Jungenjahre

GeschichteHumor, Romanze / P18 Slash
Castiel Chuck Shurley / Gott Dean Winchester Gabriel/Trickster Lucifer Sam Winchester
07.02.2013
06.04.2013
17
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Jungenjahre

In dieser Geschichte gibt es weder Geister noch Engel, man könnte fast sagen, alles sei „normal“ : )
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!


Sam packte sorgfältig seine Schultasche zusammen und aß gleichzeitig sein Vollkornbrot mit Käse und Gurken. Von nebenan dröhnte „Volbeat“ durch die dünnen Wände und Sam seufzte.
Wie konnte es sein Bruder schon um halb acht morgens mit dieser Musik aushalten?
„Dean!“, brüllte Sam, seine Schultasche schon über der Schulter, gegen die verschlossene Tür, „Dean!“
Die Tür öffnete sich einen Spalt und Dean streckte sein schlecht rasiertes Gesicht begleitet von harten Beats heraus.
„Was?“, fragte er.
„Wir müssen los.“
Dean stöhnte genervt, dann machte er sich aber doch daran, ein T-Shirt aus seinem Schrank zu zerren und in seine abgenutzte Jeans zu schlüpfen. Er stoppte die Musik, griff nach seinem Rucksack und folgte seinem kleinen Bruder.
Der Weg zu ihrer Schule war nicht sehr weit, vielleicht 20 Minuten zu Fuß. Dean würde dieses Jahr, nach Wiederholung, seinen Abschluss machen, vorausgesetzt er schaffte es diese Mal, und Sam, der eine Klasse übersprungen hatte, besuchte nun die gleiche Stufe wie sein Bruder, was ihm irgendwie selbst etwas peinlich war. Nicht nur einmal wurde er schon auf seinen „weniger intelligenten“ Bruder angesprochen. Dabei war Dean gar nicht dümmer als er, er hatte nur nicht annähernd so viel Elan, etwas für die Schule zu tun.
„Hi, Janette, Susie!“, grüße Dean lässig und mit einem Zwinkern zwei Mädchen am Schultor.
Sam seufze. Würde sein großer Bruder doch nur halb so viel Energie in seinen Abschluss stecken wie er in sein Bad-Boy-Image steckte!

In seiner Klasse setzte sich Sam gleich auf seinen Platz und packte seine Sachen aus. Allmählich fanden sich auch alle anderen ein und der Lärmpegel stieg von Person zu Person.
Hinter sich hörte er eine kleine Gruppe Mädchen tuscheln und kichern.
„Nein, echt?! Mit Dean?“, hörte er eine erregte, helle Stimme und stöhnte genervt. Er war froh, dass sein Bruder wenigstens nicht alle Kurse gemeinsam mit ihm hatte.
Seine Sitznachbarin fehlte und so blieb der Platz frei.
Die Lehrerin trat ein doch die Unruhe fand nur schleppend langsam ihr Ende.
Die Minuten vergingen und bald hatte Sam die erste Viertelstunde des langweiligen Physikunterrichtes hinter sich als es an der Tür klopfte, welche im nächsten Moment aufschwang.
„´Tschuldigung, hab den Raum nicht gefunden.“, der Junge der eintrat strich sich eine blonde Haarsträhne hinters Ohr und grinste selbstsicher der Lehrkraft entgegen, die wohl schon auf ihn gewartet hatte.
„Gabriel Rewell?“, fragte sie und schlug ihr Heft auf.
„Gabriel reicht.“, meinte der Neue galant, die Klasse kicherte amüsiert und tuschelte. Neugierige Blicke hafteten auf Gabriel als dieser sich nach einem Platz umsah und sich schließlich neben Sam auf den Stuhl fallen ließ.
„Hi, alles klar?“, fragte er und funkelte Sam aus interessierten Augen an, die eine merkwürdige Karamellfärbung hatten.
Sam wollte grade antworten da ermahne ihn seine Lehrerin, „bitte, Samuel, verschiebe das Kennenlernen auf die Pause.“
Gabriel kicherte leise.

