Familiengeschichten

KurzgeschichteDrama, Familie / P12
Anna Jung Tom Kepler
16.02.2013
16.02.2013
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INFO: Tom, Anna, Viktoria, Diederich und Liv wohnen im Hotel 13 und gehen dort in der Nähe zur Schule. Herr Leopold hat es ihnen erlaubt im Hotel zu wohnen, wenn sie Nachmittags (nach der Schule) und an Wochenenden dort arbeiten. Die Hauptfiguren sind eigentlich nur Tom und Anna. (Die beiden sind zusammen)

„Hat irgendjemand Tom gesehen?“, fragte Anna die gerade aus Toms Zimmer kam.
Liv, die mit Diederich auf der Couch saß, sagte: „ Keine Ahnung. Hast ihn schon angerufen?“
„Ja, schon vor einer Stunde, aber es ging nur seine Mailbox ran“, sagte Anna.
„Ich hab ihn vorhin gesehen, wie er raus gegangen ist. Vielleicht wollte er zum Strand“, sagte Diederich.
„Bei diesem Wetter? Es regnet doch schon den ganzen Tag und die Luft geht auch ziemlich stark.“, sagte Anna.
Die anderen beiden zuckten nur mit den Schultern. Anna seufzte und ging sich dann in ihr Zimmer umziehen.
Als sie vor dem Hotel stand, merkte sie das es nur noch ein wenig nieselte. Dann machte sie sich auf den Weg zum Strand. Sie musste erst eine Weile suchen, bis sie Tom in den Dünen entdeckt hatte.
„Hey. Was machst du denn hier? Ich habe mir schon Sorgen gemacht, weil ich dich nirgendwo gefunden habe.“, sagte sie und setzte sich neben ihn.
Er schaute nachdenklich auf das Meer.
„Ich wollte ein wenig allein sein.“, sagt er dann.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte Anna fürsorglich.
Tom nickte.
„Bist du dir sicher? Du wirkst ein wenig nachdenklich.“
„Es ist alles okay.“, sagte Tom trocken und starrte weiter auf das Meer.
Es war eine Weile ruhig zwischen denn beiden. Plötzlich bemerkte Anna, dass Tom ein Foto in der Hand hatte. Auf dem Foto war ein Mann mit einem Baby auf dem Arm.
„Wer ist das?“, fragte Anna und zeigte auf das Foto.
Tom schaute das Foto an und sagte dann zu Anna: „Das ist mein Vater.“
„Ah. Und wo ist er?“, fragte sie vorsichtig.
„Er ist bei Gott.“, sagte Tom traurig.
„Oh, das wusste ich nicht.“
„Ist schon in Ordnung.“
„Ist er Grund warum du alleine sein wolltest?“
„Man könnte es so sagen.“
„Willst du mir erzählen was passiert ist?“,fragte Anna und schaute ihn an.
„...
Er ist vor 10 Jahren gestorben. Ich war gerade erst 5 geworden. Meine Mutter und er hatten sich gestritten. Er ist danach in eine Kneipe gefahren um den Kummer in Alkohol zu ertrinken. Nach mehreren Bierflaschen und Liköre wollte er dann nach Hause fahren um sich zu entschuldigen. Das hatte damals der Wirt gesagt. Aber er kam nie zu Hause an... Auf dem Weg nach Hause hat er die Kontrolle verloren und ist in einen Baum gefahren. Er war sofort tot. Später hat man heraus gefunden das er 2,1 Promille Alkohol im Blut hatte.“
„Oh...“, sagte Anna entsetzt und entdeckte eine kleine Träne in Toms Auge.
„Meine Mutter hatte sich schrecklich Vorwürfe gemacht. Einmal wollte sie sich selbst umbringen, und hatte eine Menge Schlaftabletten genommen. Zum Glück kam meine Großmutter vorbei und hat sie rechtzeitig gefunden. Es war eine schlimme Zeit damals...“, sagte Tom und starrte weiter aufs Meer.
„Nach seinem Tod, sind meine Mutter und ich, an jedem Jahrestag an ein Meer gefahren.“
„Warum?“, fragte Anna.
