Charismatic Lover

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
17.02.2013
22.06.2013
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Dieses Kapitel
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Charismatic Lover:    Chances And Options





Hallo, ihr Lieben.
Das hier ist mein erster Text im Bereich Prosa und ich hoffe, dass ihr beim Lesen genauso viel Spaß haben werdet, wie ich beim Schreiben :)
Ich habe CL jetzt endlich mal in eine Story zusammengefasst und ab jetzt wird es nur noch HIER UPDATES geben :) Die zuvor hochgeladenen Teile werde ich in wenigen Tagen löschen.
LG
BlueJeans




Eilig wühle ich mich durch die Rushhour der New Yorker U-Bahn. Es ist neun Uhr morgens und ich habe noch nicht einmal meinen zweiten Kaffee gehabt. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich meine Mitmenschen wie ein verrückter anremple und immer wieder genervt aufschnaube. Ohne meine morgendliche doppelte Dosis Koffein bin ich das reinste Nervenbündel. Ein älterer und ziemlich fetter Mann quetscht sich neben mir in die Bahn und ich rieche seinen Schweißgeruch. Ein Bauarbeiter zweifellos. Ich dränge mich immer näher an die Wand, um diesem Kerl zu entgehen. Kann dieser Tag eigentlich noch schlimmer werden? Ja, das kann er. Wenn ich zum Beispiel mein Bewerbungsgespräch versaue. Ich habe ein Bewerbungsgespräch bei Thorne Enterprises, die eine der angesehensten Firmen der USA ist. Ich bin da eher durch Zufall reingeschlittert, weil ein Kumpel von mir dort arbeitet. Ich bin schon eine gefühlte halbe Ewigkeit auf der Suche nach einer Stelle als Praktikant gewesen und wer weiß, wie es auf dem New Yorker Arbeitsmarkt aussieht, der kann sich denken, wie schwer es ist, auch nur einen kleinen Job in der Stadtverwaltung zu bekommen. Und jetzt darf ich mich bei Thorne Enterprises bewerben! Ich mache mir keine großen Hoffnungen, denn seit wann habe ich denn mal bitte schön Glück? Ich bin eigentlich ein ziemlicher Pechvogel und werde es wohl auch immer bleiben.


Ratternd bleibt die Bahn stehen und verkündet mir die Haltestelle Broad Street. Meine Haltestelle, die sich direkt in der Nähe der Wall Street befindet. Meine Hände werden jetzt schon ganz feucht vom Schweiß und ich bin aufgeregt. Ich habe einen Firmensitz in New York noch nie von Innen gesehen und die Firmen, die ich in Miami gesehen habe, sind längst nicht so eindrucksvoll. Ich bewege mich hektisch weiter durch den U-Bahnschacht. Einer Frau fällt am Fahrkartenschalter andauernd ihr Kleingeld runter und das Geklimper beginnt mich tierisch zu nerven. Ich hätte ihr gerne geholfen, aber ich habe dafür jetzt keine Zeit. Ich bin nur froh, dass sich die Masse der Touristen in diesem Bereich von Manhattan in Grenzen hält. Die Leute stehen einem ständig im Weg herum und merken nicht einmal, dass sie uns New Yorker stören. Eigentlich bin ich in Miami aufgewachsen und bin dort auch aufs College gegangen, aber nach einer Weile hat es mich hierher verschlagen und nun fühle ich mich schon so heimisch, dass ich mich richtig dazuzähle. Mittlerweile bin ich dreiundzwanzig Jahre alt und habe noch nicht viele Erfahrungen. Ein weiterer Grund, warum ich die Stelle gleich vergessen kann. Ich brauche bis Februar unbedingt eine Praktikantenstelle, sonst kann ich mein Studium nicht fortsetzen. Ich haste aus der Station und laufe schnellen Schrittes die Straße hinunter. Ich kann das Gebäude schon erkennen. Es ist der zweithöchste Wolkenkratzer in diesem Teil von Manhattan und ich fühle mich klein und nutzlos bei seinem Anblick. Ich kann es noch immer nicht fassen, dass ich tatsächlich einen Termin bekommen konnte. Die gelben Taxis rasen an mir vorbei und ich bin nach wie vor froh, dass ich nicht mit einem gekommen bin. Ein Taxifahrer aus New York fährt sehr schnell durch die Innenstadt, um den Ampeln zu entgehen. Als ich das erste Mal ein Taxi genommen hatte, dachte ich, dass ich das nicht überleben würde. Die Manöver der Fahrer sind oft sehr gewagt. Ich hasse gewagte Dinge. Ich bin eher der schüchterne Typ und manchmal bin ich sogar etwas verklemmt.


