Ein unglücklicher Start

von - Leela -
GeschichteFamilie / P12
Belfry Eddie Jake Tracy
23.02.2013
23.02.2013
4
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Was macht man mit einer Geschichte, von der man weiß, daß die Charaktere so untypisch handeln, daß jeder Fandom-Fachkundige scharf die Luft einzieht? Man widmet sie einem Projekt! ^.~
Dank des »OOC-Chaos« traue ich mich jetzt auch, diese upzuloaden. ^^

     
Eine überraschende Mitteilung

Jake und Eddy freuten sich, als Jack, Jakes Vater, ihnen einen spontanen Besuch abstattete.
      „Papa, was machst du denn hier in der Gegend? Damit hätte ich ja gar nicht gerechnet!“ freute sich Jake.
      „Ich war zufällig in der Nähe und dachte, ich schau mal vorbei!“ erklärte Jack fröhlich.
      „Schön! Magst du etwas trinken? Kaffee, oder einen Tee?“ bot Jake an.
      „Nein, danke, ich habe leider nicht viel Zeit! Aber ich hab’ da noch ein Anliegen!“ sagte Jack. „Ich muß euch noch etwas erzählen!“
      „Laß hören!“ meinte Jake.
      „Ich habe vor ein paar Tagen mit Natasha gesprochen. Du erinnerst dich bestimmt an sie, nicht wahr, Jake?“
      „Natasha Brannigan? Ich hab’ sie ewig nicht gesehen!“ sinnierte Jake.
      „Wer ist denn das?“ fragte Eddy neugierig.
      „Jakes Cousine!“ gab Jack Auskunft. „Wir sind früher zu Weihnachten oft mit der Familie zusammengekommen, oder zu irgendwelchen größeren Familienfeiern. Jake und Tasha haben früher zusammen gespielt!“
      „Oh!“ meinte Eddy überrascht, den Familiengeschichten immer interessierten. Trotzdem fragte er jetzt zuerst: „Was macht sie denn heute?“
      „Sie studiert Geisterwissenschaften!“ erklärte Jack.
      Eddy sah ihn irritiert an. „Geisterwissenschaften?“
      „Ja, du hast richtig gehört. Nicht Geisteswissenschaften sondern Geisterwissenschaften. Damit sind wir übrigens schon genau beim Thema! Sie muß nun die Uni wechseln, weil ihre ab diesem Jahr das Studienfach nicht mehr anbieten kann. Sie hat hier in New York einen Platz bekommen. Das zweite Jahr fängt für sie das kommende Semester an, also jetzt im Oktober.“
      Jake rechnete gerade etwas nach. „Was hat sie denn dann vorher gemacht? Sie ist doch gar nicht so viel jünger als ich!“
      „Knapp zweieinhalb Jahre!“ bemerkte Jack. „Um aber deine Frage zu beantworten: Bislang hat sie Astralphysik studiert. Sie hat sich zwar immer wieder für Geisterwissenschaften eingeschrieben. Leider ist dieser Bereich aber noch sehr unfrequentiert, von daher ist es sehr schwierig einen Studienplatz zu bekommen; einfach deswegen, weil dieser Studienzweig nicht genug Anmeldungen bekommt. Vor einem Jahr hat sie dann einen Platz in Geisterwissenschaften bekommen!“
      Jake schaute nachdenklich. „Aber… Hat sie dann nicht ihr anderes Studium abgebrochen? Oder macht sie zwei?“
      „Nein, sie hat in dem Sinne nicht abgebrochen“, erklärte Jack. „Sie hat drei Jahre Astralphysik studiert und dann das Studienfach gewechselt. Dadurch, daß die Studienfächer verwandt sind, und sie bislang nicht die Möglichkeit hatte, Geisterwissenschaften zu wählen, ist das lediglich eine Umschreibung in das neue Studienfach, und das vorige Studium kann sie sich zu einem Jahr anrechnen lassen. Das ist so eine Sonderregelung für den Bereich der Geisterwissenschaften. So verkürzt sich die Studienzeit für das zweite Studium um ein Jahr.“
      „Wie viele Semester hat ein Studium in Geisterwissenschaften denn?“ fragte Eddy fasziniert.
      „Acht! Also vier Jahre! Verkürzt bedeutet das für Natasha, daß sie drei Jahre in dem Bereich studiert. Ein Jahr hat sie wie gesagt schon rum; dann hätte sie - mangels Angebot - in ihr altes Studienfach zurückkehren können und das Studium abschließen können.“
      „Das hört sich aber ganz schön kompliziert an…“ meinte Eddy.
      „Das ist es gar nicht“, beschwichtigte Jack. „Jedenfalls war Natasha lange auf der Suche nach einer Uni, die diesen Studienzweig verläßlich anbietet. Sie ist daran fast verzweifelt. Aber hier, in New York hat es jetzt geklappt!“
      Eddy lachte. „Das ist doch super!“