„Meine Vater hatte das Meer geliebt, sagte meine Mutter. Und jeden Jahrestag sind wir an die unterschiedlichsten Meere gefahren. Vor 5 Jahren haben wir dann seine Asche in der Nordsee verstreut. Dieses Jahr ist meine Mutter allein ans schwarzen Meer gereist. Und ich bin hier.“
„Ist das der Grund warum du allein sein wolltest?“, fragte Anna und nahm seine Hand.
„Ja. Aber ich bin jetzt froh das du da bist“; sagte Tom und küsste Anna auf den Kopf.
Anna lehnte sich nun gegen seine Schulter.
„Aber warum bist du nicht mit deiner Mutter ans Schwarze Meer gefahren?“, fragte Anna.
„Naja, das geht erstens wegen der Schule nicht und zweitens wollte ich hier an der Nordsee und bei dir bleiben.“, sagte Tom und lächelte sie an.
„Ich liebe dich.“, sagte Anna plötzlich und schaute ihn an.
„Ich lieb dich auch.“, sagte Tom und küsste sie.
Als sich wieder lösten legte Anna wieder ihren Kopf an Toms Schulter.
„Was ist eigentlich mit deinen Eltern? Du hast nie viel über sie erzählt.“, sagte Tom.
„Naja, das ist auch alles ein wenig kompliziert...“
„Warum?“
„Sagen wir es mal so: Wenn mein Vater wüsste das ich einen Freund habe, würde er mich einsperren bis ich mindestens 30 bin.“
„Deine Eltern wissen nicht das wir zusammen sind?“, fragte Tom.
„Nein. Und das dürfen sie auch nicht wissen.“
„Und warum nicht?“
„Mein Vater hat uns alle streng katholisch erzogen. Und da ich seine einzige Tochter bin, achtet er auf mich besonders viel. Und das bedeutet auch das ich keinen Freund vor 18 haben darf.“
„Und was ist mit deinen Brüdern?“
„Die sind ja schon fast alle 18. Bis auf Lukas, der ist 17. Und Patrick, mein ältester Bruder ist ja auch schon seit 5 Jahren verheiratet.“
„Und wie alt ist Patrick?“
„26 Jahre“
„Also hat er mit 21 geheiratet.“
„Ja. Und das dürfte ich z. B. nicht.“
„Und was ist mit Lukas? Darf er eine Freundin haben?“
„Nein, aber er hat trotzdem eine. Und auch nur er weiß das wir zusammen sind.“  
„Also hast du es nur ihm erzählt.“
„Ja.“
„Darfst du, wenn du mal heiratest, auch nur Männer aus deiner Religion heiraten?“
„Wahrscheinlich schon.“
„Dann hätten wir beide ein Problem... Ich bin nämlich evangelisch.“, sagte Tom.
„Das müssten wir dann mit meinem Vater klären. Aber er weiß ja noch nichts von dir und so müssen wir uns jetzt noch keine Gedanken machen.“, sagte Anna und lächelte Tom an.
„Und was sagt deine Mutter dazu?“
„Die hat zu Hause nicht viel zu sagen, sagt mein Vater immer. Aber sie findet auch das mein Vater zu streng ist. Manchmal kann sie ihn dann auch besänftigen.“
„Ah.“, sagte Tom.
„Du hast 4 ältere Brüder oder?“
„Ja. Warum?“
„Keine Ahnung. Es interessiert mich. Wie alt sind die?“
„Also Lukas ist wie gesagt 17, dann Sebastian ist  20. Kevin ist 23 und Patrick ist 26.“ „Das sind ja immer 3 Jahre dazwischen.“, stellte Tom fest.
„Ja ich weiß. Nur bei mir nicht.“
„Stimmt.“, sagte Tom und lächelte.
„Sollen wir wieder ins Hotel gehen?“, fragte Anna nach einer Weile.
„Ja.“, sagte Tom und stand auf.
Dann half er Anna beim aufstehen. Die beiden gingen Hand in Hand zurück zum Hotel. Und während sie gingen kam auch die Sonne raus und ließ das Meer glänzen...
-Ende-
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So das war meine erste Kurzgeschichte! Ich hoffe sie hat euch gefallen ;) Und ich freue mich immer über Reviews! Wäre schön wenn ihr ein Kommentar hinterlasst! :)
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