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There and Back again

von -Candy-
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Balin Bilbo Beutlin Dwalin Fili Kili Thorin Eichenschild
04.02.2013
05.02.2013
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04.02.2013 3.061
 
Hey,
bevor ich jetzt einen Blick in die Tiefen meiner FF werft, will ich mich erstmal herzlich bei meiner wunderbaren Beta-Leserin Rovainia bedanken ;))
Okay, nun "dürft" ihr weiterlesen ;D

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Das laute Läuten des Weckers riss mich aus meinen Träumen und ich schreckte verschlafen auf.
Na toll, ein weiterer Tag im sterbenslangweiligen Büro einer unbekannten Firma.
Wunderbar.
Murrend und fluchend schwang ich die Beine aus dem Bett, wobei ich mir den Hacken an der Bettkante anschlug. Wimmernd und meckernd tapste ich ins Bad um meine Monsteraugenringe zu versorgen. In der Hoffnung mich und meine Lebensgeister zum Aufstehen zu bewegen, stieg ich unter die Dusche und drehte das Wasser auf.
Entspannt seufzend wusch ich mir die Haare und blieb dann noch länger unter dem wärmenden Strahl stehen, wobei ich die Zeit total vergaß. Als ich meine Augen das nächste Mal öffnete war es schon halb acht und um 8 musste ich schon im Büro sein.
Verdammt!!

Mit verwuschelten, immer noch etwas nassen Haaren, einem nicht allzu gelungenen Make-up und mit leerem Magen kreuzte ich eine halbe Stunde später stolpernd und total geistesverwirrt im Gebäude auf.
„Guten Morgen, Miss Mayer!“, begrüßte mich unsere Sekretärin Misses Stetter und ich nickte ihr freundlich zu, bevor ich machte, dass ich an meinen Schreibtisch kam.
Schnaubend ließ ich mich auf meinem quietschenden Bürostuhl nieder, wobei ich die Akten auf dem Tisch mit einem hasserfüllten Blick dazu bringen wollte, sich in Luft aufzulösen, was natürlich nicht der Fall war.

„Morgen, Mayer“, rief mein Sitznachbar Ryan mir zu.
„Ja komm“, murmelte ich leise während ich die Hälfte der Akten in irgendeine Schublade schob. Falls ihr es noch nicht mitbekommen habt, ich kann Mr-Obercool-Ryan nicht ganz so gut ausstehen. Er ist ein Angeber und Protzer und wenn ich am Geldhahn meiner Eltern hängen würde, wäre ich jedenfalls nicht stolz drauf, so viel stand schon Mal fest.
„Hast aber noch ganz schön viel vor dir“, meinte er allwissend und ich sah genervt auf.
„Nein, wirklich“, lächelte ich und er nippte an seinem ach-so-tollen Kaffee aus seiner wunderbar teuren Kaffeemaschine, die er selbst an seinen unglaublich organisierten Arbeitsplatz mitgebracht hatte.

Glückwunsch, Ryan! Du hast es geschafft mich am frühen Morgen mit einem Satz so zu nerven, dass ich dir bereits an die hinterlistige Gurgel springen könnte. In diesem Moment kam unser Chef um die Ecke spaziert und Ryan setzte sofort sein Sonnenschein-Lächeln auf, was ich mit einem Knurren registrierte.
„Guten Morgen, Miss Mayer. Mister Kent“, lächelte er uns zu und ich grüßte freundlich zurück.

„Guten Morgen Mister Jagowski. Eine tolle Farbkombination ihrer Krawatte haben sie heute gewählt“, rief Ryan hinterher. Mit offener Kinnlade sah ich ihn an und er bemerkte es mit einem arroganten Grinsen.
„Wir sehen uns dann in der Mittagspause, Cara“, meinte er zu mir und ich lächelte zuckersüß. „Ja bis dann, Ryan. Und pass auf das du nicht ausrutscht.“
Mit einem Schnauben verabschiedete er sich hinter seine Trennwand und ich gratulierte mir in Gedanken selbst, ihm –wie jeden Morgen- erfolgreich eine reingewürgt zu haben.
Inzwischen war so etwas bei mir schon Alltag und irgendwie war es auch ganz gut zum Aggressionsabbau, die sich komischerweise immer nur ihm gegenüber zeigte.
Nach der gefühlt tausendsten Akte läutete mein Telefon, schlecht gelaunt hob ich ab.
„Cara Mayer, Jagowski Industries. Was kann ich für Sie tun?“
Keine Antwort.

