Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

„Ich warte auf dich“

von LenjaKa
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
Balin Dwalin Fili Kili OC (Own Character) Thorin Eichenschild
11.01.2013
16.08.2013
90
211.136
63
Alle Kapitel
470 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
11.01.2013 2.419
 
Sie alle hatten ihnen gratuliert. Niemand wollte es sich nehmen lassen, sie zu beglückwünschen. Ein jeder tat dies auf seine eigene Art. Der eine humorvoller als der andere und doch waren Worte mehr als ein Geschenk geben konnte.

Auch wenn in dieser Nacht kein Fest gefeiert wurde, wie es sich im Normalfall für eine Hochzeit gehörte, fehlte es keinem der Anwesenden. Die zurückgewonnene Freiheit und die Freude über die Liebe zweier unter ihnen reichte vollkommen aus. Sie saßen noch ein wenig beieinander. Lachten, herzten, lauschten Balins und Dwalins Geschichten über Lenjas Kindheit, schmunzelten zeitweise, schüttelten ihre Köpfe als Fíli und Kíli begannen über ihre Kindheit unter Thorins wachsamen Augen zu berichten und brachen schließlich in Gelächter aus als die Sprache auf eine potentielle Tante kam.

„Und dann, nachdem wir endlich wussten, wie die Sache mit den Zwerglingen funktionierte, hatten Kíli und ich auch schnell eine Zwergin gefunden von der wir dachten, dass sie Onkel gefallen könnte. Immerhin war sie gar nicht so unansehnlich und wir wollten ihm etwas Gutes tun. Also haben wir ihr gesagt, dass unser Onkel sie zum Essen einlädt. Damals mussten wir zehn und fünfzehn Jahre alt gewesen sein. Die Arme kam also am Abend und ahnte nicht, dass wir alles eingefädelt hatten. Thorin machte große Augen und die Zwergin noch größere als Kíli ihr dann den Grund ihres Erscheinens mitteilte. Willst du nicht weitererzählen, Bruderherz?“

Der Angesprochene verzog kurz das Gesicht, nickte aber dann. Thorin hatte schon Übles ahnend die Augen geschlossen. Nicht nur Lenja wirkte höchst interessiert.

„Naja, ich habe ihr eben klar zu verstehen gegeben, was ich von einer Tante erwartete. Ohne groß zu zögern, verkündete ich fröhlich, dass die beiden nun aber frohen Mutes an die Arbeit gehen sollten. Irritiert hatten sie mich angeschaut. Sie hatten mich leider nicht richtig verstanden. Also sagte ich: „Frisch ans Werk und gebt euch Mühe. Ich möchte einen Vetter oder eine Base.“ Das Schlimme war aber, dass ich dies tot ernst meinte. Aber keiner von beiden wollte dem nachkommen... naja, die Zwergin war dem vielleicht doch nicht so abgeneigt... aber unser Onkel...“

Allgemeine Erheiterung gab es als Antwort für diesen Beitrag. Thorin kratzte sich ein wenig verlegen an der rechten Schläfe als Lenjas Blick ihn traf.

„Und nun?“, wollte sie belustigt wissen und sah in die Richtung, wo die beiden Brüder saßen.

„Wie? Ich glaube, ich verstehe nicht recht“, meinte der Ältere.

Aber noch ehe die Zwergin antworten konnte, hatte der Jüngere verstanden: „Auch wenn es bereits etwas verspätet ist, bestehe ich immer noch darauf und verlange nun einen Vetter oder eine Base. Gebt euch Mühe, sonst werdet ihr noch zu zusätzlichen Übungsstunden herangezogen, wenn der Erebor wieder unser ist.“


**


„Anscheinend sind sie alle ganz erpicht darauf, dass ich bald ein Kind von dir erwarte“, murmelte Lenja als sie Hand in Hand neben Thorin zusammen den Weg zu ihrer Unterkunft bestritt.

„Hm?“, bemerkte der Zwerg, ohne auf ihre Bemerkung einzugehen.

„Na, diese ganzen Anspielungen auf eine Schwangerschaft. Meinst du nicht auch, dass das ein wenig übertrieben war?“, sprach sie weiter.

Der Zwerg blieb stehen, atmete tief durch und sah ihr dann in ihre Augen: „Lass ihnen doch die Freude. Es war ein wahrer Kampf sie einen halben Tag unter Kontrolle zu halten, sodass sie dir nichts von meinen Absichten verrieten. Und dass sie nun darauf spekulieren, dass wir beide in dieser Nacht nicht nur die wunderschöne weiße Wand in unserer Kammer begutachten, ist doch auch nicht ganz abwegig. Sie freuen sich einfach, dass wir beide doch noch wieder zusammen gefunden haben. Und ich freue mich ganz besonders.“

Eine Hand spielte in Lenjas kurzen Haaren.

