For Love and for Country

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Allan A Dale Maid Marian Much Robin Sir Guy of Gisborne Vaisey der Sheriff of Nottingham
23.01.2013
10.12.2019
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Das mahlende Geräusch kauender Gebisse, hier und da ein behagliches
Schnauben, zischend vertrieb die wehende Bewegung des ein oder anderen
Schweif's fliegende Insekten von trocken geriebenem Fell, Heu knisterte unter
unruhigen Hufen, hin und wieder zufriedene, dunkle Töne, welche direkt
aus den Brustkörben der drei Pferde zu kommen schienen,
die in dem kleinen Stallgebäude Bonchurchs, nach einem langen,
aufregenden Tag, zur Ruhe kamen.
Die Stallaterne brannte bereits, da der wolkenverhangene Herbstabend
fast ohne Dämmerung in die Nacht überging.

Monami, eine kleine, nervöse, aufmerksame Vollblutstute verarbeitete
die Erlebnisse der letzten beiden Tage.
Hatte sie ihn der vorherigen Zeit viele unangenehme Erfahrungen
mit diesen merkwürdigen, auf zwei Beinen laufenden Lebewesen gemacht
und war auch nicht immer mit so friedlichen Artgenossen in einem Stall
eingesperrt, wie jetzt gerade, so spürte sie, dass ihre Nervosität und
Scheuheit sie zu verlassen schienen. Zur Zeit gab es nur ein warmes
Gefühl, welches die Menschen wohl als 'Geborgenheit' bezeichnen
würden. Sie traute sich sogar den beiden braunen, mit den schwarzen
Mähnen und so unterschiedlichen Blessen gezeichneten,
Stallgefährten ab und zu einen längeren Blick zu zu werfen, erhielt jedes Mal
ein interessiert, bestätigendes Nicken und der Hengst, zu ihrer Rechten,
schien sie, immer wieder seine Nüstern weitend, erschnüffeln zu wollen.
Die alte Stute, zu ihrer Linken, hatte sie, freundlich stupsend,
auf den gut riechenden Stoffbeutel aufmerksam gemacht,
der vor ihr an der Wand hing , und
welcher eine betörende Mahlzeit enthielt.

'Maische' hatte sie den quirligen Menschen sagen hören, welcher
einen lustigen Stoffsattel auf seinem, sie an helles Heu erinnerndes,
Kopffell trug. Dieses Fell war so lang, dass sie beschloß, dass es sich
wohl eher um eine Mähne handeln mußte, was den Zweibeinern
da aus dem Kopf wuchs. 'Wenn sie es nicht gerade des Nächtens
entfernten', fügte ihre Erinnerung hinzu und mit schaudern dachte
sie an den einen, nach Sattel riechenden, dunkelmähnigen Mann,
welcher sie geschlagen hatte, als sie noch der Ansicht war, dass alle
mit dunklem Fell auf dem Kopf....'Nein, es muß eine Mähne sein'...
dieses/ diese in der Dunkelheit ablegen würden.
Sie hatte ihm doch nur helfen wollen! Ihm zeigen, wie klug sie war!

Die Muskeln ihrer Flanken bebten, als wolle sie Fliegen abschütteln,
während ihr der Hengst, sicher...ein stattlicher 'Kerl',
in den Sinn kam, welcher von dem 'Lederstinker' geritten wurde,
in den Sinn kam. Der hatte ihr von Anfang an klar gemacht, wer der
Leithengst war, und dass es ihr richtig gut gehen würde,
wenn sie sich an ihn hielte, dabei hatte sie dem freundlichen,
nicht ganz nach Hengst, nicht ganz nach Stute riechenden,
Artgenossen, welcher heute in einem anderen Stall zurückgeblieben
war, älteren Artgenossen viel mehr vertraut.
Und ihr Gefühl hatte sie auch wohl nicht betrogen, schien dessen
Reiter dem freundlichen Hafermähnenmann, welcher sie
so ganz ohne böse Worte und Drohungen, eigentlich ohne zu Fragen,
von ihrem letzten Besitzer weggeritten hatte,
wohlgesonnen zu sein.

