Das Blutrote Feld der Mohnblumen

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P18
24.02.2013
17.12.2013
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Es war dunkel. So entsetzlich dunkel. Es roch nach Rost und Blut.
Zarte Porzellanfarbende Hände tasteten den Boden in dieser endlosen immer andauernden Dunkelheit ab. Es war feucht, und sie glaubte dass sich kleine Tiere unter ihren Händen bewegten und aufgescheucht wurden.
Sie wusste dass sie früher Angst vor allen Arten von Insekten gehabt hatte. Es hatte sogar etwas für sich gehabt wenn die Jungs sich aufspielen konnten die Bösen Spinnen zur Strecke gebracht zu haben. Doch das lag schon lange zurück. An diesen Ort gab es andere Dinge vor denen sie Angst empfand.
Etwas ziellos tastete sie sich weiter voran bis sie die Wand mit der Tür erreichte. Sie war sehr müde und entsetzlich schlapp. Auch das war sie früher nie. Auf Amateurbühnen hatte sie getanzt und ab und an auch gesungen. Sie war darin nicht besser als viele andere auch, aber alles was sie tat das tat sie auf ihre Weise und den anderen gefiel das.
Sie glaubte dass die anderen so auch auf sie aufmerksam wurden…
Das ihr an diesen Ort die Kraft schwand war kein Wunder. Im Wasser das ihr zu trinken gegeben wurde, hatte sie Beruhigungsmittel geschmeckt. Seit zweieinhalb tagen hatte sie nichts mehr davon getrunken, und alles in der dunkelsten Ecke weggeschüttet und ihren Durst an dem Faulig schmeckenden Wasser der Steinwände gestillt. Bis jetzt war es niemanden aufgefallen und sie wusste schon jetzt dass ihr Geist nicht mehr klarer werden würde.
Leicht keuchend lehnte sie sich jetzt an der Wand, mit zitternden Händen strich sie über ihren Bauch.
„Alles wird gut, Sugar. Ich werde uns schon hier rausbringen.“ Ihre Stimme zitterte als sie zu den ungeborenen sprach. Sie war jetzt etwa im sechsten oder siebten Monat, so genau wusste sie es nicht mehr.
Sanft nahm sie Telepathischen Kontakt zum Kind auf. Stark spürte sie die Energie des kleinen Mädchens, dessen Wesenskern sie schon lange erspüren konnte.
„Schau her, Sugar. Das bin ich.“ Sie zeigte dem Kind Bilder wie sie Tanzte und Sang.
„Ich bin deine Mutti, und ich liebe dich mehr als alle Tänze die getanzt werden können und alle Lieder die ich je gesungen habe.“ Tränen liefen ihr über die Wange.
„Und das Sugar ist deine Großmutter.“ Sie zeigte dem Baby das Bild ihrer Mutter. Japanisch aber hochgewachsen mit braunen Augen.
Sie selbst hatte schwarze Augen aber in der gleichen Mandelform. Ihr Haar hatte sie sich meist silberblond gefärbt, aber in der Zeit die sie hier unten verbracht hatte war die Farbe herausgewachsen und ein normales schwarz hervorgekommen.
Ihre Finger strichen weiter über ihren Bauch, Hypnotisch und beruhigend.
„Sugar, du musst jetzt ganz still sein.“ Sagte sie mit leiser Telepathischer Stimme.
„Ich muss meine Mutter erreichen, und dafür brauche ich Konzentration. Wir haben vielleicht nur diesen einen Versuch.“
Das Baby schien ihre Schwingungen zu spüren und wurde ganz still.
Einen Moment lang musste sie sich konzentrieren und ruhiger werden, sich wirklich daran erinnern wer sie war.
Sie war eine siebzehn Jahre alte Träumerin gewesen, die bei den meisten den Spitznamen Fee hatte. Und all das würde sie wieder werden, all das und eine junge Mutter die ihrer kleinen Tochter Sugar ein sicheres zuhause geben würde.
Mit diesen Gedanken glitt sie aus ihren Körper hinein ins Schattennetzt. Es war schwer diese Verbindung herzustellen. Ihr war es nie so leicht wie den anderen gefallen, und durch die ganzen Medikamente war dass alles noch zusätzlich Blockiert worden. Doch jetzt, seit Monaten war sie wieder dazu in der Lage und auch noch unbeobachtet.