„Hallo?“, versuchte ich es ein weiteres Mal, doch wieder konnte ich nichts außer einem gleichmäßigen Rauschen hören, welches sich im Hintergrund abspielte. Dann halt nicht. Wütend aber größtenteils verwirrt legte ich es wieder auf die Station und setzte gerade den Kugelschreiber an, als es erneut klingelte. Wenn das wieder so ein Scherzkeks war, würde ich ihm aber mal deutlich die Leviten lesen. Darf doch wohl nicht wahr sein.

„Cara Mayer, Jagowski Industries. Was kann ich für sie tun?“, lautete meine typische Ansage, doch auf diese wurde wieder nicht geantwortet.
„Okay, jetzt hören Sie mir mal zu. Wenn sie das jetzt auch noch witzig finden d-“, fing ich schon an zu zetern, doch in dem Augenblick kam Mister Jagowski um die Ecke und ich schraubte den Ton etwas runter.
„Miss Mayer, ich habe einen Anruf für sie“, teilte er mir mit und verwirrt ließ ich den Hörer sinken. Irgendwas stimmte hier ganz und gar nicht.

„O-okay“, stammelte ich und stand langsam auf.
Aus den Augenwinkeln konnte ich erkennen, wie Ryan mir abschätzende Blicke zuwarf. „Kommen Sie?“, fragte mein Chef mich lächelnd und ich nickte.
„N-natürlich“, quälte ich mich und folgte ihm mit unsicheren Schritten in sein Büro.
„Es scheint äußerst wichtig zu sein. Ich werde so lange draußen warten“, informierte er mich und ich nickte ihm dankend zu, bevor er den Raum verließ. Das Lämpchen der Telefonstation blinkte immer wieder rot auf und ich ging langsam darauf zu. Was war heute Morgen nur los? Sonst hatte ich Glück, wenn das Telefon bei einer einfachen Büroangestellten wie mir täglich einmal klingelt und heute ganze dreimal? Schließlich zwang ich mich doch dazu abzunehmen und riss den Hörer mit zitternder Hand an mein Ohr.
„Ja?“, krächzte ich, was wohl eher nach Krabat als Cara klang und erwartete eine Antwort, doch wieder kam nichts.

Wut keimte in mir auf und meine Finger schlossen sich fester um das Plastik, bis die Knöchel weiß hervor standen. Gerade als ich anfangen wollte auszurasten, verspürte ich einen seltsamen Sog. Alles verschwamm vor meinen Augen und verwandelte sich ein heilloses Durcheinander aus Farben und Formen.
Ich versuchte zu schreien doch kein Laut drang aus meinem Mund.
Der Boden wurde mir unter den Füßen weggezogen, doch ich spürte weder Fall noch Aufprall. Irgendwann entglitt mir das Telefon und ich hatte nichts mehr, dass mir auch nur im Entferntesten Halt geboten hätte.
Die ganze Dreherei ließ Übelkeit in mir aufsteigen und ich taumelte durch den Raum, wenn ich mich überhaupt noch dort befand. Dann wurde alles schwarz und Finsternis umhüllte mich wie eine Wolke.
***

Heftig nach Luft schnappend riss ich die Augen auf und starrte in einen hellblauen wolkenlosen Himmel. Puh, mir geht’s gut, ich bin nicht tot und habe keine Schmerzen.
Etwas ließ mich stutzig werden. Wolkenloser Himmel?!
Ich kann mich nicht erinnern, dass ein Krankenhaus jemals dachlos oder mit blauer Deckenbemalung gebaut worden war. Erschrocken sprang ich auf und taumelte erneut.
Hinter meiner Stirn herrschte ein Chaos wie nach einem Wirbelsturm und alles war gerade dabei, sich neu zu orientieren. Mein Hirn anscheinend auch, denn ich lief einfach zum nahegelegenen, rauschenden Fluss und nahm einen großen Schluck des klaren, kühlen Wassers. Da könnte doch schon alles Mögliche in den Wellen gebadet haben!

Das alles musste ein schrecklicher Albtraum sein und ich würde gleich aufwachen und meinem nervigen Wecker einen Schlag geben, wenn er mich aus dem Schlaf riss. Erwartungsvoll schloss ich die Augen doch kein Ringen ertönte in meinen Ohren und kein dunkles Schlafzimmer erschien vor meinen Augen, als ich sie erneut öffnete. Dann musste ich halluzinieren! Vielleicht war es, weil ich morgens nicht gegessen hatte. Genau, das musste es sein. Ich probierte es mit einem weiteren Schluck des erfrischenden Wassers, doch auch dieser brachte nichts. Inzwischen stand ich schon kurz vor einem totalen Nervenzusammenbruch beherrschte mich jedoch mit äußerster Konzentration, weswegen ich gar nicht merkte, wie jemand auf mich zukam.