Beherzt tasteten ihre Lippen nach der Köstlichkeit in dem Beutel
vor ihr, als ihr bewußt wurde, dass der ruhige, unaufdringliche Hengst
neben ihr, sie wohl schon eine ganze Weile kauend beobachtete.
Und das tat er auch weiter, nachdem sie es bemerkte!
Hatte sie nicht eben 'unaufdringlich' gedacht?
Fast kehrte das vertraute Gefühl der Angst und Demut zurück,
da senkte er seinen Kopf, ohne sie aus den Augen zu lassen.

Monami konnte nicht anders, instinktiv beschnüffelte sie seine
Stirn und fand, dass er ein wenig nach dem Hafermann roch.

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"Matilda! Du verbrühst mich!" Robin war so ausgekühlt, dass
er die wohltuende Wärme des Badewassers völlig überschätzte.
Und als seine einstige Hebamme sich ihm mit einem geschärften Messer
näherte, wäre er fast aus der Wanne gesprungen,
doch Matilda hatte Marian, mit einem großen Badelaken
und einem unsicheren, unschuldigen Blick bewaffnet,
am Ausgang der Badekammer des Haupthauses in Bonchurch positioniert.
So hatte er einen guten Grund, in dem von merkwürdig,
aber nicht unangenehm riechenden, zermahlenen Kräutern,
dunkel gefärbten Badewasser sitzen zu bleiben.

"Was hast du vor?" skeptisch hob er die Brauen und
fixierte das Messer in Matildas Hand.
"Du hast mich Hexe genannt?" die ältere Frau lächelte
geheimnisvoll, "Das nimmst du sofort zurück!"
"Was, wenn nicht?" ein Teil seiner Selbstsicherheit kehrte zurück,
"Wirst du mich in kleine Stücke hacken, damit ich in deiner
kochenden Suppe schneller gare?"
"Keine schlechte Idee!" gab Matilda zurück, "Glaube nicht, dass mir
nicht danach wäre," sie setzte sich auf den Rand des hölzernen
Badezubers, prüfte mit dem Daumen die schärfe ihrer Waffe,
"immerhin hast du mich heute 'Hexe' und 'alte Frau' genannt!"

Marian prustete in ihre Hand, als sie seinen nun wieder sehr
zweifelnden Blick sah. "Du, meine Heldin, solltest mich eigentlich vor diesem
grausamen Weib retten!" stieß er empört hervor.
"Du, mein garender Schatz, erwartest ernsthaft, dass ich diese 'grausame, alte Hexe',
wie deinen einstigen Kumpanen Hanton, ins Reich der Träume schicke?"
die kleine Lady wuchs ein Stück, als sie an die Leichtigkeit,
mit der sie dies bewerkstelligt hatte, dachte und dieses Hochgefühl
verleitete sie zu weiteren Neckereien:
"Ein Hinweis, mein Geliebter?"
              Sie schüttelte mitleidig ihren Kopf.

Robin stöhnte genervt und versuchte, sich entspannt zurück zu lehnen,
stöhnte erneut, diesmal erschrocken,
als das sehr warme Wasser den Rest seines Oberkörpers
umspülte und in den diversen Verletzungen brannte,
der Rest seines Körpers hatte sich schon daran gewöhnt.
In der Leiste spürte er nur noch ein warmes Ziehen, welches nicht
ganz unangenehm war. Er nickte letztendlich zufrieden vor
sich hin, lenkte das Ganze ihn von seiner Aufregung ab,
waren es zur Zeit nur sein heftig pochendes Herz und sein Gesicht,
welche mit einer erhöhten Durchblutung, die er auf die
Anwesenheit Marians schob, zu kämpfen hatten.

"Entschuldige, liebe Matilda, dass ich dich 'Hexe' nannte,"
sagte er schließlich. Nicht nur um das missliche Schweigen
in dem Raum zu beenden, er hatte Matilda wirklich nicht beleidigen
wollen, "jedoch als 'altes Weib' hatte ich dich niemals bezeichnet!"
er wedelte mit der rechten Hand vor seinem Gesicht herum,
die Dämpfe des Wassers verteilend und vor allem,
um Marian zu signalisieren, dass seine dunkelrote Gesichtsfarbe
keineswegs etwas mit ihren prüfend, sehr interessierten Blicken
in seine Richtung, zu tun haben könnte.

