Lovely Troublemaker(s) - Wenn Liebe doch so einfach wäre

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
02.02.2013
29.09.2016
115
621928
1
Alle
79 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
Clemens lief wie ein aufgescheuchtes Huhn durch seine Wohnung und sammelte alle möglichen Gegenstände ein, die er seiner Meinung nach auf Ibiza unbedingt brauchen würde: Sonnenbrille, Kuscheldecke, kleines Lieblingskissen, Haarband, seine neuen FlipFlops, Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50. Dabei murmelte er leise vor sich hin: „Wo Remi bloß wieder bleibt! Ehrlich, dass dieser verrückte Typ nicht pünktlich sein kann. Und das, obwohl er die kürzeste Anreise zu mir hat! Oh..., verdammt! Marco, hast du vielleicht meine Lieblingsshorts gesehen? Die müssen unbedingt auch noch mit.“

Marco, sein bester Freund, der das Treiben schon eine ganze Weile beobachtete, grinste und sagte: „Nee Clemens, die habe ich nicht gesehen, aber ich kann gern mal im Schlafzimmer nachschauen. Irgendwo in diesem Chaos auf deinem Bett wird sie schon sein!“

Dann wand er sich an Fabian, der mit etwas ernsterem Blick dabei stand und sagte: „Komm Fabi, hilf mir beim suchen. Das lenkt dich ab und verkürzt die Wartezeit. Oder willst du lieber unseren Chaoten anrufen und fragen, wo er bleibt? Sonst tickt uns Clemens noch ganz aus. Dabei sollte er es doch mittlerweile wirklich gewohnt sein. Ist schließlich jedes Jahr das gleiche mit deinem werten Herrn Torwartkollegen.“

Fabian nickte nur stumm, zog sein Handy aus der Hosentasche, ging auf den Balkon, wo es etwas ruhiger war und wählte die Nummer seines Freundes, der nach einer gefühlten Ewigkeit mir einem genervt klingenden „Ja?“ meldete.

Auf Fabis Gesicht schlich sich ein leichtes lächeln und freundlich, aber mit einem leicht spöttischen Unterton sagte er: „Ach nee, der werte Herr von Au lebt auch noch! Ist ja ein Ding. Und wann wollten sie uns mit ihrer Anwesenheit beglücken, werter Herr?“

Remi lachte bei Fabians ironisch klingenden Worten, da er dessen Humor kannte und brummte:

„Frag das die Bullen, die irgendwo vor mir auf der Autobahn alles gesperrt haben, weil ein paar Flitzpiepen zu blöd zum Autofahren waren! Ich kann es dir echt nicht sagen, aber ich bin stinksauer! Eigentlich bin ich nämlich rechtzeitig losgefahren...ehrlich. Oder meinst du nicht, 3 Stunden für eine Strecke, die normal eine Stunde dauert, reichen?“

Nun grinste Fabi sogar leicht. Er fand es schön, dass Remi sich scheinbar schon so in Hamburg eingelebt hatte, dass er sogar die dortige Mundart ein Stück weit übernahm, was mit seinem Erfurter Akzent besonders lustig klang. Dann wurde er jedoch wieder ernst und fluchte:

„Shit, das klingt ja echt beschissen! Zumal ich dir zustimmen muss, damit konntest du echt nicht rechnen. Verdammt, was machen wir denn jetzt? Clemens dreht hier schon am Rad und wir müssten eigentlich ja auch bald los zum Flughafen. Kommst du da denn gar nicht raus und könntest sofort dorthin kommen, anstatt erst noch zu uns?“

Einigermaßen verzweifelt schüttele Remi den Kopf und meinte, weil Fabian das ja nicht sehen konnte:

„Nee mein Lütter, das kannst du vergessen! Ich hänge hier mitten im „Niemandsland“ und sehe weit und breit kein Autobahnschild. Zudem haben die im Radio gerade eben durchgesagt, dass die Sperrung noch mindestens ne Stunde andauert. War wohl auch ein LKW involviert, der irgendwas gefährliches geladen hatte.

Ich fürchte also fast, ihr müsst ohne mich vorfliegen. Wäre doch bescheuert, wenn ihr meinetwegen auch das Geld für die Karten verliert. Auch wenn wir alle genug haben, das ist doch echt nicht nötig!“

Fabian seufzte und sagte:

„Das ist doch Quatsch Remi! Entweder, wir fliegen alle etwas später, oder keiner! Aber wenn du unbedingt meinst, dann frag ich Clemens und Engel mal. Wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass sie das anders sehen.“

Bei den letzten Worten war Fabian bereits wieder zurück in die Wohnung gegangen und rief nun nach Clemens und Engel, die auch sofort angelaufen kamen. Ihre Minen waren dabei besorgt, denn Fabians Stimme hatte ziemlich eindringlich geklungen. Daher fragte Clemens auch sofort:

„Fabi, was ist los? Ist...Remi etwa etwas zugestoßen?“

Sofort schüttelte Fabian den Kopf und sah Clemens beruhigend an. Dann sagte er:

„Nein Clemens, keine Sorge, ihm ist nichts passiert. Aber auf der Autobahn hat es wohl einen ziemlich heftigen Unfall gegeben, weswegen jetzt alles gesperrt ist, und er weder vor, noch zurück kommt.

Daher meint er auch, dass wir vorfliegen sollen, aber..., also ich halte da nicht allzu viel von! Schließlich soll das doch unser gemeinsamer Trip werden. Und es ist schon schade genug, dass Rick nicht mitkommen kann. Da sollten wir nicht Remi auch noch hier zurücklassen.“

Clemens schüttelte erst den Kopf angesichts Remis Vorschlag, dann nickte er, denn er sah es ähnlich wie Fabian. Daher sagte er auch:

„Oller Sturkopf! Gib ihn mir doch mal. Dem werde ich was erzählen!“

Fabian nickte nur und reichte das Telefon an Clemens weiter, der Remi auch sofort mit einem Wortschwall überrumpelte:

„Remi, sag mal spinnst du? Wie kommst du bloß auf den Gedanken, dass wir ohne dich fliegen? Das kommt gar nicht in Frage! Ich rufe jetzt am Flughafen an und verschiebe die Flüge. Scheiß doch was auf das Geld! Davon haben wir echt mehr als genug. Also, komm sobald die Bahn wieder frei ist, aber stress dich nicht, haben wir uns verstanden!

Wir brauchen dich schließlich noch, und außerdem wollen wir doch einen tollen Urlaub miteinander verbringen. So eine richtige Männersause ohne Mädels, bescheuerte Exfreunde und andere Störenfriede!

Also, mach dich locker, chill ein bisschen und dann passt das schon!“

Bei Clemens' letzten Worten lachten alle und Remi murmelte leicht grummelnd, aber innerlich glücklich, dass er seinen Freunden so wichtig war, obwohl er nur ein kleiner Regionalligakeeper war:

„Ist ja schon gut, ich habe es verstanden. Danke Jungs! Dann bis nachher und Clemens...mach du auch mal ein bisschen ruhiger. Fabi meinte, dass du schon wieder wie ein aufgedrehtes Duracelhäschen durch die Wohnung pest. Denk dran, wir haben Urlaub!“

Damit legte er einfach auf und ließ am anderen Ende der Leitung einen entrüsteten, aber grinsenden Clemens zurück, der eher zu sich sagte: „Verrückter Vogel!“ und sich dann an seine Freunde wandte, die dem Gespräch gespannt gelauscht hatten.

„Alles klar ihr beiden! Wir fliegen später...hoffe ich zumindest, und warten auf Remi. Daher, hockt euch doch noch ein bisschen ins Wohnzimmer. Ich versuche in der Zwischenzeit etwas beim Flughafen zu erreichen!“

Engel und Fabian nickten nur und machten es sich tatsächlich in dem angenehm temperierten Raum gemütlich. Unterdessen telefonierte Clemens im Arbeitszimmer mit dem Flughafen um die Flüge umbuchen zu lassen. Dies erwies sich zwar als schwieriger, denn vermutet, aber nach viel hin, und her hatte er doch noch vier Flüge für 21:00 Uhr bekommen. Spät genug, dass Remi auf jeden Fall rechtzeitig da sein würde.

Dementsprechend erleichtert gesellte sich Clemens nun auch zu seinen Freunden und unterhielt sich noch ein bisschen mit ihnen. Dann, gegen 18:00 Uhr klingelte es endlich an der Tür und er konnte Remi, der sichtbar geschafft aussah, erleichtert in die Arme schließen, ebenso wie Fabi und Engel.

Remi seinerseits war ebenfalls froh endlich bei seinen Freunden zu sein und begrüsste sie ebenso herzlich. Nach der Begrüßung fragte er jedoch, ob er noch Zeit hätte zu duschen, denn er fühlte sich verschwitzter und „klebriger“ als nach zwei Stunden hartem Training.

Clemens, der das gut nachvollziehen konnte, bejahte das, so dass Remi ohne viele Worte zu machen ins Badezimmer verschwand. Dort entledigte er sich der verschwitzen Klamotten und stellte sich unter die angenehm kühl eingestellte Dusche.

Allzu viel Zeit ließ er sich jedoch nicht, denn auf noch mehr Hetze hatte er nach dem ganzen Stress auf der Autobahn wahrlich keine Lust mehr. Dementsprechend zügig war er fertig mit duschen und neu anziehen. So dass sie keine Stunde später endlich zum Flughafen aufbrechen konnten.