Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Break my fall

von Cuke
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Malcolm Reese
03.02.2013
15.06.2014
8
4.627
 
Alle Kapitel
10 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
03.02.2013 856
 
Erschöpft lehnte ich mich gegen die Wand. Malcolm und ich hatten schon den ganzen Tag geschuftet wie die Tiere. Anfangs hatten wir uns nur angegiftet und geprügelt, bis wir beschlossen, zusammen zu arbeiten. So kamen wir viel schneller voran und ich hoffte, dass wir früher gehen dürfen. Mein Teil der Arbeit bestand darin, die Kartons im Lagerraum zu ordnen und Malcolm zu bringen, der den Inhalt in die Regale füllte. Ich machte mich wieder an die Arbeit.
Ich balancierte fünf schwere Kisten auf den Armen, die mir Sicht versperrten. „Malcolm!“, rief ich, „Hilf mir mal schnell!“
Keine Reaktion. Na warte, dachte ich, wenn du das absichtlich machst, werde ich dir schön die Meinung geigen. Ich lief durch den Laden, um ihn zu suchen, doch er war nicht hier. Er ist bestimmt nur auf dem Klo, dachte ich schulternzuckend.
Nach einer viertel Stunde und 25 weiteren Kartons fehlte immer noch jede Spur meines Bruders. Langsam wurde ich misstrauisch. Wenn dieser Mistkerl sich einfach aus dem Staub gemacht hatte, damit ich die ganze Arbeit erledige, würde er sein blaues Wunder erleben. Aber das sah meinem Bruder gar nicht ähnlich. Irgendwas stimmte hier nicht. Vielleicht geht es ihm nicht gut und er wollte kurz frische Luft schnappen, überlegte ich.
Erst vergewisserte ich mich, dass er nicht doch auf der Toilette war, dann wollte ich auf dem Parkplatz nachsehen. So sehr ich auch an der Ladentür ruckelte, sie gab nicht nach. Ich rannte zum Hinterausgang, doch der war ebenfalls verschlossen. Sollte das ein übler Scherz sein?
Plötzlich hörte ich eine laute Stimme. Sie kam aus dem Büro des Filialleiters, das sich neben dem Hinterausgang befand. Ich legte mein Ohr an die Tür.
„Sei endlich still du Hurensohn! Du bist doch nicht mehr wert als ein Stück Dreck. Genau wie deine ganze Familie!“ Es folgte ein lauter Schlag und ein kurzer, erstickter Schrei, der mir in Mark und Bein fuhr. Dann hörte ich die unverkennbare Stimme meines jüngeren Bruders.
„Hilfe. Hilfe.“, murmelte er gedämpft, als wäre er nicht mehr ganz bei Sinnen.
„Dich wird niemand hören, du kleiner Bastard. Du bist ganz alleine hier und gehörst jetzt mir.“ Der Chef gab ein dreckiges Lachen von sich. Ich sah mich panisch um. Natürlich war außer mir keiner im Laden, er hatte ja bereits geschlossen, obwohl samstags normalerweise bis sechs geöffnet ist, das war noch über eine Stunde.
Ohne groß nachzudenken riss ich die Bürotür auf. Malcolms Hände waren mit Klebeband gefesselt. Das Lucky-Aide-Hemd war aufgeknöpft und sein nackter Oberkörper war mit Kratz- und Bisswunden übersät. Die Augen hatte er geschlossen. Seine Lippen flüsterten stumm ein Wort, doch ich konnte es nicht erkennen. Filialleiter Richards war so in Ekstase, dass er meine Anwesenheit nicht bemerkte. Einen Moment konnte ich nur geschockt die Szene verfolgen, die sich vor meinen Augen abspielte. Richards beugte sich vollkommen entblößt über Malcolm und drückte seinen triefenden Mund auf den des Jungen. Dann nahm er seinen jämmerlichen Schwanz in die Hand und ließ ihn über das Gesicht meines Bruders gleiten. Dieser drehte angewidert den Kopf weg. Richards versuchte daraufhin in Malcolms Mund einzudringen. Als ihm nach mehreren Versuchen kein Einlass gewährt wurde, schlug er mit voller Wucht seine Faust auf den Mund. Ich vernahm ein leises Knacken. Dies riss mich endlich aus meiner Starre.
„Lass sofort deine dreckigen Pfoten von meinem Bruder oder ich bring dich um, du Arschloch!“
Der Alte ließ endlich von Malcolm ab und baute sich zornig vor mir auf. Schweiß glänzte auf dessen Glatze und er fuhr sich wütend mit der Zunge über die Unterlippe.
„Du kleiner Wicht!“ Er drängte mich gegen die Wand und legte seine bärenartigen Klauen um meinen Hals. Gekonnt verpasste ich ihm einen Kinnhaken und einen Tritt in die Weichteile. In diesem  Moment war ich wirklich dankbar für meine langjährige Erfahrung in allen Künsten des Verprügelns. Moms Chef hielt sich wimmernd sein bestes Stück. Ich trat hinter den widerwärtigen nackten Mann und stieß mein Knie in dessen Kniekehle, dass er zu Boden sackte.
Es war ein unglaubliches Gefühl meine Kraft gegen einen alten Schurken zu wenden, statt gegen die Schwachen, Streber, Brillenschlangen und Außenseiter in der Schule.
„Reese.“, hauchte Malcolm.
„Halt durch Kleiner, ich hol dich hier raus.“ Angeekelt betrachtete ich das Häuflein Elend, das auf allen Vieren vor mir kniete. Ich bin noch nicht fertig mit dir, alter Mann, dachte ich.
Einige Tritte in Rücken und Bauch des Alten folgten. „Das hast du davon, du dreckiges Schwein!“ Ich spuckte ihm ins Gesicht.
Endlich kniete ich mich neben meinen Bruder. Einige Kratzer auf seiner Haut waren so tief, dass dunkelrotes Blut daraus hervorquoll. Ich löste das Klebeband von seinen Handgelenken und schob behutsam meine Arme unter den verletzten Körper. Richards zeigte keine Reaktion, als wir den Raum verließen.
Ich trug Malcolm bis zur Haupteingangstür, wo ich ihn kurz absetzte, um die Scheibe mit dem Nothammer einzuschlagen. Malcolm und ich setzten unseren Weg fort. Bis nach Hause waren es ungefähr drei Kilometer und ich betete, dass wir niemandem begegnen würden. Malcolms Kopf lag in meiner Halsbeuge. Immer wieder flüsterte er „Reese.“, wobei sein warmer Atem meinen Hals kitzelte. „Es wird alles wieder gut, ich bin bei dir.“, sagte ich.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast