Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

„Ich warte auf dich“

von LenjaKa
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
Balin Dwalin Fili Kili OC (Own Character) Thorin Eichenschild
11.01.2013
16.08.2013
90
211.136
63
Alle Kapitel
470 Reviews
Dieses Kapitel
16 Reviews
 
 
11.01.2013 1.241
 
Was für ein Anblick. Schöner hätten es die Götter nicht in Szene setzen können. Im Sonnenlicht dieses ersten Sommertages saß eine Zwergin auf einem Stein. Auch wenn es nicht mehr kühl draußen war, hatte sie trotzdem eine dünne Decke um ihren Unterleib geschlungen. Dem Schatz in ihrem Schoß sollte es nicht an Wärme fehlen. Ihre Haare waren mittlerweile wieder mehr als schulterlang und das Licht spiegelte sich in ihren roten Strähnen wieder. Wie kleine Flammen loderten sie. Ganz ihr Gemüt, durchfuhr es seine Gedanken.

Eine Hand lag auf ihrem Bauch und strich zärtlich in kreisenden Bewegungen über die rechte Seite. Eine stattliche Rundung nannte die Frau bereits ihr Eigen. Auch er konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen als er sie dort sitzen sah. So verträumt, so glücklich - wie es nur eine Schwangere sein konnte.

Sie war seit jener Zeit an seiner Seite. Seitdem sie zu ihrer Mission aufgebrochen waren. Sie hatte ihn nicht im Stich gelassen, obwohl damals noch die Vergangenheit zwischen ihnen stand. Sie hatten einander verziehen. Es war nicht einfach gewesen. Die Erlebnisse hatten sie wieder zusammengeschweißt. Er hatte ihr seine Gefühle gestanden, seine Fehler eingesehen. Sie hatte ihr Temperament ein wenig gezügelt, hatte versucht ihm die nötige Zeit zu geben. Auch wenn dies nicht immer ohne Streit und böse Worte geschehen war. Doch sie liebten sich. Fast zu spät hatten sie es begreifen müssen, dass sie beide für ihr Glück gemeinsam zu kämpfen hatten. Er durfte sie nicht mehr gehen lassen. Er musste sie festhalten. Und sie verlangte auch nichts anderes von ihm. Auch sie wollte ihr gemeinsames Glück endlich genießen können.

Viele Dinge hatten sie gemeinsam erlebt. Erst einst bevor sie ihre Heimat verloren hatten und dann auf der waghalsigen Unternehmung zurück. Und nun stand ein neuer Abschnitt an. Sie bekam ein Kind. Sein Kind. Ihr gemeinsames Kind. Der schönste Beweis einer Liebe. Er schloss kurz die Augen. Sie war ihm mehr wert als alle Schätze dieses Berges zusammen. Sie bedeutete ihm alles. Sie war die Person, die ihn auf den Boden der Tatsachen hielt. Sie war es, die nicht davor zurückschreckte ihm ihre Meinung ohne Umschweife mitzuteilen. Sie war es, die ihn zum Lachen brachte. Sie war es, die ihn liebte wie er war, auch wenn es sie manchmal Energie kostete. Sie war sein Zufluchtsort. Bei ihr brauchte er kein König sein. Sie wollte ihn so wie er war. Dafür war er ihr dankbar. Und er war es, der den einstigen Wirbelwind nun gezähmt hatte. So hoffte er jedenfalls.

Er musste zugeben, dass ihr der Bauch sehr gut stand. Sie war eine glückliche Schwangere. Und das strahlte sie auch aus. Trotz der traurigen Vorgeschichte. Umso runder der Bauch wurde, umso fröhlicher wurde sie. Sie strahlte förmlich von innen. Sie war in seinen Augen noch schöner als zuvor. Sehr weiblich mit ihren Rundungen an den richtigen Stellen. Ihre natürlichen Kurven wurden von Woche zu Woche prächtiger. Wie sehr er es liebte sie zu berühren. Sie zu liebkosen. Sie zu lieben, wenn sie beide das Verlangen überkam sich zu spüren. Ihr so nah wie noch nie zuvor zu sein. Ihr auch jetzt zu zeigen, dass er sie begehrte.

Sicherlich bedeutete ein Kind auch eine Umstellung in ihrer Partnerschaft, doch er konnte sich keine schönere Herausforderung vorstellen. Wer Kämpfe auf Schlachtfeldern ausfocht, der konnte auch ein Kind schaukeln. Zumal er ja einst mit Fíli und Kíli ausgiebig geübt hatte. Wenn sie wüsste, wie gut er Windeln wechseln konnte. Er hatte sich nie darum gerissen, aber er hatte doch Erfahrung auf diesem Gebiet. Die Not macht bekanntlich erfinderisch und zwang einen dazu auch ungeliebte Dinge zu tun. Noch sollte es sein kleines Geheimnis bleiben. Eine Überraschung für seine Königin. Er würde es im richtigen Moment zeigen und bestimmt vor Verzückung nicht nur lobende Worte ernten. Aber noch blieb ein wenig Zeit. Doch er freute sich auf das Leben, welches in ihrem Schoß heranwuchs.