      „Ja! Nur muß sie dafür auch die Universität wechseln, und braucht jetzt eine Unterkunft hier in New York, und das möglichst günstig! Und deswegen bietet es sich an, daß sie hier einzieht! Das Haus ist ja groß genug, und ein Zimmer würde ihr schon reichen! Ich habe ihr angeboten, daß sie das eine Gästezimmer bekommt!“
      Jake hielt perplex inne und sah seinen Vater verblüfft an. „Moment mal!“ hielt er ein. „Du hast ihr angeboten, daß sie hier einziehen kann?“
      „Ja! Wir sind so verblieben, daß sie übermorgen herkommt!“ erklärte Jack unbedarft.
      „Augenblick!“ Jake mußte sich erst mal von seiner Sprachlosigkeit erholen. „Habe ich das jetzt richtig verstanden? Ihr habt das ausgemacht, und wir werden nicht einmal gefragt?“
      Jack sah ihn erstaunt an. „Jake, was soll das denn jetzt?“
      Jetzt war es vorbei mit Jakes Ruhe. Er straffte die Schultern und erwiderte eine Spur schärfer als beabsichtigt: „Da haben wir ja wohl auch noch ein Wörtchen mitzureden!“
      Jack war sichtlich etwas aus dem Konzept geworfen. „Ihr habt euch doch immer gut verstanden…!“
      „Es geht nicht darum, ob wir uns gut verstehen! Es geht hier um das Prinzip, daß wir übergangen werden!“ hielt Jake dagegen.
      „Ach, komm schon! Stell dich nicht so an!“ erwiderte Jack.
      Jake sah seinen Vater fassungslos an. „Ich stelle mich nicht an!“ gab er forsch zurück. „Das hier ist unser Haus! Wir wohnen darin! Wenn jemand darüber befindet, ob jemand hier einzieht oder nicht, dann ist das ja wohl unsere Aufgabe!“
      Jack blieb gelassen. „Ihr werdet euch schon gut verstehen.“ Er sah zur Uhr. „Ich muß jetzt los. – Sonntag hole ich sie vom Bahnhof ab. Ich bringe sie dann im Laufe des Tages her. Also, macht’s gut, Jungs!“ Er schenkte den beiden Jungs ein gewinnendes Lächeln, winkte noch mal und verabschiedete sich dann.
      Jake stand derweil kurz davor zu platzen, während er nichts weiter tun konnte, als erstarrt zu beobachten, wie sein Vater ihn stehenließ. Die in’s Schloß fallende Tür war da auch nicht geeignet, sein Gemüt zu besänftigen. „Das darf doch wohl nicht wahr sein!“ entfuhr es ihm entgeistert.
      „Jake!“ versuchte Eddy, ihn zu beschwichtigen. „Das Haus ist groß genug! Wo ist das Problem?“
      „Darum geht es nicht, Eddy! Es geht hier um’s Prinzip! Das Haus gehört jetzt uns, und wenn jemand darüber bestimmt, was hier passiert, sind es wir! Ich lasse mich doch nicht von meinem Vater bevormunden!“
      „Aber vielleicht ist sie ja ganz nett…“
      „Das steht hier überhaupt nicht zur Debatte! Ich will wenigstens gefragt werden!“ fuhr Jake auf. „Das ganze wäre sicher kein Problem gewesen, wenn es ein Vorschlag oder eine Bitte gewesen wäre! Aber das war es nicht! Wir sind komplett übergangen worden, und immerhin leben wir in diesem Haus! Was bildet er sich überhaupt ein?“
      Jake hatte sich so in Rage geredet, daß Eddy erschrocken nach Luft schnappte und vorsichtshalber gar nichts mehr sagte. So hatte er Jake noch nie erlebt, und schon gar nicht in Bezug auf seinen Vater.
      „Ich fasse es nicht!“ stieß Jake zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.
      „Wie wäre es, wenn du noch mal mit Jack darüber redest?“ schlug Eddy vorsichtig vor. „Vielleicht war das alles ja auch… ein Mißverständnis?“
       „Ich wüßte nicht, was es da mißzuverstehen gab!“ Jake beruhigte sich nur mäßig wieder.
      „Naja, vielleicht kein Mißverständnis, aber blöd rübergebracht“, korrigierte sich Eddy. „Ruf’ ihn nachher doch mal an, dann sieht es bestimmt schon nicht mehr so schlimm aus. Bestimmt kam es eben blöd rüber, weil er in Eile war.“
      Jake atmete durch. „Ja, vielleicht hast du Recht.“ Seine Stimme klang noch immer angespannt, so als glaubte er da nicht wirklich dran.
      Eddy biß die Zähne aufeinander und fügte schließlich an: „Noch ein besserer Vorschlag: Kläre das morgen. Ich glaube, im Moment bist du noch viel zu aufgewühlt dafür, das macht die Sache sicher nicht besser. Morgen hast du ja noch genug Zeit.“
      Jake nickte. Das war diplomatisch sicher die bessere Wahl. Dann wandte er sich frustriert um und verließ ohne jedes weitere Wort das Büro.
      Eddy ließ die angehaltene Luft langsam entweichen. Na, das war ja ein schöner Auftakt in’s Wochenende…
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