„So, so. Na, wenn sie nicht schon Wetten darauf abgeschlossen haben, wann sich ein Kind ankündigt...“, bemerkte die Frau und lächelte wieder.

„Dafür sollten wir aber schleunigst das heutige Lager anvisieren, meinst du nicht?“

„Um was dort zu machen, Herr Zwerg?“ Angriffslustig zog sie ihm an seinem Zopf und hob fragend die linke Augenbraue.

„Eigentlich müsste ich dich dafür über das Knie legen, Fräulein. Aber mir schweben ganz andere Dinge vor... Ich bin sehr hungrig, Lenja. Ich finde dich zum Anbeißen“, raunte er ihr entgegen und wollte sie in seinen Armen gefangen nehmen als seine Frau einen Satz nach hinten machte.

„Na, dann komm und hol mich!“, lachte Lenja und lief auch schon ihrem frisch angetrauten Ehemann davon.

Die Herausforderung nahm der Zwerg gern an. Ein wenig Vorsprung gewährte er seinem Weib, doch dann nahm er die Verfolgungsjagd auf und noch ehe sich Lenja versah, hatte Thorin sie schon eingeholt und in seine Arme gehoben. Lachend ergab sie sich ihrem Schicksal, schlang ihre Hände um seinen Nacken und konnte nicht anders als ihrem Träger einen Kuss auf die Nasenspitze zu geben.

„Bilde dir nichts ein. Du hast nur gewonnen, weil ich so ein unpraktisches Kleid trage.“


**


Behutsam ließ Thorin Lenja auf das Bett sinken. Nur unfreiwillig löste die Frau den Griff hinter seinen Nacken und entließ den Zwerg kurzzeitig der Freiheit. Mit wachsamen Augen sah sie von ihrer Rücklage auf, um jeden seiner Schritte genau zu beobachten. Links und rechts neben dem Kopfende entzündete der Zwerg zwei kleine Lampen. Das Licht, was jene spendeten, hüllte den Raum in ein angenehmes, nicht zu helles Gewand. Doch es war ausreichend genug, um den Anderen zu sehen und genauestens unter Augenschein nehmen zu dürfen.

„Und nun?“, fragte die Zwergin mit gespielter Ahnungslosigkeit als sich ihr Mann zu ihr gesellte und ein wenig über sie beugte, um ihr besser ins Gesicht zu schauen.

„Ich wüsste da schon etwas“, sprach ihr Gegenüber mit einem verführerischen Lächeln auf den Lippen.

Er beugte sich noch ein weiteres Stück vor, erst berührten sich ihre Nasenspitzen und dann die Lippen. Ganz zart strichen sie übereinander. Ein zufriedenes Raunen der Frau bestätigte ihn in seinem Tun. Der Druck nahm ein wenig zu. Spielerisch neckte seine Zunge alsbald ihre Lippen. Mit einem Funkeln in den Augen ließ sie ihn gewähren und vergaß schon bald regelmäßig Luft zu holen. Die Küsse schmeckten nach Liebe und Sehnsucht. Mit einem angenehmen Kribbeln in ihrem Körper lösten sich ihre Lippen voneinander, was Lenja mit einem trotzigen Gesichtsausdruck bedachte. Doch sie konnte sich schon kurz danach nicht mehr darauf konzentrieren mit einer gespielten Entrüstung zu überzeugen.

Thorin war dazu übergegangen einem imaginären Weg an ihrem Hals mit seinen Lippen zu folgen, was Lenja schon bald an ihrem Verstand zweifeln ließ. So zart und doch verlangend. Es brannte förmlich an ihrer Haut als seine Erkundungsreise ihn weiter in Richtung Schlüsselbein und schließlich zu ihrer linken Schulter führte, die er mit einem gekonnten Handgriff vom schützenden grünen Stoff befreite. Unwillkürlich biss sie sich auf ihre Unterlippe als er dazu überging an ihrer Haut zu knabbern.

„Was machst du da?“, fragte sie belustigt und strich ihm mit einer Hand durch sein Haar.

„Ich habe dir doch gesagt, dass ich dich zum Anbeißen finde, Flocke“, antwortete er an ihre weiche Haut.

„Na, wenn das mein Mann hört, Herr Zwerg“, lachte sie und ließ sich auf das Spiel ein.