Erst als sich diese Person hinter mir räusperte schrak ich auf und drehte mich angsterfüllt um. Vor mir stand ein Mann, fast doppelt so groß wie ich, mit einer grauen Kutte, einem gleichfarbigen Hut und einem langen Holzstab, dessen Äste nach oben hin zu einem dichten Knäuel verwachsen waren.
Der Mann schien schon sehr alt zu sein, denn er trug einen langen weißen Bart und auch seine Haltung schien etwas gebückt. Jedoch musterte er mich aus wachen, ozeanblauen Augen die direkt durch meine Seele zu blicken schienen. Ich rappelte mich auf und sah ihn aus misstrauisch verengten Augen an.

„Wer sind Sie?“, fragte ich ihn forschend und ein kleines Lächeln umspielte seine Mundwinkel. Aha, das Ganze fand er jetzt auch noch lustig oder was?

„Mein Name ist Gandalf“, vernahm ich schließlich seine tiefe und trotz allem beruhigende Stimme und meine Augenbrauen wanderten nach oben. Also entweder seine Eltern litten an Geschmacksverirrung oder ich war nicht mehr in London. Da schoss mir ein Gedanke in den Kopf, der für meine ganze Psyche verheerende Folgen hatte. Mit meinen Fingerspitzen massierte ich meine Schläfen um die aufsteigenden Kopfschmerzen zurück zu drängen, dann wandte ich mich wieder an den alten Mann.
„Können S-sie mir sagen w-wo wir hier s-sind“, presste ich hervor und er kicherte amüsiert.
„Was?!“, rief ich entrüstet und er verstummte. Hatte ich ihn verärgert? Warum sagte er nichts??

„Aber, aber Cara. Nicht so stürmisch wenn ich bitten darf. Wir befinden uns hier in Mittelerde, um genau zu sein im Auenland“, erklärte er mir und ich starrte ihn aus tellergroßen Augen an.
Woher kannte er mich? Waren wir uns schon mal begegnet? Nein, ich glaube, an einen Stalker in grauer Kutte hätte ich mich definitiv erinnert. Und wo waren wir hier? Mittelerde? War das jetzt ein Scherz oder versteckte Kamera?
Und außerdem hatte ich von einer Stadt oder was auch immer namens „Auenland“ noch nie etwas gelesen.

„Aha“, war deshalb auch meine höchst geistreiche Antwort bevor ich die Arme hinter dem Rücken verschränkte und beschloss, das „Spiel“ mal mitzuspielen.
„Also, Gandalf. Weshalb genau bin ausgerechnet ich hier gelandet?“, fragte ich ihn neugierig und meine blauen Augen blitzten herausfordernd.
„Ihr, meine liebe, seid hier um mich auf einer Reise zu begleiten“, informierte er mich und ich sah ihn verwirrt an. Eine Reise?

„Wohin soll diese Reise denn gehen, wenn Ihr mich als Eure Gefährtin ausgewählt habt?“, hakte ich ernsthaft interessiert nach.

„Nichts von großer Wichtigkeit. Ein paar meiner alten Bekannten wollen zurück in ihre Heimat wandern und fragten mich ob ich sie nicht begleiten wolle. Ich sagte zu, jedoch brauchen wir jemanden der in den Berg, die Heimat der Gemeinschaft, eindringen konnte, ohne deren jetzigen Bewohner zu wecken. Den habe ich auch gefunden, doch bedurfte es noch einer weiteren Person, jene Aufgabe zu erfüllen. Ich habe mich für euch entschieden, da euer Geruch für den Dra- .. für das Wesen vollkommen unbekannt ist.“, antwortete er und ich brauchte ein paar Sekunden, um zu verstehen was er mir gerade gesagt hatte.

Jetzt hatte er also auch noch einen Sprachfehler oder was? Redeten die hier in Mittelerde alle so? Das letzte Mal hatte ich so etwas in einem Gedicht von Shakespeare gelesen und auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht glauben können, dass irgendwer irgendwann mal so gesprochen hatte. Anscheinend wollte Gandalf mich eines besseren belehren, denn kaum hatte er seinen letzten Satz beendet, setzte er schon wieder an.
„Es würde mir sehr zu Gute kommen, wenn ich eure Entscheidung bald erfahren würde. Doch lasst uns nicht allzu lange an diesem Ort verweilen, gehen wir weiter und besprechen alles nötige wenn wir dort sind“, meinte er und machte sich schon daran, aufzubrechen.
„Halt!“, rief ich und fuchtelte dabei wild mit den Händen in der Luft rum. Wenig überrascht drehte er sich um und erwiderte: „Wohin wir gehen, kann ich euch noch nicht verraten. Doch seid Euch sicher, dass Ihr es erfahren werdet, wenn der Zeitpunkt dazu gekommen ist.“
Woher hatte er gewusst, was ich wollte?
„Ähm ja“, entfuhr es mir und wie in Trance beeilte ich mich, um dem Mann zu folgen, der im Moment mein einziger Anhaltspunkt war.
Sobald ich bei ihm angekommen war, fuhr ich mit meinem Verhör fort, auch wenn ich mich ganz schön anstrengen musste um mit ihm mitzuhalten.
„Wer sind denn diese Gefährten?“, fragte ich ihn und er grinste. „Diese und jene“, war seine Antwort und ich schnaubte genervt.
„Haben ‚diese und jene’ auch Namen?“, versuchte ich es erneut, diesmal war es an ihm zu seufzen.
„Ihr seid wirklich sehr neugierig für einen Mensch wisst Ihr das? Es sind Zwerge“, brachte er schließlich doch hervor und ich blieb stehen.
„Was habt Ihr?“, richtete Gandalf an mich.
„Zwerge? Ihr meint, zu klein geratene Menschen, richtig?“, fragte ich und hoffte insgeheim, dass es so war.
„Nein, ich meine Zwerge, so wie sie im Buche stehen“, erklärte er mir mit einem belustigten Gesicht. Das Ganze wurde ja immer besser. Jetzt gab es nicht nur einen alten Mann namens Gandalf, sondern auch noch seine sonderbaren Zwergenfreunde. Seufzend ließ ich den Kopf hängen und trottete eine Zeit lang neben ihm her, bis eine neue Frage auf meiner Zunge brannte.

„Und warum habt ihr ausgerechnet mich gewählt? Da wo ich herkomme, gibt es tausende meiner .. äh .. Rasse? Also, wieso ich?“, fragte ich ihn gespannt und er sah zu mir herunter. „Sagen wir es so: Ich habe eben meine Gründe“, meinte er und wandte sich dann wieder ab. Der Gesprächigste schien er ja von Anfang an nicht gewesen zu sein, aber eine richtige Antwort hatte ich schon erwartet. Schließlich wurde ich nicht jeden Tag ohnmächtig und wachte dann an einem seltsamen Ort namens Mittelerde auf.

Um mich von meiner Wut auf den alten Mann abzulenken, ließ ich meine Blicke über die Gegend streifen, die gar nicht allzu schlimm aussah. Eine langsam sinkende Sonne tauchte einen grünen Mischwald in warmes Licht und erleuchtete den Himmel in sanftem rosa. Die Hügel am Horizont warfen dunkle Schatten auf das niedrige Gras, mit den bunten Blumen und Gewächsen. Und wie hatte er gesagt hieß das? Auenland? Fieberhaft überlegte ich, ob ich den Namen nicht doch schon mal irgendwo gelesen hatte, doch mir fiel absolut nichts ein, was damit in Verbindung stehen konnte.
Inzwischen war ich mir sicher, meine Schuhe mit dem ganzen Dreck vollkommen versaut zu haben und für eine Trekkingtour durch den Wald war weder mein enger Stiftrock noch meine beige Bluse geeignet.
Schnaufend kletterte ich den Hang hoch, den wir erklimmen mussten um unseren Weg fortzusetzen und brach mir dabei auch noch die Fingernägel ab. Mittlerweile hatte ich diesen Tag als den schlimmsten meines Lebens erklärt und fragte mich, ob sich Herr Jagowski schon fragte, was ich da drinnen denn für ein Stundentelefonat führte.
Dabei fiel mir ein, das diese ganze Sache ja auch etwas gutes an sich hatte: Ich war Ryan und seine dämlichen Sprüche für eine Weile los. Dieser Gedanke zauberte mir doch ein Lächeln ins Gesicht und schon gleich sah die Welt viel besser aus.

„Wir sind da“, riss Gandalf mich zurück in die „Realität“ und ich blickte auf. Vor mir lag ein großes grünes Tal mit vielen Hügeln, die jeweils eine breite, runde Tür besaßen. Der Anblick erinnerte mich an kleine Häuschen und der gepflegte Vorgarten bestärkte mich nur in der Annahme, in einem Dorf angekommen zu sein. Die Sonne warf ihre letzten hellgelben Strahlen auf das Viertel, bevor sie hinter den nahe gelegenen Hügeln versank und Dunkelheit die Häuser überzog.