Die Tür zum Gebäude wird mir von einem jungen Mann in Uniform aufgehalten. Misstrauisch betrachtet er meinen Anzug aus dem Secondhandladen, der zwar nicht schäbig aussieht, aber so elegant wie einer von Lagerfeld oder Versace ist er nicht und das muss dieser Typ natürlich sofort erkennen. Verdenken kann ich es ihm nicht. Er sieht schließlich jeden Tag diese ganzen feinen Geschäftsleute, die es zu weit mehr gebracht haben, als ich es jemals von mir erwarten könnte. Ich betrete die Eingangshalle und fühle mich sofort fehl am Platz. Sie ist riesig und ein gläserner Fahrstuhl fährt immer höher hinauf. Staunend bleibe ich stehen und schaue hoch, wobei ich die Decke erst viele Meter über mir entdecke. Es fällt mir schwer, mich von dem Anblick loszureißen. Jetzt wird es ernst. Ich straffe die Schulter und setze ein hoffentlich selbstbewusstes Lächeln auf, dann gehe ich, etwas zittrig auf den Beinen, zur Rezeption. Eine hübsche Blondine ist in eine Akte vertieft und scheint mich nicht zu bemerken. Ich versuche mich zu räuspern, doch nur ein gequältes Krächzen kommt aus meiner Kehle. Sie schaut auf und ihre Augen mustern mich abschätzend und ich verkrampfe mich unter ihrem Blick. Wenn schon die Dame an der Rezeption so drauf ist, stehen meine Chancen beim Abteilungsleiter jetzt schon schlecht.
"Was kann ich für Sie tun?", fragt die Dame schließlich mit einem aufgesetzten Lächeln.
"Ich habe hier ein Bewerbungsgespräch. Mein Name ist Ethan Lenson."
Ohne ein weiteres Wort beginnt sie meinen Namen in ihren Computer einzutippen. Meine Anspannung wächst und ich überlege, die Sache einfach abzublasen. Aber mein Kumpel hat sich so viel Mühe gegeben, mir diesen Termin zu besorgen und ich kann es wenigstens versuchen. Nach ein paar weiteren Sekunden schaut die Blondine wieder zu mir hoch und sieht mich erstaunt an. Ich frage mich, wieso. Ich möchte mich doch bloß als Assistenzingenieur bewerben.
"Ihr Bewerbungsgespräch wird im obersten Stock stattfinden. Passieren Sie bitte die Sicherheitsvorkehrungen und leisten dem Personal folge."
Ich nicke ihr noch einmal unsicher zu und gehe auf die Sicherheitsleute zu. Wie am Flughafen ist das hier!


Ich muss meinen Gürtel und den Kleinkram in eine graue Plastikbox legen und selbst durch eines von diesen Sicherheitstoren gehen. Natürlich habe ich keine Waffen oder Ähnliches dabei, doch das können die Sicherheitsleute nicht wissen. Ich bin etwas eingeschüchtert worden, als ich mich wieder auf den Weg nach oben mache. Wieso eigentlich ganz oben? Was für ein einfacher Abteilungsleiter hat sein Büro oben in der Chefetage? Ich bekomme ein komisches Gefühl, doch ich gehe weiter. Ich bin schon so weit gekommen, jetzt kann ich diese ausweglose und hoffnungslose Sache auch beenden. Ein etwas älterer Herr gibt für mich den Code zur obersten Etage ein, doch ich fahre alleine mit dem Fahrstuhl nach oben. Haben die hier eigentlich für alles und jeden Personal? Je höher ich fahre, desto unsichrer werde ich. Mir kommen immer mehr Zweifel und irgendetwas ist hier faul. Ich drehe mich um und blicke durch die Verglasung nach unten. Der Aufzug fährt schneller, als ich erwartet habe und ich kann sehen, wie die Menschen unter mir immer kleiner werden. Die Chefetage liegt ziemlich weit oben, weshalb die Fahrt dorthin länger dauert, als es eine normale Aufzugfahrt tun würde. Das macht mich noch nervöser und es spannt mich auf die Folter. Ich gebe zu, dass ich schon immer etwas ungeduldig gewesen bin, aber das hier ist die reinste Qual. Mit jedem überwundenen Stockwerk beschleunigt sich mein Herzschlag. Meine Hände werden jetzt schon schweißnass und mein Herz klopft gegen meine Brust. Das ist nicht mein erstes Vorstellungsgespräch, aber es ist eindeutig eine völlig neue Erfahrung. Ich steige benommen aus dem Aufzug und stehe am Anfang einer langen und großen Halle, von der mehrere Gänge abzweigen. In der Mitte steht ein Empfang mit einer etwas zu geschäftig aussehenden Brünette. Sie hebt nicht mal den Kopf, als ich auf sie zugehe. Zweifellos hat sie mich bemerkt, aber sie möchte sich mir nicht zuwenden. Sehr freundlich! Anscheinend ist sie so in ihre Arbeit vertieft, dass sie alles andere als störende Fremdkörper betrachtet.
"Mein Name ist Ethan Lenson. Ich habe ein Vorstellungsgespräch hier oben.", beginne ich zögerlich und trete nervös von einem Fuß auf den anderen.
Die Brünette schaut auf und wühlt ohne eine Begrüßung in einer Akte, die auf ihrem Tisch liegt.


"Folgen Sie mir bitte.", sagt sie schließlich lächelnd und ich weiß sofort, dass sie es nicht aus Freundlichkeit tut, sondern nur, weil es Teil ihres Jobs ist.
Trotzdem gehe ich hinter ihr her und mit jedem Schritt sackt mein Herz ein Stück weiter ab. Sie nimmt den mittleren Gang. Hier stehen die Türen sehr weit voneinander weg, was bedeutet, dass die Büroräume außergewöhnlich groß sein müssen. Sie geht schnell, zügig und ich merke sofort, dass sie durch mich nicht auch nur eine Sekunde ihrer kostbaren Zeit, als unbedingt nötig, verschwenden will. An der letzten Tür des Ganges bleibt sie stehen und legt ihren Finger auf die kleine Anlage, die einen bestätigenden Piepton von sich gibt und die Tür öffnet sich automatisch.
"Warten Sie hier bitte bis man sich um Sie kümmert.", weist die Brünette mich an und verschwindet.
Ich trete ein und mich trifft fast der Blitz! Vor mir erstreckt sich ein riesiger Raum mit einer beeindruckenden Glasfensterfront, die einen unglaublichen Blick auf den Fluss und die Stadt erlaubt. Die meisten Häuser liegen weit unter dem Fenster, so hoch ist das Gebäude. Auf dem Schreibtisch stehen zwei iMacs und an den Wänden hängen teuer aussehende Bilder und Fotos. An der gegenüberliegenden Seite hängt ein riesiger Flachbildschirm. Das Büro ist sehr modern eingerichtet und ich habe Angst, mich irgendwo hinzusetzen, da ich etwas kaputtmachen könnte. Ich stehe also mitten im Raum und starre die Ausstattung an. Hier ist doch irgendwas faul, oder? Ein einfacher Abteilungsleiter hätte doch niemals so ein Büro! Oder doch? Vielleicht gab es dafür eine einfache Erklärung, das hier ist schließlich New York. Hier ist eben alles ein bisschen größer. Ich versuche, mich selbst zu beruhigen. Noch immer ist keiner gekommen und mein Herz hämmert wie verrückt. Je länger es dauert, desto aufgeregter werde ich. Ich fühle mich unwohl und ich muss zweimal kräftig schlucken, um den unangenehmen Geschmack in meinem Mund loszuwerden. Warum mache ich mich eigentlich so verrückt? Ich bring es jetzt einfach hinter mich und dann nichts wie raus hier! Gerade, als sich meine Verzweiflung ins Unermessliche zu steigern scheint, geht die Tür erneut auf.  


Ein Mann, der nicht viel älter sein muss, als Mitte zwanzig betritt das Büro. Als ich ihn sehe, stockt mein Atem. Er ist groß und gut trainiert. Er hat mittellange goldblonde Haare und trägt einen ziemlich teuer aussehenden Anzug. Er sieht mich prüfend an, der Blick seiner saphirblauen Augen ist stechend und doch hat er etwas Anziehendes. Mein Herz schlägt so laut, dass ich fürchte, er könnte es hören. Er tritt auf mich zu und gibt mir die Hand. Sein Händedruck ist fest und selbstbewusst.
"Guten Morgen, Mr. Lenson. Ich bin Damien Thorne. Setzen Sie sich doch bitte.", sagt er in einem geschäftsmäßigen Ton, der nicht gerade überschwänglich ist. Doch sein Lächeln scheint echt zu sein.
"Ähm, guten Morgen. Mein Name ist Ethan Lenson.", stottere ich.
Damien Thorne?! Verdammte Scheiße, das ist der CEO! Was mache ich beim Geschäftsführer? Ich wollte doch nur ein Gespräch mit einem normalen Abteilungsleiter und ich glaube nicht, dass es hier üblich ist, dass Damien Thorne alle Bewerbungsgespräche selbst führt. Ich bin gespannt, wie und ob er das begründen wird.
"Ich scheine Sie ein wenig verschreckt zu haben. Bitte nehmen Sie doch Platz."
Thorne weist erneut auf den Sessel vor seinem Schreibtisch und schaut mich bedauernd an. Langsam setze ich mich und auch er nimmt Platz. Ich weiß, dass ich ihn anstarre und ihm entgeht das sicher auch nicht. Er schlägt einen Teil der Unterlagen, die fein säuberlich sortiert auf seinem Schreibtisch liegen, auf und liest sich kurz ein. Etwas verwirrt sieht er mich an, doch ebenso schnell, wie diese Gefühlsregung auf seinem Gesicht Gestalt angenommen hat, ist sie auch schon wieder verschwunden. Er faltet seine Hände zusammen und legt sie auf der Tischplatte ab. Mir entgeht die silberne Rolex, die an seinem Handgelenk dezent funkelt, nicht.
"Sie wollen sich also als mein persönlicher Assistent bewerben, Mr. Lenson. Würden Sie mir freundlicherweise sagen, welche Qualitäten Sie mitbringen?"


Ich schaue ihn verwirrt an. Persönlicher Assistent?! Ich habe doch gleich gewusst, dass hier etwas nicht stimmt. Ich versuche fieberhaft, mir in Gedanken auszumalen, wie ich diesem ziemlich charismatischen CEO begreiflich mache, dass hier ein Fehler vorliegt. Ich traue mich nicht recht zu sprechen, dieser Mann besitzt wirklich Ausstrahlung. Ich beschließe, dass eigentlich nicht ich etwas erklären muss, denn ich habe diese Verwechslung nicht verursacht.
"Entschuldigen Sie bitte, ich denke hier liegt eine Verwechslung vor. Ich wollte mich ursprünglich für eine Praktikantenstelle als Assistenzingenieur bewerben und..."
Weiter komme ich nicht, denn eine Seitentür gegenüber der normalen Tür geht auf. Seit wann ist dort eine Tür? Ich habe sie wohl übersehen. Eine junge Frau tritt vorsichtig herein.
"Darf ich Ihnen etwas bringen, Mr. Thorne?", fragt sie leise.
"Zwei doppelte Espressi für den jungen Mann hier und mich."
Die Frau, wahrscheinlich seine Sekretärin, nickt und schließt diskret die Tür. Hat er mir  überhaupt zugehört?
"Ich denke, dass Sie hier sehr wohl richtig sind, Mr. Lenson. Ich habe ein gutes Auge für Menschen. Also erzählen Sie mir von sich."
Er mustert mich abschätzend, doch mir entgeht auch nicht, dass sein Blick ziemlich lange an meinem Gesicht hängenbleibt, bis er sich wieder kurzerhand den Unterlagen zuwendet und diese in den schwarzen Metallpapierkorb befördert. Langsam aber sicher wird mir der Typ unheimlich. Dieser Mann duldet keinen Widerspruch, also gebe ich mich geschlagen und fange, immer noch zittrig, an. Meine Nerven beruhigen sich während der gesamten Situation nicht. Es wird nur noch schlimmer. Ich bin aufgeregt und habe Angst. Er hat mich doch wohl nicht ohne Grund bei sich behalten, obwohl er wusste, dass ich hier falsch war. Vielleicht habe ich eine minimale Chance, diese Stelle zu bekommen. Ach, red' keinen Quatsch! Aber warum sollte er sich sonst die Zeit nehmen. Doch ich bin bestimmt einer von vielen Bewerbern. Warum sollte er sich ausgerechnet für mich entscheiden? Ich sollte wirklich aufhören zu träumen.


