Ein Engel für Dean

KurzgeschichteHumor / P12 Slash
Castiel Dean Winchester Gabriel/Trickster Sam Winchester
03.02.2013
03.02.2013
1
1764
1
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
12 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Die Geschichte ist etwas aus dem Kontext der Serie gerissen, wichtig vorab ist dabei aber nur, dass Castiel bis dahin noch nicht erschienen ist. Ich wünsche viel Spaß : )

Ein Engel für Dean

Sam schlummerte auf dem Beifahrersitz während Dean über verregnete Straßen fuhr. Aus den Lautsprechern drang leise ein älteres Lied der „Black Seeds“ und vermischte sich mit dem Motorgeräusch zu der perfekten Musik in Deans Ohren. Er seufzte zufrieden und warf einen kurzen Blick auf seinen kleinen Bruder, der den Kopf an die kühle Fensterscheibe gelehnt hatte.
Im Moment lief es gut. Auch wenn das Verhältnis von Sam und diesem Erzengel, der ihn hundertfach hatte sterben lassen, an eine skurrile Merkwürdigkeit grenzte, die Dean eigentlich nur mit dem Wort „Perversion“ beschreiben konnte, so war ihm das alles immer noch lieber als eine heuchlerische Dämonenbraut.
Selbst als er Sam und diesen Typen auf dem Rücksitz seines geliebten Impalas entdeckt hatte, war er nur ganz kurz ausgerastet und hatte sich dann gesagt: „Alles besser als Blutsauferei.“
Er strich seinem Baby über die Armatur bei dieser Erinnerung, die ihn sicher sein Leben lang verfolgen würde.
Dann sah er die rote, durch den Regen verschwommene, Leuchttafel eines Motels und fuhr auf den Parkplatz.
„Sammy, wir sind da. Nicht grade fünf Sterne, aber was auch sonst.“, meinte er und schaltete den Motor aus.