Dean, wie gewöhnlich ein treuer Verfechter des Platzes in der letzten Reihe, kippelte seinen Stuhl an die Wand und lehnte sich entspannt zurück.
„Hi, Dean.“, grüßte ihn ein Mädchen nervös kichernd und er schnalzte ihr zu.
„Na, Lady?“
Sie wurde rot und begab sich schnell zu ihrem Platz, während Dean zufrieden grinste.
Er spürte den kritischen Blick von Michael, der an dem Tischen neben ihm saß, und wand ihm sein Gesicht zu.
„Was?“, fragte er ruppig.
Michael verzog angewidert sein Gesicht und drehte sich wieder seinem Sitznachbar zu. In diesem Fall war es sein eigener Bruder Raphael. Jedenfalls behauptete er es sei sein Bruder. Während Michael jedoch weiß wie Marmor war, glich Raphaels Haut eher dunkler Schokolade. Dean konnte beide nicht leiden. Sie waren die Typen Menschen, die ihm gehörig auf den Sack gingen. Streberhaft, engagiert, und loyal zu Lehrern. Aber das Schlimmste war, dass sie nicht den Funken von Humor besaßen, jedenfalls war das Deans Auffassung.
Eher zufällig schnappte er Fetzten von ihrem gedämpften Gespräch auf und erfuhr, dass wohl ihr Cousin neu auf die Schule gewechselt war. Michael schien sich darüber zu mokieren, was dem Cousin schon vorab Pluspunkte bei Dean sicherte.
Er war nun froh, dass wenigstens etwas Spannendes passieren würde und wartet gespannt darauf, wer der Neue wohl sein sollte.
Hinter seinem (verhassten) Mathelehrer erschien ein blasser Junge mit ziemlich unordentlichem Haar und etwas unsicherem Blick. Er trug eine hell beige Strickjacke und einen dünnen blauen Schal, die Hände hatte er tief in den Jackentaschen vergraben.
„Das ist Castiel.“, stellte der Lehrer mit seiner matten, langweiligen Stimme vor und sofort begann vorne ein Konflikt und wildes Stühlerücken:
Jedes Mädchen bot seinen Platz neben sich an und winkte Castiel, der nun maßlos überfordert aussah, zu sich.
„Wo soll ich mich hinsetzen?“, fragte Castiel den Lehrer hilfesuchend.
„Neben mich!“, rief ein Mädchen. Es war Janette, die (bisher) Dean haltlos angehimmelt hatte, und Dean kniff die Lippen zusammen.
Schließlich fand der Neue einen Platz in der zweiten Reihe und bevor er sich setzte traf sein harmloser Blick kurz den von Dean, welcher seinerseits seinen neuen Konkurrenten in Sachen Mädchen anfunkelte.
Michael schnaubte leise und sagte irgendwas zu seinem Bruder, was Dean nicht verstand.
„Nimm die Füße vom Tisch!“, ermahnte ihn stattdessen sein Lehrer und er gehorchte schnell. Mit diesem Mann war nicht zu spaßen!

„Ich hab einen Neuen in Physik.“, erzählte Sam als er seinen großen Bruder in den Mensa traf.
„Ich einen in Mathe.“, meinte Dean und sah Sam dann verschwörerisch an, „ich sag´s dir, wenn dieser Kerl meint er könnte hier den Chef machen, dann hat er sich vertan.“
„So schlimm?“, Sam schmunzelte.
Plötzlich stand der Neue aus Deans Kurs an ihrem Tisch und schaute sie schüchtern an, „darf ich mich setzten?“, fragte er leise, aber kaum hatte er ausgesprochen da schaute er auch schon auf Deans eiskalten Rücken.
„Vergiss es“, knurrte er und biss beherzt in sein Sandwich.
Sam lächelte den Jungen entschuldigend an, der sich daraufhin zurückzog.
„Das ist er.“, murmelte Dean mit vollem Mund.
„Er? Er ist der Neue?“, fragte Sam verwundert, „du hältst diesen Kerl doch nicht wirklich für eine Konkurrenz, oder? Das ist lächerlich, Dean! Der könnte nicht mal eine Fliege aufreißen!“
Dean grummelte nur, „du hättest sehen müssen, wie die auf ihn abgefahren sind! Aber was soll´s. So scharf wie ich ist der eh nicht.“
„Wer ist scharf?“, die Köpfe der  beiden Winchesters wirbelten herum zu der kessen Stimme, die soeben ertönt war.
Gabriel, der Neue in Sams Kurs, hatte sich zu ihnen gesetzt, die eine Wange ausgebeult von dem Lutscher in seinem Mund.
Doch sie hatten keine Gelegenheit etwas zu sagen da machte sich Sam schon so gut es ging auf seinem Platz klein und flüsterte ein verzweifeltes „Oh, nicht schon wieder…“.
Dean wusste sofort wo der Hase lief und richtete seinen strengen, warnenden Blick auf Lucifer, der auf sie zugeschlendert kam.
Lucifer war in ihrer Stufe und machte keinen Hehl daraus, dass er Interesse an Sam hatte, ganz gleich ob man über ihn tuschelte.
„Schieb deinen Arsch woanders hin.“, knurrte Dean, „verpiss dich!“, er konnte den Jungen nicht leiden. Er musste zwar eingestehen, dass er, trotz der Brandnarbe auf seiner Stirn, sicher nicht von schlechten Eltern war, aber er machte seinem verhängnisvollen Namen alle Ehre. Mit Lucifer legte sich niemand an, eine unausgesprochene Autorität ging von dem freundlich wirkenden Gesicht aus.
„Luci, auch hier?“, Gabriel drehte sich frech grinsend auf seinem Platz um.
Lucifer seufzte, „hat dich doch noch eine Schule angenommen, Gabriel?“, er neigte sich zu Sam, „der hat es tatsächlich geschafft von einer Sonderschule zu fliegen!“
„Das war keine Sonderschule!“, verteidigte sich Gabriel schnell.
„Nein, es war eine Anstalt für Schwererziehbare.“, Lucifer lachte und legte Sam eine Hand auf den eingezogenen Nacken.
„Komm, lass deine Finger von ihm!“, stieß Dean aus und sprang von seinem Platz auf, um dem Kerl seinen Platz in der Rangordnung zu zeigen.
Aber Lucifer richtete nur den Kragen seines lupenrein weißen Hemdes, strich nochmal über Sams Haut und machte sich davon.
Gabriel seufzte, „mein Bruder ist nun mal das schwarze Schaf in der Familie.“, entschuldigte er sich  und hielt Sam mit einem aufmunternden Lächeln einen Bonbon hin.
„Dein Bruder?“, fragte dieser und nahm die Süßigkeit.
„Ja, ich fürchte schon.“, Gabriel zuckte die Schultern, „meine Brüder sind alle auf dieser Schule. Und da ich eh grade aus meiner alten herausgeworfen wurde, dachte ich mir, ich versuche es hier.“
„Du hast hier noch mehr Brüder?“, wollte Sam interessiert wissen, während sich Dean wieder seinem Essen zuwendete und Castiel, der inzwischen von einer Schar Mädchen umlagert war, einen vernichtenden Blick zuwarf.
„Ja, Michael und Raphael. Alle meine lieben Brüder.“, Gabriel zwinkerte und Sam schaute ihn skeptisch an.
„Also Gabriel, Raphael, Michael und Lucifer? Welche Eltern nennen ihre Kinder nach Erzengeln? Und dann Lucifer? Das ist doch eine Strafe fürs Leben wenn man so heißt!“
„Nun ja, meine Familie ist recht…wie sag ich´s? Recht gottesfürchtig. Ja, gottesfürchtig.“
„Und du bist dir sicher, dass euch Raphael nicht irgendwie untergejubelt wurde?“, fragte Dean mit einem Grinsen.
„Tja, was meine Eltern früher alles getrieben haben, will ich gar nicht wissen.“, Gabriel lachte, seine karamellenden Augen glänzten und Sam konnte nichts dagegen tun: er musste hinstarren. Diese Augen hatten etwas Fesselndes an sich.
Dann läutete es zur nächsten Stunde und Dean stopfte sich den Rest seines Essens in den Mund.
„Hey, haben wir jetzt zusammen Unterricht?“, fragte Gabriel Sam, der sich mühsam von den hellen Augen löste.
Er schätzte, dass Gabriel so hoffnungsvoll klang, weil er hier sonst noch kaum jemanden kannte, obwohl der Blonde nicht wirklich wie jemand aussah, der sich unwohl zwischen Menschen fühlte.
Sie klärte mit Hilfe ihrer Pläne, dass sie wirklich gemeinsam die nächsten zwei Stunden hatten und verabschiedeten sich von Dean, der seinerseits entspannt zu seinem Raum schlenderte.
Dabei fiel sein Blick wieder auf den Neuen aus seinem Mathekurs, der ihn verzweifelt durch die Gruppe Mädchen hindurch anschaute.
„Ach komm“, grummelte Dean verstimmt, „spiel mir nichts vor…“
Doch da hang ihm schon Susie an seinem Arm und strahlte ihn mit roten Wangen an, „Hi, Dean!“
„Na?“, er grinste sie an, legte ihr einen Arm unverschämt tief um die Taille, und würdigte diesen Castiel mit keinem weiteren Blick.
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