Dieser Mann sitzt mir die ganze Zeit ruhig gegenüber und bewegt sich nicht einen Zentimeter. Er hat sein Pokerface aufgesetzt und hört mir aufmerksam zu. Viel zu erzählen habe ich nicht, aber in meinem Alter ist es vollkommen normal, dass man noch nicht so viele Erfahrungen hat. Mir ist sein Alter besonders aufgefallen. Ist er nicht etwas zu jung, um ein CEO zu sein? Wahrscheinlich ist er einer von diesen Überfliegern, die ihr ganzes Leben auf einem silbernen Tablett serviert bekommen. Ich mag solche Leute nicht, weil sie sich kein Stück für etwas anstrengen müssen und trotzdem alles kriegen, was sie wollen. Solche Menschen nerven mich einfach, zumal sie meistens auch sehr arrogant sind. Doch  Damien Thorne wirkt nicht arrogant und er scheint aufrichtiges Interesse an mir zu haben. Ich kann mich immer noch nicht beruhigen und mein Blick huscht sehr nervös durch den Raum. Ich weiß, dass sowas bei einem Bewerbungsgespräch einen schlechten Eindruck macht, aber ich kann nichts dafür. Ich atme erleichtert auf, als ich ihm endlich alles erzählt habe, was wichtig sein könnte. Eine Weile schaut er mich noch prüfend an und er sagt kein Wort. Hab ich's vergeigt? Ich bin mir nicht sicher, was er jetzt über mich denkt. Er macht das mit dem Pokerface ziemlich gut. Keine Frage, das ist auch sein Job. Ich verkrampfe mich etwas mehr in meinem Sessel und versuche, ihn anzusehen. Doch ich kann keinen Blickkontakt herstellen. Der Typ wird immer gruseliger.


Schließlich lehnt er sich zurück und lächelt mich an. Gleichzeitig legt seine beiden Zeigefinger auf sein Kinn, als er würde er darüber nachdenken, was er mit mir anstellen soll.
"Was wollen Sie nach dem Studium machen?", fragt er plötzlich.
"Ich...ähm...ich studiere Ingenieurwesen, also nehme ich an, dass dies mein Weg sein wird.", antworte ich ihm, etwas überrascht über diese Frage.


"Ich kenne mich in der Branche aus. Wenn Sie anfangen, werden Sie sich zuerst kaum die Miete leisten können und Sie werden auch mit ein paar Jahren im Berufsleben nicht viel mehr verdienen. Hier in der Stadt gibt es zu viele von Ihnen."
"Wollen Sie mich davon abhalten?", frage ich etwas verärgert und ich hoffe, dass er es nicht gemerkt hat.
Aber ich möchte keine Ratschläge von diesem Mann. Der kann leicht reden, denn er hat eine gesicherte Zukunft.
"Ich biete Ihnen diese Stelle an, die Bezahlung ist nicht verhandelbar, allerdings wird es mehr sein, als sie in den nächsten drei Jahren verdienen werden. Sie können sofort anfangen, Mr. Lenson.", sagt der CEO in geschäftigem Tonfall.
Ich überlege fieberhaft. Das Angebot ist der absolute Hammer! Mehr, als ich mir jemals hätte erträumen können. Aber irgendwo muss doch ein Haken sein. Ich hadere mit mir selbst. Warum eigentlich? Mein Leben lang habe ich mich immer anstrengen müssen und jetzt habe ich mal Glück. Ich habe es verdient, auch ein bisschen Glück zu haben.
"Könnten Sie mir Bedenkzeit einräumen, Sir?", bitte ich ihn kleinlaut.
"Natürlich, Sie müssen diese Entscheidung nicht sofort treffen. Ich lasse Sie morgen um siebzehn Uhr abholen, wir werden uns dann über das Ergebnis Ihrer Bedenkzeit unterhalten und können zusammen essen."
Dieser Mann duldet keinen Widerspruch. Also nicke ich, denn mein Mund ist so trocken, dass ich kaum sprechen kann.
"Vielen Dank.", krächze ich.
Er steht auf und ich erhebe mich ebenfalls. Meine Knie sind etwas wacklig und ich habe den Schock noch immer nicht ganz überwunden. Er geleitet mich zur Tür und legt mir dabei seine Hand auf den Rücken. Ein elektrisierendes Gefühl schießt plötzlich durch meinen Körper und ich reiche ihm etwas benommen die Hand.
"Ich werde Sie nach unten bringen.", sagt Damien Thorne und ohne das ich weiß, wieso, freue ich mich darüber. Das macht er doch nicht mit jedem, oder?


In der Eingangshalle angekommen drückt er kurz meine Hand und sieht mir direkt in die Augen. Wow! Seine Augen sind durch und durch blau. Reiß dich zusammen, Lenson! Auf was soll das Ganze denn hinauslaufen?!
"Auf Wiedersehen, Mr. Lenson."
Thorne schenkt mir ein geheimnisvolles Lächeln und macht auf dem Ansatz kehrt. Ich sehe ihm nach und versuche, diese Begegnung zu verarbeiten. Was ist da gerade passiert? Ich drehe mich um und verlasse langsam das Gebäude. Der Storm von Menschen auf der Straße zieht mich mit sich und ich lasse mich von den Massen treiben. So kann ich besser nachdenken. Dieser Mann hatte so etwas unglaublich Charismatisches an sich gehabt und anscheinend hat er mich ziemlich beeindruckt. Ich weiß tief in mir, dass ich die Entscheidung schon getroffen habe, als er sie mir zum ersten Mal angeboten hat. Er denkt vielleicht wirklich, dass ich ein guter Assistent wäre. Vielleicht sieht er mehr Potential in mir, als ich es mir selber anrechne. Allerdings muss man in seinem Job ein recht guter Menschenkenner sein und ich glaube nicht, dass das ohne Grund passiert ist. Dennoch bin ich misstrauisch. Irgendeinen Haken muss es doch geben. Vielleicht hat Damien Thorne seine Finger in Waffengeschäften oder Ähnlichem und er braucht einen Dummen, der für ihn die Drecksarbeit macht. Ein so berühmter Geschäftsmann wie er hat bestimmt einige Leichen im Keller. Ach Quatsch! Ich sollte mich nicht so verrückt machen. Wahrscheinlich würde Mr. Thorne sowieso nach dem ersten Tag merken, dass ich nicht qualifiziert genug bin. Trotz allem nehme ich mir vor, etwas über ihn zu recherchieren, wenn ich in meiner Wohnung bin. Das sollte nicht allzu schwer sein. Ein Mann von seinem Stand hat bestimmt viel zu viel mit der Öffentlichkeit zu tun.


Ich kämpfe mich bis zu meiner Wohnung durch. Sie ist nicht besonders groß und die Miete ist eigentlich auch viel zu teuer, aber ich habe leider nichts besseres gefunden, als ich nach New York gezogen bin. Hier sind Wohnungen zu vernünftigen Preisen unmöglich und die meisten Leute ziehen nach wenigen Monaten wieder weg, weil sie es sich nicht mehr leisten können. Das hatte ich ursprünglich auch vorgehabt, doch diese Stadt hat es mir angetan. Ich bin total verliebt in diese hektische Stadt und ich habe die Möglichkeit, hier zu leben. Ich schließe die Tür auf und lasse mich sofort auf mein altes Sofa fallen. Ich schließe die Augen und vergesse alles um mich herum. Meine Gedanken driften ab. Weg von New York, weg von meinem Leben und vor allem, weg von Damien Thorne und seinen komischen Angeboten. Doch ich muss zugeben, dass der Kerl einen großen Eindruck auf mich gemacht hat.
Ich wache auf und brauche eine Weile, bis ich wieder weiß, wo ich bin. Achja, meine Wohnung. Stöhnend richte ich mich auf und sehe aus dem Fenster. Die noch roten Strahlen der Sonne scheinen ins Zimmer und ich bin erleichtert, dass es noch nicht Nacht ist. Ich sehe auf mein Handy, um herauszufinden, wie viel Uhr es ist. 16 p.m. ?! Ich habe die ganze Nacht und einem halben Tag in meinen Klamotten durchgepennt? Ich stöhne genervt auf und gehe in die Küche, um mir einen Kaffee zu machen. Doch dann fällt es mir wieder ein. Mr. Thorne wollte mich um 17 Uhr abholen lassen. Verdammt! Schnell eile ich zu meinem Kleiderschrank und finde natürlich nichts, was sich für ein Essen mit Damien Thorne eignet. Ich entscheide mich schließlich für einen blauen Sweater und meinen besten Mantel. Verzweifelt kämme ich meine verfilzten Haare und werde gerade fertig, als es unten auf der Straße laut hupt. Ich sehe aus dem Fenster und hätte mich am Liebsten zurück in mein Bett verkrochen.


Vor meiner durchschnittlichen Wohnung steht eine schwarze Limousine, die in diesem Teil der Stadt etwas fehl am Platz wirkt. Ich nehme zwei Treppenstufen auf einmal und versuche, unten angekommen, so locker wie möglich aus der Tür zu schlendern. Doch ich bin miserabel im Vortäuschen. Ein Mann im schwarzen Anzug steigt aus. Er sieht aus wie einer von den Men In Black oder so. Er öffnet mir schweigend die Tür und ich muss aufpassen, dass ich mir vor Erstaunen nicht den Kopf stoße. Das Ding ist riesig und die Sitze gleichen eher einer gemütlichen Sofasitzreihe. Die Glaswand zwischen dem Fahrer und mir ist heruntergelassen, sodass wir miteinander kommunizieren können.
"Darf ich fragen, wohin Sie mich bringen?", frage ich etwas schüchtern.
"Zum Appartement von Mr. Thorne.", antwortet der Chauffeur knapp, lächelt aber aufmunternd. Ich bin etwas überrascht, denn ich bin bisher davon ausgegangen, dass wir uns in irgendeinem Restaurant treffen würden. Wie stecken ab dem Times Square im Stau, was nicht gerade ungewöhnlich um diese Uhrzeit ist. Ich traue mich nicht, mich weiter mit dem Fahrer zu unterhalten, also sehe ich aus dem Fenster und schaue den Fußgängern zu. Sie alle starren mich interessiert an. Wieso? Achja, sie starren nicht mich an, sondern die Limo. Die fragen sich alle bestimmt, ob hier gerade ein Promi drinsitzt. Bei dem Gedanken muss ich anfangen, zu grinsen. Endlich scheinen wir den meilenlangen Stau hinter uns gebracht zu haben und ich verkrampfe mich, als wir vor einen imposanten Gebäude halten. Wieder öffnet der Fahrer mir die Tür und geleitet mich ins Foyer. Es ist einfach nur geil. Alles hier scheint mit Gold verziert zu sein und ein Page öffnet uns sogar den Aufzug.
"Mr. Thorne wohnt ganz oben im Penthouse.", erklärt der Chauffeur mir, dessen Namen ich noch nicht mal kenne.
Natürlich wohnt er ganz oben im Penthouse! Ich verkneife mir, die Augen zu verdrehen.


