Lilith's Shadows

von Playamena
GeschichteFantasy / P18 Slash
Kalona Nyx OC (Own Character)
20.01.2013
07.08.2017
7
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20.01.2013 972
 
"Nein! Nicht dein Ernst! Weiß Marina schon davon?" fragte ich meinen besten Freund Sasha. Er hatte mir gerade erzählt, dass Lenny, unser Quarterback, am Ende des Jahres wegzieht.
"Nein, er hat es mir auch nur im Vertrauen erzählt. Also, psst!" mahnte er mich.
Sasha war mir der liebste Mensch in diesem Kuhkaff. Er war bi, mit einer nicht zu verkennenden Tendenz zum männlichen Geschlecht. Zwar war er nicht vollständig abgeneigt von Frauen, dennoch brauchte ich mich bei ihm nie zu sorgen, dass er mich anbaggerte oder Ähnliches.
"Du kannst ja wirklich seeehr gut Geheimnisse für dich behalten." neckte ich ihn und lächelte.
"Er hat nicht gesagt, ich dürfe es keinem erzählen! Ich soll es nur Marina nicht verraten!" verteidigte er sich und nahm seine Bücher für die folgenden Stunden Mathematik und Geschichte aus seinem Spint. Ich holte mir auch meine Bücher raus und warf die Bücher der vergangenen Stunden nicht gerade sanft in meinen Spint.
"Na na na, geh doch etwas sanfter mit den Büchern um! Sie haben auch Gefühle!" tadelte er mich mit gespieltem Entsetzen.
Ich lachte hüstelnd und schloss meinen Spint ab. Da ertönte auch schon das Vorklingeln, welches uns aufforderte, in die Klassen zu gehen.
Ich henkelte mich bei Sasha unter und wir begaben uns in unsere Klassen.

In den Klassenräumen war ein ziemlicher Tumult, also war Mrs. Sparrow noch nicht da.
Ich setzte mich auf meine Bank ganz hinten in der Wandreihe und packte mein Buch, meinen Block und meine Stifte aus.
Pünktlich zum Stundenklingeln kam Mrs. Sparrow dann in das Klassenzimmer, hektisch wie immer. Sie gab uns Aufgaben im Buch und verschwand dann aus dem Klassenzimmer. Sie war nur 10 Minuten weg gewesen und jemand anderes betrat den Raum.
Es war niemand, den ich kannte, und er hatte verwirrende Tattoo's im Gesicht. Er war bestimmt im Knast gewesen, wer sonst kam auf die bescheuerte Idee, sich für alle sichtbar im Gesicht zu tätowieren?
Ich tippte meine Banknachbarin an der Schulter an, doch sie reagierte gar nicht, alle schienen auf etwas zu warten. Es schien, als wüssten sie, wer das war, oder zumindest was.
Da sah sich der seltsame Typ im Klassenzimmer um. Die von denen er den Blick abwandte, stießen einen Seufzer der Erleichterung aus.
Und da sah er mich an. Er sah mir in die Augen und fesselte meinen Blick, ich konnte nicht mehr wegsehen. Unterbewusst spürte ich, wie mich alle anstarrten, wie ein Monster...
Der Typ richtete seinen Finger auf mich und sagte:"Liliana Brider! Sie wurde von der Nacht erwählt; ihr Tod wird ihre Geburt sein. Die Nacht ruft sie; höre und gehorche Ihrer lieblichen Stimme. Das Schicksal erwartet sie ihm House of Night!" Er sprach wohl in normaler Lautstärke, für mich jedoch fühlte es sich an, als sage er dies direkt neben mir.
Und dann erfüllte ein brennender Schmerz, der von meiner Stirn ausging, und ließ mich aufkeuchen. Ich fiel wie in Ohnmacht, alles in mir wehrte sich und schrie:"DAS KANN NICHT SEIN! VAMPYRE GIBT ES NICHT! DAS IST NICHTS ALS EIN BLÖDER SCHERZ! DAS KANN NICHT SEIN!"

Ich wachte im Krankenzimmer auf, der Schmerz auf meiner Stirn war erträglich geworden, allerdings wurde der Husten, den ich schon einige Tage hatte, jetzt schlimmer und ließ mich am ganzen Leib erzittern.
"Gott sei dank! Du bist wach!" hörte ich die wohl bekannte Stimme von Sasha.
"W-... Was zur Hölle ist da grade passiert?!" fragte ich und sprang, wohl etwas zu stürmisch, von der Britsche auf, musste mich aber wieder setzen, weil ich nichts sehen konnte. Wieder musste ich husten.
Sasha holte einen Spiegel hervor- Warum hatte er einen Spiegel dabei?- und zeigte mir mein Gesicht, aber vor allem meine Stirn.
Entsetzt sog ich die Luft ein, ein saphirner Mondsichelumriss zierte meine Stirn. Sofort begann ich mit dem Handrücken drüber zu reiben, als könnte ich das Ding wegwischen. Aber es ging nicht.
"Lil... D...Du bist jetzt ein Jungvampyr... Du wurdest gerade gezeichnet..." klärte mich Sasha auf.
Ich riss ihm den Spiegel aus der Hand und musterte mein Gesicht. Ich kämmte mir ein paar Strähnen meiner schwarzen Haare aus dem Gesicht und musterte die Sichel genauer. Meine leuchtend eisblauen Augen starrten mich durch den Spiegel hindurch an. Ich machte mir selbst Angst.
"Und jetzt?!" fragte ich ihn mit verzweifeltem Unterton.
"Jetzt? Na du musst in ein House of Night, sonst stirbst du!" sagte mir Sasha, als würde er mir etwas erklären, was ich eigentlich schon längst wissen müsste.
"Und wo ist so ein House of Night?" fragte ich ihn. Ich kam mir ziemlich dämlich vor... Jeder wusste, dass Vampyre existierten, jeder hatte schon mal einen gesehen, aber gerade ich, die, die deren Existenz immer angezweifelt hatte, wurde gezeichnet... Schreckliche Ironie...
"Im Nachbarort... Aber du hast doch ein Auto, da kommst du locker hin... Und du solltest dich besser gleich auf den Weg machen... Du hast ja keine Familie der du die Situation erklären musst. Höchstens der Heimleitung..."
Ich nickte.
Ja, ich hatte keine Familie, alle tot. Oder verschwunden... Aber ich war glücklich. Ich hatte meine Freunde, die waren mir Familie genug.
Ich stand auf, diesmal mit Bedacht, schulterte meine Tasche, fischte meinen Autoschlüssel für meinen alten Audi heraus und ging langsam nach draußen.
Mit einer Umarmung verabschiedeten wir uns voneinander, ich schmiss den Motor an und ich fuhr hustend los... Meinem neuen Leben entgegen.

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Ich freue mich, dass du meinen House of Night-Hirn Schnodder bis jetzt gelesen hast, und ich würde mich über jeden Tipp, jede Anmerkung und jeden Hinweis auf nervige Wortdopplungen und Rechtschreib- und Grammatikfehler freuen! :)

Danke auch an alle, die mir bis jetzt ein Review dagelassen haben! :)

Merry meet and merry part and merry meet again.
Eure Playamena :)
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