Im Schattennetzt herrschte ein Organisiertes Chaos. Sie fand ihre Mutter sofort. Sie war ja ganz in der Nähe ihres eigenen Sternes und glänzte heller als ihrer.
Jetzt brachen die Gefühle aus ihr heraus. In nackte Panik und ein eiserner Überlebens Instinkt berührte sie den Stern ihrer Mutter die es schaffte innerhalb weniger Sekunden ins Schattennetzt zu gelangen. Ihre Stimme hallte in ihren Kopf.
„Felina, wo bist du? Warum hast du uns das angetan? Ich habe dir immer gesagt, wenn du abstand und ruhe brauchst, dann kannst du verschwinden aber hinterlass uns eine Nachricht damit wir wissen dass es dir gutgeht. Mein Schatz, nichts ist so schlimm dass du dich selbst vom Schattennetzt fernhallten musst.“
Der Schmerz in den Worten ihrer Mutter tat ihr weh, aber jetzt war nicht die Zeit dafür.
„Mama, ich werde gefangengehallten. Es sind Mediale. Ich glaube sie wissen nichts vom Schattennetzt, aber sie können es herausfinden…Mama, ich habe solche Angst. Es ist so dunkel hier und sie tun Dinge…die nicht gut oder richtig sind.“
Der Stern ihrer Mutter wurde Eiskalt, und die alte Frau die ihr erstes und einziges Kind im Herbst ihres Lebens bekommen hatte wurde zur Kriegerin.
„Felina, wo bist du?“
„Ich weiß es nicht.“ Sie konnte nicht verhindern dass sie verzweifelt klang.
„Ich bin seit Monaten hier, Mama. Ihr wisst doch, ich wäre nie einfach so abgehauen. Sie haben mir Medikamente gegeben die vieles blockiert haben. Du weißt doch das meine Verbindung zum Schattennetzt nicht so stark ist wie die der anderen.“
„Keine Angst, mein Schatz. Mama ist hier und wird dich beschützen. Alles wird gut. Zeig mir die Bilder des Ortes wo du dich befindest, und an deinen letzten Erinnerungen von draußen. Zeig mir Gesichter- alles was wichtig ist.“
Das tat sie auch, aber sie war so geschwächt und so müde und dann spürte wie jemand sie auf der Körperlichen ebbende wie jemand heftig an ihrem Arm zog. Die Verbindung zum Schattennetzt entglitt ihr.
„Felina. Bitte kämpf. Ich werde dich schon finden…Mein Schatz…“
Die Verbindung war fort, und sie keuchte entsetzt auf, als sie in das Gesicht von denjenigen Blickte der sie zurückgezehrt hatte. Mit seinen Händen hielt er sie immer noch am Handgelenk fest. In der Anderen hielt er eine Spritze mit einer dünnen langen Nadel.
„Wo warst du?“
Sie zitterte. Die Stimme war eiskalt, enthielt aber auch etwas anderes in sich. Etwas was Felina nicht ganz erfassen konnte und eine Art blanken Wahnsinn.
Sie kniete vor ihm und sah zu ihm hoch. Sah in diese unwirklich schönen Augen.
„Ich war nirgendwo. Wo sollte ich schon sein.“
Er griff in ihr Haar und zog daran bis sie aufschrie. Er ließ sie sofort los.
„Ich will dir nicht wehtun, dass weist du doch.“
Sie zwang sich ihre Atmung zu verlangsamen, und keine allzu große Angst zu zeigen. Sie wusste dass das nicht gut war.
„Ich hoffe nur, dass du anders bist. Das du am Leben bleiben kannst.“
Kühle Hände halfen ihr auf. Starke Telepathische Strahlen strichen warnend über ihrem Geist. Trotz des dunklen Lichtes konnte sie noch das ordentliche schwarze Haar erkennen und die schönen Gesichtszüge.
All das hätte sie früher äußerst anziehend gefunden, selbst diese unfassbare macht.
Doch das war alles nur ein Trugschluss.
Felina wusste ganz genau dass ein Psychopath neben ihr stand und er würde nicht ihre Tochter bekommen.
Niemals.
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