Der Fahrer gibt einen Code ein und der Aufzug setzt sich in Bewegung. Die Fahrt kommt mir genauso lange vor, wie die gestern. Ich werde immer aufgeregter und als sich die Aufzugtüren endlich öffnen, sind meine Hände schweißnass.
Damien Thorne steht lässig gegen die Wand im Flur gelehnt und lächelt freundlich. Ich bin sofort beeindruckt. An den Wänden hängen wahrscheinlich teure Kunstwerke und soweit ich sehen kann, ist das gesamte Penthouse in einem warmen modernen Stil gehalten. Es hat etwas Beruhigendes an sich. Mr. Thorne schüttelt mir die Hand und ich folge ihm in sein Arbeitszimmer.
"Nehmen Sie doch Platz.", er deutet auf eine schwarze Ledercouch in der Nähe seines Schreibtischs und öffnet eine Schublade, um eine Akte rauszuholen. Vom Büro aus hat man einen wunderbaren Blick über den Fluss. Ich setze mich langsam und beobachte ihn aufmerksam.
"Möchten Sie etwas trinken?", fragt er, als er mit den Unterlagen in der Hand auf mich zukommt.
"Ein Wasser bitte."
Meine Stimme hört sich belegt an.
"So brav heute?", neckt er mich und ich frage mich, warum er plötzlich so vertraut mit mir tut. Was hat der Mann für ein Problem? Er stellt das Glas mit Wasser neben mir ab und sieht mich erwartungsvoll an. Ich verstehe zuerst mich, warum. Doch dann wird mir klar, dass er eine Antwort auf sein Angebot hören will. Himmel! Ich hatte es völlig vergessen! Mist! Verdammter Mist! Ich muss mich entscheiden. Jetzt sofort!
"Ich nehme an.", lächle ich.
Was zum Teufel hat mich da geritten? War es der Druck? Jetzt gibt es auf jeden Fall kein Zurück mehr. Ich bin so bescheuert! Das wird doch nie was!


Mr. Thorne schenkt mir ein großzügiges Lächeln, doch er sieht aus, als hätte er meine Zusage schon erwartet. Der Mann kennt das Wort 'Nein' wohl nicht, oder? Nun ja, Trottel wie ich haben ihm das wohl schon sehr oft bestätigt.
"Das freut mich außerordentlich. Dann können wir nun zum technischen Teil kommen. Sind Sie in der Lage, mich auf Geschäftsreisen zu begleiten?"
"Denke schon, solange ich nicht irgendwo in Saudi-Arabien von Terroristen entführt werde.", versuche ich zu scherzen.
Er hebt eine Augenbraue und ich weiß ganz genau, dass es dumm und kein bisschen lustig gewesen war. Halt jetzt lieber deine Klappe, Lenson!
"Dazu wird es nicht kommen. Dafür werde ich schon Sorge tragen.", erwidert Thorne schließlich mit einem süffisanten Lächeln.
"Was würde im Falle einer solchen Reise mit den Reisekosten geschehen?", möchte ich wissen. Ich war bis eben noch ein Student und kann es mir natürlich nicht leisten. Da haben wir schon mal die erste Hürde und weitere werden folgen.
"Die Reisekosten werden selbstverständlich von Thorne Enterprises übernommen.", sagt der CEO gelangweilt.
Sein Blick schweift durch den Raum und bleibt schließlich an mir hängen. Mir ist dabei ziemlich unwohl, denn ich bin sowieso immer schon etwas schüchtern gewesen. Der Typ wir mir immer unheimlicher, je länger er mich anstarrt. Plötzlich seufzt er auf und mustert mich noch einmal.
"Ach, scheiß auf die Formalitäten!", knurrt er und beugt sich vor.


Ich schmecke schottischen Whiskey und eine Süße, die ich nicht einordnen kann, als seine Lippen auf die meinen treffen. Ich bin nicht mehr in der Lage, klar zu denken. Was zur Hölle macht der da? Wieso? Warum ich? Ich bin doch nicht schwul! Aber es gefällt mir und er ist verdammt gut. Langsam löst er sich von mir und ich weiche keuchend zurück.
"Was war das denn?!", entfährt es mir entsetzt, ohne, dass ich was dagegen machen kann.
"Ich habe die Kontrolle verloren."
Seine Augen schimmern dunkel vor Lust und irgendwie turnt es mich auch an. Diese ganze Situation ist so verdammt erregend, so verdammt sexy. Ich bin hier im Arbeitszimmer von CEO Damien Thorne und knutsche mit ihm rum. Verrückt und unglaubhaft!
"Ist hier irgendwo ne' Kamera aufgestellt?", frage ich und meine Augen weiten sich bei dem Verdacht. Bestimmt springt gleich irgend so ein Scheiß-Reporter aus dem Aktenschrank und schreit 'SIE SIND REINGEFALLEN UND LIVE IM FERNSEHEN ZU SEHEN!'. Doch nichts dergleichen passiert.
"Natürlich nicht."
Thorne schnaubt verächtlich auf und kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Ich bin vollkommen verwirrt. Wieso hat dieser Mann eine so große Wirkung auf mich? Ich war eben richtig enttäuscht gewesen, als er aufgehört hatte, mich zu küssen. Ich will mehr davon und ich weiß, dass das alles kompletter Schwachsinn ist und, dass ich das nicht sollte. Anscheinend habe ich mir irgendwas anmerken lassen, denn Thorne zieht erneut eine Augenbraue hoch.
"Sie wollen, dass ich weitermache?"
Es ist eher eine Feststellung, als eine Frage und ich nicke schüchtern. Herr Gott, was fährt da gerade in mich? Was soll das? Spielt mir mein Körper etwa einen üblen Streich oder so? Thorne legt eine Hand an die Stelle unter meinem Ohr und beginnt mich erneut zu küssen. Diesmal ist sein Kuss fordernder, stürmischer, leidenschaftlicher und es fühlt sich verdammt gut auf meinen Lippen an. Die Spitze seiner Zunge streicht langsam über meine Oberlippe und dann über meine Unterlippe und erst viel zu spät merke ich, dass seine Zunge um Einlass bittet. Ich zögere, denn jetzt habe ich noch die Chance, das alles mit einer simplen Bewegung nach Hinten zu verhindern. Doch ich will es gar nicht verhindern. Allerdings ist es jetzt auch noch nicht zu spät für einen Rückzieher.  


