier studieren, habe die super Chance zusammen mit welchen aus meiner alten Schule zu leben und alles wird gut, okay?!“
Entnervt schmeiße ich meinen Kopf in den Nacken und hebe die Hände gen Himmel.
„Wenn du schon mitkommst kannst du mir dann wenigstens tragen helfen?“ gebe ich schließlich nach und mein Vater steigt glücklich lächelnd aus dem Wagen.
Ich drehe mich derweilen zu dem Gebäude um, in dem ich für die nächsten Jahre zusammen mit Nika und Anni wohnen werde. Wir waren immer im selben Jahrgang schon seit der Vorschule. Doch hatten wir nie wirklich viel mit einander zu tun gehabt.
Anni war die total beliebte Cheerleaderin, die auch noch regelmäßige Schauspielerjobs bekommt. Nika bei den Kunstfreaks und manchmal auch bei dem Dramaclub wo sie aber eher von der Seite aus zusah anstatt selber auf die Bühne zu gehen. Und ich hingegen hing mehr bei den etwas merkwürdigen Musikern rum und hab die Schule geschwänzt und…  Naja wir haben in drei verschiedenen Welten gelebt. Aber Nika konnte sich nun mal  keine Wohnung in L.A. alleine leisten und da unsere Eltern alle befreundet sind hat mein Vater mir doch erlaubt nach L.A. zu ziehen, solange ich mit Nika zusammen ziehe. Und Annis Eltern hatten wohl Angst, dass sie alleine schneller zu viel Geld ausgibt als wenn sie mit uns zusammen zieht, wobei sie wahrscheinlich so viel Geld verschwenden kann wie sie will ihre Eltern würden trotzdem nicht Pleite gehen. Meine Theorie ist eher die, dass sie so nicht putzen oder kochen oder sonst was muss, denn ich glaube, dass sie gar nicht im Stande ist alleine zu leben.

Auf dem Weg zur Eingangstür schiebe ich mir etwas gestresst die Ärmel meiner Lederjacke hoch. Doch fast sofort schiebe ich den Linken wieder runter. Ich werfe meinem Vater einen nervösen Blick zu. Gott sei Dank hat er es nicht gesehen. Seit einigen Monaten habe ich ein Tattoo auf der innen Seite meines linken Unterarms. Meine Eltern würden durchdrehen wenn sie es wüssten.
„Du denkst doch daran deine Sozialstunden hier weiter abzuarbeiten oder?“
Man nervt der. Natürlich denke ich daran. Ich arbeite ja nicht zum Spaß jeden Nachmittag bei dieser Jugendgruppe um die Ecke. Und ich bin auch nicht nur, weil ich nichts Besseres zu tun hatte, andauernd hier hin gefahren um alles zu klären.
Zehn Minuten zu dem Gemeindezentrum der Jugendgruppe. Zwanzig zur Uni. Anni hat wohl den weitesten Weg zu ihren tollen Filmsets.
„So Dad, wir stehen im Hausflur, vor der Wohnung. Du kannst also auch gehen!“ Im Stillen denk ich noch: Bitte geh. Bitte! Ich bekomme sonst noch einen Hitzschlag in der Jacke.
„Okay Spätzchen!“ dann drückt er mich an sich, wobei ich es unbeholfen über mich ergehen lasse, und verschwindet. Erleichtert atme ich auf, ziehe die Jacke aus und schließe die Tür auf.
Erst einmal hieve ich meinen Koffer in die Wohnung, die meisten meiner Sachen sind schon da, und gehe dann selbst hinein.
„Hallo? ‘wer da?“ rufe ich, nach dem ich die Tür hinter mir geschlossen habe.  
„Juliet! Hiiiiiiiii!“ entsetzt verkrampfe ich mich noch mehr, als ohnehin schon, in der Umarmung von Anni. Eindeutig zu aufgedreht und freundlich. Naja jetzt, früher wo sie mich ignoriert hat war sie mir lieber. Und die stille Nika, die hinter ihr im Türrahmen zur Küche steht und mir nur kurz zuwinkt, ist mir eh lieber.