**


Sie konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Von einem zufriedenen Schnurren war sie alsbald in ein wohliges Seufzen gewechselt. Sie genoss jede seiner Berührungen und Liebkosungen. Bereits seit einiger Zeit lag sie in ihrer gesamten Pracht vor ihm. Genussvoll hatte sie die Augen geschlossen. Gedankenverloren hatte sich eine Hand in sein wildes Haar geschlichen und sie dankte ihm jede Berührung zwischen ihren Schenkeln mit lieblichen Lauten. Langsam begann sie sich unter ihm zu winden. Die Lust stand ihr förmlich ins Gesicht geschrieben. Und doch wollte er sie noch ein weiteres Stück auf diese Art verwöhnen. Es wäre nicht richtig gewesen nun sofort sein eigenes Verlangen zu stillen. Er hatte über 100 Jahre gewartet, also besaß er auch noch die Zeit erst sein Weib den puren Genuss zu bescheren. Und schließlich spannten sich ihre Muskeln an, nur um sich kurz darauf in Intervallen wieder zu lösen. Ihre geröteten Wangen, der höchst entspannte Gesichtsausdruck und der soeben vernommene unterdrückte Schrei seines Namens bestätigte Thorin, dass er alles zur vollsten Zufriedenheit beendet hatte.

Mit einem Lächeln auf den Lippen öffnete sie ihre Schenkel. Sehnsuchtsvoll suchte Lenja seine Lippen, um sie in einem Kuss gefangen zu nehmen. Er kam ihr dankend entgegen und als er ihre Hand auf seinem nackten Körper fühlte, wie sie vom Rücken hinunter auf seinen Hintern strich, dort letztendlich verharrte und mit einem sanften Druck ihm zu verstehen gab, dass der Moment nun gekommen sei, ließ er es geschehen und konnte ein Seufzen nicht unterdrücken.

Sie waren eins. Und allein diese Vorstellung brachte ihn fast um den Verstand. Wie ein vom Hunger Getriebener suchte er ihre Lippen, verlor sich alsbald im Rhythmus der Liebe, genoss den fester werdenden Griff in seinem Haar, staunte über die Hitze, die von Lenja ausging, ließ sich dazu hinreißen den Takt zu ändern, hielt kurz inne, um sich ihr rechtes Bein auf die Schulter zu legen, hinterließ eine brennende Spur von verlangenden Küssen auf der weichen Haut und hatte schließlich das Gefühl zu verglühen als er den Rhythmus erneut beschleunigte, sie schneller und tiefer liebte. Atemlos stützte er sich über sie. Das Lächeln auf ihren Lippen, das Strahlen in ihren Augen und der eigene Genuss sorgten dafür, dass er sich in ihr verlor. Er ließ los und versah sich in einem Zustand der puren Glückseligkeit.

Lenja zog Thorin enger an sich. Ruhiger als noch zuvor küssten sie sich. Zärtlich strich sie ihm eine seiner langen Strähnen aus dem Gesicht. Ihre Körper waren erhitzt und klebten leicht vor Anstrengung. Und doch konnten sich beide keinen schöneren Ort auf dieser Welt vorstellen.


**


Am nächsten Morgen war Lenja als erstes wach. Sie wunderte sich selbst ein wenig, warum sie sich trotz der nächtlichen Anstrengung bereits wieder bei Kräften fühlte. Mit einem Schmunzeln bettete sie ihren Kopf zurück auf Thorins Brust. Gedankenverloren kraulte sie das feine Brusthaar. Ihr Mann schlief noch selig neben ihr. Ein wenig Schlaf durfte er sich nach den gestrigen Ereignissen gern gönnen. Erst die Flucht, dann die Hochzeit und dann eine ganz aufregende Hochzeitsnacht. Das Lächeln wurde breiter als sie das Liebesspiel der letzten Nacht noch einmal vor dem inneren Auge Revue passieren ließ. Nach dem ersten Akt folgten mit gut dosierten Verschnaufpausen noch zwei weitere. Und sie hatte sie alle genossen. Ja, sie war wirklich auf den Geschmack gekommen. Und wenn sie ehrlich zu sich selbst war, kribbelte es bereits jetzt schon wieder in ihrem Körper als sie an die Ereignisse aus jener Nacht zurückdachte.

Wie schön doch die Liebe sein konnte. Und welche Möglichkeiten sie bereit hielt. Thorin hatte sein altes Versprechen aus Bruchtal schließlich doch noch eingehalten und Lenja die Führung überlassen. Auch wenn diese Rollenverteilung nicht ganz der traditionellen Vorstellung der Zwerge entsprach, konnte sie sich nicht daran erinnern jemals zuvor solch intensive Gefühle gespürt zu haben. Die Position, der Winkel, die Reibung und dann sein mit Lust geschwängerter Blick als sie die Hüften kreisen ließ. Ja, wenn es nach ihr ging, konnten sie diese Stellung in Zukunft öfter heranziehen, wenn sie sich gegenseitig Liebe schenken wollten.