Ich wehre mich nicht, als seine Zunge zärtlich meine Lippen teilt und ich seine anfangs vorsichtigen Annäherungsversuche spüre. Ganz leicht stößt er mit seiner Zunge gegen meine und schließlich beginnt er, sie stärker und schneller zu bewegen. Ich habe keine Ahnung, was ich jetzt machen soll. Ich hatte doch bisher noch nie was mit einem Mann! Am Besten, ich lasse mich von meinen Instinkten leiten. Das kann doch nicht so schwer sein und bei Frauen habe ich es bisher auch immer hingekriegt. Etwas zaghaft starte ich einen Gegenangriff und erforsche mit meiner Zunge seine Mundhöhle. Unser beider Augen sind geschlossen und ich kann seinen Atem auf meinem Gesicht spüren, wenn er den Kuss für Millisekunden unterbricht, um etwas Luft zu schöpfen. Thorne erforscht ebenfalls meinen Mundraum und schließlich treffen sich unsere Zungen und umschlingen einander. Ein wilder Tanz beginnt und als er sich endlich wieder von mir löst, bin ich außer Atem und meine Knie sind weich wie Pudding. Ich bin zwar schüchtern, aber so nun auch wieder nicht und ich habe keine Ahnung, warum ich bei diesem Mann so reagiere.
"Ich bin übrigens Damien.", grinst er.
"Ähm....Ethan.", erwidere ich zögernd.
"Du schmeckst sehr gut, Ethan.", lächelt der CEO verführerisch und streicht mir sanft durchs Haar.
"Ich habe sowas noch nie gemacht.", gestehe ich kleinlaut.
Er streichelt mir liebevoll über die rechte Wange und ich sehe in seine blauen Augen.
"Soll ich aufhören? Wir müssen nicht weiter gehen, wenn du es nicht möchtest.", bietet er mir mit sanfter Stimme an.
Ich schüttle energisch den Kopf, denn jetzt ist es schon zu spät und ich will das. Es ist neu. Normalerweise hasse ich neue Sachen, aber heute ist wohl der Tag der Ausnahmen.
Thornes Hand vergräbt sich in meinen Haaren und zieht mich sanft an sich. Erneut presst er seine Lippen auf meine, dann wandert er mit dem Mund etwas weiter abwärts zu meinen Ohrläppchen und liebkost sie beide abwechselnd. Ich stöhne leise auf und genieße dieses Gefühl.


Ich werde mit der Zeit mutiger und fahre mit meiner Hand seinen Rücken entlang. Er hat einen festen Bizeps und scheint ansonsten auch ganz gut trainiert zu sein. Ich komme mir mit meiner eher schmächtigeren Figur neben ihm sehr komisch vor. Er beginnt, meinen Hals zu küssen, drückt seine Lippen etwas herrischer als vorher an meine Kehle und arbeitet sich weiter vor, zum Kragen meines Sweaters. Neckisch zieht er mit den Zähnen daran und grinst dabei. Thornes Hände legen sich kühl und angenehm um meine Hüften und er zieht mir sachte den Sweater vom Oberkörper. Er schaut mich an und ich bin kurz davor, knallrot zu werden, doch sein Blick ist anerkennend.
"Wow!", stößt Damien keuchend aus.
Ist das sein ernst? Ich bin wahrscheinlich nicht mal halb so gut trainiert wie er! Damien Thorne zieht spielerisch mit seinen Zähnen an meiner linken Brustwarze und ich stöhne erneut auf, diesmal lauter. Die Spur seiner gehauchten Küsse zieht sich quälend langsam immer weiter nach unten. Als er an meiner intimsten Zone angekommen ist, stoppe ich ihn mit einer zärtlichen Handbewegung.
"Noch nicht. Du hast noch zu viel an.", lächle ich schüchtern.
Ich bin noch nie besonders gut im Flirten gewesen und ich hoffe, dass ich mich jetzt nicht total blamiert habe.
"Und du willst das ändern?", fragt er spöttisch, doch er meint es nicht böse.
Ich nicke und zerre ungeduldig an seinem Hemd herum, bis ich ihn endlich davon befreit habe. Ich hatte von Anfang an Recht, er ist gut gebaut. Mehr als gut, muss ich sogar zugeben. Ich hätte nie gedacht, dass ich sowas mal bei anderen Männern attraktiv finden würde. Fast schon ehrfürchtig lasse ich meine linke Hand über sein Sixpack gleiten. Wow!
Damien setzt sich auf und einem inneren Impuls folgend, klettere ich auf seinen Schoß. Ich nehme seinen Kopf zwischen meine Hände und küsse ihn leidenschaftlich, während ich meinen Unterleib an seinem reibe. Meine Bewegungen sind rhythmisch, aber unkontrolliert. Ich kann seine Erregung durch den dünnen Stoff spüren und er stöhnt leise auf. Das motiviert mich. Ich kann Damien Thorne zum Stöhnen bringen. Ich reibe mich noch stärker und intensiver an ihm, bis er es nicht mehr aushält und ich plötzlich unter ihm liege.


Mit flinken Fingern öffnet er den Knopf meiner Hose und zieht sie herunter. Dasselbe macht er bei sich. Er kniet sich vor mich und mein Herzschlag setzt für eine Sekunde aus. Er will doch nicht etwa...! Er haucht Küsse durch meine Boxershorts auf mein steifes Glied, bis er es schließlich durch den Stoff hindurch neckt. Er fährt mit den Zähnen über meine Erregung und lässt die Zunge darüber gleiten. Ich keuche und Drücke ihm meine Hüften entgegen, doch er hält mich mit festem Griff auf der Couch.
"Bist du dir sicher, mein Schöner?", fragt er.
"Wir sind zu weit gegangen, um jetzt noch aufzuhören.", keuche ich erregt.
"Dein Wunsch ist mir Befehl."
Er befreit mein Glied aus seinem Gefängnis und leckt zuerst sanft über meine Eichel. Dann lässt Damien es Stück für Stück in seinem Mund verschwinden. Mit der rechten Hand umfasst er mein Glied zusätzlich und beginnt zu reiben. Er nimmt es immer weiter in den Mund und ich schäme mich, weil ich schon kurz vor dem Orgasmus stehe. Leidenschaftlich und intensiv beginnt Damien zu saugen und zu lecken. Ich werfe den Kopf nach hinten und je länger er mich damit foltert, desto erregter werde ich. Ich möchte ihn warnen. Doch ich schaffe es nicht mehr rechtzeitig und ergieße mich in seinem Mund. Damien scheint davon nicht gerade überrascht zu sein. Er weiß genau, was er mit mir anstellt.


Thorne zieht sich wieder zu mir hoch und küsst mich. Seine Zunge dringt herrisch in meinen Mund ein und kann meine eigene Erregung schmecken. Salzig, flüssig und süß. Das ist gar nicht so übel. Ich möchte dasselbe bei ihm machen, ihn an den Rand der Verzweiflung treiben, doch er lässt es nicht zu.
"Mit dir habe ich jetzt noch andere Dinge vor, mein Hübscher.", grinst er lüstern und seine Augen schimmern vor Verlangen.
Ich füge mich ihm, obwohl ich bereits ahne, was jetzt auf mich zukommt. Sanft dreht er mich um und dringt mit seinem Zeigefinger in mich ein. Ich stöhne laut auf und bekomme Angst, dass uns jemand gehört haben könnte. Dieses Gefühl ist unglaublich, doch ich verstehe nicht ganz.
"Was machst du?"
"Ich dehne dich, da ich annehme das dies deine erste Situation dieser Art ist. Ich möchte schließlich nicht, dass du Schmerzen hast.", sagt Damien ehrlich.
Ich erschrecke ein bisschen, bleibe aber tapfer. Ethan Lenson macht keine Rückzieher!
Nach einigen Minuten der endlosen Qual der Lust, lässt Thorne von mir ab. Ich höre ein leises Geräusch, als würde eine Packung aufgerissen werden und spüre plötzlich Damiens hartes Gleid an meinem Hinterteil. Schon allein die Vorstellung dessen, was jetzt gleich kommen wird, lässt mich vor Lust erschaudern. Ich muss mich noch einige Sekunden lang gedulden, da er zuerst mir zärtlich etwas Gleitgel einreibt und dann sein hartes Glied ein wenig anfeuchtet. Als er in mich eindringt, durchfährt mich kurzzeitig ein brennender Schmerz, doch mit jedem Stoß, wird es angenehmer. Bis es nur noch Damien und meine Lust gibt. Er nimmt mich von hinten und ist dabei ziemlich zärtlich. Das Gefühl ist irgendwie ungewohnt und merkwürdig, aber auch ziemlich heiß.
"Schneller?", fragt er keuchend und ich nicke.
Zu mehr bin ich inzwischen nicht mehr im Stande.


Seine Stöße werden fordernder, schneller. Ich stöhne laut und winde mich unter dem CEO. Seine Hand umfasst mein inzwischen wieder erigiertes Glied und sein Zeigefinger verreibt meinen Lusttropfen auf meiner Eichel. Das macht mich noch schärfer. Auch an Damien geht das Ganze nicht spurlos vorüber und ich merke, wie nahe er schon dran ist, zu kommen. Überraschend erhöht er sein Tempo noch mehr und seine Hand macht mich wahnsinnig. Ich schreie laut auf, während Thornes Bewegungen mich über die Kante fallen lassen. Auch sein Stöhnen wird etwas lauter und ich spüre, wie sein Glied in mir heiß pocht. Ich drehe mich um und küsse ihn erneut.


"Diese Art der Einarbeitung gefällt mir.", grinst Damien, nachdem er sich wieder einigermaßen erholt hat. Wir liegen Arm in Arm auf seiner Couch und ich habe meine Augen zu, um den Moment ganz in mir aufzunehmen.
"Wann soll ich eigentlich anfangen?", frage ich interessiert.
"Morgen früh, wenn du willst. Und dann wirst du dich mit allerlei Papierkram rumschlagen müssen. Ich denke, da bin ich noch die bessere Wahl.", grinst er lüstern.
"Oh ja, natürlich, aber ich denke, dass es ganz gut ist, wenn ich ein bisschen mehr zu tun habe, als das hier.", grinse ich zurück.
Ich bin ein wenig mutiger geworden und er gibt mir echt ein gutes Gefühl. Doch dann reift ein schrecklicher Gedanke in mir.
"Wird diese kleine Sache unsere Arbeitsbeziehung nicht beeinträchtigen?", frage ich nach einer Weile.
Er küsst sanft meine Hand und legt seinen Arm noch fester um mich.
"Mach dir darüber keine Sorgen, Ethan. Ich bin auch im beruflichen Bereich recht erträglich und wenn du unser kleines Rendezvous nicht wiederholen möchtest, trage ich es dir nicht nach."
"Ich mach sowas normalerweise nicht.", gebe ich etwas zerknirscht zu.
"Ich schon.", lächelt Damien lüstern.
"Stehst du eigentlich...naja, du weißt schon...nur auf Jungs?"
"Männer haben gewisse Vorzüge und mit Frauen kann ich tatsächlich nicht so viel anfangen.", gibt Thorne zu.
"Hab ich den Job nur bekommen, weil du scharf auf mich warst?", platzt es plötzlich aus mir heraus.
Er schaut mich überrascht an und überlegt, was er antworten soll.
"Nein, ich muss zwar zugeben, dass ich mich seit dem ersten Moment zu hingezogen gefühlt habe, aber ich glaube auch, dass du der Richtige bist. Du bist nicht so wie diese Famehuren, die sich zuvor bei mir gemeldet hatten."
"War das ein Kompliment?", frage ich zuckersüß.
Er dreht meinen Kopf dem seinen zu und küsst mich erregend. Dann lässt er wieder von mir ab und haucht Küsse auf mein Haar, bis wir zusammen einschlafen.