„Jaaa…“ wir sehen uns alle einen Augenblick unbeholfen an und ich fühle mich zutiefst unwohl. Als Kinder hatten wir wohl zusammen gespielt. Mehr weiß ich nicht.
„Gut! Ich bin dann in meinem Zimmer!“ ich winke kurz und verschwinde dann mit meinen Sachen in meinem Zimmer. Darauf hab ich mich schon die ganze Zeit gefreut. Die Wand am Kopfende meines Bettes ist mit einer schwarz weißen Tapete tapeziert. Gegenüber davon, an der Wand, an der mein Schreibtisch steht, hängt eine Bildreihe, die ein alter Schulfreund, Michael, gemalt hat: es zeigt zwei Engel einen in Weiß und einen in Schwarz gekleidet. Zuerst wirkt der schwarze Engel unartig und der weiße artig, gut, einfach scheiße perfekt so wie ihn alle haben wollen. Doch von Bild zu Bild merkt man immer mehr, dass der schwarze Engel eigentlich viel besser ist.
„Du bist der Engel in dem schwarzen Kleid und mit den schwarzen Flügeln, du bist nur noch nicht da angekommen!“ hatte er damals gesagt, als er mir das Bild geschenkt hatte, und hatte mit dem Finger auf das letzte Bild gezeigt, wo der schwarze Engel dem weißen aufhilft.
„Ob ich da überhaupt ankommen möchte!“ hatte ich damals so leichtsinnig geantwortet. Langsam streiche ich mir über den linken Unterarm.
Währenddessen fällt mir wieder ein wie ich zusammen mit Zane, meinem damaligen Freund, und anderen unserer Gruppe auf einer Bank auf dem Schulgelände saß. Michael kam mit ein paar seiner Freunde vorbei. Die Jungs haben angefangen ihnen Beleidigungen hinterher zu rufen. Ich hab sie einfach machen lassen. Hab nichts gesagt. Nur einmal kurz habe ich zu Michael aufgesehen. Er sah mich auch an und für einen kleinen Moment überfielen mich Zweifel.
„Du bist an die falschen Freunde geraten!“ rief er mir zu. Ich weiß noch wie hämisch Zane mich angelacht hat. Ich weiß aber nicht mehr warum es mir so wichtig war, was er von mir denkt. Und wie es mir so wichtig sein konnte, dass ich das gesagt habe was ich dann gesagt hatte:
„Ähm Entschuldigung aber ich rede nicht mit Schwuchteln!“

Noch in dem ersten Jahr in der High School waren wir, Michael und ich, beste Freunde. Doch dann trennten sich unsere Wege. Ich weiß eigentlich nicht mehr wie er am Ende war, aber ich war nicht mehr dieselbe. Und er hatte Recht es waren die falschen Freunde. Dank ihnen bin ich nun vorbestraft und darf mich in diesem bescheuert Jugendheim mit den Kindern rumschlagen. Nein das ist falsch: denn es war alles meine Schuld.
Noch einmal blicke ich auf zu dem Bild. Meine Eltern hatten mir damals nicht erlaubt das Bild aufzuhängen, weil der weiße Engel ihnen zu provokante Dinge tut. Aber das ist ja jetzt egal. Zufrieden lächelnd sehe ich mich in dem Zimmer weiter um. Es ist dunkel und vollbehangen mit Postern.
Ein Blick auf meine Uhr verrät mir, dass ich los muss. Die ersten Stunden mit den Kiddies abarbeiten.
Möglichst leise schleiche ich von meinem Zimmer zur Wohnungstür und rufe erst von da aus den anderen zu, dass ich gehe.

Als ich die Tür zum Gemeindezentrum aufdrücke, kommt auch schon Mrs Melter auf mich zu, mit ihr hatte ich vorher schon immer gesprochen. Sie war eine sehr freundliche Frau und ihr Job war ihr ungemein wichtig.
„Wir versuchen vor allem den Kindern ein gutes Freizeitprogramm zu liefern! Deswegen machen wir Sport mit ihnen. Oder malen. Mein Neffe kommt manchmal und dann machen wir gemeinsam Musik, das lieben die Kleinen.“ hatte sie mir erklärt. Ich verschwieg ihr lieber, dass die Musik mich von all dem Unheil nicht bewahrt hatte. Doch bevor ich malen muss, hab ich sofort angeboten meine Gitarre mitzunehmen und Musik mit den Kleinen zu machen.

