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Sag die wahrheit Shirley

GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Beth Chapman Duane "Dog" Chapman Duane Lee Chapman Leland Chapman Lyssa "Baby Lyssa" Chapman
31.01.2013
05.02.2013
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31.01.2013 1.834
 
1 Kapitel

Duane Lee sicht und Pov

Ich hatte den Aerobicraum noch nicht erreicht, da hörte ich schon die Musik. Zu beiden Seiten sah ich frauenhinter den Glastüren ihre Körper trainieren. Mir war klar, dass ich in meinem Dunklen Anzug, dem weißen Hemd und der Krawatte auffallen musste wie ein bunter Hund. Als ich an einer Halle vorbei kam, in der zwei Frauen Squash spielten, hielten diese inne und schauten mich an. Mit meinen durchtrainierten Eins neunzig, dem dunklen Haaren und den blauen Augen war ich es gewohnt, die Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts auf mich zu ziehen. Vielleicht erkannte mich hier auch jemand, wer wusste das schon, denn auch in Deutschland wurden die Sendungen meiner Familie ausgestrahlt. Doch heute wollte ich Duane Lee Chapman mich auf gar keinen Fall durch die bewundernden Blicke der Frauen von meinem Ziel abbringen lassen. Mein Blick war fest auf die Tür vor mir gerichtet, hinter der die Musik ertönte. Ich holte tief Luft straffte meine Schulter, um den Adrenalinschub, der mich erfasste, unter Kontrolle zu bekommen.
Niemand durfte solche Gefühle in mir hervorrufen auch nicht Shirley Chapman. Ich wollte ihr einen Vorschlag machen, das war alles. Wahrscheinlich würde sie zunächst ablehnen, dann würden sie sich ein Wortgefecht liefern, bis sie sich am Ende seinen Wünsch fügte. Denn er würde als Sieger daraus hervor gehen. Danach wollte ich die nötigen Vorkehrungen treffen und wieder abreisen.
„Gut so Charly! Lass die Hüften kreisen! So ist es gut….
Als ich die Tür mit der flachen Hand aufstieß, hörte ich ihre Stimme. Klar .Deutlich. Aufmunternd.
Ich betrat den Raum – und alles Anwesenden starrten mich verdutzt an. Doch mein Interesse galt nur der zierlichen Jungen Frau die in ihrem Schwarz-Pinken Zumba Outfit, die mir den Rücken zugewandt hatte, mich aber im Spiegel sah. Ihr kurzes dunkle Haar passte sich perfekt ihre Kopfform an, wobei der jungenhafte schnitt ihre feminine Ausstrahlung noch betonte. Ihre Haut war zart gebräunt, und die perfekte Proportionen ihres Körpers, zeigte das Zumba – Outfit deutlich. Ich ließ meinen Blick über ihren Körper schweifen und entdeckte dabei eine kleine Schmetterlingstätowierung auf ihrem Schulterblatt. Ich räusperte mich. „Es tut mir leid dass ich  deinen Kurs zu unterbrechen muss, aber du warst anders nicht zu erreichen. Wie nimmt man eigentlich Kontakt zu dir auf? Per Brieftaube?“
In meiner Stimmer schwang die alte Feindseligkeit mit. Als sie sich umdrehte, sah ich ihre Angst in ihren großen blauen Augen. „Hallo, Duane Lee.“  Ihr lächeln wirkte gezwungen auf mich, und distanziert. “  Es freut mich auch ungemein, dich wieder zusehen. ”
Der Sarkasmus ihrer Worte war nicht zu überhören. Doch dann wich das Blut aus ihrem Gesicht, als sie hinzufügte: Ist Lucy etwas passiert?“
Die Sorge um ihr Kind schien echt, obwohl sie sich um das Wohlergehen meines Bruders  damals nicht sonderlich geschert hatte.
„Woher soll ich das wissen?“ entgegnete ich. „Ich habe sie seit fast drei Jahren nicht gesehen!“ Ich sah Shirley an, dass sie Erleichterung spüren musste.
„Seit Tagen versuche ich, dich zu erreichen, aber deine Festnetznummer steht nicht im Telefonbuch, und jedes Mal, wenn ich an deiner Haustüre klingele, bist du nicht da. Sie wirkte beinah bestürzt dass ich ihre Adresse in Erfahrung gebracht hatte.
„Wir haben viel um die Ohren“. Ihre Antwort sollte mir wohl sagen dass mich ihr Privatleben nichts anginge.“ Was willst du überhaupt von mir?“

Duane lee Sicht und Pov Ende

Ich sah wie sich Duane Lee Gesichtszüge verspannten. „Können wir nicht woanders reden?“
Ich wies in die Richtung des Ausganges, und deutete der Gruppen an das sie einen Moment lang auf mich verzichten müssen.
„Was willst du?“ fragte ich unwirsch. Allein der Anblick von Duane Lee Chapman brachte mein Blut in Wallungen. Er war noch genau so attraktiv und hartherzig, wie ich ihn in Erinnerungen hatte. Ein Finanzexperte und Kopfgeldjäger. Und der Halbbruder meines verstorbenen Ehemannes. Es war fast drei Jahre her, dass ich mit meiner achtzehn Monate alten Tochter aus dem vornehmen Viertel in Colorado in meine Heimatstadt nach Deutschland geflüchtet war, um seinen bösen Sticheleien und Anschuldigungen zu entrinnen. Drei Jahre nach dem Chris tragischen Unfall, der mich als Witwe und <alleinerziehende Mutter zurück gelassen hatte. Duane Lees Blick verreit mir das er seine Meinung über mich nicht geändert hatte. Allein in seiner Gegenwart fühlte ich mich nicht mehr so selbstbewusst und stark. Ich gab keine Erklärung ab, für mein Verhalten oder meiner Notlüge, dafür hätte ich meine Seel offen legen müssen. Und das hatte ich mir geschworen, das niemals zu tun.
Ich schluckte meine Bitterkeit herunter. „Aus welchen Grund bist du also gekommen?“
„Nicht deinetwegen.“ Seine Worte trafen mich.
„Wegen Lucy. Ich bestehe darauf meine Nichte mitzunehmen.“
„Was?“ Mein Magen zog sich zusammen, als meine schmerzhaften Erinnerungen hochkamen.
Die Arroganz in seiner Stimme ließ meinen Zorn auf ihn wachsen. „Du, bestehst darauf?“
„Sie ist das Kind meines Bruders“, entgegnete er. „Und sie hat einen Großvater und Großmutter, die sie seit Jahren nicht gesehen hat.“
„Außerdem hat sie eine Mutter, die nie gut genug für eure Familie war  - schon vergessen?“
Sein Gesichtsausdruck verhärtete sich. “Also gut ich gebe zu wir waren nicht immer einer Meinung.“
„Nicht immer einer Meinung?“ Ich schnaubte.“ So nennst du das? Du hast mich damals als eine unfähige Mutter und Ehebrecherin bezeichnet…..“
Das Blau seiner Augen wurde noch unergründlicher. „Nun ja…“Offensichtlich wollte er nicht an den alten Anschuldigungen rühren. „Das ändert nichts daran, dass du kein Recht hast, Lucy ihre Familie vorzuenthalten.“
„Ich habe jedes Recht dazu!“ Die Hitze stieg mir vor Zorn ins Gesicht. Ein Streit mit Duane Lee war schlimm genug und wie er gekleidet war machte es auch nicht besser. Vor allem weil er so groß und männlich vor mir stand. „Chris und ich waren ihre Familie sonst niemand.“ Das entsprach nicht ganz der Wahrheit denn meine Eltern gab es auch noch auch wenn sie in Spanien lebten.
„Chris war mein Bruder.“
„Zu schade, dass dir das nicht eingefallen ist, als er noch am Leben war!“
Oh jetzt hatte ich einen wunden Punkt getroffen, dass merkte ich daran das Duane Lee seine Lippen aufeinander presste und sich seine Augen verengten. Vielleicht nagte es doch an ihm, das er damals als sein Bruder ihn darum bat ihn aus den Finanziellen Schwierigkeiten zu helfen, nicht tat.
„Willst du mir wieder damit kommen?“
Etwas sagte mir ich sollte auf der Hut sein vor ihm und ihn nicht unnötig reizen. Aber der Schmerz der letzten Jahre und seine unerbittlichen Vorwürfe, wie die Anschuldigungen ließen mich in diesem Moment sagen: „Ich will nichts mit dir zu tun haben, Duane Lee Chapman.“
Sein Blick wanderte über meinen Körper.
„Habe ich dich je darum gebeten?“ fragte er leise und sein Zug um die Mundwinkel ließ keine Zweifel wodrauf er gerade anspielte. Mein, das hatte er nicht. Für mich war Duane Lee immer der ältere Bruder meines Mannes gewesen. Er holte mich aus meinen Gedanken.
„Wenn ich mich recht entsinne „, sagte Duane lee nun mit eiskalter Stimme“ hattest du auch ohne meine Hilfe genug damit zu tun, dein treue versprechen  zu brechen. Allerdings glaube ich das ein Fingerschnippen von mir  genügt hätte – obwohl du schon einen Liebhaber hattest.“
„Er war nicht mein Liebhaber! Und du irrst dich wenn du denkst, dass ich mich jemals mit einem Mann wie dir einlassen würde.“
Mir fiel wieder ein, wie ich  an jenem schlimmen Tag vor ihm gestanden hatte. Die furchtbare Szene hatte sich tief in mein Gedächtnis gegraben. “Um es nochmal klar zustellen……“
Ich habe deinen Bruder geliebt, wollte ich eigentlich sagen, aber in diesem Moment ging die Tür des Raumes auf. Eine junge Frau trat raus und sah Duane lee herausfordernd an, als sie an ihm vorbei ging. Duane Lee machte einen Schritt auf mich zu. Plötzlich kam ich mir in der Zumba Kleidung ziemlich nackt ihm gegenüber vor und der Atem stockte mir. Wir waren uns so nah, das ich sein herben Duft seines Aftershaves riechen konnte. Da half auch Duane Lees formelle Kleidung nicht. Seine Gegenwart war einfach zu viel für mich und ich wich zurück.
„Mein Vater muss seine Enkelin unbedingt einmal sehen „ ,sagte er.“ Und ich meine Nichte.“ Eine Sorgenfalte zeichnete sein Gesicht. “Mein Vater ist in letzter Zeit etwas angegriffen…“
„Es täte ihm sicherlich gut, sein Enkelkind um sich zu haben. Er hat Lucy zum letzten Mal gesehen, als das Kind achtzehn Monate war.“
„Du glaubst wirklich, du kannst hier einfach hereinspazieren und Lucy so mitnehmen? Denkst du ich würde das erlauben?“  Angst stieg in mir hoch.“ Sie kennt dich doch gar nicht.“
„Und wessen schuld ist das?“
„Sie kennt dich nicht“ , wiederholte ich ohne auf seinen Vorwurf einzugehen. Und ich auch nicht,  fügte ich in meinen Gedanken hinzu.
„Ich bin der Onkel des Kindes. Aber du hast nie erlaubt, uns kennen zu lernen. Nie hast du Fotos geschickt, nie Kontakt zu gelassen. Weißt du eigentlich wie sehr Dog darunter leidet? Meinst du nicht, dass es schon schwer für ihn war seinen Sohn verloren zu haben? Musstest du ihm auch noch seine Enkelin nehmen?“
„ Ich wurde aus eurem Leben verbannt“ stieß ich wütend hervor.“ Und du scheinst auch zu vergessen, dass ich ebenfalls einen Verlust zu verkraften musste…“ ich schloss meine Augen. “Ich habe meinen Mann verloren. Und ich musste gegen eure Vorwürfe wehren. Ihr habt es mir immer wieder zu verstehen gegeben das Chris eurer Meinung nach unter Stand geheiratet hat.“
„Das habe ich nie behauptet.“
„Das musstest du auch gar nicht!  Alles was ich getan habe wurde durch euch kritisiert.“
„Ich bin nicht für meinen Vater verantwortlich.“
Seine Gesicht Züge verhärteten sich.
„Du wusstes das Chris, nicht mit Geld umgehen konnte. Er hat über seine Verhältnisse gelebt, und du hast ihn noch dazu ermuntert.“
Damals war ich jung gewesen, um die Anzeichen zu erkennen: Chris Reizbarkeit, die Trinkerei,  die Stimmnungsschwankungen.
„Du wolltest ihm doch das Wasser abgraben“ erinnerte ich ihn.“ Das war doch der Ausdruck den du verwendet hast.“
Er widersprach nicht. Warum auch?
„Ich habe jetzt keine Zeit mehr, ich muss zum Unterricht zurück“, sagte ich als die Musik im Raum abrupt endete. Unsre zusammen treffen war schlimmer als ich annahm. Erleichtert wandte ich mich zum Gehen.
„Du wirst das tun, was ich von dir verlange.“
Ich blieb stehen und drehte den Kopf. Meine Augen funkelten zornig. „Ach ja? Und was wirst du tun wenn ich mich weigere? Eine Lügengeschichte erfinden, so da mir das Gericht Lucy wegnimmt? Damit hast du mir schon vor Jahren gedroht.“
„Deshalb bin ich nicht her gekommen.“
„Nein, du willst, dass ich sie dir einfach mitgebe. Es tut mir leid, Duane lee, aber die Antwort lautet Nein. Ohne mich geht Lucy nirgendwohin. Und ich werde mich ganz bestimmt nicht noch einmal in die Höhle des Löwen begeben. Nein, danke.“
„Und ob du das tust, Shirley.“
„Was willst du uns entführen? Ich lachte auf. Stockte aber sofort wieder.
„Nenn mir einen Grund warum ich das tun sollte.“
„Dein Gewissen, sofern du eines hast.“
Trotzig hon ich das Kinn. „So eins wie deins etwa?“
Ohne eine Antwort  abzuwarten, verschwand ich in den Sportraum.
 
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