Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Liebe mit Hindernissen

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Duke L'Orange Tanya Gertrude Vanderflock
28.02.2013
28.02.2013
5
5.626
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
28.02.2013 1.742
 
„Morgen.“, sagte Tanya, als sie die Küche betrat. Sie war die letzte, die zum Frühstück kam. Alle anderen saßen bereits am Tisch.
Wildwing schaute sie lächelnd an. „Duke meinte, der Teleporter sei fast fertig.“, sagte er.
„Äh, ja ... ja …. nur noch ein paar Kleinigkeiten.“, stotterte sie rum.
„Ich freu mich schon, endlich nach Hause zu kommen.“, sagte Mallory.
„Ich muss meinem Meister unbedingt einen Besuch abstatten.“, sagte Grin.
Nur Duke sagte nichts. Mit finsterer Miene hörte er zu, wen die anderen auf Puckworld besuchen und was sie dort alles machen wollten.
„Weisst du schon, was du machen willst?“, wurde er plötzlich von Wildwing angesprochen. „Wir werden natürlich alle bezeugen, dass du dich zum Guten gewandt hast und wie sehr du uns im Kampf gegen Draganus unterstützt hast … aber ich bin mir nicht sicher, ob es reicht, die anderen von deinem Seitenwechsel zu überzeugen.“
„Ich weiss. Und ich bin euch auch dankbar für eure Unterstützung. Um ehrlich zu sein, ich habe noch keine Vorstellung, was ich machen soll. Ich bin nach der Schule sofort zur „Bruderschaft der Klinge“ gekommen und habe demzufolge keine Ausbildung. Vielleicht könnte ich es mal als Eishockeyspieler probieren oder ich suche mir eine Ausbildungsstelle.“
„Was auch immer du tust, wir werden dich nach Kräften dabei unterstützten.“, versicherte Wildwing ihm.
„Danke. Aber noch ist es ja nicht so weit. Und wir haben noch drei Spiele vor uns.“
„Müssen wird das wirklich noch machen? Ich meine, wenn wir eh in zwei Wochen hier weg sind, dann können wir doch auch noch genießen, bevor wir unsere Aufgaben auf Puckworld wieder aufnehmen.“, schlug Nosedive vor.
„Im Verhältnis zu dem, was dich auf Puckworld erwartet, ist das hier Erholung. Du hast eine Menge versäumt in der Schule.“, entgegnete Mallory ihm.
„Es ist noch nicht sicher, ob wir wirklich schon in zwei Wochen zurück können.“, senkte Tanya die Euphorie der anderen etwas. „Wie gesagt, ich habe noch ein paar kleine Probleme zu lösen und dann muss er ja noch getestet werden. Ich habe keine Lust, in einem anderen Universum stecken zu bleiben, wo es uns am Ende noch schlechter geht, als hier.“
„Schon, gut. Wir wollen dich nicht unter Druck setzten.“, sagte Wildwing. „Also lasst uns zum Training gehen. Sonst bekommt Phil noch einen seiner Anfälle.“
„Den wird er so wie so bekommen, wenn wir ihm mitteilen, dass wir die Erde verlassen und er jetzt ein neues Team auf die Beine stellen muss.“, fügte sein Bruder lachend hinzu.

***

„Wenn ihr morgen so spielt, wie heute, dann glaube ich nicht dass wir verlieren werden.“, lobte Wildwing sein Team nach dem Training. Dann verließ er den Umkleideraum in Richtung Fahrstuhl. Grin und Nosedive folgten ihm.
„Äh, Tanya. Hättest du vielleicht Lust, mit mir heute ins Kino zu gehen?“, fragte Duke Tanya etwas verlegen wirkend.
Diese schaute ihn überrascht an. „Wolltest du nicht mit Nosedive gehen?“
„Doch, aber der ist von seinen beiden Freunden zu ner Party eingeladen wurden. Und du weisst ja, wie der Kleine ist. Jedenfalls hab ich jetzt zwei Karten und kann die eine nicht einfach zurück geben und da dachte ich, dass du vielleicht mitkommen willst.“
„Ja, gern. Und wann?“
„Treffen wir uns halb fünf vorm Pond, dann können wir gemeinsam hingehen.“, schlug Duke vor.
„O.k., bis dann.“

Es war um vier. Tanya stand in ihrem Zimmer und überlegte, was sie anziehen sollte, als es an der Tür klopfte.
„Ja?“
„Ich bin's Mal. Kann ich reinkommen?“
„Natürlich.“
Mallory betrat den Raum.
„Oh. Machst du dich für Duke so hübsch?“
Tatsächlich trug Tanya mal nicht ihren bis oben hin zugeknöpften Anzug, sondern ein leichtes Sommerkleid.
„Meinst du, ich kann so gehen?“
„Klar, warum denn nicht? Aber warum wirfst du dich überhaupt so in Schale? Ich dachte, du wolltest nur mit Duke ins Kino gehen?“
„Das Kleid hab ich mir schon vor ner Weile gekauft. Und wenn wir bald nach Hause gehen, kann ich es nicht mehr anziehen. Da dachte ich, heute wäre eine passende Gelegenheit dafür.“
„Sicherlich. Wo du's gerade ansprichst, ich habe irgendwie das Gefühl, dass Duke keine große Lust hat, zurück nach Puckworld zu gehen. Er schweigt und zieht immer ein düsteres Gesicht, wenn wir davon reden.“
„Das ist mir auch schon aufgefallen. Ist ja auch vollkommen verständlich. Auf Puckworld gilt er immer noch als berüchtigter Juwelendieb und es wird schwer werden, die Enten von seinem Sinneswandel zu überzeugen.“
Mallory nickte zustimmend. „Meinst du es wäre besser, wenn er einfach hier bliebe. Schließlich hat er hier die Chance ein neues Leben anzufangen, ohne ständig mit Vorurteilen konfrontiert zu werden.“
„Darüber habe ich auch schon nachgedacht, aber ich halte es für keine gute Idee, ihn allein unter den ganzen Menschen zu lassen. Ein Lebewesen braucht nun mal Kontakt zu seinen Artgenossen.“, bestätigte Tanya. „Doch bevor wir hier irgendwelche Theorien aufstellen, sollten wir Duke lieber erst mal fragen, was er möchte. Vielleicht wäre heute Abend eine gute Gelegenheit.“
„Versuchen kann du's ja mal.“, stimmte Mallory ihr zu.

***

Kurz vor fünf verließ Tanya den Pond. Duke wartete schon auf sie.
„Du siehst toll aus.“, bermerkte er. „Das Kleid steht dir wirklich gut.“
„Danke schön.“
„Und in welchen Film gehen wir nun?“
„>>Liebe auf den ersten Biss<<. Is ne Komödie und von Nosedive ausgesucht.“

