Walk on the Edge

GeschichteDrama, Thriller / P16
23.02.2013
17.10.2014
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25 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
A/N: Das Spiel "Batman: Arkham City" hat mich sehr fasziniert und eines schönen Abends kurz vorm Einschlafen, dachte sich mein Hirn eine kleine Geschichte dazu aus – und sponn die ganze Sache im wachen Zustand immer weiter. Tja, DAS ist dabei raus gekommen. *seufz*

Das Cover ist wohl noch das Beste an der Story ...

Vielen Dank an meine Freundin Nicole für die Beta und die damit verbundenen Anmerkungen und die konstruktive Kritik. ❤ Ein dickes Danke auch an meinen Freund Kevin für das geduldige Ertragen meines Gejammers.

Ich habe zwar versucht, euch mittels des Textes einen Eindruck von Cobblepots Karte zu vermitteln, dennoch möchte ich euch folgende Bilder nicht vorenthalten, die ich als zusätzliche Informationsquelle in meinem Blog und auf meiner Facebook-Seite bereitstelle.


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.: Wo eѕ αм мeιѕтeɴ weн тυт :.


Angespannt klopfte der Regenschirm, den er als Gehstock benutzte, rhythmisch auf den schweren Holzfußboden, über den er langsam schritt. Vor ihm auf dem Boden ausgebreitet lag eine von ihm selbst angefertigte Karte von ganz »Arkham City«, die er mit gierigem Blick betrachtete. Die Karte war von so großem Ausmaß, dass sie fast den kompletten Raum beanspruchte. Nur entlang der Wände gab es einen knapp zwei Meter breiten Streifen, auf dem man gehen konnte.

Sollte je einer seiner Handlanger auch nur einen schmutzigen Schuhabdruck auf seiner Karte hinterlassen, dann würde Demjenigen eine persönliche Vorführung aller Trickregenschirme zuteil werden. Überall auf der Karte standen Figuren und Markierungen an wichtigen und strategischen Punkten, die der Mann im Frack mehrmals täglich neu anordnete, wenn es die Umstände erforderten. Seine Leute sollten auf seinen Befehl hin die Stadtteile von »Arkham City« genau beobachten und jeden Stellungswechsel der feindlichen Truppen sofort melden.

Auf der Karte waren vier große Bereiche mit unterschiedlichen Farben eingekreist. Seinen eigenen Distrikt im Südwesten, die »Bowery«, der unter anderem das Naturkundemuseum und seinen Nachtclub, die »Iceberg Lounge«, beherbergte, hatte Oswald Cobblepot mit weißer Farbe umrandet und an den Grenzen zum Gebiet von Two-Face und dem abgesperrten Bereich des »Wonders Towers«, dort wo Professor Hugo Strange Alles und Jeden in »Arkham City« beobachtete, kleine Pinguin-Figuren aufgestellt, dort wo er seine Wachmänner positioniert hatte. Seine Operationsbasis, von der aus Cobblepot alle seine Geschäfte in »Arkham City« plante und organisierte, die »Iceberg Lounge«, hatte er zusätzlich weiß umrandet.

Nördlich an seinen Bezirk grenzte »Park Row«. Diesen, von ihm hellgelb umrandeten Distrikt, hatte sich Harvey Dent, besser bekannt als Two-Face, unter den Nagel gerissen, was natürlich daran lag, dass es sich der ehemalige Staatsanwalt von Gotham City im alten »Solomon Wayne Gerichtsgebäude« gemütlich gemacht und dort seine Einsatzzentrale untergebracht hatte. Cobblepot hob abschätzig eine Augenbraue und hätte dabei fast sein Monokel verloren. Es war so typisch für Two-Face, dass er sich nach wie vor zu seinem alten Beruf hingezogen fühlte. Es wäre eher ungewöhnlich für ihn gewesen, hätte er seinen Stützpunkt nicht in einem Gebäude der Justiz eingerichtet. »Park Row« war für den Pinguin nicht weiter von Bedeutung. Zumindest im Moment nicht. Two-Face war für ihn schließlich nicht sonderlich gefährlich.

Er interessierte sich hauptsächlich für den »Industrial District« im Südosten von »Arkham City«, dort, wo sich der Joker und seine genauso verrückte Freundin einquartiert hatten. Sie hatten das alte Stahlwerk von »Sionis Industries« zu einer uneinnehmbaren Festung umgebaut, an dessen Zinnen überall Clownspuppen angebracht waren. Schon aus weiter Ferne konnte man erkennen, dass sich dort der durchgeknallte Clown aufhielt. Vom Dach des Naturkundemuseums aus konnte man trotz der Distanz bis zum Stahlwerk die Positionslichter schwach erkennen.

Neidisch musste Cobblepot zugeben, dass der Joker ein ausgesprochen glückliches Händchen dafür hatte, sich den besten und strategischsten Standort auszusuchen. Aber der Pinguin wäre nicht der Pinguin, hätte er sich nicht schon längst einen Plan zu Recht gelegt, wie er dem Joker seine Festung abnehmen konnte. Zwar war es in der letzten Zeit relativ ruhig um den Clown selbst geworden, aber wenn die Gerüchte über seinen physischen Zustand stimmten – woran Cobblepot keinerlei Zweifel hatte – und er wirklich durch seine TITAN-Vergiftung schwer krank war, dann sollte es doch ein Kinderspiel sein, ihm das Stahlwerk unter dem knochigem Hintern zu entreißen.

Triumphierend betrachtete der Pinguin den rot umkreisten »Industrial District« und ein diabolisches Grinsen schlich sich in sein Gesicht. Er würde den Joker dort treffen, wo es ihm am meisten weh tat. Er würde ihn dessen berauben, was er im Moment am meisten brauchte – seiner ganz speziellen »Krankenschwester«. Cobblepot lachte hämisch und stieß mit der Schuhspitze die kleine Figur um, die er als Joker mitten im Stahlwerk auf der Karte positioniert hatte. Zwar handelte es sich bei der Figur nur um eine Spielkarte, aber sie erfüllte ihren Zweck. Der Clown ließ sich immer seltener außerhalb des Gebäudes blicken und übertrug immer mehr Verantwortung, Informationen und Geheimnisse an sein kleines Clownsmädchen. Und die dingfest zu machen und zum Reden zu bringen, sollte nicht allzu schwer sein.
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