„Juliet! Oh tut mir Leid Jule?! Hab vergessen, dass dir ‚Jule‘ lieber ist!“ Noch bevor ich ihr danken kann redet sie weiter „Ich hab gerade gar keine Zeit geh doch bitte schon mal rein! Mein Neffe kommt auch gleich mit seinen Freunden!“
Mrs Melter wirft einen irritierten Blick auf meinen linken Unterarm. Hätte ich mir mal bloß diese verdammte Lederjacke angezogen. Aber nein die baumelt nutzlos an meinem rechten Arm.
„Okay!“ antworte ich überfordert, eigentlich war abgemacht, dass sie mich heute einweist und mir alles erklärt.
„Dritte Tür rechts! Geh einfach rein.“ ruft sie mir zu und verschwindet dann in ihrem Büro.
Einige Sekunden bleibe ich verwirrt stehen mache mich dann aber auf den Weg den Gang entlang.
Vorsichtig öffne ich die Tür und vor mir sitzen genervt reinblickende Teenies: dreizehn, vielleicht vierzehn Jahre alt. Ok also keine Kiddies.
Ich trete ein und alle wenden sich mir zu. Die meisten schauen mich abschätzend an, die anderen desinteressiert. Na das kann ja noch was werden. Dann wenden alle ihren Blick wieder ab und starren auf ihre Handys. Juchu.
Ich sehe mich kurz im Raum um. In der einen Ecke steht ein Schlagzeug, wenig daneben sogar ein Klavier. Auf der gegenüberliegenden Seite sind eine einfache Tafel und ein Pult. Die Kinder, oder besser Jugendlichen sitzen in an Tischen. Alles in allem sieht es aus wie einer der Musikräume meiner alten Schule. Dieses Gemeindezentrum muss einen guten Spender haben. Kaum habe ich diese Worte gedacht fällt mein Blick auch schon auf eine große Werbetafel für „JM Records“.
„Das kann doch nicht wahr sein!“ murmle ich halblaut. Überall mischt sich mein Vater ein. Auch hier hat er gespendet? Ich frage mich ob es war, weil sie mich genommen haben, oder damit sie mich nehmen. Ich spüre wie ich wütend meine Faust zusammen balle und wende schnell den Blick ab. Sogar hier mischt er sich noch in mein Leben ein. Er war schon immer gut darin immer dann für mich da zu sein, wenn ich mal was allein machen wollte. Denn als ich ihn brauchte war er eh nie da. Jetzt brauche ich ihn echt nicht mehr!
Langsam gehe ich zu dem Pult vor der Tafel und hoffe, dass Mrs Melter mir irgendetwas dagelassen hat, damit ich weiß was ich eigentlich tun soll. Die Handy-Sucht-Generation beachtet mich gar nicht.
Abgesehen von einem Haufen Notenblättern finde ich nichts. Dann geht plötzlich die Tür auf und ein Junge mit hellblauen Augen und braunen Haaren tritt ein. Auch er scheint nicht ganz zu wissen was er machen soll, als er mich erblickt geht er erleichtert auf mich zu.
„Und ich dachte schon ich wär der erste! Logan!“ er reicht mir seine Hand doch ich mustere diese erst einmal kritisch bevor ich sie kurz schüttle „Jule“.
„Du leitest die Gruppe?“ fragt er und schaut gespannt auf die Gitarrentasche die ich noch immer auf dem Rücken habe.
„Ich bin neu!“ antworte ich kurz und wende den Blick von dem Jungen ab. Ich hasse es wenn man mich so anstarrt. Dieses Gaffen ist so ätzend. Der soll bloß aufhören.
„Okay?!“ entgegnet er sichtlich verwirrt. Doch anstatt mich in Ruhe zu lassen setzt er noch nach: „Und das heißt?“
„Ich bin heute das erste Mal hier und hab keine Ahnung was ich machen soll!“ entgegne ich etwas aufgebracht. Junge, nerv nicht!
„Dann sind wir schon mal zwei!“ lacht er. Etwas zu fröhlich der Gute wenn du mich fragst!
