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Hässlich, oder doch bildschön?

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12
Jacob Black OC (Own Character)
11.02.2013
06.12.2013
47
56.228
19
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11.02.2013 1.597
 
„Luna! Aufstehen!“, weckte mich die Stimme meiner Mutter.
„Neeeein! Ich will noch schlafen.“, meinte ich und zog mir die Decke über den Kopf.
„Nein. Du musst jetzt aufstehen! Die Schule wartet nicht!“ „Mir egal!“ „Steh auf!“ „Nein.“ „Dann hohl ich einen Eimer Wasser. Der hilft dir bestimmt dabei wachzuwerden.“, sagte meine Mutter und sofort saß ich senkrecht im Bett.
Das war nämlich kein Scherz. Sie hatte mich schon öfters so geweckt. Meine Mutter ging grinsend aus dem Zimmer während ich mich aus dem Bett quälte. Zum Glück brauchte ich morgens nicht besonders lange, sodass ich eigentlich ziemlich lange schlafen konnte und somit ausgeschlafen sein müsste. In der Theorie. In der Praxis war ich trotzdem müde.
Eine halbe Stunde später verließ ich das Haus, mit meiner neuen Schultasche die sich von der Alten fast gar nicht unterschied, und lief in die Schule, die gar nicht so weit entfernt war. Wie auch? La Push war ja nicht besonders groß.
Meine blonden langen Haare hatte ich offengelassen und meine blaugrauen Augen hatte ich dezent mit Make-up betont. Mein Brötchen aß ich auf dem Weg dorthin.

In der Schule angekommen stand mir das erste Hindernis bevor. Den Schulhof unentdeckt überqueren. Okay, eine Strategie musste her.
Hm, hier kannte jeder jeden, ich würde also auffallen wie ein bunter Hund, wenn ich einfach so über den Schulhof spazieren würde. Also das schon mal nicht…
Nein, einen Tunnel graben kam auch nicht in Frage, das dauerte zu lange. Uh, ich könnte mein Trampolin holen, damit aufs Dach hüpfen und dann die Tür nach innen nehmen… nein, dann müsste ich ja meine Mutter anrufen, dass sie mir mein Trampolin bringen soll und ich glaube die wäre nicht so begeistert…
Hm…ich könnte mich auch einfach in dem Rucksack von einem der riesigen Typen da verstecken, die würden das sowieso nicht merken…warte mal…war das etwa…DIE KIWIKACKERMEUTE??? Ich konnte es nicht fassen. Die Kiwikackermeute war mutiert! Oh, vielleicht sollte ich erwähnen, warum ich sie auf den Namen Kiwikackermeute getauft hatte. Eigentlich ist die Geschichte gar nicht so lang.
Also, das war so: als ich mit denen in der Klasse war, also von der ersten bis zur achten Klasse, hatte jeder von denen JEDEN TAG eine Kiwi dabei. Irgendwann hatte ich dann einfach beschlossen, dass einer von ihnen Kiwis kacken musste, oder auch alle fünf, wie sollten sie sonst bitte an so viele Kiwis kommen?
So, das war eigentlich schon die Erklärung. Seit diesem Tag hießen die Jungs bei mir nur noch ‚die Kiwikackermeute‘.
Aber: jetzt war die Kiwikackermeute mutiert! Ich war anscheinend nicht die einzige, die sich in den drei Jahren verändert hat! Die ganze Kiwikackermeute war riesig groß, hatte unglaublich viele Muskeln und die waren braungebrannt! Okay, letzteres lag wohl daran, dass sie so auf die Welt gekommen waren. Aber trotzdem! Wie konnte man in so einem Kaff, in dem nie die Sonne schien, braun sein? Na gut, ich strich das braungebrannt aus der Liste. Also nochmal: Die ganze Kiwikackermeute war riesig groß und hatte unglaublich viele Muskeln!
Bestimmt war irgendwas mit den Kiwis schiefgelaufen. Vielleicht waren sie radioaktiv verseucht? Nein, eher nicht.
Oder waren die Jungs Allergisch auf den Dünger der Kiwis? Das wird’s sein! Wobei, waren enormes Wachstum und megaviele Muskeln eine allergische Reaktion? Keine Ahnung. Egal. Ich war kein Arzt. Ich musste das nicht wissen.
In diesem Moment ertönte die Schulglocke und alle Schüler die sich auf dem Pausenhof standen, strömten in das Schulgebäude.
Ja! Mein Problem war gelöst! Ich wartete noch bis zum zweiten Klingeln, das zum Unterrichtsanfang. Zuspätkommen würde ich ja sowieso, da machte das keinen großen Unterschied mehr. Ich würde einfach sagen, das im Sekretariat hätte etwas länger gedauert. Ja! Genau so mach ich es!
Mein ‚Plan‘ verlief bestens, ich hatte mir bei der Sekretärin meinen Stundenplan geholt und war auf dem Weg in das Musikklassenzimmer. Ich freute mich, denn Musik war mein Lieblingsfach.

Okay, jetzt stand mir das zweite Hindernis bevor: In das Klassenzimmer kommen, ohne bemerkt zu werden…gut, das Hindernis würde ich nicht überwinden. Nein, ich würde wahrscheinlich mit 360km/h hineinkrachen. Konnte man nichts ändern.
An dem Musikklassenzimmer angekommen klopfte ich, obwohl die Tür angelehnt war. Ich hörte die Lehrerin sagen: „Oh, das muss die neue Schülerin sein!“ und ich hörte ebenfalls, wie die Klasse anfing zu lästern. Über mich. Naja, über mein altes ich. Deswegen machte mir das nicht viel.
Ich machte mir sowieso nichts aus der Meinung der Leute hier. Sie hatten mich damals nicht gemocht, und selbst wenn sie mich jetzt auf Knien anflehen würden, mit ihnen befreundet zu sein, würde ich sie ignorieren.
Die Lehrerin, wahrscheinlich eine neue, denn ich kannte sie noch nicht, öffnete mir die Tür und bat mich in den Klassenraum. Als ich die Klasse betrat ging ein Raunen durch die Klasse, was mich lächeln ließ. Oberflächliche Schnullermopser! Keiner sagte mehr ein Wort. Die Lehrerin, die sich als Mrs Evans vorstellte, bat mich, mich kurz vorzustellen und ich kam ihrer Bitte nur zu gerne nach:
„Hallo. Mein Name ist Luna Clarks, aber ihr kennt mich ja bestimmt noch. Ich habe drei Jahre in New York gewohnt und bin jetzt wieder hergezogen.“ Ich blickte in die Klasse. „Schön. Hat noch jemand Fragen?“, fragte die Lehrerin in die Klasse.
„Wo zum Teufel ist unsre fette hässliche Luna hin?!“, entfuhr es, wenn ich mich recht erinnere, Paul, ein stolzes Mitglied der Kiwikackermeute.
Ich ging wortlos zu ihm hin und verpasste ihm eine kräftige Ohrfeige. „Mit deiner Intelligenz abgehauen.“, antwortete ich und setzte mich auf einen freien Platz neben Rose, einem Mädchen, das eigentlich nie etwas sagte.
Die Klasse schaute gespannt zu Mrs Evans. Jeder wartete auf ihre Reaktion.
„Ich finde ja, die hat richtig gehandelt. Paul, so etwas sagt man nicht zu einem Mädchen. Und jetzt kommen wir zum Unterricht.“ „Warten sie, das heißt, sie werden sie nicht bestrafen?“, fragte Paul doof.
Nein, würde sie nicht, du Gurkenhals!
„Genau das heißt es. Anscheinend hat die ‚fette hässliche Luna‘ doch noch etwas von deiner Intelligenz dagelassen.“ Oh man, mir war diese Lehrerin verdammt arg symphytisch! Dann wandte sie sich an mich:
„Luna? Spielst du ein Instrument?“ „Ja. Geige.“ „Sehr schön. Ich lasse immer am Anfang des Schuljahres jeden etwas vorspielen, der ein Instrument beherrscht und etwas vorspielen möchte. All die anderen, wobei, es waren nicht sehr viele, haben schon etwas vorgespielt. Wir haben hier auch Geigen. Würdest du uns etwas vorspielen?“, fragte sie mich. „Gerne.“, antwortete ich und ging bereitwillig nach vorn, wo Mrs Evans mir bereits eine Geige hinhielt.
Ich lächelte sie an, nahm die Geige, setzte den Bogen an, schloss die Augen und begann zu spielen.
(Lied: Ailee - Heaven: http://www.youtube.com/watch?v=jJgyMD7Q-Qo )

