Tristan von Lahnstein feat. Marbecca / Break my fall

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
Ansgar von Lahnstein Hagen von Lahnstein Ludwig von Lahnstein Rebecca von Lahnstein Tristan von Lahnstein
03.02.2013
23.05.2015
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03.02.2013 519
 
„Scheiße!“, brüllte er, „Verdammte Scheiße!“, und presste sein Hemd noch fester auf die Wunde in seiner Hand. Langsam brachte er das Blut zum Stillstand. Es war nicht, dass er wirklich Angst hatte, dass er verbluten könnte, dazu war er zu hartgesottenen, hatte zu viel im Leben mitgemacht, um bei einer – wenn auch recht großen Schnittwunde – das Flattern zu kriegen. Dennoch nervte es ihn, dass er sich selbst verletzt hatte, wenn auch unbeabsichtigt. Ihm waren die Sicherungen durchgebrannt, wieder einmal. Warum zum Teufel hatte er sich nicht im Griff, warum hörte es nicht endlich einfach auf?

„Und ich will dich“, flüsterte Marlene. Sie schloss die Augen. Sekunden später fühlte sie die samtweichen Lippen ihrer Freundin auf den ihren, spürte, wie ihren Körper ein Flimmern durchströmte. Rebeccas Körper war jetzt sehr dicht an ihrem, und Marlene spürte die Wärme, die von ihm ausging. Dann fiel sie. Es war wieder als könne sie fliegen, kein Boden, der sich unter ihren Füßen befand, keine Decke, die über ihr eine Begrenzung darstellte; sie war wie schwerelos. Das Gefühl war unbeschreiblich, und sie hatte es mit niemandem anderen zuvor erlebt. Weder mit Hagen noch mit Tristan, noch mit einem anderen Mann. Es war so intensiv, dass sie süchtig war nach ihm, und nach der Person, mit der dieses Gefühl verbunden war.

Zahlreiche Bierflaschen und etliche gerauchte Zigaretten später, die Musik bis zum Anschlag aufgedreht, befand er sich endgültig im Sumpf seiner Gefühle, war ihnen komplett ausgeliefert. Er hatte den Kopf in den Nacken gelegt, ließ die Musik durch seine Adern strömen, spürte wie der Bass seinen Magen durcheinanderwirbelte und sog wieder heftig an der Zigarette. Fast liebte er es, sich diesem "Lost-Gefühl" hinzugeben, er zelebrierte es regelrecht. Je tiefer er in den Morast rutschte, je stärker er sich im Selbstmitleid badete, um so leichter war es für ihn zu ertragen.

Rebeccas Lippen wurden fordernder, ihre Hände signalisierten Marlene, dass sie verrückt nach ihr war. Die beiden Frauen unterbrachen ihre Küsse für einen Moment und sahen sich in die Augen. Wenn Rebecca je daran gezweifelt hätte, dass Marlene sie liebte, dann wären diese Zweifel spätestens in diesem Moment ausgeräumt worden. Der Blick, mit dem Marlene sie ansah, war so voller Zärtlichkeit und Verlangen, war voll unbändiger Freude und signalisierte Rebecca wie sehr ihre Freundin sie begehrte.

Rebecca hatte geliebt vor Marlene. Sie war in Gregor verliebt gewesen, lange Zeit, hätte fast alles unternommen, um ihn für sich zu gewinnen, sie war in Christan verliebt gewesen, unsterblich, doch das alles war nichts, NICHTS gegen das was sie für Marlene empfand. Es schien als könnte kein Mann der Welt ihr dieses Gefühl geben was Marlene ihr gab. Es war unbeschreiblich. Rebecca sah immer noch in Marlenes Augen, und wieder kam es ihr vor, als könne sie auf den Grund ihrer Seele blicken, ihre blaugrünen Augen waren so durchlässig, dass sie ihr komplettes Inneres preisgaben, und sie schämte sich nicht länger dafür, sondern ließ es zu.

Die Zweige knackten als er sie bei Seite schob. Ärgerlich wich er einem kleinen Ast aus, der ihn beinahe am Kopf getroffen hatte. Dann hatte er freie Sicht.