Nachdem sie sich aus einem Automaten Chips und Cola (Wasser für Sam) gezogen hatte, machten sie es sich in ihrem Domizil gemütlich.
„Dein Engel gar nicht da?“, fragte Dean hoffnungsvoll über die Schulter. Der Satz hörte sich, kaum dass er ihn ausgesprochen hatte, äußerst merkwürdig an, „ich meine natürlich diesen Gabriel.“, hing er daher schnell an.
„Wann hörst du auf ihn ‚diesen Gabriel‘ zu nennen?“, fragte Sam genervt und machte sich mit seinem Wasser auf seinem Bett lang.
Er ächzte laut als plötzlich ein neues Gewicht auf seinem Hintern erschien.
„Hast du mich vermisst?“, Gabriels Stimme nahe an seinem Ohr jagte ihm eine Gänsehaut über den Körper.
„Ach bitte ja? Muss das sein, wenn ich im Raum bin?“, nörgelte Dean und sah demonstrativ weg als Sam seinen Kopf zur Seite neigte um sich küssen zu lassen.
Gabriel zog einen Bonbon aus seiner Tasche, wickelte ihn aus und legte ihn sich auf die Zunge. Dann küsste er Sam und übergab die Süßigkeit. Das schmatzende Geräusch was dabei entstand, ließ Dean genervt aufstöhnen.
„Sam, womit habe ich das verdient?“, brummte er und schob sich eine Handvoll Chips in den Mund.
Gabriel erhob sich und setzte sich zu Dean auf sein Bett, der ihn nun mit hochgezogenen Augenbrauen mehr als warnend anstarrte.
„Versuchs gar nicht erst mit deinem Feenstaub. Was auch immer du gemacht hast um meinen Bruder umzudrehen, bei mir funktioniert es nicht!“
Gabriel lachte herzlich, „nun sei doch nicht so! Ich habe dir sogar etwas mitgebracht. Als Zeichen meiner himmlischen Gnade.“
„Was könnte mir ein schwuler Erzengel anbieten?“, fragte Dean kritisch.
Gabriel lachte und schnipste.
Es erschien, mitten im Raum, ein Mann um die dreißig, gekleidet in formale Kleidung und einen beigen Trenchcoat, und mit einem durchaus verwirrten Ausdruck in den blauen Augen.
„Der ist für dich!“, verkündete Gabriel gönnerhaft und trat auf den Mann zu.
Sam setzte sich überrascht auf.
„Was mache ich hier?“, wollte der Mann jetzt wissen, „Gabriel?“
„Du kennst ihn?“, fragte Dean mehr oder weniger entsetzt, „ist er ein Stricher?“
Gabriel zog eine Augenbraue hoch.
„Er heißt Castiel und-“
„Ich bin ein Engel des Herrn.“
„Du wirst deine Freude mit ihm haben.“, meinte Gabriel und zupfte an dem Trenchcoat, „da bin ich mir ganz sicher.“
„Wenn er seine Freude mit ihm haben soll, hast du die Brüste vergessen!“, Sam lachte laut.
„Er funktioniert auch ohne Brüste. Vertrau mir.“, und damit machte es sich Gabriel auf Sams Schoß bequem und küsste ihn tief. Als der sich losmachen wollte, packte er ihn im Nacken.
„Ich sehe, du genießt die körperlichen Freuden.“, sagte Castiel tonlos, „ihr Erzengel macht euch nie viel aus Sünden.“
„Dieser Mensch ist die Sünde wert. Und der da auch.“, Gabriel deutete auf Dean, der noch immer auf seinem Bett saß, ohne sich von Sam zu lösen.
„Wo auch immer du ihn herhast.“, knurrte Dean, „bring ihn wieder zurück.“
Gabriel seufzte, „umtauschen kann ich ihn nicht mehr.“, er ließ „seinen Menschen“ nun doch frei, erhob sich und zog mit feierlicher Miene einen gefalteten Zettel auf seiner Hosentasche.
„Ich wusste, dass es Schwierigkeiten geben wird. Deshalb habe ich die Gebrauchsanweisung dabei.“
„Gebrauchsanweisung?!“
„Der unbefleckte Engel des Himmels- der perfekte Begleiter für sie und ihn.“, las er vor, „mit Vorsicht und Liebe zu behandeln.“
Sam konnte sich kaum das Lachen verkneifen, „komm schon, Dean! Süß ist er doch!“
„Wirklich, Sam? Ist ‚süß‘ wirklich das einzige Wort, was dir einfällt?“, fragte Dean matt.
„Vor Ihnen haben Sie die Special-Edition unseres Verkaufsschlagers: Castiel.“, las Gabriel weiter, „er zeichnet sich durch uneingeschränkte Loyalität und Aufrichtigkeit aus.“
Castiel sah sich nun im Zimmer um. Er wirkte recht unzufrieden und sah ziemlich verloren aus.
Gabriel schnipste und bugsierte den Engel damit neben Dean aufs Bett, der daraufhin erschrocken von ihm wegrutschte. Der Ausdruck in Castiels Augen war nun nicht nur verwirrt sondern auch überfordert.
„Habe ich etwas falsch gemacht?“, wollte er leise wissen und schaute Dean aus tiefen, blauen Augen an, bis dieser seufzte und sich ein „nein, hast du nicht.“, abringen konnte.
Gabriel grinste gewinnend und zwinkerte Sam zu bevor er weiterlas: „Unsere Special-Edition, Castiel, hat keine nennenswerten Bedürfnisse, funktioniert aber besser, wenn Sie ihn liebevoll behandeln. Haben Sie ein offenes Ohr für ihn, wenn er traurig aussieht, und nehmen Sie ihn in den Arm, wenn er hoffnungslos die Schultern hängen lässt. Da er sehr verträglich ist, akzeptiert er sowohl eine harte als auch eine strenge Hand.“
„Was soll das denn heißen?!“, zischte Dean, der „seinen Engel“ nicht mehr aus den Augen ließ.
„Das heißt, dass du so rau und männlich bleiben kannst, wie du bist.“, schmunzelte Sam.
„War das grade Sarkasmus?“, herrschte Dean ihn an, aber Gabriel las schnell weiter.
„Beiliegend ist ein Tarifhandy und ein Engelsschwert. Beides in unserem neuen, innovativem Design.“, Gabriel schnipste wieder und ein kleines Handy und ein glänzendes, dünnes Schwert erschienen neben Dean auf dem Bett, „lassen Sie Ihren Castiel nie allzu lange alleine in menschlicher Gesellschaft, wenn Sie selbst nicht anwesend sind. Das könnte ihn verwirren und verstören.“
„Der sieht schon verwirrt genug aus.“, meinte Dean.
„Wenn Ihr Castiel bereits bei Lieferung verwirrt aussieht, schenken Sie ihm kurz Liebe um seine Loyalität zu aktivieren.“
„Was soll das denn bitte für eine Gebrauchsanweisung sein?!“
„Eine für einen Engel.“, meinte Gabriel fröhlich, „na los, ein Kuss müsste reichen.“
„Sicher nicht!“
Sam lachte schon wieder und Castiel sah endlos überfordert aus.
„Ich werde ihn nicht küssen!“
„Hör aufso zu schreien. Sonst weint er noch.“, lachte Gabriel.
Dean stöhnte und zog Castiel in eine unbeholfene Umarmung, „zufrieden?“, fragte er den Engel, der ihn daraufhin tief in die Augen sah und ein treueherziges „ja“ hauchte.
„Offensichtlich ist er jetzt aktiviert.“, kicherte Sam amüsiert.
„Ich überspringe das Kleingedruckte und die Nebenwirkungen mal eben, ja?“, sagte Gabriel schnell, „und komme direkt zum nächsten Punkt: Für unseren erwachsenen Benutzer: Wir weisen Sie daraufhin, dass Ihr Castiel Ihnen im neuwertigem und unbefleckten Zustand zugestellt wurde, und daher auch in sexueller Hinsicht mit Nachsicht und Geduld zu behandeln ist.“
„Was zum-“
„Das bedeutet wohl, dass er nicht gleich vor dir auf die Knie geht.“, erklärte Sam schnell und Dean kniff die Augen zusammen.
„Lass diese Perversion wenn du mit deinem großen Bruder sprichst!“, ermahnte er streng, wurde aber still als sich eine warme Hand an seinen Hals legte.
„Dein Bruder möchte nur das Beste für dich.“, sagte Castiel sanft.
„Wir versichern Ihnen, dass Ihr Castiel mit vielen praktischen Zusatzfunktionen ausgestattet ist: Kämpfen, Töten, Warten, Aufpassen, Fliegen und vielem mehr. Beschäftigen Sie sich mit Ihrem neuen Engel und entdecken Sie alle seine Eigenschaften!“
„Du kannst fliegen?“, fragte Dean, der den Blick immer noch nicht recht von dem Castiel nehmen konnte.
„Ich bin ein Engel.“, erwiderte Castiel geduldig.
„Ihr Castiel ist äußerst belastbar und hat eine sehr lange, verbesserte Laufzeit. Vergessen Sie jedoch nicht, ihm Liebe zu geben, wenn er diese braucht und lassen Sie ihn nicht allzu lange allein.“
Gabriel kicherte und setzte sich wieder zu Sam, „Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit ihrem Engel. Umtausch oder Reklamation nach Kaufantritt nicht mehr möglich.“, damit faltete er den Zettel zusammen und ließ ihn in seiner Hosentasche verschwinden.
„Und, was sagst du dazu?“, fragte er Dean fröhlich, „gefällt er dir?“
Dean wollte schon „nein“ sagen aber dann traf ihn wieder der leicht verzweifelte Blick aus Castiels Augen und er fühlte sich genauso ausgeliefert, wie damals als Sammy mit einem Hundewelpen ankam. Dean hatte den Hund aussetzen wollen, aber als er in die feuchten Hundeaugen geblickt hatte, war es um ihn geschehen.
Trotzdem versuchte er natürlich seinen Stolz und seine Ehre zu bewahren, riss sich von den blauen Augen los und sagte mit einem Räuspern, „er erweist sich sicher als nützlich gegen Dämonen und all das Pack.“
„Oh nicht nur dafür.“, meinte Gabriel verrucht, „aber du weißt ja: sein vorsichtig und nachsichtig mit ihm.“
„Naja wir werden sehen, ob er sich bewährt.“, murmelte Dean und als er sich erhob, erhob sich auch Castiel.
„Meinst du nicht auch, er sieht grade sehr liebesbedürftig aus?“, fragte Sam lachend und Dean seufzte.
Er schnitt seinem kleinen Bruder eine Grimasse und umarmte den Engel, der sich nicht rührte und nichts sagte.
„Du musst ihm alles natürlich erst beibringen.“, meinte Gabriel mit einem Zwinkern und legte dann seinen Kopf an Sams Schulter.
„Ich werde mein Bestes tun.“, vermahn man dann Castiels treue Stimme, „um dich nicht zu enttäuschen.“, er sah Dean tief in die Augen und zeigte wie lernfähig er war, als er ihn in eine feste Umarmung zog.
„Ich sagte doch: du wirst deinen Spaß mit ihm haben!“
 
 
'