Und dann fand sie sich schließlich auf der Seite liegend in Thorins Armen wieder. Sein Körper hinter ihrem, seine Hand, die sie zusätzlich liebkoste, die Blicke, die sie sich gegenseitig über Lenjas Schulter zuwarfen, die Küsse, welche voller Verlangen waren – beide verloren sich schließlich in ihrem gemeinsamen Rhythmus. Nur langsam kamen sie nach dem erlösenden Höhepunkt wieder zur Ruhe. So wunderschön intensiv und voller Zuneigung.

Das Spiel an seiner Brust wurde intensiver. Vorsichtig reckte Lenja den Kopf und berührte seine Lippen mit ihren. Sie wiederholte es viermal bis Thorin schließlich ein wenig verschlafen die Augen öffnete. Er blinzelte mehrmals und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen als er in leuchtende grüne Augen schaute.

„Schon wach?“, fragte er und gähnte.

„Versprich mir eins: ich brauche eine Kammer mit Fenster damit ich dich am Morgen nach dem ehelichen Nahkampf in deiner vollen Pracht begutachten kann. Du siehst so fantastisch aus, wenn deine Haare wild durcheinander liegen. Ich liebe den Anblick, mein Schnuckiputz.“

„Wie hast du mich gerade genannt?“, plötzlich wirkte Thorin hell wach.

„Na, du brauchst doch einen Spitznamen, oder nicht? Immerhin bin ich Flocke. Wenn du mich schon so nennst, dann musst du auch das Echo abkönnen.“

Der Zwerg schüttelte den Kopf.

„Und sonst noch Wünsche am frühen Morgen, Frau Schneeflocke?“

„Ja, und dann hätte ich gern zwei bis vier Kinder. Damit würde ich auf keine dummen Ideen kommen und auch brav Weib und Königin spielen.“

„Aha. Und das soll ich dir glauben? Du und brav? Ich erinnere mich da an ganz verruchte Dinge aus letzter Nacht, mein Herz.“

Sein Mund näherte sich ihrem rechten Ohr. Leichte Schauer liefen über ihren Rücken. Wie sehr sie es liebte, wenn er das machte.

„Ich finde den Namen wenig erotisch. Du kannst mich gern weiterhin so nennen, aber nicht, wenn wir beide splitternackt nebeneinander im Bett liegen. Hast du mich verstanden, Hamstibamsti?“

Ruckartig zog Thorin seinen Kopf von der bis noch eben mit Liebkosungen bedachten Stelle.

„Wie hast du mich eben genannt?“, seine Augen waren größer als im Normalfall.

„Hamstibamsti. Und ich nenne dich solange so bis du aufhörst mich in solch einer delikaten Situation Flocke zu nennen. Da weißt du, wie ich mich fühle, wenn mich mein nackter Ehemann bei dem Namen nennt, Hamstibamsti.“

„Na warte!“, drohte der Zwerg und verwickelte Lenja schneller als sie reagieren konnte in eine kleine Rangelei.

Wie sehr sie es hasste, ausgekitzelt zu werden. Es war klar, dass sich Thorin auch nach dieser langen Zeit immer noch daran erinnerte. Lachend schnappte sie nach Luft. Doch sie wollte sich nicht kampflos ergeben. So gut sie konnte leistete sie halbherzig Widerstand gegen das Manöver. Leider übertrieben es die beiden Zwerge und landeten schließlich unsanft auf dem Fußboden. Thorin voran, Lenja hinterher.

„Du Armer, komm lass mal schauen“, meinte sie als er sich den Hinterkopf hielt und kurzzeitig eine schmerzhafte Miene aufsetzte.

„Es ist halb so schlimm“, murmelte er, doch konnte er sich nicht gegen sein Weib durchsetzen.

Lenja hatte sich schon über ihn gebeugt. „Das gibt bestimmt eine hübsche Beule.“

Thorin zuckte nur mit den Schultern. Als sich ihre Blicke trafen, legte er die Stirn ein wenig in Falten. Er konnte Lenjas Gesichtsausdruck nicht eindeutig deuten.

„Und nun?“, fragte er, um dem auf den Grund zu gehen.

„Vielleicht sollten wir einfach da weitermachen, wo wir letzte Nacht aufgehört haben? Immerhin bringt das dein schmerzendes Köpfchen wieder auf andere Gedanken und der Boden quietscht auch nicht so schlimm wie das Bett im Takt der Liebe.“

Ein Funkeln in seinem Blick bestätigte ihr sofort seine Zusage.

Der Alltag sollte sie noch schneller einholen als den beiden Liebenden lieb war.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast