Stingray - Die Geißel der Menschheit

GeschichteKrimi, Romanze / P16
16.02.2013
06.03.2013
19
25526
4
Alle
7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
Die Geißel der Menschheit




Eine Fan-Fiction gemeinsam geschrieben


von


Skycey und Cassiopeia


01/2013




The "STINGRAY" series was produced, and is owned by STEPHEN J. CANNELL PRODUCTIONS.


All rights reserved. This is a non-commercial unauthorized fanfiction.




Niemand weiß, wer er wirklich ist.

Er nennt sich Stingray, nach dem Wagen, den er fährt.

Er nimmt kein Geld für seine Hilfe - nur einen Gefallen, den man ihm irgendwann einmal bedingungslos erfüllen muss.



Kapitel 1

Es war ein grauer Tag.

Der Regen floss in Strömen an der vollverglasten Hochhausfassade herab. Schon seit Stunden hatte es nicht aufgehört zu regnen. Der Wind frischte immer mehr auf und brachte kalte Luft aus dem Norden mit. Es würde nicht mehr lange dauern, bis der Regen in Schnee überging. Keine guten Voraussetzungen also, um heute noch eine lange Strecke mit dem Auto aus der Stadt heraus aufs Land zu fahren, wo George Sinclair das Wochenende mit seiner Frau und seinen beiden Kindern, Ian und Sabrina, verbringen wollte. Seine Familie war schon einmal voraus gefahren und er wollte nachkommen, wenn die Pressekonferenz beendet war.

George sah auf das gerahmte Foto, das auf seinem aufgeräumten Schreibtisch stand. Eine Momentaufnahme.

Seine drei Liebsten tobten am sonnigen Strand mit dem Labradormischling Bobby. Es war im Sommer letzten Jahres aufgenommen worden als sie alle noch glücklich und zufrieden gewesen waren. George war jeden Tag pünktlich zu Hause gewesen und hatte keine Sorgen mit nach Hause genommen. An den Wochenenden hatte er immer etwas mit seiner Familie unternommen. Aber seit fast einem Jahr war das grundlegend anders geworden. Er arbeitete bis spät in die Nacht, kam manches Mal nicht einmal mehr über Nacht nach Hause. Wenn er zu Hause war, ließ ihn die Arbeit trotzdem nicht los. Er schloss sich in seinem Arbeitszimmer ein und ging seine Notizen durch. Selbst bei seinen ehelichen Pflichten, wenn er ihnen denn überhaupt noch nach kam, war er nicht mehr bei der Sache. Dabei lag es nicht daran, dass er seine Frau nicht mehr liebte oder er der Kinder überdrüssig geworden wäre, sondern an einer Zufallsentdeckung, die seine Assistentin und er beim Experimentieren mit einem bisher in der Pharmazie noch nicht eingesetzten, neu isolierten Quallengift gemacht hatten.

Bei dem Gedanken an den Morgen, an dem seine Assistentin mit fliegendem Kittel auf ihn zu geeilt war und ihm ihre Aufzeichnungen aufgeregt entgegen gehalten hatte, wurde ihm wieder heiß und kalt. Alle Mäuse mit schwerer Leukämie, denen das Gift seit einer Woche injiziert worden war, hatten auffällig gute Blutwerte gezeigt, während die Mäuse mit Placebo unverändert schlechte Werte aufgewiesen hatten. Seitdem war die Entwicklung des Medikamentes zur Heilung von Blutkrebs in rasantem Tempo voran geschritten. Sein ganzes Team hatte auf Hochtouren gearbeitet. Diesen Durchbruch in der Medizingeschichte wollte sich weder seine Arbeitsgruppe noch die Firma, für die sie alle arbeiteten, nehmen lassen.

Dieser Eifer war sein erster Fehler gewesen, weitere folgten, doch bis er dahinter gekommen war, waren schon Monate vergangen, Millionen investiert, die Zulassung des Medikaments zu weit fortgeschritten.

George sah in den Regen hinaus. Sein Gesicht spiegelte sich in der Scheibe. Es dämmerte schon. Die Tage im November waren schon sehr kurz.

Heute war es als Arbeitsgruppenleiter sein Job, die Firma vor der Presse im besten Licht dastehen zu lassen. Allerdings entwickelte sich die Firma in eine Richtung, die er mit seinem Gewissen nicht mehr vereinbaren konnte.

Er sah auf die Uhr. Es wurde Zeit, in den Seminarraum zu gehen und zu sehen, ob alles fertig vorbereitet war. In einer halben Stunde würde er sich nach seiner kurzen Präsentation den Fragen der Presse stellen müssen.

Trotz auch mal kritischer Fragen der Presse verlief die Konferenz zufriedenstellend für die Firma. George hatte seine Rolle perfekt gespielt. Die Schauspielerei brachte ihn allerdings an den Rand seiner Leistungsfähigkeit. Nachdem die Vertreter der Presse und seine Mitarbeiter den Raum verlassen hatten, lockerte George seine Krawatte und öffnete die ersten Knöpfe seines weißen Hemdes. Bildete er sich das ein oder war es wirklich so warm und stickig geworden? Trieb die Klimaanlage wieder eigene Spielchen? Normalerweise hätte er nun einem Techniker gesucht, damit der sich noch vor dem Wochenende um die Klimaanlage kümmern konnte. Jetzt aber wollte er sich nur noch schnell frisch machen und dann zu seiner Familie. Bei einem Glas Wein am Abend würde er seiner Frau erklären, was ihn in der letzten Zeit so verändert hatte. Er brauchte ihren Rat, wie er mit der derzeitigen Situation in der Firma umgehen sollte. Er leerte noch die Flasche Wasser, die für ihn am Rednerpult bereit stand und machte sich dann nach einem Zwischenstopp im Waschraum mit seinem Ford auf den Weg aus der Stadt hinaus in Richtung Hamptons.
  Dieser Autor möchte Reviews nur von registrierten Nutzern erhalten. Bitte melde dich an, um einen Review für diese Geschichte zu schreiben.
 
'