Tristan von Lahnstein feat. Marbecca / Break my fall

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
Ansgar von Lahnstein Hagen von Lahnstein Ludwig von Lahnstein Rebecca von Lahnstein Tristan von Lahnstein
03.02.2013
23.05.2015
122
101323
 
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Er beobachtete, wie das Blut aus der Wunde sickerte, erst langsam rann, dann unaufhaltsam seinen Arm hinablief. Es kam ihm vor als gehörte der Arm nicht zu ihm, sondern zu jemand anderem, es war als gehörte sein Körper nicht zu ihm, sondern zu jemand anderem, er fühlte sich fremd in ihm. Es war, als würde sich sein Verstand abschalten, es fühlte sich taub an, „numb“ so wie der Songtitel von einer seiner Lieblingsbands. Das Blut lief währenddessen weiter, es durchnässte den Ärmel seines weißen Baumwollhemdes, den er hochgeschoben hatte, doch er fühlte keinen Schmerz – zumindest nicht den der Wunde. Fast hoffte er, er würde ihn spüren, damit er den anderen - den Schmerz tief in seinem Herzen – überdecken könnte, wegdrücken, auslöschen, doch dieser war zu stark, durchbohrte sein Herz immer noch mit einer Heftigkeit, deren Intensität nicht nachlassen wollte.

Als das Blut von seinem Arm auf den Boden tropfte, kam Bewegung in ihn. Er riss sich das Hemd vom Körper, es mittendurch und presste dann die eine Hälfte auf die noch immer sickernde Wunde der Hand.

Sie beobachtete wie ihre Freundin sich entkleidete. Sie wusste, dass sie es betont langsam tat damit sie Rebecca damit einheizen konnte, und sie genoss es. Sie spielte so bewusst und gekonnt mit ihren weiblichen Reizen, dass Rebecca kaum selbst glauben konnte, dass Marlene noch vor Kurzem Schwierigkeiten damit gehabt hatte, zu ihren Gefühlen, zu ihrer Liebe zu einer Frau, zu stehen. Es sah so selbstverständlich aus, wie sie sich bewegte, und obwohl es keinen Unterschied machte, ob sich Marlene vor einem Mann oder einer Frau auszog, so bedeutete es Rebecca sehr viel mehr als ihre Freundin erahnen konnte. Rebecca selbst kannte sie, die Momente des Zweifelns, der Ungewissheit, kannte die Unsicherheit im Umgang mit ihren eigenen Gefühlen, und sie wusste wie sich der Augenblick der Wahrheit anfühlte, der Wahrheit, nicht, wie der breitere Teil der Bevölkerung, dem anderen Geschlecht zugetan zu sein, sondern dem eigenen. Doch das war Vergangenheit, das einzige, was jetzt zählte war der Moment und das was sie fühlte.

Rebecca zuckte zusammen, denn Marlene hatte sie in die Seite gestupst um ihre Aufmerksamkeit wieder zu erhaschen. „Hey, wo bist du mit deinen Gedanken?“, fragte sie gespielt böse und lachte ihr so Marlene - eigenes Lachen, das Rebecca auch nach den Monaten, in denen sie mit ihrer Freundin zusammen war, immer noch elektrisierte und um den Verstand brachte. „Na, bei DIR“, hauchte sie und wollte Marlene an sich ziehen, doch diese entkam ihr. „Nicht so schnell..“, sagte sie scherzhaft aber mit einem dezent erotischen Unterton in der Stimme. Langsam deutete sie an, den BH-Träger herunterschieben zu wollen, legte dann eine gekonnte Pause ein, und schob ihn dann wieder hoch. Marlene hatte es einfach drauf – die perfekte Verführung. In jeder Sekunde ihrer Performance spürte man dass sie für die Bühne geboren war, dass sie es liebte, im Mittelpunkt zu stehen, die Aufmerksamkeit der Mitmenschen auf sich zu ziehen, und das strahlte sie jetzt mit jeder Pore aus.

Rebecca seufzte leise was Marlene nur noch mehr anspornte. Sie warf ihre lange blonde Mähne zurück und lachte. Dann bedeutete sie Rebecca mit dem Zeigefinger, dass sie näher kommen sollte, was diese nur bereitwillig tat. In dem Moment als Rebecca so dicht vor ihrer Freundin stand dass sie diese hätte berühren können, wich Marlene ihr noch einmal aus. „Marlene!“, rief Rebecca gespielt böse. „Kannst du nicht einmal die Diva außen vor lassen?“ Marlene sah sie unter langen Wimpern hervor an und wusste, dass Rebecca gleich völlig den Verstand verlieren würde. Dann schob sie die Träger ihres BHs herunter, aber nur soweit dass der BH immer noch an Ort und Stelle saß. „Du machst mich fertig, weißt du das?“, raunte Rebecca und war dann mit einem Satz bei der Blondine, die sich jetzt nicht mehr entfernte. Rebecca stand so dicht vor Marlene, dass diese den Atem ihrer Freundin auf dem Gesicht spürte. Sie sah ihr in die Augen, in ihre wunderschönen rehbraunen Augen, die sie so liebte, und sie sah das Verlangen in ihnen. Rebecca beugte sich vor, strich ihr die  langen blonden Haare aus dem Gesicht, und dann spürte Marlene den Mund ihrer Freundin an ihrer Ohrmuschel, fühlte ihre Lippen den zarten Flaum berühren, hörte ihre Worte, gehaucht: „Ich will dich.“