"Ihr habt wirklich vor," die Heilerin ahmte mit gesenkter Stimme
sowohl seinen arroganten Tonfall, als auch seinen eigenwilligen
Dialekt nach,  "diese arme, alte, rechtschaffene Frau zu berauben?"
hielt dabei einen imaginären Bogen, in die Mitte der Wanne zielend,
gespannt. Ihre Erinnerung an die Szene im Wald, als er dreist den
 Wegelagerern entgegen trat.

Marian bog sich vor Lachen und auf Robins Gesicht zeigte sich ein
allzu bekanntes Grinsen, als er, den Hals gestreckt, beobachten konnte,
dass sie, wie ein kleines Mädchen, die Beine x-förmig verbog,
das Tuch in den Händen gegen ihren Unterleib presste.
"Wenn du dich beschmutzt hast, du wunderschöner Schreck der
finsteren Gesetzlosen, komm' ja nicht auf die Idee,
hier mit einsteigen zu wollen!" triumphierend funkelten seine Augen.
"Keine Sorge, mein süßer Lord of Locksley," konterte sie, funkelte zurück,
"ich möchte deine Gesichtsfarbe, welche mich an den Nachnamen
eines uns vertrauten Zimmermanns erinnert, nicht missen,"
sie hielt sich beide Hände vor's Gesicht, "denn ich denke,
das würde wohl unweigerlich dazu führen!" wollte ihr eigenes Erröten
verdecken. Auch ihr Herz pumpte wie wild, stellte sie sich vor,
was sie, sollte sie seinem frechen Einfall in die Tat umsetzen,
mit seiner Blutzirkulation anrichten würde.

"Oh mein Gott!" tat Matilda entsetzt, doch ihre Schultern bebten
vor Lachen, sie schnappte sich eine Schale, welche neben dem Zuber stand,
liebevoll von Much dort hingestellt, gefüllt mit Rosenblättern,
in sehr frischem Wasser, und leerte diese über Robins Kopf,
"Du solltest dich schämen!" kicherte sie.
"Himmel, Matilda!!" rief er völlig überrascht, biss die Zähne zusammen,
als er sich beim zurückzucken die verletzte Schulter stieß,
"Ich entschuldige mich ja.... für alles!" er strich sich die Rosenblätter
aus dem Gesicht, "Doch wofür soll ich mich schämen?"
"Du hast die Lady zu sehr merkwürdigen Äusserungen verleitet!"
Matilda schmunzelte noch, doch ihre Augen zeigten einen warmen,
mütterlich besorgten Glanz, keinesfalls hatte sie ihm so unnütz' Schmerz
zufügen wollen, "Ich nehme deine Entschuldigung an, tapferer Junge,"
sie warf ihm einen 'Luftkuß' zu, "und jetzt, laß mich deine Brust rasieren!"

"WAAAS?" Robins Stimme klang nicht besonders laut, jedoch etwas sehr schrill.
Marian linste zwischen ihren Fingern hindurch und kämpfte gegen
eine erneute Lachattacke. Sie kämpfte hart!
Seine Augenbrauen waren vor Entsetzen unter seinem nassen,
langen Pony verschwunden, seine Augen musterten fragend
  Matildas Hand, welche das Messer hielt.
Auf seinem Kopf lagen, wie zu einem jungfräulich anmutenden Kranz drapiert,
               einige Rosenblätter.




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Zufrieden sog der Sheriff von Nottingham die frische Abendluft
des ausklingenden Herbsttages ein und hätte er nicht so ein
verdammt nerviges Biest von Pferd, hätte er am liebsten seine
Arme von sich gestreckt,
"Hach, ist das Leben nicht herrlich, wenn man sich mit ein paar
Münzen bei den friedlichen Untergebenen beliebt macht?"

Sie hatten gerade die Zollgrenze, auf dem Hauptweg nach York,
passiert und während Gisborne, übereifrig,
dem körperlich sehr unterlegenem Mann dort
sofort drohend sein Schwert präsentierte,
während dieser nur seiner Pflicht nachkommen wollte,
"Du weißt wohl nicht, wen du vor dir hast!"
schnalzte Vaisey, ihn beruhigen wollend, ein paarmal mit der
Zunge, "Oh, Lordy Gisborne of Lepraley! Wo bleibt eure Geduld?"

