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Wanted you more

Kurzbeschreibung
SongficLiebesgeschichte / P12 / Gen
Julianna "Jules" Callaghan Sam Braddock
30.01.2013
30.01.2013
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30.01.2013 1.246
 
Das Lied heißt „Wanted you more“ ^^ und ist von Lady Antebellum, meiner absoluten Lieblingsband. http://www.youtube.com/watch?v=IrAoL3pVCDI





I kept waiting on a reason

And a call that never came

Er schloss die Augen, aber das Bild war immer noch da. Fest eingebrannt in sein Gedächtnis, wie alles, was er eigentlich verdrängen wollte.

Jules.

No, I never saw it coming

Something in you must have changed

Er hätte es wissen müssen, sie liebte ihren Job viel zu sehr, als dass…ach, was machte er sich vor? Seufzend öffnete Sam die Augen wieder. Er hatte gehofft, sie würde sich für ihn und gegen die Regeln entscheiden. Er hatte es bis zuletzt gehofft.

All the words unspoken,

promises broken,

I cried for so long

Die Zeit zwischen Mitternacht und Morgengrauen war immer die schlimmste. Das Mondlicht, das durch sein Schlafzimmerfenster fiel, tauchte alles im Raum in silbernes Licht, es war beinahe unwirklich. Zeitlos.

So zeitlos wie die letzte Nacht, die Jules hier verbracht hatte. Es war ihr vorletzter Tag außer Dienst gewesen, und die Nacht – Vollmond. So wie jetzt.

Wie so oft fiel Sams trauriger Blick auf die leere Betthälfte, dort, wo sie gelegen war in jener Nacht, den ganzen Körper in silbernes Licht getaucht. Sie war so wunderschön gewesen, noch schöner als sonst. So wunderschön, dass es wehtat – so schön, dass Sam hatte alles vergessen können.

Wasted too much time,

should have seen the signs,

Seine Familie. Afghanistan. Selbst den Job hatte er vergessen, die Vorschriften. Er hatte die Zeit vergessen – und dass es keine Zukunft für sie gab.

Now I know just what went wrong

Es würde niemals eine Zukunft für sie geben.

I guess I wanted you more

And looking back now, I'm sure

I wanted you more

I guess I wanted you more

Sie hatte es ihm gesagt, von Anfang an. Sie war ehrlich gewesen. Konnte er ihr einen Vorwurf machen? Sie hatte ihm immer gesagt, dass das Team Vorrang hatte.

All the nights we spent, just talking

Of the things we wanted out of life

Es half nichts, er würde sowieso nicht mehr einschlafen können. Mit einem letzten wütenden Blick auf die leere Matratze neben sich schlug Sam die Decke zurück und ging in die Küche, – wo neue Erinnerungen auf ihn warteten, der Geruch von Bier und Pfirsichshampoo um halb eins in der Nacht. Es hatte gedauert, bis Jules sich bereiterklärt hatte, einmal zu ihm zu kommen – „nur ganz kurz, Sam. Deine Wohnung liegt viel zu weit von meiner normalen Route entfernt, und ich habe keine Sachen bei dir!“

Das hatte sich schnell geändert. Trotz seiner Wut auf die Welt musste Sam lächeln, als er an den Abend zurückdachte. Er hatte sich noch nie zuvor jemandem so vollkommen anvertraut wie Jules damals. Er hatte ihr alles gesagt.

Making plans and dreams together

Und sie ihm. Sie hatte ihm ihren größten Traum anvertraut: ein Baby.

Wish I'd seen, I was just too blind

Sam hatte sich erlaubt, zu vergessen, dass es noch andere potentielle Kindesväter geben könnte. Einfacher, unkompliziertere, nicht verbotene Kindesväter.

My heart was open, exposed and hoping

For you to lay it on the line

Das Bier, das Sam aus dem Kühlschrank nahm, schmeckte schal. Bitter. Oder war das nur die Hilflosigkeit, die auf seiner Zunge lag?

In the end it seemed

There was no room for me

Still, I tried to change your mind

Er hatte alles versucht. Natürlich, es war falsch, das Team so zu hintergehen. Sam hatte es auch nicht gerne gemacht, aber – er hätte Jules nie aufgegeben deshalb. Er hatte es den anderen sagen wollen, vielleicht nicht gleich Ed oder dem Sarge, aber zumindest Wordy, Spike und Lou. Er kannte die Jungs gut genug um zu wissen, dass sie kein Problem damit hätten. Sie arbeiteten doch trotzdem fehlerlos! Sie waren beide Cops, sie waren professionell, wo wäre denn das Problem gewesen? Sam hätte es ihnen gesagt.