„Daniel hat mich das erste Mal gefragt und ich dachte auch eigentlich, dass er schon da ist!“ plappert er munter weiter.
„Aha!“
„Machst du das hier freiwillig?“ fragt er schließlich skeptisch.
„Nope!“
„Merkt man! Aber lass es die nicht merken. Ist schon scheiße genug, dass außerhalb von hier keiner Lust auf sie hat, dann können die das hier erst recht nicht gebrauchen!“ flüstert er mir leise zu und doch kann ich die Wut und die Entschlossenheit in seiner Stimme hören. Erstaunt sehe ich ihn an.
Ich halte ihm meine Hand hin: „Jule!“
„Ich dachte wir haben uns schon vorgestellt?“ fragt er verwirrt ergreift meine Hand jedoch und schüttelt sie. Aber er guckt nicht nur verwirrt, sondern auch interessiert.
„Ja aber erst jetzt will ich mich dir vorstellen!“
„Du bist komisch!“
„Kann schon sein. Ich persönlich finde diese Dauergrinser komisch!“ entgegne ich nun wieder etwas überheblich und werfe ihm einen vielsagenden Blick zu.
„Die“ ich deute auf die Handysüchtigen, von denen einige zwar auch Logan kurz gemustert hatten aber dann auch wieder schnell auf ihr Handy geschaut hatten, „Die versteh ich dafür sehr gut. Das Leben ist scheiße. Nur würde ich mich nie so intensiv mit meinem Handy beschäftigen können!“ lache ich und merke, dass es ein ehrliches Lachen ist.
„Ich glaub ich hab meins noch nicht einmal dabei, sonst würde ich Daniel mal anrufen!“
„Ist Daniel Mrs Melters Neffe?“ frage ich, der Junge weckt langsam dann doch mein Interesse.
„Jep!“ entgegnet Logan und sucht mit den Händen seine Hosen- und Jackentaschen ab.
„Habs eindeutig nicht dabei!“ schließt er schließlich.
„Kommt sonst noch jemand?“
„Dean und David nehme ich an.“
„Und du bist dir sicher, dass du nicht doch Dustin heißt?“ frage ich trocken, doch Logan lacht auf, wobei seine blauen Augen kurz aufleuchten. Was mich erstaunt ist, dass ich sein Lachen nicht nervig sondern angenehm finde. Egal was soll‘s?
Dann schweigen wir uns an. Zwischendurch hört man ein Handy vibrieren aber ansonsten ist es still.
„Endlich!“ stöhnt Logan neben mir erleichtert auf, als die Tür sich erneut öffnet.
„Na das hab ich jetzt auch verstanden!“ fauche ich eingeschnappt, doch er schüttelt nur den Kopf. Schnösel!
Drei Typen kommen rein: zwei mit Blonden kurzen Haaren, einer mit dunklen langen.
„Hey du musst Juliet sein!“ begrüßt mich einer der Blonden und hält mir seine Hand hin. „Ich bin Daniel, Zoey’s Neffe!“ ich schüttle seine Hand kurz. Dass ich, als er meinen richtigen Namen genannt hatte, das Gesicht verzogen habe, hat er nicht bemerkt und nun beginnt Logan neben mir zu glucksen.
Aufgebracht und doch auch ungläubig, dass es sich das traut, gucke ich ihn an.
„Du heißt nicht echt Juliet, oder? Haha Oh man, das passt ja mal so gar nicht!“
„Halt die Klappe sonst setzt es was!“ drohe ich ihn, doch er lacht nur erneut auf.
„Katzen die fauchen kratzen nicht!“ erwidert er mit einem zwinkern in den Augen.
Kopfschüttelt fange ich an zu lachen. Na der Typ traut sich was.
„Dean!“ stellt sich der andere Blonde vor und versucht gar nicht mir seine Hand aufzuzwängen. „David!“ fügt der braunhaarige hinzu. Ich nicke beiden kurz zu.
„Jule, bitte!“
Ich werfe einen Blick zu diesem Daniel, der immer noch seine Sonnenbrille trägt, aber um seinen Mund spielt sich ein Lächeln.
„Und was jetzt?“ fragt er und ich sehe ihn ungläubig an. Das muss er doch wissen. Wir anderen haben keine Ahnung hier!
„Wie was jetzt? Was macht ihr denn sonst immer?“ frage ich deshalb misstrauisch.
„Also ich hab noch nie mit dieser Gruppe gearbeitet, außerdem meinte meine Tante, du würdest hier ein ganz neues Konzept auf die Beine stellen. Ein langwieriges Konzept.!“
Na Großartig.

„Hey!“ schreie ich in Richtung der Handy-Süchtigen. Die drei Jungs neben mir zucken zusammen, doch von den anderen sehen die meisten nicht mal auf.
„Okay, wenn das hier so abläuft!“ sage ich leise und bedrohlich. Aus den Augenwinkeln kann ich sehen, wie alle drei Jungs einen Schritt zurückgehen.
Mit wenigen Schritten bin ich von der Tür am Schlagzeug angelangt. Vor mich befindet sich eine große freie Fläche.
„Okay! HEY! Hört mir mal zu!“
Drei oder vielleicht vier von 30 sehen von ihren Handys auf und eine dreht sich um.
„Hey Tussi mal ernsthaft nerv nicht!“ kommt es von einem großen Typen der am Fenster sitzt.
„Oh ich werde jetzt aber nerven!“ ich schnappe mir einen Karton der leer auf dem Boden rumsteht und winke Logan zu mir.
Dieser kommt mit einem kecken Grinsen auf den Lippen angedackelt und ich drücke ihm den Karton in die Hand.
„Logan hier!“ ich deute auf Logan. „Wird jetzt eure Handys einsammeln. Ich hoffe ja, dass das nicht immer notwendig ist, aber ich spiel hier auch nicht den Alleinunterhalter während ihr auf eure Handys starrt!“
Herausfordert blicke ich in die Runde und warte darauf, dass welche es wagen Wiederspruch einzulegen.
Doch die meisten gucken mich nur verwirrt an.
„So“ beginne ich von neuem, als die meisten ihre Handys in die Kiste gelegt hatten.
„Ich sehe schon, einige von euch haben hierdrauf keinen Bock. Ich bin mir sicher irgendwo hier kann man noch was anderes machen. Könnt ja am Eingang mal nachfragen. Alle anderen würde ich doch jetzt mal bitten aufzustehen und zu mir zu kommen.“
Alle, abgesehen, von dem Typen den schon vorhin einen dummen Spruch abgelassen hat, stehen auf und stellen sich um mich herum, die die ihr Handy erst nicht abgegeben hatten, legen sie jetzt zu den anderen in die Kiste. Der Typ von vorhin schlendert langsam zur Tür und lässt sie hinter sich lautstark zuknallen. Na halleluja!
„Ok“ fange ich an, doch dann sehe ich, dass Daniel, Dean, David und Logan immer noch an der Tür stehen und sehe sie auffordernd an. Sie kapieren sofort und stellen sich zu der Gruppe dazu.
„Geht doch!
Also da der Plan so aussieht, dass wir gemeinsam Musik machen wollen, will ich zuerst mal etwas herausfinden!“
Ich sehe wie nervöse Blicke ausgetauscht werden.
„Hier!“ ich deute zu meiner Rechten „würde ich alle bitten sich hinzustellen, die auf House und Pop stehen! Daneben bitte alle die auf Rock, Indi und Alternative stehen. Daneben die die Rap und Hiphop mögen und daneben bitte die die auf Klassik und Musicals stehen!“
Die Gruppe bleibt einen kurzen Moment stehen, doch dann setzten sich alle in Bewegung. Logan steht am Ende alleine Links, daneben sammeln sich ein Paar Hiphop und Rap Fans und die Rock und Pop Liga steht buntgemischt da, zwischen ihnen Daniel, David und Dean.
„Okay! Nur zur Info, das war keine Abstimmung, ich wollte nur wissen worauf ich mich da einlasse!“
„Wo stellst du dich hin?“ fragt Daniel laut.
„Ich?“ frage ich überrascht. Warum eigentlich? Die Frage war ja wohl berechtigt.