Das Schwert wanderte wieder in seine Scheide und das erste
und wahrscheinlich einzige Mal auf dieser Mission,
warf Guy seinem ehemalihem Freund, Michael the Red,
einen Blick zu. Dieser schien ebenso überrascht,über das milde
Gehabe ihres Lehnsherren und zuckte hilflos mit den Schultern.

"Uhh, ähh,ähh, def Ferripf vom Nottincham kann naklar paffierem!"
äusserte der bucklige, offensichtlich behinderte Wegzolleintreiber,
nachdem ihm bewußt geworden war, wen er vor sich hatte,
und war sehr überrascht, als dieser ihm trotzdem ein paar Münzen gab.

"So hatte unser hitzeempfindliches Robbilein sich wohl dauernd gefühlt!"
Vaisey schien vor Energie zu sprühen.
"Mit Verlaub, Mylord," sein Waffenmeister schloß zu ihm auf,
"den Wegzoll zu bezahlen war vielleicht eine gute Geste....."
Guy hielt inne, dachte nach.
"Aber?" Vaisey sah zu ihm auf, hielt die Zügel seines Pferdes
lässig in einer Hand, um trotzdem Überlegenheit zu zeigen,
"Was kommt jetzt wieder für ein dickes 'Gizzy- Aber'?"
"Die Aussätzigen hätten wir töten müssen!" Guys tiefe Stimme
verströmte Unbehagen, etwas hatte ihm an diesem Duo absolut mißfallen.

"Soetwas aus eurem Mund?" Vaisey hob fragend die Augenbrauen,
  "Lepraleute töten?"betont langsam.
"Was, wenn dieser heiser quatschende, lebende Tote mit seiner
Mutter doch in eines der Dörfer einkehrt?" gab Guy, völlig sachlich,
zu bedenken, "Die Bauern fressen doch fast alles, was ihnen geboten wird!"

"Aha?" Vaiseys unveränderter Blick spornte ihn an, seine
Gedanken weiter zu äussern.
"Mylord, wir können uns eine Seuche nicht leisten!" raunte dieser
seinem Vorgesetzten zu, räusperte sich, konnte mit dem nun
konzentriert, nachdenklichen Gesicht des älteren Mannes nichts
anfangen. Das heißt, eigentlich schon, denn so sah dieser immer,
kurz vor einem Wutanfall aus. Doch statt dessen wurde er mit
      einem breiten Grinsen überrascht,
"Mein herzallerliebster Gizzy! Ich bin froh, dass ihr euch soviele
Gedanken macht!" er räusperte sich nun auch und hoffte, sein flinkes
ergreifen der Zügel, nun mit der zweiten Hand, da sein Schimmel
begonnen hatte, wie besessen den Kopf zu schütteln, bliebe unbemerkt,
"Dennoch denke ich nicht, dass die Bauern 'alles fressen',"
er grinste verschmitzt, hob seine Schultern und zog seinen Kopf ein,
"Würden sie sich doch bestimmt keine Aussätzigen einverleiben!"
er kicherte über seine merkwürdige Pointe und sein dunkler Begleiter
verdrehte die Augen.
"Ich würde den Inhalt unserer Schatzkammer verwetten,"
fuhr Vaisey fort, "dass die arme, arme Frau ihrem Buben bereits
hinter der Grenze unseres Shires 'lebewohl'," er lachte erneut
über seine Wortwahl, "sagen muß! Der konnte ja kaum gerade stehen."
Er wagte, doch wieder die andere Hand vom Zügel zu nehmen,
um mit Zeige- und Mittelfinger auf seine Stirn zu weisen,
"Menschenkenntnis, mein lieber Guy! Habt ihr das Gesicht des Jungen gesehen?"
"Hah!" stieß der Lieutenant hämisch hervor, "Wohl kaum! Ausser der Kaputze
trug er ein dickes Tuch, um sein entstelltes Äusseres zu verbergen!"
"Seht ihr!" wieder beide Hände an den Zügeln war der ältere Mann
mehr als bereit, seinem interessierten Zuhörer, seine Beobachtungsgabe
zu lehren, "Er hatte nicht einmal mehr den Willen, uns mit seinem
Äusseren zu schockieren! Das tun die sonst doch so gerne! Dieses Pack!"
er spuckte das letzte Wort aus, sagte dann, wieder sehr besonnen:
" Menschenkentis, Gisborne!"

