You stole my heart

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
14.01.2013
18.06.2013
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Hallo, das ist meine neue FF. Über Reviews würde ich mich sehr freuen :)
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Meli´s POV:

Erschrocken riss ich meine Augen auf und tastete in der Dunkelheit nach meinem Handy.
"Hallo?" fragte ich schlaftrunken.
"Rate wer zum One Direction Konzert in München geht" brüllte meine beste Freundin Lici ins Handy.
"Du weißt, dass ich dich echt gerne mag, aber hast du mal auf die Uhr geschaut?" fragte ich und schaltete das Licht ein.
Fassungslos stellte ich fest, dass es halb vier Uhr morgens war.
"Meli, bleib bitte sachlich. Wir werden heute Abend auf das One Direction Konzert gehen. Ich habe gerade bei Ebay zwei VIP-Tickets gekauft" kreischte Lici, so dass ich mir das Handy vom Ohr weghielt.
"Mir stellen sich im Moment zwei Fragen. Erstens: Warum kaufst du um halb vier Tickets bei Ebay? Und zweitens, was willst du mit One Direction? Das sind doch die totalen Milchbubbies" fragte ich sie.
"Erstens: Weil ich nicht schlafen kann und zweitens: Sie sind absolut heiß. Aber davon kannst du dich ja heute Abend selber überzeugen. Aber wir müssen noch shoppen gehen" sagte Lici und ich hörte, wie sie von ihrem Bett aufsprang.
"Lici, ich würde dich am liebsten erwürgen" seufzte ich und legte mich wieder nieder.
"Gottseidank sind jetzt Ferien. Ich hol dich um 8 Uhr ab, dann gehen wir shoppen, zum Friseur und lassen uns die Nägel machen" redete sie munter weiter.
"Wenn du hier um 8 Uhr auftauchst, warst du die längste Zeit meine beste Freundin" knurrte ich, doch Lici ignorierte es einfach.
"Perfekt. Bis später und schlaf dich bitte aus, ich will nicht, dass du schlecht gelaunt bist" lachte sie und legte dann auf.
Sie war einfach unglaublich! Manchmal war sie so schüchtern, dass ich verzweifelte, aber wenn sie so abenteuerlustig war, war sie mir etwas unheimlich.
Schon klar, jeder hat seine Macken, aber Lici´s erstaunten mich manchmal wirklich.
Kopfschüttelnd schloss ich die Augen und schlief dann wieder ein.

"Wach endlich auf" hörte ich jemanden rufen und öffnete vorsichtig die Augen.
"Bist du bescheuert?" fragte ich meine beste Freundin verschlafen, die auf meinem Bett herumsprang.
"Nein, aber wir haben einen vollen Terminkalender. Also beweg deinen Allerwertesten aus dem Bett" rief sie und sprang weiter.
"Hörst du dann auf?" fragte ich hoffnungsvoll und sprang aus dem Bett.
Überglücklich strahlte sie mich an und durchstöberte meinen Kleiderschrank, ich verschwand im Bad.
"Es ist eindeutig: Du brauchst auch unbedingt was zum anziehen" erklärte sie mir und deutete auf meinen Kleiderschrank.
"Was hast du jetzt schon wieder gemacht?" fragte ich fassungslos und sah meine Kleider an, die auf dem Boden lagen.
"Gehen wir, bevor du noch das Haus anzündest" stöhnte ich und zog sie in die Küche.
"Na ihr beiden, so früh schon auf den Beinen?" fragte meine Mama und stellte uns Semmeln und Brezen auf den Tisch.
"Ja, wir gehen shoppen. Und heute Abend gehen wir auf ein Konzert in der Olympiahalle" erklärte Lici und schenkte sich eine Tasse Kaffee ein.
"Hört sich toll an. Melanie, ich muss mit deiner Schwester heute zum Zahnarzt und danach will sie unbedingt ins Einkaufszentrum. Dort gibt so eine komische Boyband eine Autogrammstunde" seufzte Mama, als Emma, meine kleine Schwester in die Küche kam.
"One Direction" kreischte sie und sprang wild herum.
"Lici, nimm doch Emma auf´s Konzert mit" sagte ich, worauf mich Emma und Lici mit großen Augen ansahen.
"Ihr geht auf´s One Direction Konzert?" fragte meine 13-jährige Schwester fassungslos.
"Ja, ich habe heute Nacht noch Tickets gekauft" erklärte Lici stolz.
"Darf ich mitgehen?" fragte Emma mit treuem Hundeblick und wickelte ihre blonden Locken um ihren Zeigefinger. Das machte sie immer, wenn sie etwas unbedingt wollte.
"Sorry Emma, aber Meli kommt mit" sagte Lici entschuldigend und sah dann auf die Uhr.
"Komm jetzt, sonst werden wir heute nicht mehr fertig" sagte sie streng und zog mich in den Flur.
"Bis später" rief ich Mama und Emma zu und folgte dann Lici ins freie.
"Gehen wir zur Autogrammstunde?" fragte Lici und sah mich bittend an.
Ich seufzte, doch was will man machen, wenn die beste Freundin einem diesen "Bitte-du-bist-doch-meine-beste-Freundin-Blick" zuwarf.
"Meinetwegen, aber ich habe heute einen Friseurtermin" antwortete ich und hackte mich bei meiner blonden Freundin unter, dann gingen wir zur U-Bahn.
Als wir am Marienplatz ankamen, stürmten wir die Geschäfte und kauften alles, was nicht Niet- und Nagelfest war.
Gottseidank hatten wir Sommerferien, so konnten wir den ganzen Tag machen, was wir wollten.
"Ich habe total hunger" seufzte Lici und so steuerten wir auf ein Restaurant zu.
Als wir bestellt hatten, sah mich Lici unglücklich an.
"Was ist?" fragte ich verwirrt.
"Das ist so unfair. Ich nehme sofort zu, wenn ich z.B. Schokolade esse und du, du stopfst dich mit allem möglichen ungesunden Essen voll und wirst einfach nicht dicker" seufzte sie.
Diese Unterhaltung hatten wir schon oft geführt: Lici fühlte sich immer zu dick. Dann versuchte ich, ihr das Gegenteil zu beweisen und zum Schluss aß sie doch wieder ihr Lieblingsessen: Lasagne.
Wir hatten jede Menge Spaß, bis uns der Kellner rausschmiss, weil wir die anderen Gäste mit unserem Lachen belästigt hatten.
"So ein Idiot" schimpfte Lici und brach dann wieder in schallendes Gelächter aus.
"Ja, keiner hat Verständnis für so bescheuerte Jugendliche wie uns" stimmte ich meiner besten Freundin zu, als wir auf dem Weg zum Friseur waren.

"Ich glaube, ich lasse mir die Haare schneiden" sagte Lici, als wir in der Warteecke unseres Friseurs saßen.
"Nein, deine schönen Haare lässt du nicht abschneiden" protestierte ich laut und erntete böse Blicke der anderen wartenden Kunden.
"Mist, ich habe bloß noch 20€" sagte Lici und somit hatte sich das Thema Friseur für sie erledigt.
"Hallo, was kann ich für euch tun?" fragte eine Mitarbeiterin und sah uns freundlich an.
"Ich habe einen Termin" erklärte ich und kurz darauf folgten wir der Friseurin zu einem freien Platz.
"Ich glaube, rot würde dir gut stehen" sagte Lici und blätterte in einer Zeitschrift.
"Denkst du? Ich bin mir da nicht so sicher" zweifelte ich, doch Lici winkte meine Bedenken weg.
"Hallo Mädels, was kann ich für euch tun?" fragte Susi, eine Freundin von uns.
"Rot" schrie Lici und wurde dann rot, weil sie alle Leute in dem Friseursalon anstarrten.
"Schön, Rot steht dir bestimmt gut" grinste Susi und verschwand dann.
"Mahagoni würde super aussehen" erklärte sie mir und ich nickte.
Dann machte sie sich ans Werk.

Nach fast zwei Stunden war sie fertig.
"WOW, das sieht super aus" rief Lici begeistert und wuschelte mir durch die Haare.
"Hey, lass das" sagte ich und sah in den Spiegel.
Es sah wirklich gut aus.
"Vielen Dank Susi" sagte ich und umarmte die Friseurin.
Als wir bezahlt hatten, gingen wir noch einmal durch die Straßen, um das restliche Geld auszugeben.
"Wir sollten dann mal Richtung Einkaufszentrum gehen" meinte Lici und wuschelte mir schon wieder durch die Haare.
"Kannst du das bitte lassen?" fragte ich leicht genervt, worauf meine Freundin grinste.
"Komm, gehen wir zum Einkaufszentrum, damit du deine bescheuerten Jungs sehen kannst" stöhnte ich und lief zur U-Bahn hinunter.

"Wir sind zu spät" jammerte Lici, als wir ins Einkaufszentrum gingen. Eine Menschenmenge von bestimmt 1000 Menschen stand vor uns und kreischte herum.
"Jetzt kannst du dich ja schon mal auf heute Abend vorbereiten" sagte ich und sah mich um.
Vielleicht hatten wir ja Glück und wir würden meine Mama treffen, denn dann konnte sie unseren ganzen Einkaufstüten mitnehmen und wir mussten sie nicht nach Hause schleppen.
"Komm" riss mich Lici aus meinen Gedanken.
Wir warteten fast eine Stunde, bis wir vor den Tischen der fünf britischen Jungs standen. Komischerweise standen hinter uns keine kreischenden Mädchen mehr, so dass ich annahm, wir waren die letzten.
"Hi" begrüßte uns ein Junge, mit braunen lockigen Haaren.
Lici strahlte ihn überglücklich an und brachte kein Wort heraus.
"Hallo, könntest du bitte hier unterschreiben?" fragte ich stattdessen und legte ihm Lici´s Autogrammbuch hin.
"Wie heißt ihr denn?" fragte er und grinste uns an.
"Schreib einfach für Lici" sagte ich und musterte die anderen Jungs.
Wie ich Zuhause schon gesagt hatte, sie waren alle Milchbubbies. Ein Junge mit schwarzen Haaren trug eine schwarz-weiße Collegejacke und sah mich mit großen Augen an.
"Ist was?" fragte ich und sah an mir herunter.
"Nein, du bist nur ziemlich hübsch" stammelte er und wurde rot.
Genervt verdrehte ich die Augen und als der Lockenkopf endlich unterschrieben hatte, schob ich Lici zu einem Typ, der Hosenträger trug.
"Hi" grinste dieser frech und unterschrieb.
"Das ist Louis" stammelte Lici leise und krallte sich an meinem Unterarm fest.
"Schön für dich" zischte ich und zog meinen Arm weg.
"Hi, ich bin Zayn" sagte der schwarzhaarige Junge und unterschrieb in dem Buch.
"Kommt ihr heute auf´s Konzert?" fragte er und sah mich an.
"Ja, wir haben VIP-Tickets" rief Lici und strahlte den Typ an.
"Cool, dann sehen wir uns ja nochmal" grinste ein blonder Junge.
"Darf ich ein Foto mit euch machen?" fragte Lici und sah den Jungen bittend an.
"Klar, immerhin seid ihr die letzten" antwortete ein braunhaariger Junge, der ein schwarz-lila Hemd trug.
"Bist du so nett und machst ein Foto?" fragte Lici und drückte mir ihr Handy in die Hand.
"Klar" sagte ich und schoss ein paar Fotos.
Lici strahlte und irgendwie freute ich mich für sie: Es war schon immer ihr Traum gewesen, One Direction persönlich zu treffen.
"Lici, wir müssen jetzt los" sagte ich, als sie gerade mit Harry redete.
"Bis später" rief Lici und folgte mir dann nach draußen.

Auf dem Nachhauseweg schwärmte mir Lici die ganze Zeit vor, wie toll One Direction doch war.
"Lici, bitte tu mir einen Gefallen und rede bis zum Konzert nicht mehr von den Jungs" flehte ich meine beste Freundin an.
"Aber nur, weil du es bist" sagte sie und schüttelte lachend den Kopf.
Zuhause wurden wir von meiner durchgeknallte Schwester begrüßt.
"Schaut euch das an" schrie sie und deutete auf ihr T-Shirt.
Ich sah, dass dort fünf Unterschriften waren und beugte mich näher zu ihr.
"Das solltest du mal wieder zum waschen bringen. Das ist ziemlich dreckig" sagte ich so ernst wie möglich.
"Du bist so blöd. Das verstehst du nicht" knurrte sie mich an.
Kopfschüttelnd ließ ich die beiden One Direction Fans alleine und ging in die Küche zu meiner Mama.
"Soll ich dir helfen?" fragte ich und stellte mich neben sie.
"Du siehst toll aus" sagte sie und begutachtete meine neue Haarfarbe.
"Danke" murmelte ich verlegen und nahm ihr die Teller ab.
Sie war gerade unterm Kochen und war über meine Hilfe sehr froh.
"Lici, bleibst du zum essen?" rief sie in den Flur.
"Nein, ich muss mich noch für´s Konzert fertig machen" antwortete Lici und verabschiedete sich dann.
Während dem Essen hörte ich mir von Emma an, was die Jungs zu ihr gesagt hatten.
"Liam hat gesagt, wenn ich älter wäre, würde er sich gerne mit mir treffen" erzählte sie mir stolz.
"Aha" antwortete ich und verschwand dann in meinem Zimmer.
Die nächsten zwei Stunden machte ich mich für´s Konzert fertig.

"Meli, bist du schon fertig?" hörte ich um halb acht Lici im Flur.
"Gleich" schrie ich zurück und schmierte mir Lipgloss auf die Lippen.
Jetzt war ich endlich fertig und sah mich im Spiegel an. (Das Outfit: http://d20sfnglhw75f3.cloudfront.net/images/outfits/7099558/die-colle-auf-der-grillparty_web.jpg)
Als ich die Treppe hinunterlief, sah ich Emma´s traurigen Blick.
"Hey, ich sag ihnen, dass du ihr größter Fan bist" sagte ich und umarmte sie.
"Aber wehe, du machst dich an Liam ran. Der gehört mir" meinte sie ernst und sah mich an.
"Großes Schwestern-Ehrenwort" grinste ich und verabschiedete mich auch noch von Mama.
Dann machten wir uns auf den Weg.