„Wo sind wir hier?“, entfuhr es mir und ich blickte Gandalf neben mir an.
„Dies, Cara, ist Hobbingen. Wie der Name schon sagt, wir es von Hobbits bewohnt, welche Fremden gegenüber eher misstrauisch sind. Wir besuchen hier einen alten Freund von mir. Bilbo Beutlin ist sein Name. Hobbits?
„Was zum Teufel sind denn nun wieder Hobbits?“, rief ich aufgebracht und er legte mir beruhigend die Hand auf die Schulter. „So beruhigt Euch doch. Ich weiß das Alles ist am Anfang der verwirrend, doch ich bin mir sicher, das Ihr Euch bald an solche Dinge gewöhnen werdet. Hier in Mittelerde ist alles anders als in Eurer Welt und das wird euch schon sehr bald klar werden.“, sagte er leise und ich seufzte, verstand jedoch hoffentlich was er meinte.

„Also ihr sagt, ich soll es einfach über mich ergehen lassen und mich mit dem Gedanken anfreunden; hier zu leben?“, fasste ich seine Rede kurz zusammen.
„So ist es“, stimmte er mir nickend zu und ich warf noch einmal einen Blick über das Dorf bevor ich enthusiastisch sagte: „Worauf warten wir dann noch?“ So schlimm kann es hier doch auch nicht sein. Immerhin gab es hier keinen Bürostress und keine nervigen Kollegen. Außerdem war das Wetter gut und morgen früh würde ich ganz sicher in meinem warmen kuschligen Bett auftauchen.

Der alte Mann musterte mich überrascht, schien allerdings zufrieden und zusammen liefen wir die schmalen Wege zwischen den Häusern und Zäunen hindurch, wobei ich beeindruckt auf die Hügel blickte, die von nahem noch kleiner waren, als sie vorhin zu seien schienen. Auf ungefähr halber Strecke lief uns ein kleiner Mann mit einem großen Bierkrug in der Hand entgegen und rempelte mich an, als er an uns vorbei torkelte.
„Hey!“, rief ich und sah ihm verärgert nach. War das ein Liliputaner?
„Eine Unverschämtheit die Kinder so spät abends noch vor die Tür zu lassen“, murmelte ich und Gandalf fing an, lauthals zu lachen, wobei seine Schultern zuckten.

„Was denn nun schon wieder?“, fragte ich ihn mit hochgezogenen Augenbrauen und strich mir dabei eine blonde Strähne hinters Ohr.
„Das gerade eben war ein erwachsener Mann“, lachte er, „Aber nun mal ein erwachsener Hobbitmann“, informierte er mich grinsend.

Ungläubig sah ich zwischen ihm und dem Fremden hin und her, der in dem Moment hinter einer Ecke verschwand. Ein erwachsener Mann? Der? Das sollte wohl ein Scherz sein.

Da lobte ich mir doch unsere 1,80m Männer Zuhause.
Erneut musste ich seufzen und ging langsam weiter während ich über meine Schulter rief: „Schon klar, ich werde mich ganz bestimmt daran gewöhnen.“ Der alte Mann musste erneut lachen, ging dann aber doch hinter mir her, was ich an seinen schlurfenden Schritten hörte.

„Wartet, hier sind wir schon!“, rief er von hinten und ich drehte mich erleichterte um.
Ihr glaubt gar nicht wie viele Wege und Gassen dieser kleine Ort hat und wie verschlungen die alle miteinander sind. Ich dachte schon, wir würden nie bei diesem Bilbo ankommen.

Die paar Schritte hüpfte ich schon fast zurück und betrachtete dann mit gerümpfter Nase das Schild an der hölzernen Gartentür. Das Haus erinnerte mich in entfernter Weise an den Gartenschuppen meines Großvaters und ein Lächeln schlich sich auf mein Gesicht.

Anscheinend war dem kleinen Mann ungewollter Besuch nicht sehr angenehm. Da hatten wir schon mal was gemeinsam, denn so etwas konnte ich ebenfalls nicht ausstehen.
„Dürfen wir da rein?“, fragte ich Gandalf skeptisch und er nickte bestimmt. „
Natürlich dürfen wir das. Wir sind schließlich Gäste“, meinte er und öffnete das quietschende Tor. Mit einem prüfenden Blick zurück schritt ich hinter ihm her und erreichte ihn in dem Augenblick als er die Klingel drückte.

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Ich hoffe ihr seid mit dem 1. Kapitel meiner aller ersten FF zufrieden ;)
Für Lob und Kritik bin ich immer offen.
Liebe Grüße,
Candice
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