„Na ich müsste Logan bitten, als Vertreter der Klassik und der Musicals sich einmal zwischen Rock und Hiphop zu drängen, damit ich mich zwischen Klassik und Rock stellen kann!“ grinse ich, was mir ein paar Lacher einbringt.

„Okay, also dadurch, dass ich hier etwas ins kalte Wasser geschubst wurde, weiß ich noch nicht ganz was wir jetzt machen sollen.
Ich will euch aber eine kleine Aufgabe für, ähm wann sehen wir uns wieder?“
„Morgen!“ ruft jemand rein.
„Oh, ja also dann überleg ich mir auch noch was für Morgen und ihr macht das Ganze bis Montag! Ich nehme an Sonntags machen wir keine Musik zusammen oder?“
„Da das eine Christliche Gemeinde ist, ist hier Sonntags nie normales Programm!“ ruft wieder jemand zwischen.
„Okay, dann bitte ich euch bis Montag einen, nein, euren Lieblingssong auszuwählen und ihn auf irgend eine Weise hier vorzustellen. Ob ihr singt, ein Instrument spielt, rappt, tanzt oder den Text vorstellt, ein passendes Musikvideo macht oder wie auch immer, ich will nur, dass ihr kreativ seid und erklären könnt, warum euch der Song etwas bedeutet, ob es die Melodie, der Text oder der Moment in dem ihr ihn das erste Mal gehört habt ist, ist mir dabei egal!
Und ich mach auch mit, also ist das eine Aufgabe für alle!“
Logan grinst blöd und ich muss zugeben, dass es mich erstaunlich wenig stört. Und was mich noch mehr erstaunt ist: dass mir das hier Spaß macht.
Von Daniel bekomme ich einen anerkennenden Blick zugeworfen, nachdem er endlich seine Sonnenbrille abgenommen hat. Unter dieser sind zwei braune Augen zum Vorschein gekommen, die mich interessiert mustern, was ich selbstzufrieden zur Geltung nehme.
„Okay, irgendwelche Wünsche für heute? Ich weiß nämlich nicht ganz was wir machen sollen!“
Da es keine Antwort gibt, lasse ich mein Hirn etwas rattern.
„Tia… wer von euch will singen?“
Fast alle melden sich.
„Wer will ein Instrument lernen?“
Fast der ganze Rest meldet sich.
„Und ihr?“ frage ich an die drei gewandt die sich enthalten haben.
„Ich bin eher so der DJ und Produzent Typ!“ antwortet einer aus der Pop/House Region. Ich nicke es kurz ab und wende mich den anderen beiden zu.
„Ähm, wir rappen!“
„Klar doch!
Puh, also für dich!“ ich deute auf den DJ/Produzent Typ, „da bekomme ich bestimmt meinen Vater dazu uns einen Laptop mit passender Software zur Verfügung zu stellen, dann kannst du schon üben und am Ende unsere Aufnahmen bearbeiten, wie wäre es?“
Ein skeptischer Blick kommt von ihm.
„Hat dein Vater, denn auch Ahnung von so was?“
„Siehst du das Schild?“ frage ich zurück und deute auf das Werbeschild von meinem Dad, ohne selber hinzusehen.
„Ja…?!“
„Das IST mein Dad!“ allgemeine Unruhe und Geflüster folgt auf diese Ansage und der DJ/Produzent Typ sieht mich mit großen Augen an.
„Und zu euch!“ ich wende mich den Rappern zu. „Ich hab keine Ahnung von Rap, aber wenn wir an den eigenen Sachen arbeiten, könnt ihr mir ja helfen, dass wir das kombinieren!“
„Hast du gerade eigene Sachen gesagt?“ kommt wieder so eine zwischen Frage.
„Ja glaubt ihr denn, dass wir hier nur covern werden? Das würde dann doch irgendwann langweilig werden! Nee, nee, wir machen unser eigenes Ding!“ wieder allgemeines Gemurmel.
„Ok jetzt zu denen die ein Instrument lernen wollen. Was wollt ihr denn…“

Und so ging es weiter, bis wir uns alle in Gruppen geteilt hatten. Logan zeigte einigen die ersten Schritte beim Klavier lernen, David arbeitete mit welchen am Schlagzeug und Daniel mit denen die Gitarre lernen wollten. Ich verschwand mit Dean, meiner Gitarre und der großen Gruppe an Sängern in einen Nebenraum, wo ich ihnen zusammen mit Dean erste Aufwärmübungen zeigte.