Nachdem ich geendet hatte öffnete ich die Augen wieder und blickte Mrs Evans erwartungsvoll an. Diese strahlte mich begeistert an.
„Wow! Du spielst unglaublich gut! Seit wann spielst du denn?“, fragte sie mich. „Seit ich vier bin. Also seit zwölf Jahren. Meine Mutter hat es mir beigebracht.“, antworte ich ihr wahrheitsgemäß. „Erstaunlich. Setz dich bitte wieder.“
Ich setzte mich wieder auf meinen Platz. Falls ihr euch jetzt fragt, was für ein seltsames Lied ich da gespielt habe, ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich einen seltsamen Musikgeschmack hatte. Bei englischen Liedern war nämlich immer der Text mein Problem – ich mochte es nicht, wenn ich alles verstand, weil die Texte fast immer vollkommen sinnlos waren. Deswegen hörte ich eigentlich nur K-Pop, also koreanische Popmusik, weil ich da nämlich rein Garnichts verstand. Die Musik war mindestens genauso gut! Und die K-Pop Stars Tanzten eigentlich immer zu ihren Liedern! Die Tänze lernte ich dann gerne. Noch eins meiner Hobbys. Tanzen.
Okay, vielleicht war es auch nur mein Hobby, weil ich in allen anderen Sportarten wirklich überhaupt nichts auf die Reihe brachte. Bei Ballspielen wie Volleyball warf ich den Ball öfter nach hinten als nach vorne, im Laufen und Rennen stolperte ich meistens, wenn ich springen sollte, kippte ich meist nach hinten um, sobald ich stand, und so zog sich das in die Länge. Nur im Trampolinspringen war ich super. Seltsamerweise nahmen wir das im Sportunterricht nie durch...muss wohl eine Lücke im Lehrplan sein!
Auf das Tanzen war ich mit fünf gekommen, da ich von meinem fünften Lebensjahr an Ballettunterricht hatte, mit elf hatte ich aber aufgehört. Mittlerweile brachte ich mit selbst anhand von den Musikvideos Tänze bei – bevorzugt eben K-Pop Tänze.

„Luna, kannst du und das vielleicht sagen?“, riss mich Mrs Evans aus meinen Gedanken. „Ähm, könnten sie die Frage bitte wiederholen?“ „Natürlich. Jared hat gefragt, wie viele Tasten ein Klavier hat. Nun?“ „Achtundachtzig, ein Keyboard hat nur sechsundsechzig, aber das hatten wir doch schon in der fünften Klasse!“, antwortete ich gelangweilt. „Da hat sie Recht.“, stimmte Mrs Evans mir zu und blickte Jared, ja, auch ein Mitglied der Kiwikackermeute, vorwurfsvoll an. Der zuckte nur mit den Schultern.
„Wahrscheinlich hat die ‚fette hässliche Luna‘ auch seine Intelligenz mitgenommen…“, murmelte ich leise, aber laut genug, dass er mich verstehen konnte. Ich konnte nichts dafür, dass ich Recht hatte, da sollte er mich bitte nicht so anschauen!

Die Musikstunde verging, ebenso wie die Doppelstunde Mathe und die Stunde Geschichte.
In der kleinen Pause, sie dauerte zwanzig Minuten, verkroch ich mich im Klo. Ich wollte nicht von den ganzen Leuten belagert werden.
Nachdem ich auch die Doppelstunde Bio unbeschadet überstanden habe, ich saß in allen Fächern neben Rose, kam allerdings das größte Hindernis des Tages auf mich zu: die Mittagspause. Ich wollte mich beim besten Willen keine fünfzig Minuten auf dem Klo verstecken. Und Hunger hatte ich auch.
Also hieß es: auf in den Kampf! Mal sehen, was dabei rauskam…
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