"Hmmm", der Angesprochene dachte nach, da war was drann!
"Das, mein lieber Gizzy," der Sheriff war in bester Laune, hatte er
seinen dunklen Lord handzahm und aufmerksam an seiner Seite ,
"war für mich ein klares Zeichen! Soll doch die Krankheit sein Leben beenden!
Warum hättet ihr euer Schwert beschmutzen sollen?"

Gisbornes linker Mundwinkel hob sich etwas, er fühlte sich
geschmeichelt, "Man soll der Natur nicht dazwischenpfuschen!"
bestätigte er und konnte sich an der bösen Lache Vaiseys erfreuen.
"Seht ihr,... Sir Guy!" Vaisey wußte die Schalter seines Untergebenen
zu bedienen, "Dabei hat der Hundesohn mir noch zugezwinkert!"
er hielt ein Auge zu und wußte, er hatte den vergrämten Waffenmeister
wieder voll in seinen Händen, als er die eigentlich unverzeihliche Tat
des Aussätzigen wiederholte.
    Er hatte Guy zum Lachen gebracht.

"Michelle!?" bölkte der Sheriff mitten in die heitere Stimmung
hinein, "Dennoch folge ich eurem Rat," raunte er dem
      ihm wieder wohl Gesonnenen zu.
"Michael ist der richtige Name!" raunte dieser, immer noch schräge Grinsend,
zurück, wußte genau, was diese Namensverwechslungsgeschichte
          zu bedeuten hatte.

"The Red!" bellte der Sheriff erneut, "Nehmt euch drei Leute
und sorgt dafür, dass unsere Leprafreunde mit ihrem verseuchten
Karren auch wirklich jenseits von England landen!"
"Mylord?" Michael the Red schien erstaunt über den neusten Befehl.
"Rede ich arabisch?" Vaisey wurde ungeduldig,
"Zurück nach Nottingham! Aussätzige beseitigen, und wenn diese
sich schon in Wohlgefallen aufgelöst haben, träumt in Knighton,
bis zu unserer Rückkehr, von eurer Zukunft!"
Eine dunkle Falte zwischen den Brauen überschattete Guys Stimmung.
"Und wenn ihr euch den ewigen Respekt von mir und meinem
getreuen Waffenmeister verdienen wollt," er warf Guy einen
bedeutungsschwangeren Blick zu, "dann findet ihr alles über den
Verbleib der Leute heraus, welche eure zukünftige Heimat
     einst bewohnten!"
"Sehr wohl, Sire!" Michael schnappte sich wahllos drei der begleitenden
Soldaten und trat den Rückweg an, das klang nach einer leichten Aufgabe.
Er wunderte sich nicht einmal, dass der Sheriff ihn so offensichtlich
aus dem Weg haben wollte.

Guy of Gisborne war etwas verunsichert, "Mylord, sollte ich nicht..."
"Sollte ich nicht..was? Mein Lepraweibchen suchen? Das Nest ausschmücken,
indem ich ihr endlich ihre verdammte Unschuld rauben kann?
Lahhdi Dahh didahhh!" wieder nahm Vaisey die Zügel in eine Hand,
   die andere tätschelte Guys Oberarm, "Ruhig Blut, mein finsterer Hitzkopf,
 Ich brauche euch an meiner Seite," eine weiter Schmeichelei,
"nicht einen eurer Laufburschen!"
Vaisey kam sich auf einmal sehr klein vor,
als sein Lieutenant lederknarrzend auf seinem Pferd zu wachsen schien.

Guy grinste weiter zufrieden, dann kam ihm Allan in den Sinn.
Wo steckte eigentlich dieser Nichtsnutz?




