Skipping

von szzkk
KurzgeschichteHumor, Romanze / P12 Slash
29.01.2013
29.01.2013
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„Wir schwänzen schon wieder.“

„Tsk.“

Ein weiteres Gummibärchen verschwand in Mahiros Mund, als sich dieser zurücklehnte und sich die Sonne ins Gesicht scheinen ließ. Während der Schulzeit essend auf dem Dach sitzen und faulenzen, was gab es Besseres? Wären da doch nicht diese Menschen, die den Regeln folgten.

„Mahiro,“

„Halt den Mund…“

Die Miene des brünetten Jungen an Mahiros Seite verfinsterte sich. Yoshino hatte sich immerzu bemüht, aus Mahiro einen aufrichtigen Schüler zu formen, auch wenn Mahiro, das wusste er natürlich, nichts darauf gab und am Ende eh wieder seinen Kopf durchsetzte.
Mahiro hielt es ohnehin nicht für nötig den Unterricht mit seiner Anwesenheit zu beehren und doch war er landesweit einer der besten Schüler. Doch im Gegensatz zu Mahiro, konnte sich Yoshino den Stoff nicht durch einmaliges Durchlesen merken.

Und jetzt schwänze der Blonde abermals und Yoshino mit ihm, aus was für einem Grund auch immer.
Yoshino seufzte.

„Wirst du die nächste Stunde auch hier verbringen?“

„Wahrscheinlich.“ Wieder warf sich der Blonde ein Gummibärchen, ein rotes, in den Mund und sah danach zu Yoshino, der seinen Blick mit seiner ewig aufmerksamen Miene erwiderte.
„Willst du etwa in den Unterricht?

„Eigentlich schon.“

„Streber, dann geh doch.“

„Gut.“

„Gut.“

Dann würde er Mahiro eben alleine lassen. Sollte er sich selbst eine glaubhafte Entschuldigung für seine Abwesenheit einfallen lassen. Nach dem Anblick von seinem zweifelnden Gesicht, erhob Yoshino sich und trat den Marsch zur Tür, welche zum Treppenhaus führte, an.

Eine Windböe wehte Yoshino durch die Haare und bei dem Gedanken an diesen klischeehaft, dramatischen Abgang, hätte er fast schmunzeln müssen. Jedoch stieg in ihm stattdessen Ärgernis auf. Ärgernis darüber, dass er kein bisschen sauer auf Mahiro war. Und dabei war er derjenige, der ihm ständig Ärger bescherte. Hatte er sich etwa schon so sehr an die Aktionen des Älteren gewöhnt? Es war keine Wut, doch zu einer anderen Emotion konnte Yoshino das Gefühl nicht zuordnen.

Yoshino streckte seine Hand zur Klinke aus, um diese nach unten zu drücken, jedoch verharrte er in seiner Bwegung.
Etwas Kaltes packte ihn am Oberarm und er wurde zurückgezogen. Als er sich umdrehte, konnte er für den Bruchteil einer Sekunde Mahiros rubinrote Augen auf ihn herabfunkeln sehen, ehe er nur noch dessen heiße Lippen spürte. Eine ununterdrückbare Hitze durchfuhr Yoshino, als ihm bewusst wurde, dass er gerade von Mahiro geküsst wurde. Doch so unerwartet, wie der Kuss gekommen war, endete er auch wieder.



„Oi, Yoshino, ich glaube, die Schule ist aus.“ Durch den Zaun hindurch sah Mahiro auf die Menschenmenge herab, die durch den Haupteingang auf dem Schulhof strömte.

„Wegen dir habe ich einen ganzen Schultag geschwänzt.“

„Du hättest jederzeit gehen können.“

Den Worten beraubt sah Yoshino zu Boden und vermied Augenkontakt mit dem Blonden. Warum war er eigentlich nicht gegangen? Jetzt musste er den Stoff eines ganzen Schultages nacharbeiten. War er wegen Mahiro auf dem Dach geblieben? Wegen dem Kuss? Bei dem Gedanken daran begannen die Fingerspitzen des Brünetten zu kribbeln. „Wegen…“ die Worte kratzen in Yoshinos Hals, als wäre seine Stimme Feuer, die seine Kehle verbrannte.

Mahiro lachte. „Keine Sorge,“ er warf sich seine Schultasche über die Schulter und ging zu der grauen Tür, die das Zentrum des Daches darstellte. In seiner Hand klimperte etwas Metallisches – ein Schlüsselbund. „es wäre sowieso abgeschlossen gewesen.“ Dem Klicken, eines sich öffnenden Schlosses folgte das Geräusch einer Tür, die unsanft aufgestoßen wurde.
Yoshino Augen weiteten sich und er sah nur verdattert in das Gesicht des Blonden.

„Schmeckten meine Lippen nach Gummibärchen?“

„Ich bringe dich um. Definitiv.“
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