A never ending Story

von nikaveda
GeschichteMystery, Romanze / P16
Larten Crepsley
18.01.2013
26.05.2013
3
4.999
 
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18.01.2013 1.325
 
Vorweg: Herzlich Willkommen, zu meiner FanFiction!
Ich halte mich nebenbei eher an die Infos aus dem Film, weil ich die Bücher leider nirgendwo bekomme und dementsprechend noch nicht dazu gekommen bin, diese zu lesen. Bis ich das schaffe, seit ein wenig gnädig. :-)
Über Feedback würde ich mich natürlich unglaublich freuen und davon abgesehen dürfen auch die Schwarzleser ihre Meinung da lassen. Ob positiv oder auch negativ. ALLES ist Willkommen.
Also, viel Spaß beim lesen, Bubblegum ;-)



1. Verfolgung in der Nacht

Die Sonne war schon eine ganze Weile hinter den Hügeln versunken, als ich mich an diesem Abend endlich dazu überwand, die Stadtbibliothek zu verlassen. Ich stand unter Stress wegen der letzten Prüfung in diesem Semester in Literaturwissenschaften. Der Schwerpunkt lag zwar auf meinem Lieblings Thema, der Romantik, aber anstatt, wie sonst vor Ideen fast zu platzen und dadurch mit diesen wahllos um mich zu werfen, hatten mich meine Albträume in den letzten Nächten vollkommen aus dem Konzept gebracht. Seit einiger Zeit waren die Erinnerungen an meine Kindheit wieder aufgeflammt. Sein Gesicht war wieder in meinen Kopf gekrochen und hatte mich vollkommen durcheinander gebracht.
Aus lauter Verzweiflung, die Prüfung nicht zu schaffen, hatte ich den Tag über in der Bibliothek gesessen und Bücher gewälzt. Jetzt klemmte ich mir zwei von diesen unter den Arm, winkte der Dame am Tresen zu, die mich mittlerweile zu den Routinebesuchern zählen musste und trat in die beißende Kälte der frühen Herbstnacht.
Der Wind zerzauste wild meine Haare und ein sanfter Nieselregen hatte während der letzten Stunden eingesetzt.
Obwohl ich sofort nass war, hatte ich nicht die Absicht bis zur Wohnung zu rennen. Ich würde so oder so nass sein und mit dem Bus fuhr ich nur ungern. Ich hatte mir in den letzten Jahren angewöhnt, viel zu Fuß zu gehen, weil wir trotz unserer Jobs immer noch häufig Geldprobleme hatten. Aus diesem Grund hatten weder Stella, noch ich, einen Wagen und wohnten ein Stück abseits der belebten Stadtviertel, in einem leicht herunter gekommenen Hochhaus.
Ich ging auf dem Weg zurück ausnahmsweise den, der durch die abgelegeneren Straßen führte, weil ich durch und durch Geschafft war und dieser zehn Minuten kürzer war – was ich jedoch vermutlich hätte unterlassen sollen. Allein war ich an den leer stehenden und über und über mit Graffiti besprühten Lagerhallen bisher nie entlang gegangen.
Ich hatte mich mittlerweile von den belebten Straßen entfernt und kein Wagen fuhr mehr an mir vorüber. Ich war seelenallein.
Ein paar Straßenlaternen auf der gegenüberliegenden Seite des Fußgängerweges waren ausgefallen und erdrückende Schatten verschlangen all das, was sich auf jener Seite verbarg. Dank meines Schlafmangels und meinen ausnahmslos vor Müdigkeit brennenden Augen, wurde ich das Gefühl nicht los, beobachtet zu werden.
Die Nacht schien jedes Geräusch zu verschlucken und den einzigen Laut, den meine gut geschulten Ohren zu vernehmen glaubten, waren meine eigenen Schritte –
Lauschend strengte ich meine Ohren an und warf einen verstohlenen Blick über die Schulter. Irgendetwas sagte mir, dass ich hier nicht allein war. Mein Instinkt hatte automatisch alle Lämpchen auf Rot gestellt und panisch ging ich noch ein paar Schritte schneller.
Da war es – Ich hörte nicht nur meine eigenen eiligen Schritte von den hohen Wänden widerhallen, sondern noch welche, die mir schlurfend von der anderen Straßenseite zu folgen schienen. Ich drohte vor Angst mehrmals zu stolpern, fand meinen Gleichgewichtssinn glücklicherweise aber sofort wieder.
Was war, wenn er mir gefolgt war? Mich nun, nach all den Jahren wieder zu sich holen wollte und mich weiter für alles verantwortlich machen würde, so wie früher? Ich würde es nicht ertragen, ihn wieder zu sehen. Daran würde ich endgültig zerbrechen und ich hatte es nach all den Jahren immer noch nicht geschafft, alle Teile wieder zu einem zusammen zu kleben. Meine Vergangenheit lastete nach dieser ganzen Zeit immer noch wie schwere Gewichte auf mir und ich hatte bisher noch nicht einmal mit Stella darüber geredet. Ich konnte einfach nicht und nun war ich in dieser beängstigenden Situation, von Angst fast völlig gelähmt und nur noch meine Beine schienen wahllos in die eine rettende Richtung zu laufen. Nach Hause.
Ich hörte, wie diese schlurfenden Schritte in meinem Nacken leiser wurden, aber sie verklangen dennoch nicht. Ich hatte die Bücher an meine Brust gedrückt und mein Schicksal in die Hände genommen. Also rannte ich los – nur weg von diesem verlassenen Viertel und auf eine offene, belebte und vor allem hell erleuchtete Straße.
Ich stürzte um die nächste Ecke und aus der Seitengasse heraus. Vor mir lag eine stark befahrene Straße mit vereinzelten Passanten, die an mir ohne jegliche Notiz vorübergingen. Keuchend lehnte ich mich kurz an die Hauswand und ging dann mit stechenden Schmerzen in der Seite die letzten Meter bis zum Haus.
Die Wohnung meiner besten Freundin und mir lag im dritten Stockwerk und einen Fahrstuhl gab es nicht. Die Türe in das Treppenhaus war unverschlossen und stand weit offen, wodurch es im Treppenhaus eisig kalt war. Ich schloss sie hinter mir zu und lief dann, immer zwei Stufen auf einmal nehmen, die Treppen nach oben und die nur durch vereinzelte flackernde Neonröhren erleuchteten Flure entlang.
Ich zog zitternd meinen Schlüssel aus der Hosentasche und gab mir Mühe das Schloss zu treffen, aber weil meine Hand so zitterte, hatte ich Probleme den Schlüssel ruhig zu halten. Erst beim siebten verzweifelten Versuch, schaffte ich es. Atemlos drehte ich den Schlüssel im Schloss und drückte die klemmende Haustüre auf und verschloss hinter mir wieder sorgfältig. Schnell knipste ich das kleine Lämpchen am Fenster im Wohnzimmer an und vergewisserte mich, dass Niemand fremdes in der Wohnung war. Meine Paranoia ließ grüßen.
Ein Stein fiel mir vom Herzen und ich fühlte mich erheblichst sicherer in der unterkühlten Wohnung, wo schon wieder die Heizung ausgefallen war und atmete ein paar mal tief durch.
„Stella, ich bin wieder da“, rief ich schließlich und zog meinen Parka aus, den ich an einen Kleiderständer hang und dann die Schuhe von den Füßen striff.
Stellas Stimme meldete sich aus dem Badezimmer und einen Wimpernschlag später, stand sie in einen seidenen Bademantel in ihrer liebsten Farbe Lila gekleidet vor mir. Ihre schwarzen mittellangen Haare waren noch nass und sie sah ungeschminkt wie ein anderer Mensch aus, aber in meinen Augen war sie ohne Make-up und Wimperntusche viel natürlicher und hübscher. Natürlich hörte sie aber in dem Sinne nie auf mich und ließ sich keineswegs, in ihrer festgefahrenen Meinung beirren.
Meine beste Freundin war einen halben Kopf größer, hatte  weibliche Rundungen und war vom Typ her sehr eigenwillig, was wohl an ihrer Kindheit im Waisenhaus lag, wo wir uns auch als Kinder zum ersten Mal begegnet waren.
„Du bist reichlich spät. Ich hab mir schon Sorgen gemacht. Was schaust du denn so angespannt?“ fragte sie ernst und wandte sich an die ins Wohnzimmer integrierte Küche und fing an, Wasser für Tee zu kochen.
„Ach, Nichts. Ich bin nur müde und mache mir Sorgen wegen der Klausur morgen. Ich muss die Bücher noch durcharbeiten“, log ich unsicher und räumte die Kaffeetasse von heute Morgen in die Spüle. Sie starrte mich einen Moment misstrauisch an und nickte dann verstehend.
Ich würde ihr nichts von meinem Verfolgungswahn erzählen. Sie würde sich nur Unmengen an Sorgen um mich machen oder mich für durchgeknallt erklären. Sie hatte selbst schon so viel erlebt, dass sie wohl nichts mehr erschrecken würde.
Ich zog mir im Schlafzimmer etwas Trockenes an und band mir die Haare dann in einen unordentlichen Zopf, weil meine gewellten Haare mich ungemein im Moment reizten, indem sie mir immer zu beim Lernen ins Gesicht fielen.
Mit einer neuen Tasse Kaffee, einer dicken Wolldecke und den Materialien zum Lernen, setzte ich mich auf das Sofa und arbeitete bis spät in die Nacht hinein.
Schlaf fand ich kaum und als ich gegen vier Uhr am Morgen doch endlich einnickte, suchten mich der Zorn meines Stiefvaters und die Erinnerungen an ihren Tod wieder und wieder heim. Schwer atmend und mit tränenden Augen wachte ich am Morgen wieder auf und hoffte, dass die nächste Nacht besser werden würde.
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