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"Wir hatten uns gerade den Abhang heraufgearbeitet,
als Robs das Zeichen gab, in Deckung zu gehen!" Allan nahm
einen vollen Löffel des heißen Eintopfs aus seiner Schale
und steckte ihn, gedankenverloren,in den Mund.
Much, Eve und ein paar Bewohner Bonchurchs
hingen an seinen Lippen und beobachteten nun,
wie dieser mit der Hitze der Mahlzeit zu kämpfen hatte.

"Unglaublich!" Much versuchte, die Pause zu überbrücken,
"Da prügelt dieser Rohling Hanton das Letzte aus ihm heraus,"
Eve nahm seine Hand, nur sie bemerkte die übermäßige
Feuchtigkeit in den Augen des einstigen Bediensteten,
"Und Zack!" fuhr dieser fort, "Wie ein Stehaufmännchen
haut er den nächsten halben Plan aus dem Ärmel!"

Allan kämpfte mit der heißen Nahrung in seinem Mund.
Djaq, Will und Little John saßen, wie eigentlich alle in dieser
Runde, zufrieden vor dem Kaminfeuer auf dem Boden,
genossen die warme Mahlzeit und waren bereit,
dem sehr stolzen Much immer wieder ihren Dank und
ihr Lob aus zu sprechen,
für diesen so friedlichen Moment.

Ab und zu waren von Oben Geräusche oder Töne,
menschliche Laute, zu hören, welche verrieten,
dass sich dort ein sehr eigenwilliger Outlaw in den
Händen einer ebenso eigenwilligen Heilerin befand.
'WAAAS', drang es gerade durch die Dielen und einige
der Anwesenden schmunzelten in ihre Mahlzeit.

Much schüttelte seinen Kopf,"Ich finde es nicht angebracht,
dass Lady Marian anwesend ist, während mein Master..."
heiteres Gelächter unterbrach ihn, "während Robin
völlig ungeschützt in der Wanne sitzt!" beendete er seine
verbesserte Aussage. Allan gab sich alle Mühe,
das restliche Essen zu schlucken, nicht aus zu sprühen.
"Das ist nicht komisch!" Much erhob belehrend seine freie Hand,
"Schließlich ist er ja auch nur..." wäre da nicht die beruhigende Hand
Eves auf der Seinen, würde er noch länger nach Worten suchen,
"...Immerhin hat er starke Gefühle, für diese Frau... und..,
nicht dass er sich nicht beherrschen kann, und immerhin ist ja
auch noch Matilda anwesend, wenn diese sicher nicht immer hilfreich
mit ihrer allzu lockeren Art ist, aber...."
"Much!" die sanfte Stimme Eves bremste seinen Gedankenwust.
"Aber er ist eben auch nur ein Mann!" brachte Much sein Anliegen
auf den Punkt und diesmal war Allan froh,
dass er seine Schüssel rechtzeitig vor den vollen Mund bekam,
"Wie du bereits sagtest, mein lieber Much!" er hatte kein Problem,
das ausgeprustete wieder auf den Löffel zu nehmen,
     "Ein Stehaufmännchen!"
und schluckte, unschuldig um sich blickend, seinen Happen.

Schritte auf der Treppe übertönten die Töne des Frohsinns.
"Djaq," Marian beugte sich über die Brüstung,
"Wir bräuchten deine Hilfe!"
Die Angesprochene nickte und sprintete nach oben.

"Das ist nicht gut!" es war für niemanden der Anwesenden
eine Überraschung, dass Much mittlerweile wie eine
empörte Hofdame klang, "Das ist unfair und widerlich!"
er suchte in den Reihen der Leute nach Zustimmung,
 doch selbst Eve schüttelte den Kopf:
"Much! Die drei Frauen geben ihr Bestes, um deinem
ehemaligen Master und jetzigem Freund zu helfen," sie sah ihn fast
böse an, als er ihr die Hand entzog, "wenn du dir solche
Sorgen um sein Wohlergehen machst, geh' doch mit!"

"Ich versteh' dich, Much!" mißtrauisch sah dieser Allan
an, welcher einen weiteren gefüllten Löffel nahm,
"Ich an Robs Stelle hätte auch lieber diesen hervorrangenden
Eintopf vor mir," er nickte und jeder der ihn kannte, sah,
dass er das Essen genoß,
"als drei Weiber, die an mir herumfuhrwerkeln!"
"Sicher, Allan a Dale!" Much wurde nun wirklich zornig,
"Du hättest sicher deinen Spaß daran, nach Folterung und
anderen Begebenheiten nackt, hilflos und eigentlich
als glorreicher Held agieren wollend, drei Frauen
ausgeliefert zu sein, welche dich in deiner vielleicht
     schwächsten Stunde sehen?!"

"Mein Gott, Much!" schaltete sich jetzt Will ein,
"Steiger dich doch nicht so da rein, er hat in den letzten Tagen
sicher erniedrigenderes erlebt!"
"Wenn diese Frauen einem helfen, ist daran nichts erniedringendes!"
sehr bestimmend äusserte Little John seinen Standpunkt.
Alle nickten zustimmend, selbst Much, nachdem er sich die ganze
Angelegenheit nochmal durch den Kopf hatte gehen lassen.
"Es wird ja wohl erlaubt sein," wollte er jedoch das letzte Wort haben,
   "sich so seine Gedanken zu machen!"
"Das sollst du ja auch weiterhin," Eve hauchte ihm vor versammelter
Manschaft einen Kuß auf die Wange, "weiß dein Robin eigentlich,
was für einen treuen Freund er hat?"
Much hüstelte nervös und nestelte an seiner Kopfbedeckung,
"Eve, bitte!" verlegen wandt er sich ihr zu, "..doch nicht vor all den..."
desshalb traf ein weiterer Kuß dierekt seine Lippen.
Die anderen konzentrierten sich nun ganz auf ihr Essen.
"Oder soll ich nach oben gehen, und es ihm sagen?" sie zwinkerte ihm zu.

Allan stupste das Küchenmädchen neben sich an:
"Und am besten gehst du auch mit, dann seid ihr Mädels ganz unter euch!"
Will und John verschluckten sich fast, als ziemlich passend ein
Protestschrei Robins an ihre Ohren drang.
"Oh!" a Dale warf Much einen gespielt erschrockenen Blick zu,
"Entschuldigt, Lord Much! Ich vergaß unseren 'Captain zur Badesee' !"

Much seufzte nur, dieser Taschendieb würde es nie lassen können,
doch hatte er ihn eben Lord genannt und das zauberte ein
unbeschreibliches Lächeln auf seine Lippen.

"Ich würde viel lieber wissen, wie es weiterging,"
zaghaft erhob das Küchenmädchen seine Stimme, "nachdem
der Lord of Locksley euch das Zeichen gegeben hatte,
zu decken!" sie liebte die Geschichten, welche man sich
von den Outlaws und Robin Hood erzählte und war
mächtig stolz, hier anwesend sein zu dürfen.
"'In Deckung gehen' heißt es!" verbesserte Allan das junge
Mädchen, hatte ein maßregelnder Blick Little Johns
ihn von einer ganz anderen Antwort abgebracht,
"Wie ist dein Name, schönes Kind?" wechselte er das
Thema und etwas verlegen rang die Angesprochene
nach Worten.
"Das ist meine Cousine Kate aus Locksley!" sprang Eve
für sie ein, "und ich wäre dir sehr verbunden, wenn du sie
nicht weiter bedrängen würdest," Lord Muchs Hausdame
warf Allan einen intesiven Blick zu, "sie hat gerade erst
ihren Vater verloren! Die Familie muß nun lernen,
ohne den Brotgeber aus zu kommen!"
"Lass gut sein, Eve!" Kate hatte sich gefangen,
"Das müssen viele andere auch, in diesen Zeiten!"

Allan räusperte sich, als die beiden jungen Frauen ihn nun
erwartungsvoll ansahen:
"Also, wie ich schon sagte, wir duckten uns am Abhang,
nachdem Robs uns ein Zeichen gegeben hatte,"
er senkte die Stimme, "dann mussten wir mit Entsetzen feststellen,
dass es sich um keine Geringeren als Vaisey und Gisborne
handelte, die sich da an der Kutsche zu schaffen machten.......




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