Ein undurchsichtiger Deal

von Cleopatra
GeschichteAbenteuer, Romanze / P16 Slash
Izaya Orihara Shizuo Heiwajima
04.02.2013
28.03.2013
21
31.198
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04.02.2013 551
 
Rrrrrr. Rrrrrr. Rrrrrr.
Shizuo ging nur widerwillig an sein Telefon. Es war noch viel zu früh am Morgen und ausgerechnet heute hatte Tom ihm frei gegeben. Er wollte seinem Anrufer schon wütend etwas entgegenbrüllen, als er die Stimme erkannte, die sich dort meldete.
„Nii-san? Ich bin es.“
„Ähh..“
Es verschlug ihn für einen Moment die Sprache, doch dann hatte er sich wieder gefasst. Warum meldete er sich so plötzlich nach all der Zeit?
„Ich… ich brauche deine Hilfe.“

Missmutig zog Shizuo durch die Straßen von Ikebukuro.
„Was verlangt der eigentlich von mir?“
Wütend trat er gegen eine Blechdose, die in der dunklen Seitengasse lag und lehnte sich dann gegen die Wand. Den halben Tag war er jetzt schon unterwegs, um die Bitte seines Bruders zu erfüllen.
„Es ist eine letzte Bitte von Bruder zu Bruder.“
Es hatte sich im ersten Moment komisch angehört, als er es gesagt hatte, doch es klärte sich bald. Sein Bruder hatte einen großen Auftrag in Amerika bekommen. Er sollte für längere Zeit nach Hollywood für einen Filmdreh und nun war seine letzte Woche angebrochen. Auch für Shizuo kam es ziemlich plötzlich, aber letzten Endes machte es ja doch keinen Unterschied mehr. Er hatte ihn sowieso nicht mehr gesehen.
Shizuo wusste es nicht mehr. Wie viele Leute er schon wegen der Info, die er brauchte ausgefragt? Die Frage war eigentlich nicht schwer. Es sollte nicht so kompliziert sein, diese Sache herauszufinden, doch überraschenderweise konnte niemand ihm etwas sagen. Sogar wenn er den ein oder anderen eingeschüchtert hatte, bekam er einfach keine Antwort.
„Hier leben einfach zu viele Menschen in der Stadt. Da sucht man jemanden, der hier wohnen soll und findet nicht die kleinste Spur.“
Er fluchte noch einmal kurz vor sich hin, dann setzte er seufzend seinen Weg fort.
Seine Gedanken kreisten schon eine ganze Weile um etwas, was er aber bisher noch mit aller Macht verdrängte.
„Naja… Und manchen Menschen läuft man immer wieder über den Weg. - Egal ob man will oder nicht.“
Er grummelte wütend und mischte sich wieder unter die Menschenmeute auf der Hauptstraße. Es war ihm egal, dass er verängstigt angesehen wurde, wenn er so grimmig vor sich hin starrte. Doch daran war nur dieses mulmige Gefühl in seiner Magengegend schuld.
„Ich hasse ihn! Ich hasse ihn so sehr!“
Nein, diese Worte waren nicht an seinen Bruder gerichtet, wegen dem er nun in dieser prekären Lage war. Hätte er etwas mehr Zeit gehabt – Er hätte niemals an das gedacht, was jetzt in seinem Kopf Gestalt annahm.
„Ich werde tatsächlich um Hilfe bitten müssen.“ Er lachte selbst über diese absurde Vorstellung und wäre am liebsten umgekehrt und hätte sich einfach in sein Bett gelegt, um das Ganze zu vergessen. Doch er wollte seinen Bruder nicht im Stich lassen und so trugen ihn seine Füße zielstrebig durch die Straßen – immer in Richtung dieses Ortes, dem er sich niemals freiwillig genähert hätte.
Er wusste selbst nur zu gut, dass es keinen Besseren gab – auch wenn er sich das nie eingestanden hätte, geschweige denn es ausgesprochen – aber es gefiel ihm trotzdem nicht.
„Warum bin ich genötigt, ihn um Hilfe zu bitten? Warum gerade IHN?!“
Doch alles hadern half nichts – er hatte sich entschieden. Er kannte diesen Weg und musste nicht weiter nachdenken. Er lief wie von allein  – geradewegs zum Büro von Orihara Izaya.
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