Er liebte es seine Hände auf ihren Bauch zu legen und zu spüren, wie ihr gemeinsamer Schatz sich ein wenig in die Richtung der plötzlichen Wärme drehte oder wie die kleinen Beulen auf dem Bauch seiner Liebe nach und nach wieder verschwanden. Nur, um dann manchmal andernorts wieder aufzutauchen. Ja, er war stolz. Stolz auf sein Werk. Stolz auf den runden Babybauch, den sein Weib vor sich her trug. Auf das Kind, welches sie in inniger Liebe gezeugt hatten.

Er setzte sich zu ihr. Auch wenn er tagsüber nicht immer die nötige Zeit für Aufmerksamkeiten ihr gegenüber fand, wollte er dann immerhin die kleinen Momente nutzen seinen beiden Lieblingen nah zu sein. Mittlerweile war es zu einem gemeinsamen Ritual geworden sich um die Mittagszeit eine kurze Pause zusammen mit seinem Weib zu gönnen. Zärtlich berührten seine Lippen ihren Hals während sich seine linke Hand um ihre Hüfte legte und seine Rechte neben der Hand seiner Frau auf den Bauch glitt. Sie strahlte ihn an.

Eine ganze Weile saßen sie nebeneinander ohne miteinander zu sprechen. Der Wind wehte in ihren Haaren. Die Sonne spendete wohlige Wärme. Sie brauchten sich dem anderen nicht mitteilen. Sie konnten ahnen, was ihrem Partner durch den Kopf ging.

Lenja hatte ihren Kopf an Thorins Schulter gelehnt während er ihren Bauch mit Streicheleinheiten liebkoste.
Aber dann war es bald wieder Zeit sich seiner Arbeit als König zu widmen. Doch bevor er zurück in sein Arbeitszimmer ging, beugte er sich vor, gab dem runden Bäuchlein einen Kuss auf den grünen Stoff des mütterlichen Kleides und flüsterte:

„Wir warten auf dich.“


-ENDE-



Nachwort:

Ich möchte DANKE sagen.
Gut sieben Monate habe ich an dieser FF geschrieben. Manche von euch haben mich während der gesamten Zeit begleitet. Andere sind später dazu gestoßen. Und wieder andere haben erst vor Kurzem ihren Weg hierhergefunden. Viele haben mich regelmäßig in Reviews wissen lassen, was ihnen beim Lesen durch den Kopf ging. Noch viel mehr unter euch haben einfach gelesen und mich mit Klicks und Favoriteneinträgen wissen lassen, dass ihnen die FF gefällt. Und wieder andere haben sich hin und wieder per Mail geäußert. Und ich danke euch allen! Jeden für seine eigene persönliche Art!
Als ich dieses Projekt begonnen habe, wusste ich bereits wie es enden wird. Anders als im Original sollten möglichst alle überleben. Ein großes Happy End eben. Aber was ich nicht wusste, war, wie ihr meine Ideen aufnehmen werdet. Ich kann euch versichern, dass ich mehr als überwältigt von der erlebten Resonanz bin. Danke! Danke für eure Unterstützung! Danke dafür, dass wir zusammen mit Lenja, Thorin & Co. lachen, feixen, fragend die Augenbraue in die Höhe ziehen, mitfiebern, verzweifelt aufschreien oder auch ein paar Tränchen vergießen konnten. Ich möchte euch allen von Herzen danken, dass ihr mich auf diesem langen Weg begleitet habt. DANKE!

Diese Geschichte ist nun hier vorbei. Es ist auch für mich noch ein wenig seltsam, nun den Haken unter „fertiggestellt“ zu setzen. Doch es gibt noch viele Ereignisse, die es wert sind in einer Fortsetzung behandelt zu werden. Wie ich bereits durchschauen lassen habe, wird es eine neue Geschichte mit allen Protagonisten geben. Den Titel behalte ich noch ein wenig für mich. Den genauen Inhalt auch. Aber ich glaube, dass ihr bereits eine Ahnung habt in welche Richtung es gehen wird. Ich würde mich sehr freuen, euch alle auch dort wieder begrüßen zu dürfen!


DANKE für die Zeit, die ich zusammen mit euch hier verbringen durfte!

Eure LenjaKa

P.S.: Ja, ich bin eine Kitschtante. ;)
_______________
Die Fortsetzung "Die Zukunft gestallten wir zusammen" findet ihr hier:
Die Zukunft gestalten wir zusammen
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast