4. Die andere Seite des Lebens

von Drakole
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 Slash
31.01.2013
17.09.2015
25
79667
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Dieses Kapitel
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So eigentlich hab ich ja grade mal den dritten Teil dieser
FF-Reihe hochgeladen. Da der dritte Teil aber nicht zwangsweise
gelesen werden muss, um den vierten zu verstehen, habe
ich mich dazu entschieden, diesen Teil jetzt schon hochzuladen.

Zum Raiting:

Ich habe es auf P16 Slash gestellt.

Zur Begründung: Wer die Vorgänger kennt, weiß das
Jazz und Hide bei mir ein Paar sind. Sie spielen
zwar nur eine kleine Rolle, aber sie kommen vor
und daher lässt sich das Slash nicht vermeiden.

P16 ist eigentlich nur zur Sicherheit. Ich denke
mal P12 hätte auch gereicht, aber vorsicht ist immer besser als
Nachsicht xD

A/N: Tja was soll ich sagen, ich werde in diesem
Kapi leider ehr noch ne Frage in den Raum werfen, als
das ich die erste beantworte, aber zu meiner Verteidigung:
Die FF fängt erst an xD

So genug gelabbert, viel Spaß beim lesen ;)
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Seit zehn Tagen schon war die Stimmung auf dem Stützpunkt so getrübt, wie schon lange es nicht mehr der Fall war. Selbst die trübe Stimmung von damals, nach Chicago, wurde von der aktuellen überboten. Noch immer hatte niemand das Geschehen von vor zehn Tagen verarbeiten können, vor allem die Autobots nicht. Nicht einmal die dummen Zwillinge mochten spielen und Jolt vermochte es nicht mehr, sich irgendwelche Streiche aus zu denken. Zu tief saß einfach der Schock.
Selbst Soldaten, die sonst eigentlich nicht viel mit den Autobots zu tun hatten oder wollten, zogen traurige Gesichter und konnten nicht fassen, was geschehen war. Nicht einmal aussprechen wollte man diese Situation.
Zehn Tage zwischen hoffen und bangen. Was genau passiert war, konnte niemand sagen und die die es wussten, wollten nichts sagen. Aber es spielte auch keine Rolle mehr. Elita saß seit Tagen auf der Couch, in der Wohnung von Jazz und Ironhide. Die Femme vermochte es nicht mehr zu lächeln oder zu reden und selbst das Essen in ihrer menschlichen Form verweigerte sie oft. Die ganze Zeit über starrte sie auf das Telefon, das vor ihr auf dem Tisch lag, in der Hoffnung es würde jeden Moment klingeln und ihr die erlösende Nachricht übermitteln. Doch seit geschlagenen Zehn Tagen tat sich rein gar nichts.
Wieso bestrafte man sie so?
Wieso bestrafte Primus sie so?
Wieso bestrafte er sich selbst so?
Fragen auf die es keine Antworten gab. Es waren Dinge, die man nicht greifen konnte. Dinge die man einfach nicht erklären konnte, egal wie viel Verständnis man mit brachte. Dinge die ein Leben aus machten oder auch zerstören konnten.
Ständig brach Elita in Tränen aus und Ironhide musste sie trösten. Nur leider gingen dem Waffenexperten langsam die Worte aus und Jazz, der ihm hätte helfen können, trauerte fast genauso schlimm vor sich hin, wie es die Femme tat. Der Pontiac gab sich für das Ereigniss die ganze Schuld und fragte sich, was nur so schief gehen konnte. Jeder der Bots fragte sich, was er nur falsch gemacht haben könnte. Ironhide versuchte stark zu sein, aber selbst ihn verließen irgendwann die Kräfte. Er trauerte um seinen besten Freund. Ein Freund, der dem Waffenexperten erst beigebracht hatte, was Freundschaft wirklich bedeutete. Aber einer musste sich ja um die Bots kümmern.
Eigentlich wäre ja Jazz dafür verantwortlich gewesen, als Stellvertreter. Aber genauso wie Elita, war er nicht in der Lage dazu. Der nächst Ranghörehre war in diesem Falle also Ironhide. Der Waffenexperte seufzte. Wenn doch nur endlich das Telefon klingeln würde ...

Es war drei Uhr morgens, als Prime versuchte, langsam seine Augen zu öffnen. Obwohl es im Zimmer dunkel war, musste er mehrmals blinzeln und selbst dann, konnte er seine Augen nur halb öffnen. Er fühlte sich sehr müde und matt an. Sein Körper war schwer und steif wie eine Marmorsäule. Einige Körperteile konnte er nicht einmal spüren, aber noch erregten diese Dinge nicht wirklich seine Aufmerksamkeit.
Optimus versuchte sich um zu schauen, aber er konnte nichts erkennen. Nicht weil es zu dunkel war, sondern mehr, weil er nur alles sehr verschwommen wahrnehmen konnte. Seine Augen waren getrübt. Zu seiner linken Seite, konnte er Licht erkennen, das durch ein Fenster schien und irgendetwas bewegte sich dort hinter. Es kam ihm fast so vor, als würde er ein Tier beobachten, das sich hinter einer Scheibe im Zoo befand, nur das er keine genauen Formen erkennen konnte. Er sah nur Licht und ein paar Farben. Er konnte sich nicht einmal wirklich orientieren, selbst wenn er es versucht hätte. Er wusste nicht, ob er lag oder stand. Er wusste nicht wo oben und unten war. Er konnte sich nur nach rechts und links orientieren. Die ganze Welt schien für ihn nicht mehr greifbar gewesen zu sein. Sowohl körperlich, als auch seelisch konnte er keine Umgebung greifen. Eine saubere und unnatürlich reine Luft umgab ihm, das er das Gefühl hatte, er würde noch Träumen, obwohl er sich gedanklich sicher war, das er wach war.
Zu seiner rechten Seite vernahm der Commander dann ein leises, gleichmäßiges piepen. Prime drehte seinen Kopf daher nach rechts um. Doch das Einzige, was er sah, waren bunt leuchtende Farben. Etwas gelbes, weißes und grünes sah er. Optimus drehte sich jedoch schnell wieder zur linken Seiten um, nachdem sein Kopf angefangen hatte höllisch zu schmerzen. Er wusste nicht einmal genau, warum sein Kopf plötzlich so weh tat. Es waren vielleicht zwei oder nur drei Sekunden, die er nach rechts geschaut hatte und dabei tat er nicht einmal etwas, was hätte diese Schmerzen verursachen können und doch waren sie da.
Dann versuchte Prime ein paar Gedanken und Erinnerungen zu fassen und heraus zu finden, wo er sich befand, doch er war zu müde. Optimus versuchte noch mit etwas Kraft sich wach zu halten, aber es war vergebens. Langsam fielen ihm die Augenlider wieder zu und er reiste zurück ins Land der Träume.

Die Sonne schien sogar durch die zugezogenen Gardinen hindurch, als Optimus noch einmal seine Augen öffnete. Wieder musste er mehrmals blinzeln, bis er seine Augen diesmal ganz öffnen konnte. Leider war seine Sicht dadurch nicht besser geworden. Noch immer nahm er nur alles sehr verschwommen wahr. Es gab nur einen Unterschied. Beim ersten mal war alles dunkel, mit leuchtenden, buntem Licht. Diesmal war es hell mit schwachem leuchtend buntem Licht. Sein Körper fühlte sich immer noch schwer und steif an. Er konnte sich keinen Zentimeter bewegen, außer seinen Kopf, der aber in bestimmten Positionen höllisch zu schmerzen begann.
Langsam tastete sich der Commander voran. Er spürte, wie sein linker arm zuckte und hob ihn ein wenig an. Prime tastete mit der Hand seine Umgebung ab. Er spürte etwas weiches, das sich wie eine Decke anfühlte. Weiter rutschte seine Hand zur Seite und erneut spürte er etwas weiches.
Ein Bett! Er musste sich in einem Bett befinden. Das war für Optimus schon mal ein großer Schritt, denn so konnte er sich orientieren und wusste, das er wahrscheinlich auf dem Rücken lag. Auch wenn Prime erneut die Fragen durch den Kopf schossen, wo er sich überhaupt befand und wie er dahin gekommen war.
Doch schnell wurde seine Erkenntnis wieder zu -nichte gemacht. Als Prime sich weiter mit seiner Hand voran tastete, spürte er plötzlich ein Geländer aus Holz. Es war zwar nicht sehr hoch, aber es war ein Geländer. Doch Prime kannte keine Betten, die irgendwelche Geländer besaßen, also lag er wohl doch nicht in einem Bett.
Aber wo war er dann?
Prime folgte mit seinem Blick seine Hand. Er konnte zwar auch diese nur verschwommen wahrnehmen, aber immerhin konnte er ihrer Bewegung folgen. Optimus nahm nun seine Hand und fuhr nicht mehr zur Seite runter, sondern tastete sich nach oben. Nun bemerkte er, das sich etwas in seinem linken Handrücken befand. Nun betastete sich der Commander selbst. Er spürte einige Kabel und Schläuche, konnte sich aber keinen Reim daraus machen. Langsam stieg ihm die Übelkeit in den Hals und er bekam Panik. Es gab sicher nicht viele Sachen, die Prime Angst machen konnten, doch Optimus war so verwirrt und orientierungslos, das es einfach über ihn herein brach.

Aless ging mit Nick, einen angestellten Krankenpfleger des Italieners, noch einmal die Medikamente durch, die sein neuer Patient bekommen sollte. So bemerkte Alessandro auch nicht, das sein Patient erneut wach geworden war. Der Italiener hatte zwar keine Nachtschicht, aber dennoch war es ihm am Morgen nicht entgangen, das sein Patient bereits schon einmal aufgewacht war. Natürlich berichtete ihm eine Krankenschwester ebenfalls davon und bestätigte so Aless´Vermutung, die er anhand der Werte der Monitore bereits hatte.
Aless hätte sich eigentlich darüber freuen sollen, das sein Patient nach zehn Tagen endlich wieder die Augen geöffnet hatte, doch er freute sich nicht. Diese Erkenntnisse änderten nämlich leider nichts daran, das der Patient zum einen wieder eingeschlafen war und zum anderen immer noch in Lebensgefahr war. Irgendwo hatte der Italiener aber auch selbst Schuld an diesem Schlamassel gehabt. Er hätte ihn einfach nicht gehen lassen dürfen. Aber Aless tat es einfach. Aless ließ ihn einfach gehen und nun steckte er gewaltig in der Tinte.
Der Italiener verwarf seine Gedanken wieder und konzentrierte sich wieder auf Nick und die Akte.
Erst als eine Lampe rot aufleuchtete, weil entweder ein paar Werte in den Keller fielen, oder Werte zu hoch anstiegen, schaute Aless durch das rechteckige Fenster und sah die Bewegungen der linken Hand und wurde so aus seinen Gedanken gezogen. Daraufhin ließ der Italiener natürlich alles stehen und liegen und begab sich schnell in den Vorraum. Dort wusch er sich die Hände mit Seife und Desinfektionsmittel und anschließend zog er sich noch eine Schutzmaske auf, bevor er das Patientenzimmer betrat.

Optimus wurde immer nervöser, als das gleichmäßige Piepen, das er hörte, plötzlich schneller und lauter wurde. Dann sah er jemanden auf sich zu kommen. Als die Person direkt neben ihm stand, versuchte Prime diese mit seiner linken Hand ab zu wehren, aber seine Bewegungen waren so unkoordiniert, das Aless sie nicht deuten konnte. Der Italiener versuchte Prime zu beruhigen und begann, leise und sacht auf ihn ein zu reden.
"Optimus, kannst du mich verstehen?"
Doch der Commander konnte die Worte nicht verstehen. In seinen Ohren hallten sie wieder, als würde jemand in einen leeren Raum schreien und das gesagte würde widerhallen. Es klang für Optimus einfach schrecklich und er wollte das es aufhörte. Aber er konnte Aless es nicht zu verstehen geben. Prime konnte weder reden, noch anderweitig reagieren.
Stattdessen raste sein Puls immer schneller und sein Atem glich einer zu schnell arbeitenden Pumpe. Alessandro versuchte alles daran zu setzen, das Optimus nicht zurück ins Koma fiel, doch seine Bemühungen schienen umsonst.
Der Commander fühlte sich nicht mehr matt oder müde, nein, er spürte, wie ihm richtig schlecht wurde und kämpfte gegen das Erbrechen an. Prime sah dann nur noch ein paar Sterne vor sich her tanzen, als er seine Augen verdrehte und damit drohte, wieder sein Bewusstsein zu verlieren.

In der zwischen Zeit, war Nick dem Italiener zur Hilfe geeilt, mit einem neuen Tropf und einer Spritze. Aless beobachtete die ganze Zeit über die Werte an den Monitoren. Aber leider konnte er nicht verhindern, das Optimus wieder ohnmächtig wurde. Der Italiener verzog gefrustet das Gesicht. Der Commander schwebte in höchster Lebensgefahr, egal ob im wachen oder schlafenden Zustand. Doch wenn Prime wach gewesen wäre, hätte man es wesentlich leichter beobachten können, wie der Heilprozess vonstatten ging und man hätte viel schneller eingreifen können, anstatt zu warten bis die Monitore Alarm schlugen. Aber so konnte Aless nicht einmal sagen, ob Prime einfach nur bewusstlos war, oder wieder ins Koma abdriftete, denn die Werte blieben gleich und sagten nur aus, wie schlecht es dem Commander doch ging.
Der Italiener schloss noch die neue Infusion an, bevor er das Zimmer wieder verließ. Alessandro würde wohl bis zum Abend warten müssen, bevor er den anderen sagen konnte, das Prime wach geworden war, oder es ihnen halt auch nicht sagen, wenn Prime wieder ins Koma gefallen sein sollte. Denn der Italiener wollte den Autobots keine falschen Hoffnungen machen.