Aber dann war etwas dazwischengekommen. Die Kugel, die sich knapp unter den Rippen in Jules’ Bauch gebohrt und alle anderen Gedanken ausgelöscht hatte.

I guess I wanted you more

And looking back now, I'm sure

I wanted you more

I guess I wanted you more

Sam wusste nicht mehr, was er den Anwälten und den Männern der Internen Investigation gesagt hatte. Er wusste nicht mehr, wie er zum Spital gekommen war. Als die Türen des Rettungswagens vor Jules‘ kleinem, gebrochenen Körper zugefallen war, waren auch die Türen von Sams Geist zugefallen. Da war nur noch ein großes Rauschen gewesen, und eine Angst im Magen, die sich langsam und schmerzhaft immer weiter nach oben brannte. Er kannte diesen Schmerz, seit Afghanistan. Seit er zur Aufklärung in die Stadt gefahren war und dort gehört hatte, dass Matt nicht von der Patrouille dort zurückgekehrt war. Angst, die jede Sekunde schlimmer und beißender wurde, einem die Brust zerquetschte, die Kehle,… Er war erst wieder zu sich gekommen, als er sei Team gesehen hatte. Ed sah fast so schlimm aus, wie er sich fühlte, und auch die anderen wirkten verstört, erschüttert – nach allem, was sie schon gemeinsam erlebt hatten. Aber das hier war Jules, die vor ihnen lag, umgeben von Schläuchen und Schmerzen und unsicheren Zukunftsprognosen.

Im ersten Moment wollte Sam einfach nur weglaufen. Weg von Jules, weg von der Liebe, weg von allem, was ihm das Herz zerriss, und einfach nur vergessen…wer brauchte schon Liebe? Sie zerstörte ja doch nur.

Oh, I don't need you

I don't need you anymore

Der nächste Schluck schmeckte nach Salzwasser. Seufzend schüttete Sam den Rest des Bieres in den Abfluss. Die Tränen blieben.

So, wie auch er geblieben war, natürlich. Es war seine Schuld, dass Jules hier lag. Seine Jules. Er würde nie wieder zulassen, dass sie so verletzt wurde. Er würde auf sie aufpassen, jeden Tag, jede Stunde, jeden Herzschlag würde er sie beschützen, das hatte er sich damals geschworen – und den Schwur leise wiederholt in jeder Nacht, in der sie neben ihm eingeschlafen war. Er würde es nie wieder zulassen, dass ihr jemand wehtat.

I guess I wanted you more

And looking back now, I'm sure

I wanted you more

I guess I wanted you more

Langsam ging Sam ins Schlafzimmer zurück. Wo war sein Problem? Jules war nicht verletzt worden bei dieser Trennung, ganz offensichtlich. Es tat ihr nicht weh, nicht bei ihm zu sein.

I don't need you

I don't need you anymore

Sam schluckte. Konnte es ihr so gleichgültig sein, nach allem?

Es dauerte etwas, bis er das nervtötende Pfeifen als sein Handy identifizieren konnte. Ohne aufs Display zu sehen, hob er ab.

„Es ist nach Mitternacht!“

„Dafür klingst du aber sehr wach.“ Sam zuckte zusammen. „Jules!“

„Ich…ich kann nicht schlafen, Sam. Ich liege seit fünf Stunden im Bett und…ich kann nicht einschlafen.“

„Wegen des Falls?“ Er zwang sich, sachlich zu bleiben – obwohl alles in ihm danach schrie, ins Auto zu springen und zu ihr zu fahren. Sam schloss die Augen. „Das war ganz schön heftig heute.“

„Ja…vielleicht.“ Jules klang merkwürdig abwesend. „Sam, ich…“ Sie brach ab, aber Sam konnte ihren Atem hören, schnell und zitternd, als wäre ihr kalt.

„Jules, ist alles in Ordnung?“ Es spielte keine Rolle, wie wütend er manchmal auf sie war. Seine Liebe zu ihr würde immer stärker sein.

„Sam…“

„Jules!“ Sam sprang auf und tigerte durch das Zimmer. „Was ist los? Wo steckst du?“

„Ich steh vor deiner Türe.“







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