***

Vom Film bekam Tanya nicht viel mit. Ihre Gedanken kreisten die ganze Zeit um den neben ihr sitzenden Duke.
So wie es schien, war auch Duke nicht wirklich bei der Sache. Immer wenn der Rest des Publikums lachte, schaute er verwirrt auf die Leinwand.
Nachdem sie das Kino verlassen hatten, fragte Duke Tanya, ob sie noch etwas Essen gehen wollten. Sie nahm das Angebot sofort an, froh darüber, noch eine Weile mit ihm allein verbringen zu können.
Sie suchten sich eine kleine, gemütliche Gaststätte und verzogen sich dort in eine ruhige Ecke.
„Das ist das erste Mal, dass wir soviel Zeit allein miteinander verbringen.“, stellte Tanya fest.
„Und? Ist dir das etwa unangenehm?“
„Nein, natürlich nicht. Ich mein ja nur.“
„Tut mir leid, war ne blöde Frage.“
„Schon gut.“
Der Kellner kam und sie bestellten. Danach waren sie wieder allein.
Tanya konnte hinterher nicht mehr sagen, was sie dazu bewog, Duke plötzlich die Wahrheit zu sagen. Vielleicht hatte es etwas mit dem Gespräch mit Mallory am Nachmittag zu tun. Solange Duke glaubte, die Entscheidung hätte noch Zeit, wollte er nicht über das Thema reden. Aber sie hatten keine Zeit mehr. Der Teleporter war jetzt fertig!
„Duke, ich muss dir was beichten.“, begann sie. „Ich habe dich gestern angelogen. Der Teleporter ist bereits fertig. Er muss nur noch getestet werden. Ich wollte es dir noch nicht sagen, weil ich dir Zeit geben wollte, über deine Entscheidung hinsichtlich deines weiteren Aufenthaltsortes, nachzudenken.“
„Ich weiß.“ Mehr sagte er nicht.
Tanya schaute ihn verwirrt an.
Daraufhin lächelte der Erpel und erklärte: „Du kannst einfach nicht lügen, ohne rot zu werden.“ und musste gleich darauf lachen, als Tanya schon wieder anfing, zu erröten. „Möglicherweise liegt es auch daran, dass ich dich zu lange kenne. Ich bin dir auf jeden Fall dankbar, dass du so viel Rücksicht auf mich nimmst. Aber wir müssen auch an die anderen denken. Sie wollen nach Hause und haben auch ein Recht darauf.“
Tanya nickte, schwieg einen Moment und sagte dann: „Das stimmt schon. Trotzdem habe ich nicht ganz gelogen, als ich sagte, dass da noch ein kleines Problem wäre. Der Teleporter muss noch getestet werden. Wir können wer weiß wo landen, wenn das Ding nicht richtig funktioniert.“
„Lass uns das morgen mit den anderen besprechen. Heute möchte ich über etwas anderes reden.“
„Und worüber?“
„Bist du eigentlich schon gebunden? Ich meine, gibt es vielleicht jemanden auf Puckworld, der auf dich wartet?“
Tanya war etwas baff. Mit so einer offenen Frage hätte sie nicht gerechnet, aber andererseits freute es sie auch. Nie hätte sie sich getraut, den ersten Schritt zu wagen. Bis jetzt hatte sie ja auch noch starke Zweifel gehegt, ob Duke überhaupt Interesse an ihr hatte.
„Nein, bin ich nicht. Ich glaube, ich war einfach zu beschäftigt … vielleicht bin ich auch noch nicht dem Richtigen begegnet … .“
Verzweifelt überlegte sie, wie sie Duke klar machen sollte, das sie mehr für ihn empfand als Freundschaft. Allerdings was war es eigentlich? Liebe? Oder doch nur bloße Zuneigung?
Duke musste Tanyas Zögern wohl als Bestätigung aufgefasst haben, dass er nicht allein war, mit seinen Gefühlen.
Plötzlich fühlte Tanya, wie Duke ihre Hand ergriff und sie sanft drückte. Und es fühlte sich einfach nur gut an. Es war das erste Mal, dass ein Mann dies tat. Oder besser gesagt: das zweite Mal. Beim Abschlussball auf Puckworld hatte schon mal ein Junge ihre Hand so gehalten, aber bei dem war sie sich damals nicht so sicher gewesen, dass er auch etwas für sie empfand. Anders als jetzt bei Duke.
Verlegen lächelte sie ihn an.
Das Essen wurde serviert, wodurch die beiden gezwungen waren, ihre Hände voneinander zu lösen. Eigentlich war das gar nicht mal so schlecht, auf die Art wurde wenigstens das betretende Schweigen der beiden unterbrochen.
„Guten Appetit.“, wünschte Duke.
„Danke, dir auch.“
Das Essen schmeckte wirklich ausgezeichnet und zumindest hatten sie jetzt wieder ein Gesprächsthema.

Langsam gingen sie nach Hause. Keiner der beiden war erpicht, den Pond schnell zu erreichen.
„Wann sagen wie es den anderen?“, wollte Tanya plötzlich wissen.
Daraufhin lachte Duke und meinte: „Ich glaube, das werden sie ganz von allein merken.“
Und um seine Worte zu bekräftigen, legte Duke ihr den Arm um die Schulter, zog sie noch ein Stück näher an sie heran und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
Tanya ihrerseits schmiegte sich an den großen, grauen Erpel und genoss die Nähe zu ihm.Selten in ihrem Leben hatte sie so ein starkes Gefühl der Liebe und Geborgenheit bei einer anderen Ente gefühlt.

„Duke, da ist noch eine Kleinigkeit. Ich meine … ich liebe dich auch, aber … .“, stammelte sie herum.
„Du denkst an meine Vergangenheit?“ Dukes Mine verfinsterte sich etwas.
„Nein, nein. Es ist nicht wegen deiner Vergangenheit.“, beteuerte Tanya sofort und schüttelte demonstrativ den Kopf. „Ich mache mir Sorgen um die Zukunft. Ich weiss nicht, wie das mit uns weitergehen soll. Bleiben wir auf der Erde oder gehen wir zurück nach Puckworld?“
„Ich weiss es noch nicht.“, antwortete Duke. „Lass uns erst mal eine Nacht darüber schlafen.“
„Ok. Gute Nacht.“, sagte Tanya.
„Gute Nacht.“, erwiderte Duke und hauchte Tanya einen kurzen Gute- Nacht- Kuss auf den Schnabel, bevor diese in ihrem Zimmer verschwand.
Duke folgte dem Korridor noch einige Schritte und ging dann ebenfalls in sein Zimmer.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast