BaM - Derek, Kylie und Lucas <3

von Kyrea99
KurzgeschichteRomanze, Fantasy / P12
Derek Lakes Kylie Galen Lucas Parker
12.02.2013
24.02.2013
3
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12.02.2013 1.468
 
„Wohin gehen wir?“, fragte Kylie neugierig. Derek lächelte sie an und sie lächelte erwartungsvoll zurück. Die Grübchen um ihren Mund waren einfach zu süß. Ebenso wie die fast schon kindliche Neugier, die von ihr ausging und ihn erfüllte. „An meinen Lieblingsort. Er wird dir gefallen.“
Ein kleiner Zweifel mischte sich in ihre Neugierde, doch um sie nicht noch mehr zu verunsichern, sagte er nichts. Während ihrer Wanderung durch den Wald streiften sich einige Male ihre Schultern. Ein Kribbeln durchlief ihn und er spürte ihre Emotionen noch stärker.
Ihre Augen weiteten sich, als sie auf die kleine Lichtung im Wald trafen. Er konnte sie nur zu gut verstehen. Der kleine See inmitten der schiefergrauen Felsen schien wie ein glitzernder Spiegel. Die Bäume rundherum trugen saftig grünes Laub und die Vögel bildeten einen Chor der unterschiedlichsten Melodien. Das Sonnenlicht brach sich auf der schillernden Oberfläche des Wassers und tauchte den kleinen Ort in ein geheimnisvolles Licht. Auf der anderen Seite ragte das größte Gestein auf, über und über mit Moos bewachsen, dass man meinen könnte, es wäre kein Felsen sondern ein Hügel auf einer sommerlichen Wiese.
Einen Moment standen sie nur einträchtig nebeneinander und sogen die friedliche Stimmung dieses Ortes in sich auf. Er war mächtig stolz auf sich, dass er es geschafft hatte sie zu beeindrucken. Schließlich durchbrach sie die leisen Geräusche mit ihrer sanften Stimme. „Du hattest Recht. Es ist einfach wunderschön. So etwas habe ich noch nie gesehen. Alles hier wirkt so … verzaubert.“
„Ja, dass dachte ich auch, als ich das erste Mal herkam.“ Er hielt ihr seine Hand hin. „Komm.“
„Wohin denn?“ Derek nickte mit dem Kopf in Richtung des großen Felsens. „Von da oben hat man eine herrliche Aussicht. Das musst du dir ansehen. Bitte.“ Er sah richtig niedlich aus, wie er da stand und ihre seine Hand anbot. Ein bisschen gentlemanlike und altmodisch. Gott, wie sie altmodische Dinge liebte. „Okay.“ Ihre kleine Hand glitt in seine und er zog sie mit sich. Direkt in den See hinein. Wider Erwarten war das Wasser angenehm warm und der Boden anfangs flach abfallend. Zumindest bis zur Mitte des Sees. Gerade noch hatte ihr das Wasser bis zum Hals gereicht wurde es so tief, dass sie nicht einmal mehr auf Fußspitzen stehen konnte. Mal wieder ein Nachteil ihrer geringen Größe. Sie tauchte unter, keine Zeit um nach Luft zu schnappen. Schon legte sich ein starker Arm um Ihre Taille und sie wurde zurück an die Oberfläche gezogen. Derek zog sie zu sich heran und sie war ihm so nah, dass sie seine langen Wimpern hätte zählen können. Wären da nicht seine Augen gewesen. Faszinierende Augen von einem frühlingsgrünen Ton mit wenigen Goldtupfern dazwischen. „Vorsicht.“ Ein wenig verlegen lächelte er sie an. „Das kommt ein bisschen zu spät, findest du nicht?“ Die Frage hätte eingeschnappt klingen können, doch Kylies Stimme war nur etwas außer Atem. Und sie konnte einfach nicht anders, als zurückzustrahlen.
Das letzte Stück legten sie schwimmend zurück und ohne ein Wort zu wechseln. Immer wieder ertappte sie ihn dabei, wie er ihr Blicke aus dem Augenwinkel zuwarf.

Von nahem erkannt sie kleine Vorsprünge in der steinernen Wand, an denen sie hochklettern konnten. Derek bedeutete ihr zu folgen und machte den Anfang. Dank ihrer neu entdeckten Kräfte als Übernatürliche war es nicht schwer es ihm nachzumachen. Während sie noch halb in der Luft hing schwang er sich über den Rand und hielt ihr erneut eine Hand hin. Sie ergriff sie und mühelos zog er Kylie neben sich. Als hätte jemand ein Kommando gegeben, legten sie sich beide flach hin und sahen in den Himmel. "Früher habe ich immer Figuren in den Wolken gesucht." Sie wusste nicht, warum sie den Drang verspürte etwas von sich zu erzählen. Er hob den Arm und wies auf eine kleine Wolke. "Nach was sieht die für dich aus?" Er klang ehrlich interessiert. Sie überlegte kurz. "Nach ... Einem Schaf." Derek ließ seinen Arm sinken und legte ihn neben ihren eigenen. Langsam, ganz langsam, um ihr Zeit zu geben ihre Hand wegzuziehen, griff er nach dieser. Doch das tat sie nicht. Seit sie ihn zum ersten Mal gesehen hatte, war eine Anziehung von ihm ausgegangen. Unerklärlicherweise hatte diese sich in der kurzen Zeit, die sie bis jetzt im Camp verbracht hatte, nur noch vergrößert. Von der Stelle, an der sie sich berührten, ging eine wohlige Wärme aus, die sich in ihrem ganzen Körper ausbreitete. "Was machst du?" Er sah sie verwundert an.
"Deine Hand. Sie wird warm." Der verwunderte Gesichtsausdruck wechselte zuerst in Erstaunen und dann in Entsetzen. " Oh, Mist. Das wollte ich nicht, ehrlich. Aber... du spürst es?" So richtig ergab seine Antwort keinen Sinn. Als wüsste er, was sie denkt, begann er mit seiner Erklärung. "Wie du weißt, bin ich Fee. Deshalb kann ich Gefühle spüren und ... Naja, und welche aussenden. Wenn ich ... Jemanden besonders mag und nicht aufpasse, kann das passieren. Ohne Absicht, ich schwöre." Er hob die Hände wie zur Bekräftigung. Und sie glaubte ihm. "Du magst mich?" Oh mein Gott, hatte sie das etwa wirklich gefragt? Jetzt dachte er doch bestimmt, sie wäre in ihn verliebt! Und er konnte auch noch ihre Gefühle lesen!
Ein Lächeln umspielte seine Lippen als er antwortete. "Ja, natürlich. Und was ..." Ein Stich der Kälte durchfuhr sie und Kylie schreckte zusammen. Nicht jetzt. Warum nur mussten diese furchtbaren Geister immer an den unpassendsten Momenten auftauchen? Derek unterbrach sich selbst und starrte sie verwirrt an. "Kylie, was ist los? Hast du etwa Angst vor mir?" Er klang wirklich verletzt. "Nein, ich habe keine Angst vor dir. Es ist nur wieder der..." Ein Schrei löste sich aus ihrer Kehle. Nur wenige Zentimeter neben Derek materialisierte sich der Geist. Anders als sonst trug er keine Soldatenkleidung, sondern ganz normale Jeans und ein helles Hemd. Zumindest musste es einmal hell gewesen sein. Jetzt war es durchtränkt von scharlachrotem Blut. Ebenso wie die Schusswaffe, die er in der linken Hand hielt. Wie schon so oft befiel sie das Gefühl ihn zu kennen. "Kylie..." Aus weiter Ferne drang Dereks Stimme an ihr Ohr. Sie schloss die Augen und dachte daran, dass der Geist verschwinden sollte. Das hatte schließlich schon einige Male funktioniert. Doch als sie sie wieder aufschlug, war der Soldat näher gekommen. Viel näher. Jede einzelne Narbe auf seiner sonst makellosen Haut war zu erkennen und hätte sie gewollt, wäre sie in der Lage gewesen ihn zu berühren. Nicht, dass sie jemals auf die Idee gekommen wäre! Er studierte sie so intensiv, dass ihr Atem stoppte. „Was willst du von mir? Warum kannst du nicht einfach verschwinden und mich in Frieden lassen?“ Der Mann antwortete nicht, sondern sah sie nur unglaublich traurig an. Dafür aber tat es Derek. „Kylie, was ist denn auf einmal los? Gerade eben war doch noch alles gut. Sieh mich wenigstens an, wenn ich mit dir rede.“ Ihr Blick schwenkte zu Derek. Begriff er denn nicht? Noch bevor sie ihm die Frage stellen konnte, wurde sie abgelenkt. Der geisterhafte Soldat griff nach einer Strähne ihrer Haare, die ihr ins Gesicht geweht waren. Kylie stolperte einen Schritt nach hinten. Bestürzt sah er sie an. „Kylie, ich will dir doch nichts tun.“
„Ach nein?“ Sie war sich da keineswegs sicher. Leise vernahm sie Dereks Stimme. „Mit wem redest du? Ist da etwa … ein Geist?“ Sie konnte nur nicken.
Als sie eine Hand hob um ihre Haare hinters Ohr zu streichen bekam der Geist sie zu fassen. Eiseskälte schnitt ihr in die Haut und kreischend versuchte sie dem Geist ihre Hand zu entreißen. Als Derek ihr zu Hilfe eilen wollte machte der Geist eine merkwürdige Handbewegung. Die Luft zwischen ihm und Derek begann zu flimmern und eine Art Barriere zu bilden. Da er sie nicht sehen konnte, prallte er im Laufen mit voller Wucht dagegen und wurde zurückgeschleudert. „Nein, Derek! Lass mich los!“ Bewegungslos und zusammengesunken lag Derek am Rand des Felsens. Wie wild wehrte Kylie sich gegen den Griff des Mannes, der ihren Versuchen mühelos standhielt. „Warte, ich will doch nur, dass du mir zuhörst.“ Ein tiefes Knurren kam aus dem Wald hinter ihr und gab ihr den Rest. Erschrocken zuckte sie zusammen und verlor das Gleichgewicht. Mit wild rudernden Armen fiel sie über den Rand der Klippe. Der Geist wurde von ihr mitgezogen und, als wäre er ihr Vater, der sie beschützen wollte, drückte er sie fest an sich. Die Kälte war unerträglich und raubte ihr den Atem. Ihre Haut brannte und sie begann zu zittern. Eiskristalle bildeten sich auf ihren Lippen. Sie fiel ins Wasser und sank. Sank bis zum Grund, unfähig sich zu bewegen. Kräftige, warme Hände griffen nach ihr und zogen sie zurück an die Wasseroberfläche. Doch noch bevor sie sie erreichte wurde alles schwarz um sie.
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