Jetzt sitze ich mit den Jungs noch im Raum und wir quatschen, die Gruppe der Jugendlichen ist schon länger weg.
„Das hat er nicht?“ rufe ich gerade entgeistert aus, doch noch bevor Logan „Doch hat er!“ antworten kann schellt schon sein Handy. Hatte er es also doch dabei…
Als er den Anruf annimmt und sich etwas von uns entfernt frage ich Dean geschockt: „Das hast du doch nicht wirklich gemacht oder?“
„Hey, ich wusste, dass er das Mädchen gut findet, also wieso nicht?!“ fragt dieser lachend. Ich sitze im Schneidersitz auf einem der Tische, Dean und David sitzen mir gegenüber auf Stühlen und Daniel, etwas zu nah, neben mir.
„Und dein Vater ist echt John Lennings von JM Records?“ fragt David interessiert.
„Hör mir bloß auf mit dem. Aber ja: das JM steht übrigens für Juliet Melody! Die schlimmste Kombination von Namen wenn ihr mich fragt!“
„Hey, aber ist doch eine ganzschöne Ehre, wenn er es nach dir benannt hat!“ wirft David ein.
„Nun ja, wie man es nimmt: er war an dem Tag meiner Geburt in L.A. um das Unternehmen zu gründen,  im Prinzip wurde ich also nach dem Unternehmen und nicht das Unternehmen nach mir benannt! Und außerdem braucht so ein Unternehmen ja auch am Anfang viel Zeit. Bis zu meinem vierzehnten Lebensjahr, war mein Vater nicht auf einem meiner Geburtstage. Bei meinem fünfzehnten ist er dann aufgetaucht um mir zu erzählen, dass er sich von meiner Mutter scheiden lässt und die mich bei ihm ablädt, weil sie schon einen neuen hat!“
Ich blicke in drei geschockt Gesichter, doch ich lache nur. Was soll‘s? Ich kam ohne ihn immer gut zurrecht.
„Und jetzt wohnst du hier in L.A. mit ihm?“ fragt Daniel interessiert, doch ich beachte seine Frage erst einmal gar nicht.
„Mit wem telefoniert Logan denn da?“
„Soweit ich weiß hat er keine Freundin, falls das deine eigentliche Frage sein sollte!“ lacht Dean.
„Das war nicht meine eigentliche Frage! Ich meine mehr, weil er aufgebracht wirkt!“ lache ich zurück. Nee auf Logan hatte ich tatsächlich kein Auge geworfen.
Jetzt sehen alle zu ihm hin. Mit einer Hand wild diskutierend, läuft er auf und ab, auch sein Gesichtsausdruck liegt zwischen angespannt und genervt.
„Also ich finde das sieht aus als würde da jemand wieder eine Party absagen!“ grinst David.
„Ach und da reicht ein einfaches ‚Nein‘ nicht?!“ frage ich verwundert.
„Das ist ja auch egal.“ Wirft Daniel leicht verärgert ein. „Also wohnst du mit deinem Dad in L.A.?“
„Ach ja! Nee, ich wohn zusammen mit zwei… sagen wir alten Bekannten hier in einer WG, nicht weit von dem Gemeindezentrum!“

„Ich hab’s geschafft!“ jubelt Logan kurze Zeit später und die Jungs fangen an zu lachen.
„Na haste dich endlich mal durchgesetzt?“ neckt ihn Dean.
„Naja ich hab gesagt, dass eine Freundin von mir neu in der Stadt ist und dass sie hier sonst keinen kennt und ich sie ungern allein lassen möchte!“ antwortet Logan und grinst mich dabei frech an. Ich kann nicht anders als zu grinsen. Der Junge ist genial.
„Soll das eine Einladung sein?“ entgegne ich darum keck und er zwinkert mir zu.
„Soll es!“ antwortet er schließlich und deutet eine Verbeugung an.
„Also was machen wir?“ baut sich Daniel sofort mit ein.
„Ich bin auch dabei!“ ruft auch Dean sofort.
