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Ten Random Songs of Ice and Fire

SongficAllgemein / P12 / Gen
Arya Stark Daenerys "Dany" Targaryen Eddard "Ned" Stark Jon Schnee Sansa Stark Tyrion Lannister
16.01.2013
16.01.2013
1
1.510
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Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
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16.01.2013 1.510
 
A/N: Hurra, mein erstes Projekt – und dann auch noch in einem Fandom, für das ich noch nie geschrieben habe. Na, ob das was wird?

Mein Lesestand ist so ziemlich die Mitte von „A Storm of Swords“, also hat alles, was danach kommt, hier keine Bedeutung. Aber ich glaube ich muss vor Spoilern warnen für jeden, der noch nicht so weit gelesen hat.

Das Projekt im einzelnen gibt’s hier. Die Kurzform: Man nehme den Media Player und ein beliebiges Fandom, drücke auf "shuffle" und schreibe zu jedem Lied einen Oneshot. Und zwar nur so lange die Musik läuft. Es ist toll, sehr empfehlenswert und sehr anstrengend. Also machen :) Aber erst nach dem Lesen, bitte.



1. Wolfgang Amadeus Mozart: "Sinfonie Nr. 25" - Arya

Sie ist eine Wassertänzerin. Ihre Bewegungen sind schnell, anmutig und effizient. Tödlich effizient, wenn es sein muss. Am Anfang hatte sie noch Angst – doch sie weiß nicht so recht, wovor sie eigentlich Angst hatte. Vor ihrem Gegner, der mit kraftvollen Hieben nach ihr schlägt oder ... ja, oder doch vor sich selbst und davor, was sie mit ihrem Schwert in der Hand zu tun im Stande ist? Denn sie wird ihn besiegen, ihn töten, ihn aufspießen und sein Innerstes nach Außen drehen – wie sie es zuallererst mit dem Stallburschen in Königsmund getan hat – wie sie es mit jedem tun wird, der ihr im Weg steht.

Sie merkt deutlich, dass seine Bewegungen langsamer werden. Die starken Hiebe, mit denen ihr Gegner nach ihr schlägt, rauben ihm seine Kraft. Sie kann sogar die kleinen Schweißperlen sehen, die auf seiner Stirn stehen. Sie dagegen hat sich gerade erst aufgewärmt, tanzt leichtfüßig um ihn herum, pariert hier beinahe mühelos seinen Schlag, ritzt dort seine Haut auf – und bald wird sie ihn besiegt haben. Weil er ihr im Weg stand.


2. Adele: "Someone Like You" - Sandor Clegane

Sie hat etwas besseres verdient. Etwas besseres als ihn, um genau zu sein. Jemanden, der genau so ist, wie sie – rein, unverfälscht und unschuldig. Auf keinen Fall ein verfluchtes Monster, wie er selbst es ist – vom Feuer entstellt. Aber vielleicht gibt es solch einen Jemand gar nicht – oder zumindest nicht für sie? Denn natürlich lebt sie in ihrer eigenen Welt aus Rittern und Prinzen mit beschissenen weißen Pferden, die von Ehre reden und den Mist sogar selbst glauben. Er weiß nicht warum, aber eben weil er so gar nicht das ist, was sie eigentlich will, hofft er trotzdem, ein bisschen das zu sein, was sie braucht. Wahrheit und schonungslose Echtheit – keine kindischen Träumereien.  


3. Alanis Morissette: "Woman Down" – Joffrey Baratheon

Sie ist so dumm. So naiv und schrecklich gutgläubig. Er kann beim besten Willen nicht sagen warum, aber irgendwie weckt Sansa Starks kindliche Naivität etwas in ihm, von dem er nicht weiß, was er damit anstellen soll. Er weiß nicht, ob die Gedanken, die er hat, einem Lennister – und noch dazu einem König – zustehen, aber warum eigentlich nicht? Sie ist sein Untertan wie jeder in den Sieben Königslanden es ist. Und genau deswegen wird sie tun müssen, was er will. Und er will sie leiden sehen, will sie erniedrigen und will sehen, wie sich ihre straffe, junge Haut rötet. Von seinen Schlägen.


4. Alicia Keys: "Troubles" – Lord Baelish und Lord Varys

„Jeder Mann hat einmal Sorgen. Und ich gebe jedem Mann die Möglichkeit, sie zu vergessen. Denn was lässt einen Mann besser die täglichen Probleme vergessen als eine Frau, die sich seiner vollkommen natürlichen Bedürfnisse annimmt? Schließlich hat jeder Mann Bedürfnisse. Nun, beinahe jeder ... von Männern wie Euch abgesehen, Mylord. Also, falls man Euch überhaupt noch als Mann bezeichnen kann.“ – „Glaubt Ihr nicht, Mylord Baelish, dass ein Mann mehr ist als das, was sich zwischen seinen Beinen befindet?“


5. The Cardigans: "No Sleep" – Jon und Ygritte

Er hat noch nie so etwas unglaublich weiches wie ihre Haut berührt, hat noch nie etwas so Süßes wie ihre Lippen gekostet. Ihre Lippen ... so sanft geschwungen und von so schöner, blassroter Farbe. So blassrot, wie es die Blätter des Wehrholzbaumes im Götterhain von Winterfell sind, wenn leichter Frost sie des Nachts angehaucht hat. Wie gern würde er ihr Winterfell zeigen, würde sie in den Götterhain führen und ... nein. Er schüttelt den Kopf. Seine eigenen Gedanken verraten ihn. Winterfell gehört nicht ihm, dem Bastard, sondern Robb, dem König im Norden.  


6. Alicia Keys: "If I ain’t got you" – Eddard Stark

Manchmal weiß er nicht, warum er das alles tut. Die Hand des Königs zu sein ist nämlich sogar noch schlimmer, als er es sich vorgestellt hatte. Der König scheißt und die Hand wischt ab – die Leute wussten gar nicht, wie Recht sie mit alldem hatten und die grauen Haare, die ihm gewachsen waren, seit er in Königsmund war, ließen sich schon kaum noch zählen.

Wofür also? Die Antwort kommt ihm prompt in den Sinn und wenn er ehrlich ist, ist diese Antwort das einzige, was ihn weiter alles ertragen lässt: die Falschheit der Lennisters, diesen Schleimklumpen namens Kleinfinger, Varys‘ Verschlagenheit und Roberts Launen. Er tut es für seine Kinder. Und für den Frieden, den er in den letzten 17 Jahren erlebt hatte. Denn er hatte den Krieg gesehen. Allein das ließ ihn alles daran setzen, den Frieden zu bewahren. Für seine Kinder und die Hoffnung, dass sie niemals den Krieg sehen mussten.


7. Johann Sebastian Bach: "Air" – Daenerys und die Drachen

Sie liebt es, sie zu beobachten. Wie sie in die Lüfte steigen und schwerelos wirken – ganz so, als könnte nichts auf der Welt ihnen etwas antun weil sie über alles erhaben sind. Allein mit einem einzigen Flügelschlag schnellen sie empor, jeder auf seine eigene Weise fürchterlich schön: Drogon ungestüm, wild und schwarz wie die Nacht; Viserion mit seinen Augen in der Farbe von geschmolzenem Gold und Rhaegal, mit den Flügeln grün wie das Moos des Waldes. Daenerys Targaryen beobachtet sie, aber in ihren Gedanken ist sie weit weg, an einem anderen Ort und in einer anderen Zeit. In letzter Zeit träumt sie. Von ihrem Bruder Rhaegar am Trident. Sie sieht das Banner ihres Hauses in der Sonne strahlen ... und dann in den Sümpfen am Flussufer verschwinden, zerfetzt und getränkt mit dem Blut ihres Bruders. Ob alles anders verlaufen wäre, wenn er damals ihre Drachen gehabt hätte?


8. Christian Kane: "More Than I Deserve" – Tyrion Lennister und Shae

Sie tut es nur für das Gold. Er weiß, dass er schon verloren hat, allein weil er sich daran erinnern muss. Er ist ihr verfallen. Er gehört ihr und würde mit ihr gehen, wohin auch immer sie gehen will – soweit seine Zwergenbeine ihn tragen würden. Wenn sie es verlangen würde, wäre es das reinste Vergnügen für ihn, seinen Namen abzulegen, ihnen irgendwo auf einem schönen Fleckchen Erde eine Hütte zu kaufen und den Rest seines Lebens damit zu verbringen, sie zu lieben. Doch das wird sie nicht verlangen. Denn sie tut es nur für das Gold.


9. OneRepublic: "Missing Persons 1&2" – Catelyn Stark

Manchmal malt sie sich aus, wie es wäre, sie jetzt alle wiederzusehen. In ihrer Fantasie ist es ein stürmischer Tag auf Winterfell, der Wind weht um die Zinnen und Mauern, aber drinnen prasseln die Kaminfeuer. Alle sitzen am Tisch in der großen Halle. Arya, wie immer ein Wirbelwind, streitet sich mit Sansa, die zu einer schönen jungen Frau geworden ist. Robb ist kein König in ihrer Fantasie, sondern einfach nur Robb, ihr Sohn. Er lacht mit Bran und Rickon über irgendeine ernstgemeinte Bemerkung, die Maester Luwin gemacht hat.

Dann umschließt eine große, warme Hand ihre eigene und drückt sie sanft. Ned küsst sie kurz aufs Haar und setzt sich neben sie. Da stört es sie nicht mal, dass Jon Schnee gerade den Raum betritt, denn dieser Moment ist zu gut, als dass ihn irgendetwas verderben könnte ... er wäre zu gut, wenn es ihn geben würde. Doch es gibt ihn nicht. Ihre Kinder sind in alle Himmelsrichtungen verstreut, ihr Ned ist tot. Und der Schmerz, den sie bei diesen Gedanken fühlt, scheint sie buchstäblich zu zerreißen.


10. Pink: "Glitter in the Air" – Sansa Stark und Loras Tyrell

Sie wünscht sich, dass dieser Moment niemals zu Ende gegangen wäre. Denn sie sieht ihn noch immer vor sich: den stattlichen Ritter in seiner Rüstung aus silbernen und goldenen Blumen. Wie er mit einer roten Rose in der Hand auf sie zu kam. Auf sie. Er schenkte ihr eine rote Rose, ehrte sie mit diesem Geschenk und bat damit um ihre Gunst, die sie ihm mit Freuden schenkte. So gern hätte sie ihm so viel mehr geschenkt, so gern hätte sie diesen Augenblick festgehalten, um sich bis in alle Ewigkeit daran zu erinnern, dass Ser Loras  Tyrell sie um ihre Gunst gebeten hatte. Doch in letzter Zeit verblasste all das und die Erinnerung kam ihr vor wie ein fremdes Leben, das nicht ihres war. Sie versuchte krampfhaft, sich zu erinnern wie er ausgesehen hatte, wie süß die Blume gerochen hatte und wie tief sie geglaubt hatte, in seine Augen sehen zu können – doch sie konnte nicht.
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