„Macht ihr Jungs auch mal was getrennt?“ frage ich deshalb und muss lachen, wobei Logan und ich uns immer noch anstarren.
„Ich bin nicht dabei!“ sagt David schließlich „Ich muss auch langsam mal los!“
Die Jungs verabschieden sich mit viel Getöse und mir winkt David einmal kurz zu, ich winke zurück.
„Also wann, wo und was?“ fragt Dean als David weg ist.
„Bei mir nicht, meine nervigen Mitbewohnerinnen sind da!“ ich verdrehe die Augen bei dem Gedanken daran wie die sich den Jungs gegenüber verhalten würden. Nika würde wahrscheinlich einfach in ihrem Zimmer verschwinden oder schweigend daneben sitzen und Anni würde versuchen sich allen drei gleichzeitig an den Hals zu werfen.
„Wenn man vom Teufel spricht!“ füge ich genervt hinzu als ich sehe, dass Anni mich gerade anruft.
„Hey was gibt’s?“
Während ich mit Anni telefoniere versuchen die Jungs die ganze Zeit mich zum Lachen zu bringen in dem sie Grimassen schneiden. Besonders Dean ist Meister in dieser Disziplin.
„Also wir könnten doch zu mir! Meine Mitbewohnerinnen sind ausgeflogen!“
„Geil ich will DEIN Zimmer sehen, bin gespannt wie das aussieht!“
Bei dem Gedanken von Dean in meinem Zimmer werde ich zwar etwas blass um die Nase aber was soll’s?  
Und so machen wir uns auf den Weg.

„Bitte, bitte, lass sie nicht zu Hause sein!“ nervös schließe ich die Tür auf. Daniel steht feixend neben mir.
„Was versteckst du da drin, dass du so nervös bist?“
Klack.
„Wo ist dein Zimmer?“ Dean rennt schreiend an mir vorbei in die Wohnung.
„Nicht da!“ antworte ich, als er schon die Tür zur Abstellkammer aufreißt und ihm ein Mop entgegen kommt.
„Wusste gar nicht, dass du eine Zwillingsschwester hast!“ lacht er und hält den Mop zum Vergleich neben mich.
„Dumpfbacke!“ erwidere ich nur.
„Ich hab‘s gefunden!“ ruft Logan, ich hatte gar nicht bemerkt, dass die anderen beiden weiter gesucht hatten.
Und tatsächlich: sie stehen in meinem Zimmer.
Logan schaut sich begeistert die Zeichnungen von Michael an und Daniel mustert jedes meiner Plakate.
„Wo ist das Tagebuch?“ ruft Dean und stürmt auf meine Kommode zu. Ich hechte vor und stelle mich ihm in den Weg.
„Ist es da drin?“ fragt er aufgeregt.
„Nein aber meine Unterwäsche, Dumpfbacke!“
Daraufhin blitzen Deans Augen auf und auch Logan und Daniel wenden sich mir zu.

Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie sich Logan blitzartig auf mein Bett setzt. Als ich ihm den Kopf zuwende, kann ich sehen wie er mit einer Hand mein Song-Buch weiter unter mein Kopfkissen schiebt.
Dean bekommt davon Gott sei Dank nichts mit, aber ich schenke Logan ein dankbares Lächeln.
„Okay. Genug gesucht! Was wollt ihr machen?“
Logan fischt sich einen Film aus dem Fach unter meinem Nachtisch. „The Perks of being a Wallflower“
„Super Filmgeschmack!“ lacht er, doch das ist Nichts im Vergleich damit wie laut und heftig Dean und Daniel losgrölen.
„Logan, das ist eingebildet!“ schellt Dean ihn lachend.
„Ich glaube sie kommt nicht mehr mit!“ grinst mich Daniel an.
„Ich hab den Film nie gesehen! Könnte daran liegen!“ entgegne ich verwundert über ihre Reaktion.
„Na da müssen wir die Kleine wohl mal aufklären!“ lacht Daniel den anderen Beiden zu und stellt sich neben mich, um mir den Arm locker im die Taille zu legen.

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Hallöle noch mal, also mit dem Filmabend gehts dann in Kapitel 4 weiter, ich hoffe euch gefallen die Kapitel der anderen!
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